Erweiterung zu bestehender Anlage

  • Der Trend geht zur 2. Anlage.
    Seit August 2015 bin ich offiziell Anlagenbetreiber und Einspeiser nach EEG mit einer 9.66 kWp Anlage 70% weich.
    Nun möchte ich auf einem anderem Dach des gleichen Grundstückes ein Anlage mit ca.9.9 kWp (Nord West) erweitern.
    Soweit ich es verstanden habe ist nach 12 Monaten nach EEG die Erweiterung eine neue separate Anlage
    und es sind beide < 10 kWp dh ich muss keine Netzumlage zahlen.
    Die Anlage 1 (9.66 kWp) ist 70% weich
    Die Anlage 2 (9.90 kWp) soll auf 70% hart
    Wie läuft das nun mit der Vergütung und den Stromzählern bei einem Einspeisepunkt (Zweirichtungszähler) ?
    Hat jemand weitere Tips für diese Situation?
    Danke!

  • Genau ;-)


    Das habe ich gerade hinter mir (August 2015 - 9,88 kWp OSO) / (August 2016 - 9,88 kWp WNW).
    Damit hast Du zwei Kleinanlagen die gemäß §61 EEG prinzipiell von der EEG-Umlage befreit sind.


    Allerdings gibt es zwei Knackpunkte bezüglich der Zähler.


    Wenn Du bisher keinen Erzeugungszähler hast, wirst Du (min.) einen benötigen, um deinen Eigenverbrauch zu messen (10 MWh/a-Grenze für EEG-Umlage).
    Bei der Einspeisung bleibt alles so wie es ist. Hier wird gemäß EEG die Abrechnung über einen Zähler über die installierten Leistungen, im Verhältnis, bestimmt.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren." - Albert Einstein
    "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" - Aristoteles

  • Meine bestehende Anlage hat ja aufgrund '70% weich' einen 'Erzeugungszähler' und einen '2 Richtungszähler des EVU's'.


    Ok dh. Es bräuchte für die 'neue' 2. Anlage (70% hart da Nord West Dach) evt. einen Zähler zur Messung der Erzeugung.


    Nach was wird dann aber abgerechnet? Anlage 1 oder neue Anlage 2 ?
    Der 2 Richtungszähler des EVU's weiss dann zu welcher Zeit Strom welcher Anlage kommt?
    Sorry für diese doofe Fragen.

  • Es gibt keine doofen Fragen, nur doofe Antworten.


    Du kannst die 2. Anlage parallel über den Erzeugungszähler laufen lassen. Damit misst Du die Gesamterzeugung beider Anlagen. Dies dient ja nur dem Nachweis Deines Eigenverbrauchs (Erzeugung-Einspeisung).


    Mit dem Einspeisezähler wird dann ja auch die Gesamteinspeisung beider Anlagen gezählt.


    Die Abrechnung erfolgt folgendenmaßen (an meinem Beispiel ganz einfach):
    Meine Anlagen (2 x 9,88 kWp) werden von der Einspeisevergütung somit 50:50 abgerechnet.
    Also Gesamtvergütung (0,1234 ct/kWh aus 2015 und 0,1231 ct/kWh aus 2016) ergibt 0,12325 ct/kWh mal Gesamteinspeisung.
    Für Deine Anlage ergibt sich, vermute ich 0,123248.. ct/kWh für die Gesamteinspeisung.

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  • Das mit den Zählern und der Abrechnung im Verhältnis ist hinreichend klar so.
    Vielen Dank!
    Für das Verhältnis dh. die "Leistung" wird hier die 'maximale' Leistung 'Generator/Inverter' genommen?
    Das ist natürlich relevant bei 70% hart und Dach in Nordsektor.

  • Leider gibt es da kein Spielraum. Das EEG sagt ganz eindeutig "Installierte Leistung" der Module (Generatorleistung).

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  • Moin moin aus Kiel,


    das Drama, welches entsteht ist aber folgendes: Wird gemischt gewichtet abgerechnet, entgehen dem Betreiber Einnahmen; es ist ja wohl davon auszugehen, dass die Nordseite im Verhältnis weniger erzeugt als die Südseite, somit würden dann Süderträge der Nordseite zugerechnet. Mit entsprechender Differenz der Vergütung.


    Irre ich?


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
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  • Das ist prinzipiell richtig! Allerdings was ist die Alternative? Nur separater Netzeinspeisepunkt mit eigenem Zähler (als Volleinspeiser). Ob sich das rechnet?

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  • Den "Nachteil" sehe ich auch ....
    Es wir eben ein Kompromiss sein.
    Der Nachteil wäre geringer wenn nach kleister Leistung (Beispiel 70% hart) abgerechnet würde.
    Wenn jedoch beide WR mit seperaten Erzeugungszähler ausgestattet werden werden die Differenzen eher gering ausfallen.

  • Also, ein Ansatz wär folgender:


    Mach das Dach voll, melde die neue Anlage netzparallel ohne Einspeisung an, Kauf dir nen Hybriden und nen kleinen, alten Akku fürn Tausi und üb damit. Geht alles zusammen für unter 10.000€.


    Die Altanlage muss dann als Volleinspeiser laufen, dann bleibst unter 10.000kWh Eigenverbrauch. Keine EEG Umlage auf Eigenverbrauch, klare Kante was Zähler angeht und easypeasy leben. Wenn vom Norddach 5.000 runterkommen, sollte das euren Haushalt doch schon ganz gut decken, oder?


    Gruß, Andreas

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