USA: Nachbarschaftliche PV Grids im Trend

  • In den USA gibt es einen neuen Trend, welcher vielleicht auch in Deutschland eine Bedeutung gewinnt.
    Es sind nachbarschaftlich PV Energie Netze, in denen sich mehrere kleinere lokale PV Anlagen zu einem Stromverbund zusammentun. In einer Straße gibt es dann mehrere kleinere wie größere Solaranlagen, welche untereinander verbunden sind, einschließlich der jeweiligen Hausanschlüsse. Einen richtigen Hausanschluss hat dann nur noch ein Haus, und auch dieser lässt sich durch ein Blockkraftwerk oder eine andere Quelle wie Generator; Akku ersetzen.


    In Amerika ist das ein richtiger Selbstläufer, welcher trotz der dortigen Rahmenbedingungen viel Sparpotential mit sich bringt.
    Die Netze gehen zurück zu den Ursprüngen und in Amerika hat dies viele Vorteile. Die Marktwirtschaft scheint in diesem Bereich dort besser zu funktionieren als bei uns.
    Google hat ja jetzt auch eine Lizenz als Stromhändler und dazu noch riesige Solarparks.

  • Zitat von Cruso

    In Amerika ist das ein richtiger Selbstläufer, welcher trotz der dortigen Rahmenbedingungen viel Sparpotential mit sich bringt.


    der Strompreis liegt bei unter 10 cent. Was soll man da noch sparen können???

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Hallo klaus24V,


    das mit den 10 Cent/kWh in den USA ist auch mit Vorsicht zu gerissen, in den USA sind die Strompreise extrem unterschiedlich.
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    Die kosten z.B. für Kraftstoff um ein BHKW zu befeuern sind auch wesentlich günstiger als bei uns, somit sind auch die 10 Cent/kWh machbar.


    Auch sind im PV-Bereich die Modulkosten geringer als in der EU Stichword „Einfuhrsteuern auf Solarmodule“, „Anti-Dumping-Zölle“, „Bürokratie“ usw.


    Die rechtlichen Rahmenbedingungen in den USA sind andre als in Deutschland.


    Entscheiden ist aber das der Stromverbrauch ca. 2 bis 3 X so hoch ist wie ein deutscher Haushalt also am ende muss der US-Bürger das gleiche bezahlen als wie wir in Deutschland.


    Auch ist das Thema Stromausfälle in den USA „Aktuell“ da helfen auch die 10 Cent/kWh nicht weiter, nur in einer Diskussion werden die 10 Cent/kWh in den USA herangezogen aber für eine Gewerbebetrieb sind Stromausfälle „Tödlich“ nur das sagt keiner der sich über die Strompreise in Deutschland beschwert.


    Deshalb steigt ja z.B. auch Apple in die eigene Stromversorgung ein und dann gleich nahe bei 100 Prozent erneuerbarem Strom.


    http://www.solarbranche.de/new…-wird-strom-grosshaendler



    Gruß

    2 Mal editiert, zuletzt von werner8 ()

  • Mikrogrids sind in den USA bereits viel weiter entwickelt und verbreitet.
    https://microgridknowledge.com/
    Das lustige ist, dass ABB und Siemens wesentlich dazu beitragen.
    Ich verstehe nicht wirklich warum das Thema bei uns nicht vorankommt. Evt weil die Netze zu gut sind und weniger Handlungsbedarf besteht? (also viele Netzbereiche in den USA erinnern mich eher an Afrika oder an die 30er Jahre, so einen Müll habe ich hier jedenfalls noch nicht gefunden) .
    Auf jeden Fall sind Mikrogrids ziemlich cool und sie haben potentiell einige Vorteile ( Versorgungssicherheit, Robustheit d.h. lokaleres Eingrenzen von Problemen...)

  • Zitat von Henning_PV


    Ich verstehe nicht wirklich warum das Thema bei uns nicht vorankommt.


    Vielleicht hilft ein Blick auf das schöne Tortendiagramm, wie sich bei uns der Strompreis zusammensetzt. Die eigentlichen Stromkosten sind (je nach Quelle) 1/4 bis 1/3 des Preises. Der Rest geht an diverse Handaufhalter, und die wollen da nicht drauf verzichten. Es wird sogar gerne mal die "Entsolidarisierungskeule" geschwungen.
    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass auch beim Eigenverbrauch die Daumenschrauben immer weiter angezogen werden. Aber dass hier mehrere Leute einen auf Stromkommune machen - das wirds nicht geben.

  • Zitat von Henning_PV

    Ich verstehe nicht wirklich warum das Thema bei uns nicht vorankommt.


    In Amerika ist es halt normal Stromleitungen so zu bauen, dass sie nach 20 Jahren oder dem nächsten Sturm komplett neu errichtet werden müssen. Da fällt es leichter sich mit nachbarn zusammenzutun, wenn eh überall Stromleitungen rumhängen, werden halt welche dazu gehängt. In Deutschland ist sowas vermutlich garnicht oder nur mit haufenweise Genehmigungen erlaubt.


    Das zweite Problem bei uns dürfte sein das es hier nicht ohne weiteres erlaubt sein dürfte das ein Stromkunde über seinen Stromanschluss 10 oder 20 Nachbarn mitversorgt. Damit wäre man rechtlich ein Stromversorger.....


    Ich gebe auch zu bedenken das die US-Stromversorger gute lobbyarbeit leisten wenn die Bürger ihnen zu sehr auf die Pelle rücken. In Hawaii zum Beispiel sind die Strompreise sehr hoch, da viel mit Dieselgeneratoren gearbeitet wird. Das hat dort viele Hausbesitzer zum bau von PV-Anlagen bewogen. Das wiederum wird erfolgreich vom Stromversorger bekämpft, in dem er die Politik dazu gebracht hat die PV-Anlagen nicht mehr oder weniger zu fördern und die Grundgebühren zu erhöhen.



    Edit: Insgesamt würde ich aber zustimmen das die sinkenden PV Preise die Bürger dort zu deutlich mehr subventionslosen PV-Zubau animieren werden als bei uns. Die benutzen Strom ja auch zum heizen/kühlen, haben also generell einen viel höheren Bedarf, dann haben die Südlichen Bundesstaaten eine viel höhere Sonneneinstrahlung und zu guter letzt werden Bürger dort Staatliche eingriffe weniger akzeptieren (wie unsere EEG-Eigenverbrauchs Steuer). Die niedrigen Strompreise dort verzögern das ganze natürlich etwas...

  • Zitat von crazy horse

    Vielleicht hilft ein Blick auf das schöne Tortendiagramm, wie sich bei uns der Strompreis zusammensetzt. Die eigentlichen Stromkosten sind (je nach Quelle) 1/4 bis 1/3 des Preises. Der Rest geht an diverse Handaufhalter, und die wollen da nicht drauf verzichten. Es wird sogar gerne mal die "Entsolidarisierungskeule" geschwungen.
    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass auch beim Eigenverbrauch die Daumenschrauben immer weiter angezogen werden. Aber dass hier mehrere Leute einen auf Stromkommune machen - das wirds nicht geben.


    Das gibt es auch hierzulande in Feldheim, einen OT von Treuenbriezen.
    100% EE aus Wind, PV und bei Dunkelflaute von einer Biogasanlage.


    http://nef-feldheim.info/



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.

  • Zitat von Saftwerk

    Ginge denn sowas auch bei uns?


    Im einfachsten Fall wäre das die Leitung durch die Wand einer Doppelhaushálfte mit privatem Zähler...


    Technisch kein Problem, praktisch fällt halt für den selbst erzeugten Strom volle EEG-Umlage an, was geeicht gemessen werden muß, und dann lohnt das kaum noch (genau wie eben der Verkauf an Mieter).
    Sobald man über/unter einen öffentlichen Weg muß, redet/kassiert die Kommune auch mit. Denke sowas sehen die in den USA auch lockerer, da spannt man das Kabel über die Straße und gut.
    Strafzölle wurden auch in den USA erhoben, auch die wollen natürlich ihre eigenen Produzenten schützen ;)
    usw.


    Gründet man ein "Dorfwerk", ist einiges einfacher (insbesondere darf man Kunden die nicht zahlen den Strom abstellen), dafür hat man die volle Bürokratie und Regulierung am Hals :roll: Schönau hat das ja schon vor längerem durchgezogen.

  • Zitat von Cruso

    In den USA gibt es einen neuen Trend, welcher vielleicht auch in Deutschland eine Bedeutung gewinnt.
    Es sind nachbarschaftlich PV Energie Netze, in denen sich mehrere kleinere lokale PV Anlagen zu einem Stromverbund zusammentun. In einer Straße gibt es dann mehrere kleinere wie größere Solaranlagen, welche untereinander verbunden sind, einschließlich der jeweiligen Hausanschlüsse. Einen richtigen Hausanschluss hat dann nur noch ein Haus, und auch dieser lässt sich durch ein Blockkraftwerk oder eine andere Quelle wie Generator; Akku ersetzen.


    ist es nur ein Trend, oder wie viele nachbarschaftlich PV Energie Netze giebt es schon in den USA ???

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.