Temperatur Schichtenspeicher

  • Hallo,


    mich würde mal interessieren, welche Temperaturen in einem Schichtenspeicher gefahren werden sollten bzw. könnten. Also bis zu wieviel Grad die Solarthermie das im Speicher enthaltene Speichermedium erwärmen darf/soll, bis die Solarkreispumpe abschaltet.


    Liege ich mit meiner Annahme so dermassen falsch, dass der Speicher doch eigentlich so hoch wie möglich gefahren werden sollte, um eine möglichst hohe Energie des vom Solarkreislaufs erwämten Wassers auszunutzen, also zu speichern? Oder wäre das in Verbindung mit dieser Anlage eher kontraproduktiv? Ich konnte letztens bei einem Freund zu Hause sehen, dass dessen Speicher 85° und mehr am Speicher Eintauchthermometer anzeigte und er hat auch Solarthermie (WW u. Heizung). Ob er auch einen Schichtenspeicher oder andere Bauart hat, kann ich jetzt aber nicht beantworten...


    Hintergrund der Frage ist auch der, dass im Datenblatt des Speichers natürlich eine wesentlich höhere Warmwasserdauerleistung (bei Entnahme) bei 100% Ladung und bei 80° Speichertemperatur angegeben ist, als z.B. bei Vollladung und nur 60° Speichertemperatur.


    Aktuell werden bei besten Solar Wetter in München nur so ca. max. 65-68° im Speicher erreicht, abgelesen am Eintauchthermometer, der relativ oben am Speicher in der dafür vorgesehen Muffe sitzt. Dann schaltet scheinbar die Solarkreispumpe ab. Der Speicherfühler im Speicher vom Solarkreislauf im unteren Bereich gibt dann Werte von ca. 63-66° in der Regelung aus.


    Ausgangslage:
    Solarthermie Anlage auf DHH mit WW und Heizungsunterstützung - DN ca. 34° - Ausrichtung S/SW - keine Verschattung
    Haus BJ 2015/2016, neueste EnEV, KfW70 Standard, WF ca. 185m², dort überall Fussbodenheizung


    Heizungs/Warmwasser Komponenten:
    4 Stück Flachkollektoren Aufdach mit einer Bruttogesamtfläche von ca. 10m²
    Buderus Logamax plus GB172-14 als Gas Brennwert Wandtherme mit Basis Controller BC25
    Buderus Logamatic RC300 EMS plus als erweiterte Regelung/Steuerung
    Buderus Logasol KS vormontierte Solarstation
    Buderus Logamatic SM200 EMS plus als Solarregler in Solarstation
    Juratherm JHSS 600 Hygiene Schichten Speicher mit 2 Wärmetauschern für Gastherme bzw. Solarthermie
    Die Warm bzw. Brauchwassererwärmung erfolgt bei diesem Speicher im Durchlauferhitzerprinzip


    Eingestellte Temperaturen in der RC300 Regelung:
    Warmwasser Soll Temperatur: 55° (ein Brauchwasser Mischer ist am Speicher installiert, wohl als Verbrühschutz)
    Heizungsvorlauf Soll Temperatur: 35°

    PV: 20x IBC PolySol 255VL # 1x SMA STP5000TL-20 # Azimut: 190° # DN: 34° # FRE & EinsMan # IBN: 23/3/2015
    ST: 3x Viessmann Vitosol 200-FM # Solar-Divicon PS 10 - SM1 # Vitocell 100-B CVB 400L # IBN: 24/4/2017

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  • Grüß' Dich SunUsual,


    eigentlich bist Du mit Fragen zur Solarthermie hier im Forum falsch, denn hier geht's um Solarstrom.
    Das schließt aber breiter Aufgestellte nicht aus. :) Drum bekommst Du hier trotzdem eine Antwort:


    Die Temperaturbegrenzung bewirkt vor allem, dass das in München doch recht harte Wasser nicht soviel Kesselstein ( Kalk ) im Speicher ( Boiler ) absetzt, der den Wärmeaustausch zwischen Solarkreislauf und Brauchwasser behindert und so den Wirkungsgrad der Anlage laufend weiter erniedrigt.
    Natürlich wird mehr Wärme gespeichert, wenn die Temperatur höher ist. Man kann es bis nahe des Siedepunktes treiben.
    Besser wäre, den Speicher mit Regenwasser ( kalkfrei ) zu füllen und das Brauchwasser über einen Wärmetauscher nach Bedarf zu erwärmen ( Durchlauferhitzerprinzip ). Der ist leichter zu entkalken, aber teurer.


    Pfürdi
    pvx

  • Moin,
    kurze Zwischenfrage:
    Also ist bei <70°C bei Dir Schluß mit Solarthermiebeheizung?


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Also ich fahre meinen Speicher auch bis über 90 grad, aber die Speicherverluste steigen bei den Temperaturen schon enorm an.
    Und das obwohl ich keine normale 10cm schaum Dämmung habe, sondern schon 40cm.
    Bei der Konstellation von der du schreibst hat mein vorredner allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • Hi,


    ich habe zwar keine ST dafür aber einen wassergeführten Kachelofen. Ich fahre meinen Speicher bis grob 75°C, weil es dann mit meiner Schichtarbeit idR passt, den Ofen zu (fast) allen Zeiten laufen zulassen. Mein Speicher kann Temp. bis 95°C.
    Ich habe zwar seitens des Ofenherstellers eine "Steuerung" dabei, aber für die Speichertemperatur bin ich mit dem Nachlegen des Holzes maßgeblich verantwortlich.
    Mein CPSH600 / CPSHM2WT600 Speicher hat auch WW im Durchlaufprinzip mit Edelstahlwellrohr, das läuft hier seid ~2 Jahren auch gut. Wenn der Kachelofen nicht in Betrieb ist, erwärmt mein Gas-Brennwerter das obere Drittel des Speichers auf die im Brennwerter voreingestellte WW-Temperatur. Im Winter habe ich das WW deutlich wärmer :wink: .....trotz "Verbrühungsschutz"....


    Mein Schwiegervater betreibt eine ST-Anlage mit 10m² seid ca. 15 Jahren. Er hat im Sommer (sofern die Sonne scheint) seine 1000l Speicher eigentlich immer >80°C.


    Die Verluste des Speichers steigen, wie mein Vorredner ja schon gesagt hat, aber mMn ist es doch Sinn und Zweck eines/ des Speichers Temperaturen >80°C aufzunehmen, um ggf. mal einen oder zwei schlechte Tage abzufangen.


    An der Warmwasser Soll-Temperatur würde ich vorerst nichts verstellen, denn dann würde mMn der Gas-Brennwerter die Temperatur ebenfalls dauerhaft fahren. 55°C ist vollkommend ausreichend, da die neuen Geräte ja alle Jubel Tage ihr "Desinfektionsprogramm" fahren. Ich denke, das wird an anderer Stelle noch eingestellt werden müssen.
    Leider kenne ich die neuen Regelungen/Steuerungen nicht so gut.... da ich schon seid fast 6 Jahre nicht mehr als Schorni unterwegs bin.


    Hast du denn deinen Heizungsfachmann schon gefragt? Oder Dich mal direkt an Buderus gewendet? Ich konnte auf dies schnelle auch leider nichts in den Unterlagen finden.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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  • Danke erstmal der Antworten


    Zitat

    eigentlich bist Du mit Fragen zur Solarthermie hier im Forum falsch, denn hier geht's um Solarstrom.


    Nachdem dieses Unterforum ja mit "Haustechnik ‹ Energiesparen, Heizen, Dämmen, Solarthermie" betitelt ist, konnte ich nicht wiederstehen, hier diese Frage zu stellen, und hatte darauf gehofft, hier auch breiter Aufgestellte zu finden :D


    Zitat

    Die Temperaturbegrenzung bewirkt vor allem, dass das in München doch recht harte Wasser nicht soviel Kesselstein ( Kalk ) im Speicher ( Boiler ) absetzt, der den Wärmeaustausch zwischen Solarkreislauf und Brauchwasser behindert und so den Wirkungsgrad der Anlage laufend weiter erniedrigt.


    Kalk klingt einleuchtend bei einer Wasserhärte von ~ 15,2 dH. Jetzt muss ich aber nochmal nachhaken bei dem Punkt. Der Nettoinhalt an Puffermedium im Speicher beträgt laut Datenblatt knappe 500L. Diese 500L werden doch nur einmal bei Inbetriebnahme aufgefüllt, bedeutet für mich diese 500L enthalten xx % Kalkgehalt, der sich absetzen kann, und der von alleine (ausser man füllt den Speicher manuell nach) nicht mehr wird?


    Zitat

    und das Brauchwasser über einen Wärmetauscher nach Bedarf zu erwärmen ( Durchlauferhitzerprinzip ).


    Ich schätze laut Beschreibung des Speichers, dass das Warmwasser über einen Wärmetauscher (Durchlauferhitzerprinzip) bei diesem Modell so aufbereitet wird (Edelstahl Wellrohr von ganz unten bis oben mit Inhalt ca. 28L) oder gilt das nur für einen zusätzlichen externen Wärmetauscher? (z.B. bei einer Frischwasserstation)


    Zitat

    Also ist bei <70°C bei Dir Schluß mit Solarthermiebeheizung?


    Das trifft es sozusagen auf den Punkt, genau...


    Zitat

    aber mMn ist es doch Sinn und Zweck eines/ des Speichers Temperaturen >80°C aufzunehmen, um ggf. mal einen oder zwei schlechte Tage abzufangen.


    Genau diesen Gedanken und diese Meinung vertrete ich eigentlich auch


    Zitat

    An der Warmwasser Soll-Temperatur würde ich vorerst nichts verstellen, denn dann würde mMn der Gas-Brennwerter die Temperatur ebenfalls dauerhaft fahren


    Exakt, dieses "Soll" soll so bleiben :mrgreen: Da wird nix verändert, der Gas-Brennwerter soll ja so wenig wie möglich laufen. Die Steuerung hätte zwar die Möglichkeit der thermischen Desinfektion, aber das ist bei diesem Speichertyp wohl eh nicht notwendig

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  • Sorry, einen Punkt vergessen...


    Zitat

    Hast du denn deinen Heizungsfachmann schon gefragt?


    Ja, warum die Solarkreispumpe schon so früh abschaltet bzw. warum nicht höher geladen wird. Lapidare Antwort: Die max. Solarladetemperatur wurde von ihm bereits höher eingestellt (höher als wahrscheinlich die Werkseinstellung). Die genaue Temperatur konnte er mir aber nicht nennen. Ich vermute, da sind 70° als max. Speichertemperatur im Solarkreis hinterlegt...

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  • Grüß' Dich SunUsual,


    da hast Du also das bessere System - Durchlauferhitzer - mit Edelstahlwellrohr-Wärmetauscher. Gratuliere, das ist bestens. Das kannst Du auch leicht mit Zitronensäurelösung oder verdünnter Essigsäure entkalken. Aber, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Bei höheren Speichertemperaturen dann deutlich öfter.
    Dann würde ich raten, die Steuerung der Solarkreislaufpumpe so einzustellen, dass sie erst bei 95°C Speichertemperatur abschaltet. Das musst Du ein zwei mal bei voller Sonne kontrollieren, damit Du sicher sein kannst, dass der Speicher nicht anfängt zu kochen und dadurch Überdruck entsteht. Entscheidend ist, wo der Temperaturfühler für diese Steuerung im Speicher sitzt. Die Steuerung der Gastherme, die bei schwacher Sonne zuheizt, braucht einen eigenen Temperatufühler. Diese Steuerung würde ich nach Bedarf einstellen - möglichst niedrig.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • Hi,


    hast Du hier schonmal reingeschaut
    https://productsde.buderus.com…2016-03_6720818016_01.pdf ??


    Ab Seite 30 dürfte es interessant werden. Dein System ist wahrscheinlich Seite 34, das oberste.


    Versuche doch mal rauszubekommen, wieviel Tempertursensoren du hast. 2x Puffer (oben & unten). An den Kollektoren sollte mMn aber auch noch einer sitzen. Dieser wäre für die Vorlauftemperatur der "Solarleitung" wichtig und nötig.
    Sofern dort keiner ist und nur der WW-Fühler des Kessels die Vorgabe ist, wird das wahrscheinlich nix. Das wäre aber mMn nicht korrekt.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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  • Grundsätzlich ist ein Abschalten des Solarkreises die schlechteste Option, da durch das darauf folgende Auskochen mit sehr hohen Stillstandstemperaturen (ca. 180°C) die Solarflüssigkeit leidet (gecrackt wird) und bei häufigerem Auftreten zerstört wird und ausgetauscht werden muss. Die Thermie soll laufen, solange es möglich ist und der Puffer nach Wärme schluckt (Grenze wie geschrieben 95°C). Gilt aber nur bei WW-Erzeugung im Durchlaufprinzip oder mit. Plattenwärmetauscher wie bei mir.
    Diese Temperatur wird aber normal durch die dann stark ansteigenden Verluste der Kollektoren und des Speichers nur sehr selten erreicht werden.
    Bei mir ist bei 70° C im Puffer (1600 Liter, dazu 10m2 Kollektoren und 6 Personen) meistens Schluss, da müssen schon sehr viele Sonnentage mit wenig Abnahme kommen, damit das überschritten wird. Die bei mir programmierte Grenze von 80°C habe ich die letzten 3 Jahre noch in keinem Fall überschritten.