PV Anlage 2014 aber jetzt erst FA Anmeldung

  • Hallo,


    ich habe im November 2014 ein neues Haus mit PV Anlage inkl. Batterie bezogen. In der Abrechnung für 2014 stand 0,00€ als Einpeisevergütung. Ist auch korrekt, denn im Winter steht die Anlage still. Für 2015 habe ich keine Abrechnung erhalten.
    Laut Anlage hat sie seit Inbetriebnahme bis heute 6.417 kwH erzeugt. Auf den Zählern habe ich Stand heute 3.736 kwh geliefert und 6.145 kwh bezogen. Hätte ich dann nicht eigentlich eine Abrechnung bekommen müssen? Oder bekommt man keine, wenn man mehr selbst verbraucht als geliefert hat? Zudem habe ich jetzt Post vom Finanzamt bekommen. Dort muss ich nun die Anlage anmelden mit allerlei Schreibkram. So langsam traue ich mich da auch ran, sehe aber ehrlich gesagt, nicht so richtig durch, was für Konsequenzen das alles noch hat. Die Anlage wurde ja auch extra Stärkung der Autarkie mit einer Batterie eingebaut. Dass so viel Bürokratie dann folgt, war mir nicht bewusst. Wobei ich dazu erklären muss, dass meine kleine Tochter 2 Tage nach Vertragsunterzeichnung für das Baugrundstück ins Koma gefallen war und nach 3 Wochen verstarb. Mein Kopf war deshalb auch bis heute noch nicht recht bei der Sache, an den Hausbau selbst habe ich kaum Erinnerungen. Aber die Bürokratie holt einen dan irgendwann doch wieder ein. Nun will ich hier nicht noch zusätzlich grobe Fehler machen und hoffe, auf ein wenig Unterstützung beim Ausfüllen der Unterlagen, um möglichst den Schaden gering zu halten.


    So habe ich einen Fragebogen erhalten, bei dem ich mir vor allen bei Punkt 6 der Zuordnung des Stroms zum Unternehmensvermögen und bei Punkt 5 der prozentuale Anteil der Abgabe an das örtliche Energieversorgungsunternehmen Kopfschmerzen bereiten.

    Ist bei 5. die Rechnung wie folgt:
    6417kwh erzeugt / 3736 kwh geliefert? (58%)


    Ist bei 6. die Rechnung wie folgt:
    6417kwh erzeugt - 3736 kwh = Rest, der selbst verbraucht wurde und dieser Rest dann im Verhältnis zu den 6417kwh? (42%)


    Da ich bisher noch keine richtige Abrechnung über die Einspeisung bekommen habe, was genau muss ich denn nun versteuern, umsatzsteuer oder einkommenssteuer und wie errechne ich das genau?


    Was spricht für den Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung? Das schein ja recht viel monatliche Arbeit zu sein, wo ich im Moment noch nicht mal wüsste, was sie da überhaupt wollen :-(


    Ah und ganz wichtig, war es ein Fehler, diese PV Anlage zu kaufen, da sich ja durch den Strom, den ich selbst erzeuge, meine Einkommenssteuer ja erhöht? Das fühlt sich zumindestens beim Lesen des Formulars so an :-( Wenigstens kenne ich schon die tatsächlichen Beträge, da ja 2014 bereits erledigt ist und naja für 2015 dieses ja dann abhängig von der Steuererklärung ist. Oder? Das ist dieser Punkt 3.auf dem Fragebogen der steuerlichen Erfassung.


    Bin etwas genervt, demnächst heize ich wieder mit Holz :-( Da zahle ich nur das Material aber nicht noch für die Nutzung des Feuers.


    Liebe und dankbare Grüße
    Kathi

  • Hallo Kathi und willkommen im Forum,


    oooooohhhhaaaaa, da ist aber Einiges schiefgelaufen.


    Aber zunächst ist mir die Konstellation noch etwas unklar:
    Hast du ein gebrauchtes Haus mit bestehender PV-Anlage gekauf oder hast du ein neues Haus mit neuer PV-Anlage von einem Bauträger gekauft oder hast du ein Architektenhaus gebaut und alle Aufträge selbst vergeben?
    Bist du die Auftraggeberin bzw. Eigentümerin der PV-Anlage oder ist das evtl. dein Mann oder evtl. ihr beide zusammen?
    Wann war die Inbetriebnahme der Anlage?


    Ich sehe da auf Anhieb drei Bereiche, die du aufarbeiten solltest:


    1) Bundesnetzagentur
    Hast du oder der Voreigentümer die Meldung der Anlage bei der Bundesnetzagentur (BNA) gemacht :?: Dann müsstest du ein Schreiben von denen vorliegen haben, mit dem dir die Meldung bestätigt wird! Gaaaanz wichtig, denn sonst könnte man dir die reguläre Einspeisevergütung verweigern.
    Falls die Meldung gemacht wurde: -->weiter zu Punkt 2)
    Falls die Meldung bisher nicht gemacht wurde, müsstest du dies umgehend nachzuholen: https://app.bundesnetzagentur.de/pv-meldeportal/


    2) Finanzamt:
    Wenn ich das richtig sehe, hast du bis heute weder den Erfassungsbogen für das FA ausgefüllt noch die Vorsteuer aus dem PV-Anlagenkauf gezogen. Hätte eigentlich alles im Jahr 2014 geschehen müssen, da du zu diesem Zeitpunkt Unternehmerin geworden bist. Was da alles schon verfristet ist und was du noch wieder gerade biegen kannst, wird dir wohl nur ein Steuerberater anhand deiner konkreten Umstände sagen können. Das dürfte über Forumsempfehlungen hinausgehen, zumal wir ja auch keine Steuerberatung machen dürfen.


    3) Verteilnetzbetreiber (VNB):
    So etwas ähnliches wie den Erfassungsbogen beim Finanzamt musst du in der Regel auch beim Verteilnetzbetreiber ausfüllen. Dort stehen dann neben den Daten der PV-Anlage (Größe, Ort, Art des Einspeisemanagements,....) auch die Art der Einspeisung, deine persönlichen Daten (Betreibername, Adresse, Bankverbindung,....) und die Angabe, ob du die KleinUnternehmerRegelung (KUR) beim FA gewählt hast (keine Umsatzsteuer) oder ob du auf die KUR verzichtet hast (USt.) . Viele VNB wollen auch die BNA-Meldung sehen. Wenn alle Daten vorliegen, wird dir normalerweise irgendwann die Einspeisevergütung im Gutschriftverfahren gezahlt. Die erste Zahlung kann schon mal bis zu einem halben Jahr dauern. Ansonsten läuft das wie bei deinem Strombezug, nur dass du diesmal Geld erhälst: monatliche Abschläge und Jahresendabrechnung Anfang des darauf folgenden Jahres.
    In Einzelfällen oder wenn der VNB rumzickt, musst du deinen gelieferten Strom selbst in Rechnung stellen, denn du bist die Unternehmerin!! Bisher hast du allerdings wohl nichts unternommen. :?
    Nachdem für dich (und deinen Steuerberater) klar ist, ob KUR oder "Nicht-KUR", solltest du dich schleunigst mit deinem Netzbetreiber zusammen setzen und versuchen zu retten, was zu retten ist.
    Wenn du hier weiter darüber berichtest, wird man dir sicher noch einige wertvolle Tips im Umgang mit dem VNB geben können, falls es Probleme geben sollte.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Kathena

    Hallo,


    ich habe im November 2014 ein neues Haus mit PV Anlage inkl. Batterie bezogen.


    Bento
    Du solltest genauer lesen und weniger Schreiben.
    Und natürlich gibt es hier steuerliche Tipps von uns, wir lassen uns das auch nicht bezahlen.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest



  • Vielen Dank für die ausführlichen Infos. Ja schief gelaufen ist so eniges, aber längst nicht so tragisch, wie der Tod meiner Tochter. Leider habe ich deshalb aber große Erinnerngslücken :-(



    Zum 1.: ja das hatte ich gemacht (oder irgend jemand anderes), und das wurde dann auch an die Netzfirma dann weitergeleitet. Sie hatte ja für 2014 auch eine Gutschriftenrechnung für 0€ geschickt. Die Anmeldung war im Dezember 2014.
    Da ist ja noch nichts passiert, da die Anlage sich im Winter ausschaltet.
    Das ist dann wohl auch die Antwort auf 3. :-) Nur, das sich für 2015 noch nichts habe, fällt mir halt jetzt gerade erst auf. Da werde ich sonst mal hinschreiben.


    Zu 2. naja deshalb mache ich ja gerade diese ganzen Formalien für das Finanzamt aber so ganz einfach ist das nicht zu durchschauen. Ich kann mich leider auch noch nicht so gut konzentrieren, ich hoffe, dass dies irgendwann wieder kommt. Und dann will ich nicht feststellen, dass ich totalen Unsinn gemacht habe. Vielleicht kann man mir hier ein paar Tipps geben, damit ich keine allzu bösen Überraschungen erlebe.


    Danke!!!


    LG
    Kathi

  • Zitat von Kathena

    Die Anmeldung war im Dezember 2014.
    Da ist ja noch nichts passiert, da die Anlage sich im Winter ausschaltet.


    PV-Anlagen sind keine Murmeltiere; sie halten keinen Winterschlaf.
    Wenn die Anlage natürlich am 31.12.2014, um 16:30 Uhr in Betrieb ging, dann kann das stimmen mit einer "0€-Gutschrift".


    Zitat von Kathena

    Vielleicht kann man mir hier ein paar Tipps geben, damit ich keine allzu bösen Überraschungen erlebe.


    Bestimmt! Da hat sich doch schon jemand angeboten:

    Zitat von qualiman

    Und natürlich gibt es hier steuerliche Tipps von uns, wir lassen uns das auch nicht bezahlen.


    Dann lass mal gehen! :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hi Kathi,


    Zitat von Kathena

    Nur, das sich für 2015 noch nichts habe, fällt mir halt jetzt gerade erst auf. Da werde ich sonst mal hinschreiben.


    da musst Du jedes Jahr regelmäßig hinschreiben.
    Du bist nämlich nach EEG 1x im Jahr verpflichtet, dem zuständigen Netzbetreiber zum Zweck der Jahresendabrechnung die Zählerstände der PV-Anlage zu melden.
    Und zwar für das vergangene Jahr bis spätestens zum 28.02. des Folgejahres.


    Hol` das am Besten sofort mit einer passenden Erklärung der besonderen Umstände nach, dann geht für 2015 vielleicht noch alles in Ordnung.
    Und für die folgenden Jahre: Am Besten in der ersten Januarwoche die Zählerstände ablesen und dem VNB (VerteilNetzBetreiber) einen entsprechenden Brief zusenden, dann macht der die Jahresendabrechnung.


    Wenn Du monatliche Abschläge haben willst, werden die mit Hilfe der Jahresendabrechnung des Vorjahres errechnet.
    Darum bekommst Du vermutlich auch keine monatliche Überweisung vom VNB für Deinen eingespeisten Strom, weil die erste Jahresabrechnung eine Nullmeldung war. Folglich ist der VNB wohl davon ausgegangen, dass Deine Anlage gar nix produziert.


    Bei 4 kwp sollte Deine Anlage zwischen 2500 und 3500 kwh im Jahr einspeisen, das sind etwa EUR 450,- pro Jahr.