Solarmodule mit Rissen im Glas: Ist ein Betrieb möglich?

  • Hallo an alle,


    dieser Post wird wahrscheinlich sehr kritisch von euch betrachtet werden aber dennoch möchte ich die erfahrenen unter Euch etwas fragen.


    Ich habe von einem Bekannten, der sein Dach neudecken musste, 8 Solarzellen mit je 125W leistung bei ca 120V bekommen.
    Der große Nachteil dieser Zellen ist, dass sie Risse im Glas haben. Ich habe bei allen Modulen die Spannung gemessen, die ist exakt dass was vorgegeben ist im Datenblatt. Die Module haben sich auch nicht verfärbt o.ä.


    Meine Frage wäre: Ist es rechtlich OK diese an einem Wechselrichter zu betreiben und dies dann ins Stromnetz einzuspeisen?
    Oder bekomme ich da mit der Versicherung o.ä. Probleme?
    Ich hätte hier halt die Chance für sehr wenig Geld mir eine Anlage mit ca 1000Wp aufs Dach zu Bauen.
    PS: Bauen tu ich das natürlich nicht selbst, dass übernimmt jdn der in einer Solarfirma schafft aber der baut die Teile mir für umme aufs Dach. Nur der weiß selbst nicht um die rechtliche Sachlage... Der verbaut normalerweise nur neue Module.


    Grüße Simon

  • Zitat von Beckersi


    Meine Frage wäre: Ist es rechtlich OK diese an einem Wechselrichter zu betreiben und dies dann ins Stromnetz einzuspeisen?
    Grüße Simon


    Wenn das Module sind, die ersetzt wurden und vorher EEG Vergütung bekamen(und die EEG Vergütung auf die neuen Module übergingen) , darfst Du die nicht dazu verwenden, Strom kostenpflichtig einzuspeisen.
    Eine Inselanlage kannst damit betreiben. Bei Rissen im Glas musst Du eben langfristig damit rechnen, dass Feuchtigkeit eindringt und das Modul zerstört.
    Leistungsmäßig hast zumindest am Anfang keine Einbußen zu erwarten.


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von Beckersi

    Ich habe von einem Bekannten, der sein Dach neudecken musste, 8 Solarzellen mit je 125W leistung bei ca 120V bekommen.


    Haben die Module noch Anspruch auf EEG-Vergütung? Dazu müsste dein Bekannter dann seine Anlage um 1 kWp verkleinert haben. Falls er sie gegen neue Module ausgetauscht hat, z.B. im Rahmen eines Versicherungsschadens, dann haben deine Module den Anspruch auf EEG-Vergütung verloren. Das würde für dich bedeuten, dass du sie vielleicht noch im Inselbetrieb benutzen kannst, aber nicht im Netzparallelbetrieb bzw. zur reinen Einspeisung, es sei denn, du kannst auch ohne EEG-Vergütung leben.


    Aber mal ehrlich, das kann doch nur ein Hobby werden, weil rechnen wird sich das trotz geschenkter Module nicht. Dafür ist der Installations- und Montageaufwand viel zu hoch. Ich hatte 1998 mal eine 1 kWp-Anlage ans Netz gebracht (die übrigens heute nach wie vor auf meinem Hausdach ihren Dienst verrichtet), aber bei dir würden die Betriebskosten ja fast den Jahresertrag auffressen.
    Außerdem könntest du mit neuen Modulen die doppelte Leistung auf der gleichen Fläche (und damit zu gleichen Installationskosten) verbauen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Abgesehen vom rechtlichen kann es auch technische Probleme geben.


    Das sind ja sicherlich Dünnschichtmodule.
    Und da willst ja zudem auch eine hohe Stringspannung fahren.
    Kann sein wenn es dann mal feucht wird dass dir der WR das mit einer Fehlermeldung quitiert, zumal wenn vll. dein Generator geerdet ist. Mal abgesehen dass von den hohen Spannungen auch Gefahr elekt. Schlag/Brand ausgeht.


    Ich habe auch einen Teil Glasbruchmodule, halten sich erstaunlich gut. Aber halt nicht >100V an einer Insel

  • Auch wenn ich als Spielverderber gelten könnte, aber die elektrische Sicherheit ist sicher eingeschränkt, wenn die Integrität des Modulverbunds nicht mehr gegeben ist (Schutzklasse II ist nicht mehr gegeben). Feuchte Tage werden vermutlich schon zu verzögertem Anfahren des WRs führen, weil die Isowerte ein Zuschalten in den Einspeisebetrieb verzögern können. Wenn es Dünnschicht (a-Si) ist, so muss auch festgestellt werden, ob die Glasbrüche tatsächlich nur an einer Scheibe (oben sichtbar) vorkommen oder die Unterscheibe auch schon - wie ESG - gebrochen ist und was den Glasbruch verursacht hat (mechanisch oder thermisch initiiert).
    Also viel technisch Ungewisses (auch neben den EEG-Themen) und ich persönlich würde die Finger davon lassen.
    Grüße

  • Zitat von Beckersi


    Ich habe von einem Bekannten, der sein Dach neudecken musste, 8 Solarzellen mit je 125W leistung bei ca 120V bekommen.
    Der große Nachteil dieser Zellen ist, dass sie Risse im Glas haben. Ich habe bei allen Modulen die Spannung gemessen, die ist exakt dass was vorgegeben ist im Datenblatt. Die Module haben sich auch nicht verfärbt o.ä.
    ......................
    Ich hätte hier halt die Chance für sehr wenig Geld mir eine Anlage mit ca 1000Wp aufs Dach zu Bauen.
    PS: Bauen tu ich das natürlich nicht selbst, dass übernimmt jdn der in einer Solarfirma schafft aber der baut die Teile mir für umme aufs Dach.


    Was nutzt dir ... für wenig Geld ... wenn sich die Teile nach kurzer Zeit möglicherweise verabschieden?
    Wart mal auf Regen, Schnee und Eis :?
    Wenn du dir gute mono oder poly auf's Dach baust, zahlst du mehr, hast aber für die nächsten 20 Jahre oder länger keine Probleme.
    Ein Bild sagt möglicherweise mehr aus, stell bitte mal eins als Beispiel ein. Oder gleich mehrere 8)

  • ich würde die Anlage mit 120V betreiben ( alle Module parallelschalten) und damit den 2KW Heizstab des Warmwasserspeichers versorgen.
    Bei einer Anlagenleistung von gebrauchten Dünnschicht 1 Kwp passt das dann perfekt zum Heizstab, welcher bei 120V, 500W Leistung abgiebt.
    Billiger und einfacher kann man Warmwasser nicht machen.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.