PV Anlage Business Case Berechnung auf 10 Jahre

  • Hallo, als Newie in diesem Forum möchte ich an dieser Stelle eine Frage loswerden, die mich bei meiner PV Anlagenplanung schon seit längerem beschäftigt - lohnt sich überhaupt die Installation einer PV Anlage, oder anders formuliert, was für ein Business Case ergibt sich, wenn ich folgende Randbedingungen habe:


    - 100% Vollfinanzierung bei einem Zinssatz von 2.27% über eine Summe von 17.000 Eur (Laufzeit 10 Jahre)
    - PV Anlage: 6.7 KW mit Speicher und 100% Strom Autarkie
    - Persönlicher Steuerstatz 42%


    Von den Solateuren habe ich bisher keine realistischen Berechnungen erhalten, da die steuerlichen Gesichtspunkte nicht mit berücksichtigt worden sind.


    Sicherlich gibt es ein oder mehrere EXCEL Templates, mit denen man eine solche Berechnung anstellen kann. Überschlagsmässig wird sich eine solche Investition wahrscheinlich nicht lohnen, da nach 10 Jahren die Technik veraltet ist und bestimmte Komponenten (Wechselrichter, Speicher) getauscht werden müssen.


    Die Idee hinter den PV Anlagen finde ich gut, jedoch muss ich bereit sein dafür mehr Geld auf den Tisch zu legen, als wenn ich bei meinem Energieversorger bleiben würde.

  • Ohne die Größe und Details zum Speicher zu kennen, keine Chance. Du sagst auch nix darüber aus, ob du die USt. ziehen willst oder nicht und ob du für die Umsatzsteuererklärung und EÜR einen Steuerberater brauchst oder das kostenneutral selber machst.


    Über den Daumen wirst du auf ungefähr 10-20% kommen. Negative Rendite. (= Verlust)

    2008: 21 x Kyocera KD 210 GH-2P = 4,41kWp @ SB4000 TL-20 - OSO, 30°
    2013: 19 x Q.Cells Q.Peak-G3 275W = 5,225kWp @ SB3600 TL-21 - O/W, 30°

  • Ich versuche es mal einfach


    Da Finanzierung landest du sicher bei rd 160 euro/mtl.
    Wie hoch ist dein Stromverbrauch im Monat ?
    Schätze mal deine Einspeisevergütung auf 50 €/mtl. +/- nen zehner (je nach Höhe deines Eigenverbrauches ( Siehe Frage davor)


    Kann sich die Anlage davon selbst tragen oder wieviel bist du bereit zuzuschustern?


    Steuerlich packe ich jetzt nicht an - zuviel Unklarheit (siehe Fragen iopodx)

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Zitat von groggy

    Hallo, als Newie in diesem Forum möchte ich an dieser Stelle eine Frage loswerden, die mich bei meiner PV Anlagenplanung schon seit längerem beschäftigt - lohnt sich überhaupt die Installation einer PV Anlage, oder anders formuliert, was für ein Business Case ergibt sich, wenn ich folgende Randbedingungen habe:


    grundsätzlich lohnt sich eine PV Anlage schon.
    du kannst natürlich die Rahmenbedingungen so ungünstig definieren, daß es sich nicht lohnt.
    am Besten geht das mit einem Speicher.


    Zitat von groggy


    - PV Anlage: 6.7 KW mit Speicher und 100% Strom Autarkie


    die 100 % Autarkie halte ich für unrealistisch. Wie soll das im Winter erreicht werden, wenn die 6,7 kW PV über mehrere Tage keinen Ertrag bringen?


    Zitat von groggy


    Von den Solateuren habe ich bisher keine realistischen Berechnungen erhalten, da die steuerlichen Gesichtspunkte nicht mit berücksichtigt worden sind.


    die Berücksichtigung deiner steuerlichen Aspekte ist auch nicht Sache des Anbieters, wenn du das genau wissen möchtest musst du das mit den Zahlen aus der Wirtschaftlichkeitsberechnung des Solateurs entweder selbst ausrechnen oder von deinem Steuerberater ausrechnen lassen


    Zitat von groggy


    Überschlagsmässig wird sich eine solche Investition wahrscheinlich nicht lohnen, da nach 10 Jahren die Technik veraltet ist und bestimmte Komponenten (Wechselrichter, Speicher) getauscht werden müssen.


    überschlagsmäßig wird sich das deswegen nicht lohnen, weil der Speicher die Rendite der PV ANlage auffrisst


    Zitat von groggy


    Die Idee hinter den PV Anlagen finde ich gut, jedoch muss ich bereit sein dafür mehr Geld auf den Tisch zu legen, als wenn ich bei meinem Energieversorger bleiben würde.


    1. weißt du doch nicht, wieviel Geld du deinem Energieversorger in den nächsten Jahren auf den Tisch legen musst. Oder hast du für 20 Jahre einen Festpreis?
    2. Lass den Speicher weg und bau erstmal nur die PV Anlage, dann klappt das auch mit dem Geld.


    Rein aus wirtschaftlichen Überlegungen ist ein Speicher heute nicht rentabel (von einer Almhütte ohne Netzanschluß vielleicht mal abgesehen).

  • Zitat von groggy

    Hallo, als Newie in diesem Forum [...] lohnt sich überhaupt die Installation einer PV Anlage [...] wenn ich folgende Randbedingungen habe:


    - 100% Vollfinanzierung bei einem Zinssatz von 2.27% über eine Summe von 17.000 Eur (Laufzeit 10 Jahre)
    - PV Anlage: 6.7 KW mit Speicher und 100% Strom Autarkie
    - Persönlicher Steuerstatz 42%


    Da kann man nur sagen, das wird sich a) ganz sicher nicht lohnen im Sinne von rentieren ... eine positive Rendite erwirtschaften und b) wirst Du sicher keine 100% Strom Autarkie erreichen ... auch nicht mit einem tollen und teuren Speicher.


    Banken finanzieren i.d.R. den Nettopreis der PV Anlage.
    Bei Dir käme man also auf Kosten von 2537,- pro KWp.


    Da muss man nicht lange rechnen ... die Amortisation wird irgendwo bei >40 Jahre liegen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Wurde ja schon gesagt, daß zu viele Fragen offen sind. Zunächst muß man natürlich auch schauen einen guten Preis zu bekommen, das nimmt einem keiner mehr.
    Bedenke, daß du den Speicher nicht abschreiben kannst, wenn du das ganze privat nutzt. Das wird wahrscheinlich dazu führen, daß du steuerlich sogar einen Gewinn hast (IAB oder Sonder-Afa für das eine oder andere Jahr mal ignoriert), den du versteuern mußt - also nichts mit verrechenbaren Verlusten. Insgesamt wirst du durch den Speicher trotzdem Verlust machen, das ist aber dein Privatvergnügen.
    Solarteure dürfen nicht in Steuerfragen beraten, gehe mit den Fragen zu einem Mitglied der steuerberatenden Berufe, die das ausschließlich dürfen.

  • Stehe am gleichen Punkt und versuche, quasi "in Ergänzung" der Angebote, realistische Annahmen im Business case zu treffen.


    Aber wieviel sollte man bei den folgenden Positionen ansetzen?
    a) Degeneration der Module: 1% weniger Leistung jedes Jahr?
    b) Begrenzung durch Verschmutzung der Module (12 Grad Dachneigung, keine regelmässige Wäsche): 2% auf die Jahresleistung?
    c) Jährliche Wartungskosten: 1,5% der Investitionssumme?
    d) Jährliche Kosten für Versicherung: 10 EUR pro kwp?
    e) mindert die USt auf die Einspeisevergütung von 12ct/kwh den Betrag oder wird es aufgeschlagen und abgeführt, also neutral für die Erlöse?


    Was fehlt hier noch?


    Und für die Zinskosten (Vollfinanzierung von 12k EUR über 10 Jahre geplant): welche Bank bietet einen PV-Kredit zu welchen Konditionen an? Das KfW274 Programm bietet bei dem kleinen Volumen wohl kaum eine Bank an, zumindest nicht ohne ordentlich aufzuschlagen. Muss man hier auf einen Ratenkredit gehen, den es ab 1,89% gibt (besser als mancher Modernisierungskredit)? Wer hat einen Tipp?
    :danke:

    IBN Jan 2019: 16,74 kwp (Winaico 310W, DN 12 Grad, Ausrichtung WSW = 60 Grad, PVGIS Classic 824kwh/kwp)

  • Habe ich etwas übersehen? Ich sehe in den Angaben nur die Speichergröße aber gar nicht die Anlagen Größe und Ausrichtung.
    Und Welcher Ertrag von dem Anbieter Erwartet wird.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp