PV 4-6KW (mit Speicher)

  • Tag zusammen,


    ich bin neu auf diesem Gebiet und hoffe keine flaschen Fragen zu stellen.



    Folgende Eckdaten vorab:


    Flachdach mit max. 8,5m x 5,5m Dachfläche, ohne Schatten
    Anlage soltte aus meiner Sicht 6KW leisten
    Stromverbrauch / Standby ca. 350Watt/h (Server, Pumpen, Heizung, .... Luxus)
    Im Sommer werden zwei Klimaanalgen betrieben, mitt max. 1KW/h und max. 3KW/h, diese können auch heizen.



    Folgene Anforderungen:


    Ich möchte die Grundlast vom Haus nach Möglichkeit mit der PV decken, also auch bei schlechten Wetter.


    Im Sommer sollen die Klimaanalgen damit betrieben werden, wobei diese selten oder fast nie die max. Leistung brauchen, im schnitt 30%, nur bei Temperaturänderung laufen diese mal auf max. Lesitung.


    Meine Vorstellung ist jetzt:


    OW Ausrichtung bei 15Grad der Anlage.


    Wenn ich sagen wir mal 6KW installiere, dann haben die Platten nach einiger Zeit noch 80% Lesitung, also leisten die 6KW nur 4,8KW und für die Ausrichtung OW ziehe ich nochmal 30% ab, also bleibt eine Leistung von 3,4KW.


    Dann sollte bei schlechten Wetter noch 15% übrig bleiben, also ca. 500Watt.


    Wenn die Sonne scheint und es warm ist, kann ich die Leistung von ca. 2KW annehmen und ich kann damit die Klimaanalgen betreiben, auch im Winter zum heizen (bei Sonne)


    Somit wäre die Grundlast recht gut abgedeckt?! Ist die Rechnung so richtig?! :roll:



    Nun zum Speicher oder doch besser ins Netz einspeisen?!


    Ich würde vom Gedanken her, gerne einen Speicher haben und den Überschuß speichern oder besser die 12Cent nehmen?!



    Noch Allgemein:


    bei uns hängen die Gerät alle gleichmäßig verteilt auf drei Phasen. Wenn die PV jetzt an einer Phase hängt, dann bleibt der Zähler trotzedem stehen (wenn die Leistung ausreicht), auch wenn die Verbraucher nicht auf der gleiche Phase hängen, da der Zähler nur den Gesamtstromverbrauch sieht?!


    Wenn jetzt ein Speicher installiert ist, wäre das dann das selbe?


    Beispiel, verbauch 400Watt, die PV mach 100Watt, Speicher liefert bis er leer ist (50%) die Restlichen 300Watt und danach werden die 300Watt aus dem Netz genommen?



    Vielen Danke für die Antworten.

    noch auf der Suche...

  • Hi,


    Zitat von mmf

    Folgene Anforderungen:


    Ich möchte die Grundlast vom Haus nach Möglichkeit mit der PV decken, also auch bei schlechten Wetter.


    dann brauchst Du eine extrem große PV, optimiert für den Winter mit großem Speicher, weil im Winter nur 10% der Nennleistung kommt.
    Das braucht viel Platz und viel Geld.



    Im Sommer zur Mittagszeit bringt so eine Anlage bei wolkenlosem Himmel etwa 65 - 70% ihrer Nennleistung, der Rest geht aus verschiedenen Gründen (nicht optimale Ausrichtung, Degradation durch hohe Modultemperatur usw.) drauf.
    Um 9:00 Uhr und um 16:00 Uhr sind`s etwa 30 - 40 %.


    Du hast also über den Tag verteilt völlig verschiedene Erzeugungsleistungen, schwach beginnend und schwach endend.
    Im Winter das gleiche aber auf viel geringerem Leistungsniveau, ebenso bei bewölktem Himmel.
    Wenn Du irgendetwas hast, was Dein Dach verschattet (Bäume, Masten, Nachbargebäude) wirkt sich das ebenfalls massiv aus.


    Zitat von mmf

    Nun zum Speicher oder doch besser ins Netz einspeisen?!


    Ich würde vom Gedanken her, gerne einen Speicher haben und den Überschuß speichern oder besser die 12Cent nehmen?!


    Wenn Du`s wirtschaftlich siehst, dann lass den Speicher weg.
    Ein Speicher verdient im Privathaus kein Geld, er verbraucht Geld.
    Die Verkäufer versuchen zwar immer, einem das Gegenteil vorzurechnen, das ist aber nichts als ein Fake.


    Für einen Speicher sprechen folgende Gründe:
    - Umweltschutz (Ersatz von "Drecksstrom durch eigenen Sonnenstrom, funzt nur, wenn man nicht schon einen echten Ökotarif hat)
    - Autarkie (Grundsätzliche Unabhängigkeit vom Netzanschluss, benötigt eine stromerzeugende Heizung oder eine andere zusätzliche Energiequelle für den Winter)
    - Notstromfunktion (Achtung, die meisten Speichersysteme bieten das nicht wirklich gut an!)


    Alles wichtige Optionen, die aber Geld kosten, und keins bringen.


    Zitat von mmf

    bei uns hängen die Gerät alle gleichmäßig verteilt auf drei Phasen. Wenn die PV jetzt an einer Phase hängt, dann bleibt der Zähler trotzedem stehen (wenn die Leistung ausreicht), auch wenn die Verbraucher nicht auf der gleiche Phase hängen, da der Zähler nur den Gesamtstromverbrauch sieht?!


    Wenn jetzt ein Speicher installiert ist, wäre das dann das selbe?


    Solange Dein Hausanschluss netzparallel arbeitet, ist das völlig egal, weil heute alle Zähler so gebaut sind, dass sie über alle Phasen saldieren.
    Erst beim Stromausfall oder wenn Du vom Netz getrennt bist, weil Du autark sein möchtest wird das relevant.
    Denn dann müssen alle drei Phasen bedarfsgerecht aus dem Speicher versorgt werden, dazu benötigt man mehr oder andere Batteriewechselrichter.

  • "Flachdach mit max. 8,5m x 5,5m Dachfläche, ohne Schatten
    Anlage soltte aus meiner Sicht 6KW leisten"


    Nein, du kannst in etwa 6 bis 7 kWp (Kilowatt peak) installieren. kWp - Vermessungswert bei 1000 W/m² senkrechter Einstrahlung und einer Temperatur von 25°C. Die Realwerte im Feld sind wesentlich geringer.
    Die jeweilige Leistung richtet sich nach dem Sonnenstand über deiner Anlage und verändert sich im Laufe des Tages dauernd.



    Die Degradation rechnet man (bei qualitativ guten Modulen) mit weniger als 0.5%/Jahr.
    Es dauert also eine Weile, bis du bei den 80% angekommen bist.


    Das Grundproblem bei PV in DE im Winter ist, das du teilweise nur 1 bis 2 Sonnenstunden pro Tag hast.
    Dazu steht die Sonne extrem tief, man kann nur mit einem geringen Teil der obigen Leistung rechnen.
    Ich fürchte, zum Heizen (!) wird es nie so richtig reichen, höchstens im Sommer - und da willst du es nicht.


    Wie hier schon oft geschrieben kannst du Näherungswerte für PV Erträge mit PVGIS ermitteln.
    Kann dir hier gern jemand sagen, wenn er deinen Standort kennt.

  • Also den Speicher werde ich erstmal verwerfen.
    Kann man den einen Hybridumrichter nehmen und später die Akkus anschliessen?


    Ich habe aus unserer Ecke von jemanden die Daten, siehe Grafik. Der hat 3,6KW installiert. Hier hätte ich den ganzen Tag die Grundlast ab ca. 8Uhr decken können und Wetter ist heute ja nicht so toll.


    Wenn man jetzt aber einen kleinen Akku nehmen würde der die Löcher glättet, wäre das ja was ich bräuchte, Also jetzt nicht für Nachts oder mehrere Stunden?!

  • Hi,


    Zitat von mmf

    Ich habe aus unserer Ecke von jemanden die Daten, siehe Grafik. Der hat 3,6KW installiert. Hier hätte ich den ganzen Tag die Grundlast ab ca. 8Uhr decken können und Wetter ist heute ja nicht so toll.


    im Sommer ist das alles ganz easy.
    Schau` Die mal die Loggerdaten im Zeitraum Oktober bis März an.


    Kannst auch bei SolarLog schauen, die haben die meisten öffentlichen Anlagen:
    http://home.solarlog-web.de/

  • Zitat von Ralf Hofmann

    im Sommer ist das alles ganz easy.
    Schau` Die mal die Loggerdaten im Zeitraum Oktober bis März an.


    Aber dann mal im Ernst, was bringt mir dann eine PV Anlage.
    Rentieren wird die sich dann nie, der Staat zahlt nicht mehr dafür wie blöd (was ich auch für richtig halte) und über die Umweltfeundlichkeit wie ich jetzt nicht reden.


    Mal dumm gefragt, wenn man die Platten der Sonne nachführt, wären die Erträge auch im Winter nicht viel besser oder?

    noch auf der Suche...

  • Noch ne Frage, wenn ich die Anlage verdoppele, verdoppele ich auch die Leistung oder sind dann die Verluste anderes größer?


    Wenn ich mir nähmlich die Analge so an schaue, macht die Analge im Winter fast immer 250Watt, zwar später und nicht so lange. Dann würde ich bei 6KW immer noch so 400Watt haben ?!

    noch auf der Suche...

  • Zitat von mmf

    Noch ne Frage, wenn ich die Anlage verdoppele, verdoppele ich auch die Leistung oder sind dann die Verluste anderes größer?


    Wenn ich mir nähmlich die Analge so an schaue, macht die Analge im Winter fast immer 250Watt, zwar später und nicht so lange. Dann würde ich bei 6KW immer noch so 400Watt haben ?!


    Tipp doch mal in PVGIS deine gewünschten Daten ein. Das Programm sagt dir recht genau, was du in welchem Monat an durchschnittlichem Tagesertrag erwarten kannst:


    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php#


    Bastel

  • Zitat von mmf


    Rentieren wird die sich dann nie, der Staat zahlt nicht mehr dafür wie blöd (was ich auch für richtig halte) und über die Umweltfeundlichkeit wie ich jetzt nicht reden.


    Der Staat zahlt gar nichts (allenfalls einen günstigen Kredit über z.B. die KfW), das zahlen die anderen Stromkunden. Das ist aber immer noch genug um bei Preisen von 2016 nicht draufzuzahlen, wenn man nicht völlig überteuert oder im Schatten baut.
    Nur als grobe Hausnummern - du hast Erzeugungskosten um die 10ct/kWh und bekommst dafür 12,31ct/kWh (natürlich netto). Bei kommerziell erhältlichen Speichersystemen kostet jede kWh die du zwischenspeicherst mindestens 20ct eher 30ct (alleine für das speichern, dazu kommen noch die genannten Erzeugungskosten und ca. 20% Speicherverluste). Daß die Speicherzellen der Speicher billiger werden schlägt leider nur schwach auf die Systempreise für Endkunden durch (der Dollar spielt da auch rein).

    Zitat


    Mal dumm gefragt, wenn man die Platten der Sonne nachführt, wären die Erträge auch im Winter nicht viel besser oder?


    Schon, aber die Nachführung ist so aufwändig/teuer, daß sich das im Geldbeutel genausowenig lohnt wie der Speicher (Eigenbauten ausgenommen). Das hat sich gelohnt, als die Module noch mit Abstad das teuerste an der Anlage waren, heute machen die oft nicht mal mehr die Hälfte des Gesamtpreises aus.

  • Hi,


    Zitat von mmf

    Aber dann mal im Ernst, was bringt mir dann eine PV Anlage.


    sie bringt nach wie vor Geld, eine PV-Anlage mit Volleinspeisung ist derzeit eine der besten Kapitalanlagen.
    Ersparnis bei Eigenverbrauch kommt on Top.
    Und warum soll`s nicht umweltfreundlich sein?


    Zitat von mmf

    Noch ne Frage, wenn ich die Anlage verdoppele, verdoppele ich auch die Leistung oder sind dann die Verluste anderes größer?


    Wenn ich mir nähmlich die Analge so an schaue, macht die Analge im Winter fast immer 250Watt, zwar später und nicht so lange. Dann würde ich bei 6KW immer noch so 400Watt haben ?!


    Ja, kommt hin. Tendentiell verbessert sich der Wirkungsgrad etwas, je größer die Anlage ist.
    Aber dieser Effekt ist so gerung, dass er locker von einer besseren Auslegung, einem etwas besseren Standort oder besserer Ausrichtung überlagert wird.