Speichersystem aus Staplerbatterie

  • Hallo,
    ich habe seit knapp zwei Jahren eine PV-Anlage auf dem Dach und ich möchte meinen Eigenverbrauch erhöhen. Mit den Verlagern von Verbrauchern auf Zeiten mit guter Stromerzeugung komme ich langsam an die Grenzen.


    Deswegen möchte dazu einen Speicher benutzen. Es geht dabei hauptsächlich die Verbraucher die sich nachts nicht abschalten kann bzw. möchte. Da wären z.B. die Heizungssteuerung samt Pumpen, Lüftungsanlage usw. Das sind allesamt Verbrauche die keine hohe Spitzenlast benötigen.


    Ich denke die Lösung mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis wäre auf Basis von Bleiakkus. Mit geht es erstmal vorrangig um den Akku. Zuerst dachte ich Akkus, die Autobatterien ähnlich sind wären möglich.
    Nach vielem Lesen kristallisierte sich heraus das viele Staplerbatterien benutzen und damit zufrieden sind.


    Dann wollte ich mich weiter zu diesem Angebot informieren:
    http://www.gabelstaplerbatteri…aplerbatterie_24V_3PzS240


    Ich wollte einige Details wissen und wies auch auf die Benutzung im Zusammenhang mit Photovoltaik hin. Mir wurde davon aber abgeraten PzS in diesem Zusammenhang zu nutzen. Wesentlich besser wären die SLS.


    Wenn ich mir die Nachteile der PzS gegenüber der SLS Typen ansehe, so sehe ich hier nur wenige Nachteile:
    - Kapazität nur im Hochtemperaturbereich: Ich denke nicht das im Gabelstapler höhere Temperaturen herschen als bei mir
    - geringe Gebrauchsdauer: Kann ich mir kaum vorstellen
    - hohe Ladespannung: ist die wirklich so unterscheidlich?
    - nicht hochstromfähig: Ich plane nicht den Herd über die Batterie zu betreiben


    Eigentlich bin ich der Meinung die PzS Zellen wären für meinen Zweck geeignet. Die SLS kosten doch einiges mehr und vom Gestell her nimmt das mehr Grundfläche ein. Wie seht ihr das mit den Batterietypen?


    Mein aktueller Strombezug liegt bei ca. 1 - 1,5 kWh pro Tag (bzw. Nacht). Im Winter sind es im Wochendurchschnitt bis zu 4 kWh. Die Batteriekapazität würde also eher selten ausgeschöpft werden, was der Haltbarkeit zugute kommen würde.

  • Moin turry, ich empfehle dir mal die Lektüre hiervon: http://wiki.polz.info/doku.php


    Die preislich vernünftigen Batterien sind entweder PzS oder OPzS. Die Zellen der PzS sind relativ wabbelig, weshalb sie in einen Stahltrog gestellt werden müssen. Die OPzS haben ein stabiles Gehäuse und werden meist eingesetzt, wenn die Batterie sehr lange halten soll. Aus den Datenblättern ergibt sich, wie viele Zyklen sie bei welcher durchschnittlichen Entladetiefe durchstehen. Diese Info kann man umrechnen in kWh, die man durch die Batterie leiten kann, bis sie auf 80% der Nennkapazität herunter ist. Aus dieser Info und dem Kaufpreis bekommt man die Info, was es kostet, um eine kWh durch die Batterie zu leiten. Du wirst irgendwo zwischen 12 und 15 Cent brutto liegen.


    Wenn man seinen Verbrauch gut einschätzen kann, kann man umgekehrt die Lebensdauer der Batt planen. Wenn man hierbei berücksichtigt, dass die Kappa linear abnimmt, dann kann man so eine Batterie auch so auslegen, dass man sie nutzt, bis sie nur noch 60% der Nennkappa hat (das wird ungefähr doppelt so lange dauern, wie mit den 80%, was natürlich den Preis pro kWh halbiert). Wenn man die Batterie so auslegt, dass sie 8 bis 10 Jahre halten sollte, dann kann man auch die preisgünstigere PzS nehmen; ist halt als Verschleißteil anzusehen.


    Noch einen Tipp: Frag´ auch mal bei Bater in Polen an; die liefern auch an Privatkunden in Deutschland. Aquamatik brauchst du nicht, je nach Aufstellungsort (keine/wenig Belüftung möglich) eine Zentralentgasung und ganz, ganz wichtig: eine Elektrolytumwälzung!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • jdhenning
    die Lektüre habe ich schon teilweise gelesen.


    Das wabbelige Gehäuse der PzS würde mich nicht stören, da sie auch in eienm Trog stehen sollen.
    Ich hatte mal etwas gelesen das man beim PV-Speicher auf rund 200 vollständige Zyklen im Jahr kommen würde. Vermutlich sind es bei meinem Verbrauch usw. max. 150. Bei den angegeben ca. 1800 Zyklen für eine PzS Zelle würde ich also auf eine Lebensdauer vom über 10 Jahren kommen. Das wäre für mich ausreichend. Es scheint dann eher als wäre die Kapazität für 10 Jahre erwartete Lebensdauer zu hoch.


    Die Batterie soll bei mir im HWR stehen. Da ist von der Lüftungsanlage ein Abluftanschluß an der Decke. Am Tag wird die Luft also einige Male getauscht. Ist das ausreichend?


    Die Elektrolytumwälzung hatte ich bisher nicht beachtet, da es recht kompliziert klang. Aber wenn da nur etwas Luft einbelasen wird, ist das ja nicht so kompliziert. Dafür kann mein so eine Teichbelüftungspumpe (Mebranpumpe) nehmen, oder?

  • Ich hab auch eine PzS im Einsatz und bin sehr zufrieden. Für die Elektrolytumwälzung nutze ich auch eine einfache Pumpe aus dem Aquaristik bereich und habe noch einen Benzinfilter zwischen geschaltet der eventuelle kleine Partikel die da hineingelangen könnten filtert und das ganze wird mit einer ganz normalen Zeitschaltuhr gesteuert.
    Bzgl. Zentrallentgasung kann ich nicht viel sagen da meine Batterie ca. 20cm unter einem Fenster steht welches fast immer offen ist.
    Du schreibst was davon das PzS nicht Hochstromfähig sein sollen?! Kannst Du das mal etwas erläutern? Was genau bedeutet bei Dir Hochstrom?
    Ich nehme an in deinem HWR ist das ganze Jahr über eine relativ konstante Temperatur (ca. 20°), dann sollte das auch schon mal uninteressant sein das Thema Temperatur.

    Module: 10x80W + 6x130W Enjoy Solar Module (wird noch erweitert)
    Gestell: Marke Eigenbau
    Laderegler: Steca PR2020 + Steca PR3030 + Solar30
    Wechselrichter: Steca Solarix PI1100 (erweiterung geplant)
    Batterie: Hoppecke Stapler PzS 24V 465Ah + BMV 700

  • Loci
    das mit dem Benzinfilter ist eine gute Idee. Sonst könnte auf Dauer einiges an Dreck in die Zellen gelangen.


    Die Information bezüglich der eingeschränkten Hochstromfähigkeit habe ich von hier:
    http://www.solar-batterie.com/Solarbatterie-Info.aspx
    Ich kann es mir auch nicht vorstellen. So ein Gabelstapler wird von Elektromotoren angetrieben die hohe Anlaufströme haben werden. Zuerst ist geplant das ich ca. 1,5kW auf dem Speicher nehmen werde. Später werden es vielleicht 2,5kW. Aber ich denke das halten auch die PzS Zellen locker aus.


    Ja, das Thema Temperatur kann man auch abhaken.

  • Zitat von turry

    Die Elektrolytumwälzung hatte ich bisher nicht beachtet, da es recht kompliziert klang. Aber wenn da nur etwas Luft einbelasen wird, ist das ja nicht so kompliziert. Dafür kann mein so eine Teichbelüftungspumpe (Mebranpumpe) nehmen, oder?


    Schau mal da rein: http://www.photovoltaikforum.c…it=Umw%C3%A4lzung&start=0
    Manche schalten die Pumpe so, dass sie beim Laden rund 10 Minuten pro Stunde läuft, meiner Meinung nach reichen auch 15 Minuten jeden Abend. Der Grund für die EUW ist, dass die Batterie beim Laden (beim Entladen auch, aber sehr viel schwächer) in den Elektroden konzentrierte Schwefelsäure erzeugt und die sinkt nach unten. Wenn du es genauer wissen willst, dann such mal im Netz nach der Dissertation von Dirk Uwe Sauer; ab Seite 82 geht es um das Thema Säureschichtung (ist gut lesbar).


    Schlicht gesagt stirbt eine Batterie deutlich schneller, wenn man es zu einer Säureschichtung kommen lässt. Man kann die über eine EUW beseitigen oder man muss die Batterie regelmäßig gasen lassen. Beim Gasen verbrät man jede Menge Energie und die könnte man ja auch sinnvoller einsetzen.


    Nebenher, den besten Wirkungsgrad hast du bei einer Bleibatt, wenn sie im normalen Betrieb nur auf 90-95% SOC aufgeladen wird und zur Verhinderung von Sulfatierungen alle zwei Wochen einmal voll gemacht wird. Dann kommt man auf Wirkungsgrade von bis zu 95%. Und alle zwei Wochen einmal bis zum Ende der Absorptionsphase aufladen (ganz zur Not vom Netz); das verhindert dicke Sulfatkristalle.


    Wenn du eine EUW hast, braucht die Batterie praktisch nie gasen, also sollte deine Lüftung mehr als hinreichend sein. Noch ein Tipp zur Aufstellung: Keine Schalter oder sonstige elektrische Betriebsmittel direkt über der Batt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ok, das mit der Steuerung der Elektrolytumwälzung bekomme ich hin.
    Etwas höher über Batterie ist ein kleiner Netzwerkschrank mit Route, Festplatte, Raspberry und etwas weiterer Steuerung.
    Bei dem Thema Speicher an sich bin ich nun schlauer. Ich werde mir jetzt ein paar Angebote einholen.


    Bei vorhandene Photovoltaikanlage speist den Überschuss ein. Mit vertretbarem finanzellen Aufwand kann ich den Speicher also nur aus dem 230V Netz laden. Das der Strom dadurch mehrfach gewandelt wird und jedes Mal Verluste entstehen ist mir bewußt. Ein Tausch des Einspeise-Wechselrichter kommt wegen der hohen Kosten nicht mehr in Frage.


    Ich stelle mir die Ladung über einen Wechselrichter mit eingebautem Ladegerät vor (z.B. https://www.autobatterienbilli…Spannungswandler-Inverter).
    Zusätzlich, oder ausschließlich könnte der Speicher noch über mehrere solcher Module geladen werden:
    http://www.nyplatform.com/inde…ct/product&product_id=904
    Das hätte den Vorteil, ich könnte flexibel die zur Verfügung stehende Energie über hinzuzuschaltende Lademodule in den Speicher laden. So könnte ich die Netzeinspeisung minimieren.


  • Ich will dich nicht kritisieren, aber so wird das nix

    KWK Ecopower1.0 1kwp, 1x SB 5.0 und 1x SB 3.0 6,6kwp, 2x Outback Flexmax80 3,5kwp, Speicher 24V/1000ah, Überschußverwertung mit Heizstab in Pufferspeicher (Infrarot auf Q3d Zähler)
    Nachteinspeisung wenn KWK aus über WR

  • Zitat von Tommmi

    aber so wird das nix


    Da muss ich dem Tommmi leider Recht geben. Das Speichersystem macht nur Sinn, wenn nach Möglichkeit keine Netzeinspeisung und -bezug erfolgt. Das a und o ist der Regler, der den Batterie-WR und -lader so steuert, dass dies auch erfolgt. Irgend ein Lader und Batterie-WR zu nehmen wird nicht den gewünschten Erfolg bringen. Nur spezielle Batterie-WR mit integriertem Lader wie der SMA SI führen hier zum Erfolg.
    Zu diesem Thema habe ich auf meiner Homepage schon einiges geschrieben:
    http://www.perdok.info/stromspeicher.htm
    Das alles hier noch mal zum Besten zu geben erspare ich mir deshalb. Zum Regler selbst findet man unter dem Punkt Bilanzpunktregler etwas. Unsere Ladestation ecoLOAD für E-KFZ ist als Erweiterung des Batteriespeichers gedacht und um das System abzurunden.


    PS: Unser Regler regelt auf Null Bezug und Einspeisung und nicht nur auf Minimierung.
    Aber auch hier findet man einiges zum Thema:
    http://www.photovoltaikforum.c…r-pv-bhkw-bat-t94078.html
    http://www.photovoltaikforum.c…on-ecopowerp-t101542.html
    http://www.photovoltaikforum.c…em-hunsrueck-t100590.html

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Tommmi
    Was genau meinst du? Das Laden oder Entladen der Batterie, oder etwas anderes?


    ecopowerprofi
    Danke für deine Rückmeldung. Bei mir ist es nicht das Ziel das jede einzelne Wattstunde selbst vebraucht wird. Mir geht es darum das die Kosten im Rahmen bleiben und ich einen guten Teil meiner Verbraucher mit Batteriestrom betreiben kann. Einige Verbraucher mit hoher Leistungsaufnahme wie E-Herd werden beispielsweise außen vor bleiben.
    Die zusätzlichen Lademodule würden dann entsprechend des Überschusses zugeschaltet werden.


    Die fertigen Lösungen die von euch dort angeboten werden klingen gut und es sieht so aus als könnte man seinen Eigenverbrauch massuv optimieren. Aber der Aufwand ist erheblich.


    Deswegen wäre es mir lieb wenn wir eher auf einzelen Details eingehen könnten als pauschal zu sagen das es nichts wird.