Verkauf PV-Anlage

  • Hallo,


    wir verkaufen unser Haus mit PV-Anlage.
    Meine Frage: Da wir die Küche, und mehrere Sachen mitverkaufen bin ich nicht ganz sicher wegen des Preises.
    Soll Ich die PV-Anlage im Vertrag lieber höher ansetzen, oder soll der Preis niedriger sein?
    Wie gesagt, der Preis im Paket steht, nur muss ja die Anlage separat erwähnt werden, damit Ich auch eine Summe fürs Finanzamt habe. Was ist besser für mich? Den Käufer interessiert das scheinbar nicht.


    Gruß & Danke für schnelle, kurze Hilfe!

  • Mal so in Blaue ... am einfachsten für dich dürfte es sein, wenn Du die PV Anlage zum Restbuchwert zum Stichtag verkaufst.

    Verkaufe ein SMA EnergyMeter für 190,-


    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Und die "Forumsmeinung" tendiert wohl auch eher dazu, das separat in eigenem KV unabhängig von Notsrvertrag zu machen.
    Es gibt hier einige Threads zu hierzu, benutze mal die Sufu , und die Website von Stefan R(h?)ode gibt was zum Wert her.
    Achtung bei Verkauf, wenn sonst keine PV mehr bleibt. Verkauf des ganzen Unternehmens, also keine USt drauf (bitte nachlesen, daß hab ich nur aus meinem Gedächtnis gekramt ohne Gewähr auf Vollständigkeit
    Jan

  • Hallo Erlanger,


    Bist beim Haus schon über der Spekulationsfirst (10 Jahre)?
    Dann wäre alles jenseits des aktuellen Buchwerts der Anlage als PV Kaufpreis steuerlich für Dich ungünstig.


    Mach auf jeden Fall die Gegenrechnung, ob dann bei dem PV Verkaufswert, das ganze Gewerbe von Anfang bis zum Verkauf wenigstens leicht im Plus ist. Wenn nicht, könnte sonst einer der netten Beamten im Finanzamt auf die Idee kommen, daß bei Dir gar keine gewinnerzielungsabsicht bestand und erklärt Dir das ganze im Nachhinein zur Liebhaberei und mußt dann eventuell noch Einkommenssteuern nachzahlen.


    LG
    Zehti

  • Tendenziell:
    Hoch bewertet:
    + niedrigere Basis für die Grunderwerbssteuer (--> es bleibt insgesamt mehr Geld zu verteilen)
    + der Käufer zahlt mehr für die PV Anlage und kann daher in Zukunft höhere Abschreibungen ansetzen (--> der Käufer hat einen Vorteil)
    - der Verkäufer macht mehr Gewinn (Verkaufserlös minus Buchwert) und muss damit selber mehr versteuern (der Verkäufer hat einen Nachteil)


    Niedriger bewertet:
    umgekehrt wie oben


    Grenzen der Bewertung nach meiner unmaßgeblichen Meinung: mindestens Buchwert, höchstens Summe der zukünftigen Einspeisevergütungen plus Vorteil Eigenverbrauch minus erwartete Betriebskosten.


    Auf jeden Fall separaten Kaufvertrag machen.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Danke für die ersten Infos.


    Also über 10 Jahre haben wir noch nicht.........


    Zum Restwert: Da Ich nicht ganz so viel davon verstehe: Ich nehme die Abschreibungen der letzten Jahre, und das ist dann mein Restwert?
    Tendenziell würde Ich für die Anlage einen niedrigeren Preis ansetzen. (damit ich Verlust abrechnen kann?)Der Gesamtpreis bleibt natürlich gleich.
    Ein separater Kaufvertrag macht doch dann wieder extra kosten für den Käufer? Ich denke das möchte er nicht.


    Gruß,
    Klaus

  • Dein Interesse als Verkäufer liegt an einem niedrigen Wert.
    (Denn je höher der Verkaufspreis, desto höher ist Dein Veräußerungsgewinn bzw. umso niedriger ein evtl. Veräußerungsverlust.


    Der Käufer hat die umgekehrte Interessenlage. Je höher der Kaufpreis, umso mehr kann er vom Gesamtpreis in die Betriebsausgaben ziehen. Gerade die, die den Eindruck erwecken, es sei ihnen egal, besinnen sich da im Beurkundungstermin oftmals eines besseren.



    Du bist in der Wahl "beschränkt" frei. Je nachdem um was es hier geht... und je nachdem wie erfahren und heiss der Sachbearbeiter beim FA ist, wird hier niemand viel rechnen wollen. Die FÄ lassen hier sehr viel lange Leine.
    Aber bekanntlich geht der Krug solange zum Brunnen, bis er bricht.
    Kommst Du über diesen Punkt hinaus..... ist der Preis im Vertrag nur noch Tinte auf Papier - und für steuerliche Zwecke irrelevant.
    Die Folge: Man stellt sich das am besten so vor, dass für steuerliche Zwecke die Anlage zuerst zum Teilwert entnommen wird (dabei werden die stillen Reserven aufgedeckt - und es entsteht ggf. Steuerlast) - und dann aus der privaten Ebene zum gewünschten Preis verhökert wird. (was dann steuerlich keine rolle mehr spielt).
    Zur Teilwertbestimmung gibts verschiedene mathematische Verfahren. Das kann schnell zur Wundertüte werden.


    Der Buchwert als Untergrenze... hat eher psychologische Bedeutung. Wenn der unterschritten wird, würde selbst der dümmste Hund merken, dass - unter normalen Umständen - hier irgendwas nicht stimmen kann. Das wäre entweder dann ein Fall von "badwill" oder "lucky buy". Beides passt nicht zu einer üblichen PV-Anlage.
    Der Buchwert ist eher eine "gesetzliche Ersatzgröße" bei unentgeltlicher Übertragung (sog. "Fußstapfentheorie").


    Ein sinnvolles Verfahren könnte sein, alle zu erwartenden Zahlungsströme (die sind ja sehr überschaubar) mit einem angemessenen Zins abzuzinsen. Die Summe der Barwerte ergibt dann den Kaufpreis.
    Forumsmitglied Sonnenstevie hat dazu mal eine vereinfachte Berechnungsmethodik entwickelt.


    Die Frage ist auch: Wie alt ist die Anlage?
    Je höher die Einspeisevergütung... umso höher der Teilwert; desto höher die stille Reserve (=Delta zwischen Buchwert und Teilwert)


    Separater Vertrag:
    Ja. Sicher. Ist nicht verkehrt.
    Aber den Notar bitte nicht im Unklaren darüber lassen. Sonst kommt es dazu, dass die Standardfloskel "Es bestehen keine vertraglichen Nebenabreden" aufgenommen wird. Das könnte unschöne Folgen haben.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von Erlanger


    Also über 10 Jahre haben wir noch nicht.........


    OT: bei selbst genutzten Wohnimmobilien spielt das steuerlich keine Rolle.


    Der Vertrag kostet nur das aufsetzen und ausdrucken, der braucht keine Formvorschrift einzuhalten und schon gar keine Beglaubigung. Wie kpr schon geschrieben hat, sollte der Notar aber davon wissen.

  • Solltest Du beim Verkauf bereits das 55. Lebensjahr überschritten haben, und die Anlage ist Dein einziges Gewerbe (oder das mit den größten stillen Reserven), kannst Du auch einen Freibetrag von 45.000,- für den entstehenden Gewinn bekommen. Dann könnte durchaus dem Wunsch des Käufers nach einem höheren Wert entsprochen werden. Sollte aber trotzdem nicht zu weit am Markt vorbeigehen...

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL