MwSt Rückzahlung erneut versteuern?

  • Ein Hallo,


    da mir hier im Forum schon beim Bau der Solaranlage so gut geholfen wurde nun eine weitere Frage.


    Ich habe letztes Jahr die Regelung für Kleinunternehmer in Anspruch genommen und mir meine 19% MwSt zurückzahlen lassen. Soweit so gut...
    Dieses Jahr möchte mein Finanzamt jedoch neuerlich Steuern darauf haben! Die Begründung lautet das es ja eine Einnahme meines "Unternehmens" ist. Meine Argumentation lautet jedoch das ich ja schon zu viel gezahlt habe und es damit eine Rückerstattung ist.
    Wie wird das bei euch gehandhabt? Falls ich widersprechen soll, könnt ihr mir ggf. einen Link oder einen Paragraphen nennen mit dem ich argumentieren kann?


    Danke für eure Hilfe
    Michael c.

  • Hallo Michael,


    das wurde hier schon öfter besprochen, du solltest da unterscheiden zwischen der Umsatzsteuererstattung und der Abführung ans Finanzamt, also die reinen Erklärungen für die Umsatzsteuer und andererseits der Einnahmen-Überschussrechnung die jedes Jahr neu abzugeben ist und zur Ermittlung deines Überschusses aus der PV-Anlage und Ermittlung deiner Einkommensteuer dafür dient. In der EÜR ist die abgeführte Umsatzsteuer ans FA unter den Ausgaben und die erstattete (eingenommene) Umsatzsteuer vom FA unter den Einnahmen zu verbuchen. Schaffst du die Anlage neu an so ist die gezahlte Umsatzsteuer dafür unter "Ausgaben" zu verbuchen.Bekommst du die Umsatzsteuer dann später wieder vom FA erstattet, so ist sie unter "Einnahmen" zu verbuchen, Hebt sich also im Prinzip für deine Einkommensteuererklärung auf. Falls du sie aber nur unter Einnahmen verbucht hast, aber nicht unter Ausgaben, ist wohl bei der Deklarierung für deine Einkommensteuererklärung etwas schiefgelaufen.
    Hier gibt es auch noch die sogenannte "Falle zum Jahreswechsel", also Ausgaben für die Umsatzsteuer im Vorjahr getätigt, Einnahmen für die Erstattung im neuen Jahr erhalten und in der EÜR einzutragen. Das geht dann in deine EÜR in zwei verschiedenen Jahren ein. Falls du es im Vorjahr vergessen haben solltest hast du nun schlechte Karten.Eigentlich hätte das dann im Vorjahr schon unter "Ausgaben" berücksichtigt werden müssen und deine Einkommenssteuer im Vorjahr gemindert, dagegen aber im nächsten Jahr erhöht.


    VG:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Michael c


    ...Ich habe letztes Jahr die Regelung für Kleinunternehmer in Anspruch genommen und mir meine 19% MwSt zurückzahlen lassen. Soweit so gut...


    Diese Aussage steht im Widerspruch zueinander, da wenn Du die Kleinunternehmerregel in Anspruch nimmst, die Ust nicht erstattest bekommst.
    Vielleicht hat das Finanzamt deren Fehler bemerkt und nun korrigiert.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Hallo "qualiman",


    da merkt du schon wieviel Ahnung ich von der Steuergeschichte habe. Ich habe nochmal nachgesehen und es ist natürlich so, das ich NICHT davon gebrauch gemacht habe und damit die MwSt zurückerstattet bekommen habe.


    Klaus: Danke für deine ausführliche Antwort. Ich befürchte das etwas in der Art schief gelaufen ist und ich versuche gerade den Fehler zu finden.

  • Fehlersuche ist gut.
    Sofern nicht schon geschehen, meidest Du dabei aber bitte den Kontakt zum Finanzamt.
    Möglicherweise schneidest Du Dir damit den letzten seidenen Faden in der Sache ab.


    So sicher sich man bei einer Antwort sein kann, wenn man keine Akte in Händen hält:
    Das FA macht hier keinen Fehler.
    Das FA gleicht hier einfach die eigene Buchhaltung mit Deinen Einnahmen ab.
    Wenn das FA im Jahr 02 eine USt-Erstattung an Dich geleistet hat, dann ist die auch (von den Ausnahmen +/-10 Tage um den Jahreswechsel abgesehen) im Jahr 02 als Betriebseinnahmen zu versteuern.
    Da geht kein Weg drumherum.


    Deine Prüfung beschränkt sich hier darauf nachzuschauen, ob in dem zur Rede stehenden Jahr tatsächlich eine Erstattung in der entsprechenden Höhe vereinnahmt wurde. (Vermutlich ja. Da passieren kaum Fehler - das FA braucht ja nur die eigenen Buchhaltungsdaten heranzuziehen).


    Der wesentlichere Teil Deiner Prüfung muss darauf abzielen, ob die an den Solarteur gezahlte Umsatzsteuer in den Betriebsauisgaben drin ist.
    Im weiteren: Falls sie nicht in den BA drin ist... in welches Jahr sie gehört hätte.


    Gemein wird es, wenn die Betriebsausgabe im Vorjahr vergessen wurde - und der Bescheid nicht mehr mit dem Rechtsmittel des Einspruchs angefochten werden kann. Es existieren auch keine Vorschriften, die dann eine Bescheidänderung ermöglichen würden.


    Einzig hast Du dann die Möglichkeit, das FA aufzufordern, den Zugang des Bescheides des Vorjahres nachzuweisen.
    Dies gelingt dem FA im Normalfall nur dann, wenn Du kleine Plaudertasche es ihnen schon verraten hast.
    Ansonsten scheitert das FA an diesem - dem FA obliegenden - Beweis. Somit ist der Bescheid nicht bekanntgegeben... und somit stehen wieder alle Türen offen. (Dieser Griff in die Kiste mit dem schwarzen Zeugs funktioniert nicht beliebig. Irgendwann stellt Dir das FA die Bescheide nur noch per Zustellungsurkunde zu. Als hüte Dich davor, dieses Modell zum Programm zu machen).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung