USt erstattung der Anlage abhängig vom Eigenverbrauch?

  • Guten morgen,


    ich plane zur Zeit (in NRW, falls das wichtig ist) eine PV Anlage auf einem +10° Süd-Dach (Angebote dazu sammele ich und werde diese gesammelt einstellen).
    Nun habe ich auch mit einem "Steuerfachmann" mal über die Steuerlichen Aspekte gesprochen. Mir wurden die Möglichkeiten der KU Regelung und der "normalen" Unternehmerregelung erklärt. Was mich aber verwirrt hat: der Steuerfachmann sagt, dass die Umsatzsteuer auch nur Anteilig erstattet wird, je nach prognostiziertem Eigenverbrauch, ebenso die Anlagenabschreibung sich danach richtet.


    Also beispiel: enthaltene USt 1000 EUR, Eigenverbrauch 30%, erstattete USt also nur 700 €.


    Da ich eigentlich einen Speicher betreiben will, und dieser ja den geplanten Eigenverbrauch erhöht, würde ich damit ja die erstattungsfähige USt weiter reduzieren.


    ist das tatsächlich so, oder ist die Erstattung unabhängig vom Grad der Eigennutzung?


    Danke


    Linus

    seit 02.2017 - 18 BenQ SunVivo 290W black an SolarEdge SE5000 WR. +10°Süd,, 35° Dachneigung
    Speicher LG Resu 10H an StorEdge DC-DC Wandler (seit 08.06.2017 in Betrieb)

  • Bei meiner Anlage aus 2012/2013 waren die einmalige USt-Erstattung für die Anlage und auch die jährl. Abschreibung unabhängig von der Höhe des Eigenverbrauch. Hätte auch nicht gehört, dass sich das geändert hat.
    Das einzige was ist, ist dass Du für den EV selber USt. abführen musst, weil Du der Anlagenbesitzer, Dir dem Stromkunden halt Strom verkaufst.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Das ist klar. ich muss die Eigenentnahme versteuern, die USt des "verkauften" Stromes abführen.


    mir geht es nur um eine eventuelle prozentuale Berechnung, die natürlich einen (geplanten) Speicher noch mal unattraktiver machen würde.

    seit 02.2017 - 18 BenQ SunVivo 290W black an SolarEdge SE5000 WR. +10°Süd,, 35° Dachneigung
    Speicher LG Resu 10H an StorEdge DC-DC Wandler (seit 08.06.2017 in Betrieb)

  • Hi,


    ich möchte jetzt nicht alles neu schreiben...


    Hier mal ein paar Links von mir
    http://www.photovoltaikforum.c…nen-t114165.html#p1423726


    Muster EÜR
    http://www.photovoltaikforum.c…t111549-s20.html#p1359407


    Leitfaden Photovoltaik Finanzamt München
    http://www.finanzamt.bayern.de…hp?f=Muenchen&c=o&d=x&t=x



    Weiterhin hast du nach 60 Kalendermonaten die Möglichkeit von der Regelbesteuerung in die Kleinunternehmerregelung zu wechseln (KUR). D.h. 5 Jahre führst du UST ab, danach entfällt diese und du brauchst auch keine UST des Anlagenkaufes zurück an das FA abführen. Wechselst du vor den 60 Kalendermonaten in die KUR ist jeweils 1/60 der UST des Anlagenkaufes zurückzuführen. Du kannst dann aber auch keine UST von anderen Rechnungen mehr zurück erhalten.


    Meine Umsatzsteuer von beiden Anlagen wurde mir komplett erstattet, obschon ich lediglich ca. 20% meines produzierten Stromes als Eigenverbrauch einsetzte.


    Zum Thema Speicher findest hier im Forum sehr viel.
    Wenn der Haben-Wollen-Virus vorhanden ist, dann bitte direkt zuschlagen. Für mehr Autarkie und Freude am Eigenverbrauch bitte auch sofort. Betrachtest Du die Speicher Thematik wirtschaftlich kannst du froh sein, wenn eine schwerze Null rauskommt.
    Auch ohne Speicher hast du eine Summe X an Eigenverbrauch...
    Schau mal hier
    http://www.photovoltaikforum.c…ng-2014-2015-t104545.html


    Ich sag nur soviel:
    um 1000kWh (Bezug) aus einem Speicher zu bekommen must du bestimmt 15-20% mehr reinscheiben.
    1000kWh * 0,25ct/kWh = 250€ Bezug gesparrt.....1200kWh mal 0,1231ct/kWh (Einspeisevergütung) = 147,72€ Einspeisevergütung verloren....Ersparnis rund 100€ vor Steuern....
    das ist die schnelle Variante.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Zitat von Der Linus


    ...
    Also beispiel: enthaltene USt 1000 EUR, Eigenverbrauch 30%, erstattete USt also nur 700 €.
    ...


    Kann man so machen, muss man aber nicht. Ist von allen Möglichkeiten so ziemlich die dümmste. Gibt viele Beiträge zu dem Thema im Forum.


    Anlage zu 100 % dem Unternehmen zu ordnen, 100 % Vorsteuer ziehen. Fünf Jahre USt (uWA) auf den DV zahlen, dann zur KUR wechseln.

  • Der Steuerfachmann soll sein Lehrgeld zurückfordern!


    Er ist hier von "Arschbacken" auf "Kuchen backen" gekommen.


    Der springende Punkt ist die vollständige oder teilweise Zuordnung der Anlage zum Unternehmen.
    Jeder, der in der Praxis mit derartigen Gestaltungen zu tun hat (bzw. sie umsetzen muss)... umfährt derartige Konstellationen großzügig.
    Wenn Du die Anlage zu 70% zuordnest - und zu 30% tatsächlich privat nutzt - gibt es keine unentgeltliche Wertabgabe mehr, die zu versteuern wäre. Es gibt aber auch nur 70% der Vorsteuer zurück.


    Einen wirklich guten Grund das so zu machen, gibt es eigentlich nicht.
    Jetzt werden wieder 100 Leute sagen.. Warum? Läuft doch perfekt.
    Ich bezweifle aber,, dass die 100 Leute an ihrer Meinung festhalten würden, wenn das Schicksal oder ein untalentierter aber dafür übermotivierter angehender Steuerinspektor sie zum Tanze auf das Parkett des §15a UStG bittet. Sich da dann "mal eben" (für einen Fall) einzuarbeiten - das ist dann mal wirklich unschön. Dann dürfen wir mal von "kompliziert" reden.


    Meist wird auf den einen Fehler der zweite draufgesetzt:
    Plötzlich setzt man Betriebsausgaben mit Werbungskosten gleich - und macht Betriebsausgaben auch nur anteilig geltend.
    Das schöne: Das sieht auf dem Papier auch noch gut aus; ist aber unsystematisch - und führt nur in neuerliche, unbeherrschbare Probleme.


    Fazit:; Den Weg geht man nur, wenn man dem FA fachlich überlegen ist - und ein paar Nebelkerzen zünden will - bzw. dem anderen Sand in die Augen werfen will. Du erhöhst damit das fachliche Niveau - und wenn Du vorher schon fachlich überlegen warst, steigt der andere an der Stelle aus.
    Für derartige Strategiespielchen ist bei PV m.E. aber überhaupt kein Raum.
    (Schuster bleib bei Deinen Leisten).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke!


    Anlage zu 100% Betriebsvermögen und dann USt auf eigenverbrauch. Alles klar.


    Linus

    seit 02.2017 - 18 BenQ SunVivo 290W black an SolarEdge SE5000 WR. +10°Süd,, 35° Dachneigung
    Speicher LG Resu 10H an StorEdge DC-DC Wandler (seit 08.06.2017 in Betrieb)

  • und nach 5 Jahren bzw. 60 Monaten der Wechsel zur Kleinunternehmerregelung.


    Wenn größere Reperaturen / Instandhaltungen anstehen, drüber nachdenken, ob sich ein Verzicht auf die KUR lohnen könnte.
    Rechnen - dann entscheiden.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung