Ich habe ein weißes Blatt Papier und brauche eine Anlage

  • Hallo,


    folgende Situation: Ich kaufe bald ein großes Haus (ca. 600 qm Wohnfläche) um darin mit meiner Familie zu wohnen und mein Büro (inkl. 5 Angestellte mit Computerarbeitsplätzen) dorthin zu verlagern.


    Das Haus hat derzeit keine Garage und daher werde ich sie bauen müssen. Jetzt soll die recht groß werden. Platz für drei Autos, ein "Hobbyraum" und ein Teil Freisitz mit Außenküche soll auch noch dazu. Also bei der Grundfläche lande ich bei ca. 120 - 150 qm.


    Da ich gerne eine PV-Anlage auf das Dach bauen würde und mangels nennenswertem Bebauungsplan auch die Dachneigung und die Ausrichtung vollkommen selbst bestimmen kann, fragte ich mich warum man nicht einfach das Dach extra für die Anlage baut.


    Was sagt ihr dazu? Wie würde so eine Anlage aussehen? Baut man möglichst groß weil die Kosten für jedes weitere Modul sinken? Baut man bedarfsgerecht und plant für die nahe Zukunft einen Speicher ein um den Eigenverbrauch in die Höhe zu treiben? Welches Verhältnis von Höhe zu Breite ist ideal wegen den vorgegebenen Modulgrößen?


    Ich habe tausend Fragen, die ich so nicht beantworten kann. Manchmal denke ich die Idee sei vollkommen verrückt und in anderen Momenten glaube ich es ist eine Superidee.


    Danke schon mal im voraus.


    Edit: Was die Investition angeht. Um die 50.000 Euro hätte ich frei verfügbar ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen.

  • standort deutschland?
    ca. lage --> plz
    budget incl. garage?
    geschaetzter jahresenergiebedarf?
    waers auf vorhandenen daechern auch moeglich?
    verschattung durch baeume, nachbarn etc.?


    definitiv suedlich vom haus aufstellen wegen schatten.
    wenn die obigen fragen in etwa geklaert sind, kann man die grundsaetzliche auslegung beginnen...

    Einmal editiert, zuletzt von flosky ()

  • Hallo Stromlandwirt,
    Guter Plan!


    Dachform am besten Pultdach nach Süden, alternativ Satteldach Ost West. Dachneigung mindestens 15 Grad wegen Selbstreinigung. Dacheindeckung Trapezblech (= billigste PV Montage).


    Bei guten Bedingungen (Ausrichtung, Dacheindeckung) so groß wie möglich bis 100 kWp. Auf dem neuen Dach und auf dem Hausdach.


    Standard Modulmaß ist 1,65 x 1 m plus 2 cm Abstände zwischen den Modulen. 1 kWp sind rund 7 m2.


    50.000 Euro ergeben bei guten Bedingungen 40 bis 50 kWp.

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Der Standort ist Deutschland, Postleitzahl 56869. Das Budget ist exklusive Garage. Geschätzter Jahresenergiebedarf wären 7000 kw/h für Haushalt und Büro und ca. 10.000 kw/h für eine Wärmepumpe. Auf vorhandenen Dächern wäre es schlecht. Es handelt sich um ein sehr schönes altes Haus mit Echtschiefer in altdeutscher Deckung. Also nicht unbedingt der geeignete Ort für PV. Verschattung gibt es mit 100%iger Sicherheit gar keine. Ich plane zwar an der Garage noch einen offenen Kamin für die Außenküche. Aber der Schornstein dafür kommt auf die Nordseite.

  • Hallo Stromlandwirt
    Gute Idee!
    Schau dir doch das System Easy Roof an.
    Es macht ja keinen Sinn, ein Dach einzudecken und auf die Ziegel eine Aufdachanlage zu setzen...
    Also, wenn die Hütte noch nicht steht empfehle ich dir eine Indachanlage (in der Schweiz standard).
    Achja, ich weiss, dass man dies in D noch nicht erfasst hat, aber fragen und anschauen kostet ja nichts :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von JayM

    Dachform am besten Pultdach nach Süden, alternativ Satteldach Ost West. Dachneigung mindestens 15 Grad wegen Selbstreinigung. Dacheindeckung Trapezblech (= billigste PV Montage).


    Ok, jetzt habt ihr mich schon erwischt. Über die Möglichkeit mit dem Pultdach habe ich noch gar nicht nachgedacht. Guter Punkt. Das löst nämlich mehrere Probleme gleichzeitig.


    Zitat von einstein0

    Achja, ich weiss, dass man dies in D noch nicht erfasst hat, aber fragen und anschauen kostet ja nichts :wink:


    Das ist mir schon mal sehr sympathisch. Ich muss mit meiner Frau ohnehin noch über die Optik verhandeln. Sie hätte gerne die ganz schwarzen Module von LG um die Optikverluste in Grenzen zu halten. Allerdings fürchte ich, dass dann die Rendite flöten geht und wir machen das ja nicht für den Spaß an der Freude.

  • Moin stromlandwirt und willkommen im Forum. Das Problem wird sein, wer der Betreiber der Anlage sein soll. Strom einspeisen und verkaufen, egal an wen, ist in D rein rechtlich eine unternehmerische Handlung. Von daher könnte es sinnvoll sein, zwei getrennte Anlagen zu bauen.


    Ein paar deiner Fragen kannst du hier beantwortet bekommen: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php
    Das ist der PV-Rechner der EU; mit dessen Hilfe kannst du dir schon in ungefähr ausrechnen lassen, mit welchen Erträgen du rechnen kannst. Wenn du dir die Ergebnisse angesehen hast weisst du, dass der Betrieb einer Wärmepumpe mit Hilfe von PV keine sehr sinnvolle Idee ist. Dies ist ein brauchbarer Artikel für das Umfeld: https://www.landwirtschaftskam…dkraft/eigenverbrauch.htm


    Von Batterie nachrüsten halte ich persönlich nicht sehr viel. Entweder macht man eine Einspeiseanlage mit Eigenverbrauch oder man geht in Richtung Halbinsel. Bei Halbinseln, also Installationen mit einem Hybridwechselrichter, will die Bundes-Netz-Agentur den Spaß ein wenig verderben, denn man soll, ab einer bestimmten Anlagengröße, auch die EEG-Umlage für Eigenverbrauch bezahlen. Ob das juristisch haltbar ist, wage ich anzuzweifeln. Wenn Batterie, dann hier mal reinlesen und die Garage gleich so planen, dass die Batterie mit einem Hubwagen oder Stapler aufgestellt werden kann: http://wiki.polz.info/doku.php


    Für die Firma wird der Verbrauch ja praktisch weitgehend tagsüber sein. Diesen Anlagenteil könnte man so auslegen, dass er im Sommer eine Vollversorgung schafft (leider nur im statistischen Mittel), eventuell 10% größer, damit man auch in den Übergangszeiten sich weitgehend selbst versorgen kann. Wie das Verbrauchsverhalten im familiären Teil ist, können wir nicht wissen.


    Wenn Einspeisung an erster Stelle steht, dann sollte es ein Pulddach werden. Wenn Eigenverbrauch im Vordergund steht, dann könnte eine Ost-West-Anlage günstiger kommen. Man kann aber auch auf ein Pultdach mit leichter Neigung (Flachdach ist ja immer mal so eine Sache) eine OW-Anlage installieren, dann fällt die PV auch überhaupt nicht mehr auf.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)


  • auch wenn du das bei jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholst, wird diese Aussage dennoch nicht richtig.
    Tatsächlich macht es wenig bis garkeinen Sinn, die Mehrkosten und die Nachteile einer Indachanlage in Kauf zu nehmen.
    Bei einem Nebengebäude oder Garage ist eine Trapezblechdeckung meist der wirtschaftlichste Weg.

  • Moin moin aus Kiel,


    klingt nach 5-8 kW Grundlast.


    Ich würd ein Satteldach 29,9 KW peak Ost-West mit 20° Neigung in 70% weich planen. Dachfläche entsteht mehr als genug, 1 Jahr echte Verbräuche und Verläufe mitloggen, und nach einem Jahr Betrieb schauen, eventuell einen Speicher dazuplanen.


    Schont erstmal finanzielle Reserven, kein FRE kein NA- Schutz, alles easypeasy und mit Chance auf sinvolle Erweiterung.


    Könntest die PC- Arbeitsplätze auch mit Laptops ausstatten, dann ist der Energiehunger auch reichlich gebremst. Nen 2.ten Monitor extern dazu und alles ist gut.


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Wette: Zubau 2021


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau