MwSt Vorsteuer Eigenverbrauch abrechnen

  • hallo zusammen.


    Ich stehe bald, spätestens im Oktober vor meiner ersten Abrechnung der Vorsteuer. Mir ist klar, dass Ich als Einnahme meine Einspeisevergütung versteuern muss. Aber das packt mir ja der Netzbetreiber oben drauf.
    Da hätte ich die erste Frage:
    1. Gibt es ein einfachen Mustervertrag / Rechnung in z.B. Excel wo ich dem Netzbetreiber die Einspeisevergütung in Rechnung stelle?


    2. Kann mir mal jemand mit einfachen Worten erklären, warum und was genau ich bei meinem Eigenverbrauch jetzt angeben muss? Es handelt sich doch um den Strom, den Ich aus meiner Anlage selbst verbraucht habe, oder? + Grundgebühr. Aber warum? Wird das dann einfach bei Einnahmen auf die Einspeisevergütung draufgerechnet?


    Danke

  • Du bekommst mtl. Abschläge für deinen eingespeisten Strom - dieser beinhaltet auch die Ust
    Die rechnest du einfach raus und überweist sie ans FA. Eine gesonderte (Ab)Rechnung ist m.E. nicht nicht wendig, bzw habe es nicht getan- es gab auch keine Nachfragen



    Da du deinen Strom ja selbst verbrauchst, entnimmst du dem "Unternehmen" ja den entgangene Einnahme, für die das Unternehmen steuern abführen müsste- diese Lücke musst du quasi "aus eigener Tasche füllen"


    Das war die einfache Erklärung


    Grüsse
    Carsten

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Zitat von Carstene


    Da du deinen Strom ja selbst verbrauchst, entnimmst du dem "Unternehmen" ja den entgangene Einnahme, für die das Unternehmen steuern abführen müsste- diese Lücke musst du quasi "aus eigener Tasche füllen"


    Das war die einfache Erklärung


    Grüsse
    Carsten


    Ähhh. Ist für mich keine Erklärung. sorry. Wenn Audi mehr Fahrzeuge verkauft als Opel, muss Audi dann auch für den Ausgleich sorgen und die Lücke für Opel schließen?


    Ich nutze mit meiner Anlage die freie Sonnenenergie als kleines eigenes Gewerbe. warum soll ich die Lücke für andere Unternehmen schließen. das ist doch nicht mein Problem.


    wer solche Gesetze durchgewunken hat sollte........

  • Mit dem Unternehmen meine ich dein Unternehmen mit dem du die PV.Anlage betreibst.
    Wenn du keinen EV hast versteuerst du auch die Einnahmen des komplett eingespeisten Stroms
    Soweit klar


    Hast du aber einen Eigenverbrauch der die gesamte (einzuspeisende) Stromerzeugung auf Null bringt, hast du keine Einnahme aus dem Verkauf und somit keine Steuerlast
    Auch klar?


    Da dies das FA nicht zulässt musst du dem (Deinem) Unternhmen den entgangenen Gewinn ersetzen- bzw, da es dein Unternhmen ist, zumindest die Ust. ( weil nur dafür interessiert sich das FA)


    Du schreibst ja dass du als Gewerbetreibernder tätig bist- also musst auch sehen das die Kalkulationen so sind dass die Steuerseite stimmt

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  • Hi,
    und herzlich willkommen hier im Forum.

    Zitat von Helge007


    1. Gibt es ein einfachen Mustervertrag / Rechnung in z.B. Excel wo ich dem Netzbetreiber die Einspeisevergütung in Rechnung stelle?


    Carstene hat es ja schon geschrieben. Man erhält in der Regel monatliche Abschläge (der 15. eines Monates ist der Stichtag, zu finden im EEG §19, Abs. 2 -> (2) Auf die zu erwartenden Zahlungen nach Absatz 1 sind monatlich jeweils zum 15. Kalendertag für den Vormonat Abschläge in angemessenem Umfang zu leisten.)
    Merke Dir:
    Du bist der Unternehmer und der VNB dein Kunde. Einen extra Einspeisevertrag benötigst du nicht. Das ist alles im EEG gesetzlich geregelt. Also, wenn etwas weniger rund läuft, darfst Du dich kümmern und nicht die anderen.
    Eine paar nützliche Vorlagen findest du ansonsten hier
    https://www.pv-steuer.com/pages/downloads.php



    Zitat von Helge007


    2. Kann mir mal jemand mit einfachen Worten erklären, warum und was genau ich bei meinem Eigenverbrauch jetzt angeben muss? Es handelt sich doch um den Strom, den Ich aus meiner Anlage selbst verbraucht habe, oder? + Grundgebühr. Aber warum? Wird das dann einfach bei Einnahmen auf die Einspeisevergütung draufgerechnet?


    Du bist Unternehmer und dein Unternehmen produziert Strom. Du verkaufst eine Summe X an dein VNB und erhälst dafür eine Vergütung. Eine andere Summe X (Eigenverbrauch=EV) entnimmst Du deiner Firma für private Zwecke. Dies muss in deiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) entsprechend aufgeführt werden. Zum einen als Sachentnahme (Einkommenssteuer) und zum anderen als unentgeltliche Wertabgabe (Mehrwertsteuer). Das sind 2 paar Schuhe.
    Für die Sachentnahme kann man die Herstellungskosten ran ziehen, sollten diese durch das FA nicht akzeptiert werden, nimmt man die Einspeisevergütung als Grundlage.


    Wie genau das aussehen kann:
    Sachentnahme nach Herstellungskosten -> https://www.pv-steuer.com/modu…php?file=28&id=1462994277 (Achtung: muss nicht akzeptiert werden!!!)
    unentgeltliche Wertabgabe -> https://www.pv-steuer.com/modu…php?file=34&id=1471690423



    Bevor jetzt das große Geschimpfe los geht wg. Mehrwertsteuer auf den EV möchte ich Dir meine Einstellung preisgeben.
    Du sparst durch die PV und EV eine Summe X an kWh im Bezug. Nehmen wir mal an 1200kWh bei insgesamt 3000kWh Gesamtverbrauch. Das wären bei 0,25€/kWh= 300€ Ersparnis. Für die 1200kWh an EV würden 55,48€ an Umsatzsteuer (UST) fällig. Also immer noch fast eine Ersparnis von 250€ im Jahr. Hier die Musterrechnung



    Das Geschimpfe mit der UST auf EV ist immer groß, mMn ist es aber zu vernachlässigen, da es Peanuts sind. Du erhälst ggf. 1500€ vom FA als Anlagenumsatzsteuer zurück und führst ~5*60€ = 300€ wieder zurück. Macht immer noch ein Plus von 1200€ für Dich. Der Rest sind Zahlen auf einem Blatt Papier.
    Zu versteuern hast du den Gewinn und nicht den Umsatz.
    Es gibt ja schließlich auch noch eine Ausgabenseite, welche durch die AfA auch schon eine interessante Größe bekommt.
    Dazu ggf. PV-Versicherung; Kontoführungsgebühren, etwas Porto und Büroartikel, Pauschale für Strom, Gas oder Öl, Pauschale für Telekommunikation und Kreditzinsen etc...
    dazu schau mal hier in die Muster EÜR
    http://www.photovoltaikforum.c…t111549-s20.html#p1359407


    Weiterhin hast du nach 60 Kalendermonaten die Möglichkeit von der Regelbesteuerung in die Kleinunternehmerregelung zu wechseln (KUR). D.h. 5 Jahre führst du UST ab, danach entfällt diese und du brauchst auch keine UST des Anlagenkaufes zurück an das FA abführen. Wechselst du vor den 60 Kalendermonaten in die KUR ist jeweils 1/12 der UST des Anlagenkaufes zurückzuführen. Du kannst dann aber auch keine UST von anderen Rechnungen mehr zurück erhalten.


    Die Sachentnahme bzw. unentgeltliche Wertabgabe erhöhen sicherlich deine Einnahmenseite in der EÜR, aber letzten Endes ist es nur die unentgeltliche Wertabgabe, welche real fließt, da die Sachentnahme bei einer Volleinspeiseanlage schließlich eingespeist worden wäre und als Vergütung auf der Einnahmenseite verbucht worden wäre.


    Völlig uneigennützig empfehle ich Dir das Exceltool von http://www.pv-steuer.com bzw. unserem User Paulchen.
    https://www.pv-steuer.com/page…en/dv-ohne-verguetung.php
    Die 48€ incl. UST sind Betriebsausgaben und die UST erhälst du zurück. Dazu gibt es regelmäßige Updates und einen tollen Support auch hier im Forum.


    Du bist mit der PV Unternehmer mit eben allen Rechten und Pflichten!


    Gruß Red5FS

  • Reeeeeeeeddddd,



    wo isn hier kurz und einfach erklärt :roll::roll::roll::roll:

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
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  • Zitat von Carstene

    Reeeeeeeeddddd,



    wo isn hier kurz und einfach erklärt :roll::roll::roll::roll:


    Das geht noch länger und komplizierter :mrgreen: ..... nicht von mir aber von anderen 8)
    Da schreib ich lieber nach bestem Gewissen einmal "alles" als immer wieder nen bisschen dazu :wink:
    :mrgreen::mrgreen:

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • .. ich weiss wen du meinst ...
    .. lassen wirs dabei..

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  • Zitat von Red5FS


    Weiterhin hast du nach 60 Kalendermonaten die Möglichkeit von der Regelbesteuerung in die Kleinunternehmerregelung zu wechseln (KUR). D.h. 5 Jahre führst du UST ab, danach entfällt diese und du brauchst auch keine UST des Anlagenkaufes zurück an das FA abführen. Wechselst du vor den 60 Kalendermonaten in die KUR ist jeweils 1/12 der UST des Anlagenkaufes zurückzuführen. Du kannst dann aber auch keine UST von anderen Rechnungen mehr zurück erhalten.


    Moin,
    muss mich hier korrigieren....das ist nicht 1/12 sondern 1/60 :idea::!:


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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  • Hallo allerseits,
    Ich hab eine private PV Anlage auf mein Hausdach.
    9,8 KW. BJ. 07.2013.
    Ich habe mich nun eingehenst über die Kosten und Rentabilität in Sachen Batteriespeicher nachzurüsten beschäftigt.


    Hab hier aber leider erschreckendes festgestellt wenn ich richtig informiert bin.


    Beispiel meiner Anlage : BJ. Juli 2013 ans Netz


    8000 KW eingespeist, vom Netz 4200 KW gezogen und 2400 KW selbst aus PV verbraucht.
    Bei mir wurde vom EVU ein Zweirichtunszähler für Netzbezug und Einspeisezähler, montiert. Zusätzlich muss ja auch ein PV Erzeugungszähler montiert sein um den Eigenverbrauch aus der PV rauszurechnen. Alles wie es gesetzlich nach EEG vorgeschrieben ist !


    Reale praxisbezogene Rechnung;


    8000 KW x 0.15€ = 1200 Euro Vergütung.


    4200 x 0,26 € ca. 1100 € Stromkosten (Vom Netzbetreiber)


    2400 KW Selbstverbrauch werden lt. Steuer mit 0,24 € zur Versteuerung angesetzt, daraus ist die MwSt. 19% abzuführen also 600 € x 0,19 = 120 Euro.


    Desweiteren muss ich die 600 Euro zu meinen Einkommensteuersatz versteuern (35%). Den verkauften Strom muss ich natürlich auch besteuern und die erhaltene MwSt. rückführen (ist auch normal).


    Wenn ich nun alles Summasumarum zusammenrechne komme ich bei dieser Rechnung auf das KW Eigenverbrauch durch Produktion meiner Solaranleige auf 0,10 Euro Kosten!! Die Kosten der Abschreibung und Nebenkosten sind in der Rechnung beinhaltet.


    So......


    Jetzt rechne ich z.B. wenn ich nun meinen erzeugten Strom speichere muss ich nun wieder die 0,10 € verwenden was mich der Strom kostet an Steuerabgabe!!! Und obendrein speise ich ja entsprechend die Strommenge nicht mehr ein und die Einspeisevergütung geht entsprechend verloren. Also 0,15 € plus 0,10 Euro sind 0,25 Euro pro KW, kostet mich der gespeicherte Strom.


    Das schockt mich so dass ich es selbst nicht glauben kann.


    Gibt es da nicht irgendwie ein Bonus für Verbrauch des gespeicherten Stromes???


    Ansonsten ist ja ein umkehr Effekt vorhanden.


    Die Prokuktion von Batterien ist ja auch Umweltausstoss und energetisch gesehen nicht CO2 mindernd sondern CO2 erhöhend!


    Ich hoffe irgendwer hat sich verrechnet, entweder ich, der EVU, das Finanzamt oder der Steuerberater!


    ANSONSTEN wäre der hochgelobte Batteriespeicher von Strom durch die Versteuerung in Deutschland in meinen Augen ein Skandal!!!
    Im Endeffekt würde sich der Batteriespeicher nie Abschreiben!!
    Den Batteriespeicher kann man sich natürlich hobbymäßig zulegen meiner privaten Meinung nach. Wer gerne investiert oder Sucht auf ein Kraftwerk im Privathaushalt hat.
    In meinen Beispiel für mich persönlich geht die Rentabilitätsrechnung nicht auf!!
    Die Vorsteuer für die Anschaffung von Batteriespeicher für den
    privaten Haushalt wird nach meiner Info nicht erstattet.
    Klar kann man Umwelttechnisch denken,


    aber was Cash Flow bei mir im privaten Häuslbesitzer übrig bleibt ist wirklich ein rotes Minus was ein Batteriespeicher anbelangt ! Das sollte man evtl. mehr Aufklärung machen in Deutschland, dass sich jeder bewusst ist, sich vor Anschaffung die steuerliche Auswirkung unterm Strich im Geldbeutel berechnen.
    Der Abbau und der Herstellungsprozeß von Lithium für die Speicherbatterien ist sicher nicht umweltschonend und erfordert ebenso hohen Energieaufwand!
    Meine Meinungsdarstellung ist privat. Fehler und Irrtümer nicht ausgeschlossen.
    Auf eure Meinung bin ich sehr gespannt.....
    Viele Grüsse....