PV Anlage mit Speicher für Heizung

  • Hallo Alle Zusammen,
    wir haben in unserem Haus eine Heizungsanlage mit Gas, Holz und Solar.
    Aktuell habe ich den Holzvergaser und den Mischerkreislauf für die Heizkörper mit einer USV gepuffert, damit bei einem Stromausfall der Holzvergaser nicht abschaltet und die Leistung noch in die Pufferspeicher gebracht werden kann.


    Später möchte ich die USV aber durch eine PV Anlage mit Speicher ersetzen, damit die Heizung komplett autark laufen kann.


    Verbrauch ca 150W für die Gesamte Heizungsanlage, ggf noch 50W zusätzlich für die IT Technik (Router & Telefon)

    Also Endverbrauch 200W.
    Wie groß sollte der Speicher sein, damit ich ca 3 Tage autark überstehen kann.
    Nachladen durch PV Module, ist aber je nach Wetter nur bedingt möglich.


    Könnt ihr mir da was empfehlen?
    Wie groß sollte der Speicher ausgelegt werden?
    Wie Leistungsstark sollten die PV Module sein?


    Danke im voraus

  • Hallo und Willkommen im Forum,
    OT: kannst du mal näher beschrieben, wie du das mit der USV gemacht hast, interessiert mich, weil mir der Holzvergaser auch schon mal bei Stromausfall ausgegangen ist bzw. bei Rückkehr des Stroms nicht ohne Bestätigung durch mich aus der Störung rausgekommen ist.


    Sicher, daß die 150W der Schnitt sind - hast du schon Effizienzpumpen? Das dürfte meiner nur brauchen, wenn er auch brennt und das dürfte nur im Extremfall rund um die Uhr sein, ist aber überdimensioniert für die aktuelle Nutzung des Hauses. Mein Konzept wäre bei Stromausfall in den Nachtabsenkbetrieb zu gehen udn nicht unbedingt benötigte Räume noch stäker runterzufahren (wer jetzt aufschreit, ohne Heizung würden sie mit der Zeit total auskühlen) um Brennzeit und damit Strom zu sparen. Statt der IT würde ich aber eher die Gefriertruhe an die "USV" hängen ;)


    200W=0,2kW mal 24 Stunden macht 4,8kWh mal drei Tage also 14,4kWh nutzbare Batteriekapazität - das willst du nicht wirklich nur für den seltenen Fall von drei Tagen Stromausfall vorhalten. Ein kleiner Generator (2kW reichen völlig) zwei oder dreimal am Tag für 1h angeworfen um die batterie zu laden und eine Batterie mit 3-5kWh dürften deutlich sinnvoller sein.


    Im Winter kann man in D mit vielleicht 0,1kWh pro kWp am Tag rechnen (da kann auch mal eine Woche dabei sein in der gar nichts kommt, weil Schnee auf den Modulen liegt oder wirklich miserables Wetter ist). Für deine 2,4 kWh wären also 24kWp nicht ganz verkehrt. Auch das wirst du nicht für den seltenen Fall vorhalten wollen, weil du den Strom daraus im Sommer eher nicht verbrauchen kannst.


    Wenn du selbst etwas rumprobieren willst http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe letzter Tab "Autonome FV" Ok kurz mit Zufallsstandort in D reingetippt, meine Rechnung war vielleicht etwas zu pessimistisch, aber weit weg wird man nciht gehen können.


    Fazit - zuerst den Verbrauch senken und dann über (Teil-)Autonomie nachdenken.

  • bedenke: eine herkoemmliche pv-anlage mit speicher ist keine usv (ununterbrochene stromversorgung) sondern maximal notstrom (schaltet 5s nach ausfall wieder ein).
    es gibt sowas was du suchst am markt, aber das ist eher so was wie eine pv-unterstuetzte usv...

    Einmal editiert, zuletzt von flosky ()

  • Zitat von rfahrintholz

    Wie groß sollte der Speicher sein, damit ich ca 3 Tage autark überstehen kann.


    in welchem Land steht diese Anlage denn, und wie oft ist dieser 3-tägige Stromausfall dort zu befürchten?

  • ich wuerd mal sagen mit 30000€ fuer den speicher alleine bist du gut dabei!

  • Hallo rfahrintholz,
    Willkommen im Forum!


    alterego hat das schon gut beschrieben. 14,4 kWh nutzbare Kapazität für 3 Tage Ausfall ist nichts, was man mal so eben nebenbei macht. Da ist die richtige Reihenfolge schon:
    - überlegen wieviel man wirklich abgedeckt haben möchte. Reichen einige Stunden, um den Prozess im Holzvergaser ohne plötzliche Unterbrechung sicher zu Ende führen zu können? Oder müssen es wirklich 3 Tage Dauerbetrieb sein?
    - kann man den Verbrauch senken?
    - wie kann man die dann noch gewünschte Sicherheit am besten bereitstellen


    Bei netzgeführten PV & Speicher gibt es 3 Stufen:
    - netzgeführtes Batteriesystem zur Eigenverbrauchserhöhung: fällt bei Netzausfall auch aus, bringt dir nichts
    - Notstromfunktion: Batterie kann bei Stromausfall entleert werden, braucht eine Netztrennung bevor die Batterie ins Hausnetz einspeisen darf
    - Inselfähigkeit: Batterie kann bei Netzausfall entleert und von der PV Anlage nachgeladen werden. Das ist die teuerste Lösung und braucht gut abgestimmte Komponenten


    Möglich sind auch noch nicht-netzgeführte Anlagen. Da ist dann aber die Frage, wie man PV Überschüsse sinnvoll nutzt.


    Wenn es wirklich nur sehr seltene Fälle sind, spielt die Umweltfreundlichkeit des Notstromaggregats praktisch keine Rolle (läuft ja eigentlich nie). Dann wäre ein Benzingenerator mit kleiner Batterie vermutlich die günstigste und sicherste Lösung.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Jochen, auch einen notstromversorgung kann per pv unterstuetzt bzw. nachgeladen werden, siehe fronius symo hybrid oder sma sunny island etc...
    der kasus knaxus ist ist die umschaltzeit, notstrom ein paar sec., usv, insel etc. kontinuierlich!

  • Hallo flosky,
    Umschaltzeit ist sicher ein entscheidender Unterschied zwischen den verschiedenen Systemen. Ein anderer wichtiger Punkt ist aber die Inselfähigkeit des Systems. Beispiel: mit einem dreiphasigen PV Wechselrichter und einem einphasigen Sunny Island wirst du keine Inselfähigkeit hinbekommen. Ebenso bekommst Du Probleme mit einem 10 kW PV Wechselrichter und einem 2 kW Batterieladeregler.


    Kann man alles hinbekommen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass man sich der Unterschiede bewußt sein, und die Komponenten entsprechend als System auslegen muss.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von JayM


    Kann man alles hinbekommen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass man sich der Unterschiede bewußt sein, und die Komponenten entsprechend als System auslegen muss.


    Das hatte ich stillschweigend vorausgesetzt, danke dafür es nochmal auf den Punkt zu bringen.


    Hate ich oben nicht geschrieben, der Stromausfall damals, als der Holzvergaser nicht wieder hochgefahren ist, war allenfalls eine gute Minute. Weder kürzere (typisch 10-20s bei Schaltarbeiten auf der Mittelspannung - sofern man sie überhaupt mitbekommt) noch längere haben bisher Probleme gemacht, ich denke aber auch über eine USV nach, weil Arbeit ist es allemal das angekokelte Zeug rauszuräumen. Anch zahlreichen Stromausfällen in 2015 sind wir aber seitdem verschont und schon rückt das wieder in den Hintergrund...

  • Zitat von JayM

    Hallo flosky,
    Umschaltzeit ist sicher ein entscheidender Unterschied zwischen den verschiedenen Systemen. Ein anderer wichtiger Punkt ist aber die Inselfähigkeit des Systems. Beispiel: mit einem dreiphasigen PV Wechselrichter und einem einphasigen Sunny Island wirst du keine Inselfähigkeit hinbekommen. Ebenso bekommst Du Probleme mit einem 10 kW PV Wechselrichter und einem 2 kW Batterieladeregler.


    Kann man alles hinbekommen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass man sich der Unterschiede bewußt sein, und die Komponenten entsprechend als System auslegen muss.


    Gruß
    Jochen


    ich hab natuerlich an etwas 3phasiges gedacht, wie eben der symo hybrid, aber ich dachte, das waere vorausgesetzt.
    ac-kopplung bringt natuerlich nur bedingt etwas, wenn die systeme nicht aufeinander abgestimmt sind, aber das faellt dann eher unter stufe 1. obwohl, viele "herkoemmliche" wr koennen auf eine saubere, frequenzstabile insel aufschalten!
    du darfst allerdings die oben genannte infosrmation nicht unterschlagen, sonst koennte man meinen, dass da nach dem entleeren der batterie sense waere!
    aber egal, wir wissen glaub ich, was gemeint ist!