PV für genossenschaftliches Mehrparteienhaus

  • Hallo!


    Ich wohne in einer Genossenschaftswohnung und versuche mich darüber zu informieren, ob unser Mehrparteienhaus auf irgendeine Weise eine PV-Anlage nutzen könnte, weiß aber nicht, wo ich da anfangen soll. Ich habe bisher keine Infos gefunden, ob sowas schon mal gemacht wurde, und wie das abläuft.


    Hintergrundinfos: Hauseigentümer ist eine Genossenschaft, die das Haus 2008 in NÖ errichtet hat; es sind eigentlich vier Häuser zu je 5 Parteien in der Wohnanlage. Wir sind Mieter einer der Wohnungen. Alle Stromzähler sowie Heiz- und Warmwasseranlage sind im Keller und für die Mieter offiziell nicht zugänglich (Stromzähler sind mit Zählerkastenschlüssel zu öffnen, wonach alle Zähler einsehbar sind). Jetzt frage ich mich: Wenn am Dach eine PV-Anlage zu installieren wäre, müsste dieses Projekt von der Genossenschaft initiiert werden, oder kann sowas völlig unabhängig vom Hauseigentümer ablaufen (wenn dieser lediglich zustimmt, aber das Projekt nicht abwickeln will)? Wie liefe sonst die Finanzierung etc. ab? Angenommen, alle Mieter wären prinzipiell mit der Errichtung einverstanden. Kommen auf jeden Fall Kosten auf die Mieter zu? Gibt es für einzelne Parteien die Möglichkeit, weder an der Finanzierung beteiligt zu sein noch von der Stromproduktion zu profitieren? Wen kann ich sowas fragen?


    Herzlichen Dank!

  • also wenn die genossenschaft(=eigentümer) eine pv anlage installieren lässt hat das mit den mietern grundsätzlich mal nichts zu tun. die speisen den strom ein und bekommen (wenig) geld dafür. was sie machen könnten wäre den gemeinschaftszähler(licht am gang usw..) auf eigenverbrauch zu trimmen mit der pv anlage(zweirichtungszähler).
    mit den zählern der parteien hat dies nichts zu tun und es läuft alles weiter wie bisher...kosten für die parteien gibts natürlich keine...und eine pv zu errichten darf von der genossenschaftsseite auch kein zwang sein also eine finanzierung über die parteien und vergünstigung für den strom darf m.e. nicht ohne zustimmung erfolgen...weiters ist es bei mehreren parteien abrechnungstechnisch recht kompliziert und wird sich auch nicht auszahlen.


    Falls DU irgendwie vor hast das projekt ins laufen zu bringen...wende dich an den eigentümer - aber zu 95% lassen sie dich da sicher nicht ran, zumindest solange sie nichts davon haben.


    in summe wird sich das in nicht rechnen wenn man darauf abzielt für so viele parteien alles unter einen hut zu bringen, das ist mehr papierarbeit der sich in summe für max ein paar hundert € ersparnis geteilt durch x parteien!
    von finanzierung/beteiligung mal ganz zu schweigen.


    PS: wenn es sich rechnen würde, dann hätte es die genossenschaft vl auch schon getan...aber du kannst ihnen ja gerne den anstoss dazu geben und vl werden sie es realisieren :idea:

  • Hallo,


    Herzlichen Dank für die Antwort! Das ist natürlich klar: Die Genossenschaft wird was davon haben wollen. Wenn's nur darum ginge, den Mietern die Stromkosten etwas zu senken, ist da wohl keine Motivation zu orten. Dann bleibt mir trotz ländlicher Umgebung wohl nur die Lösung für Stadtkinder, eine dieser Micky-Maus-Solarpanele auf der Terrasse zu montieren. Und selbst das hat offenbar seine eigenen Schwierigkeiten (Stromkreis, Zählerrücklauf). Ich werde mal in Richtung Minilösung mit Akkuspeicher recherchieren, auch wenn das dann eher nur als Krisenfall-Absicherung taugt.


    Irgendwie ist frustrierend, dass ich erst meinen ökologischen Fußabdruck deutlich vergrößern müsste (Eigenheimbau statt Wohnung), nur damit ich ihn durch PV wieder etwas reduzieren könnte.

  • naja zwecks ökologischem fussabdruck brauchst du beim österreichischem strommix kein schlechtes gewissen haben :idea:


    das mit der mini-anlage kannst du ev schon machen nur um das legal anzuschliessen brauchts doch ein wenig aufwand...das mit dem akku vergiss lieber mal macht bei der kapazität keinen sinn und kostet nochmals wandler usw...


    hier gibts ein fertiges, anscheinend legales system...bei der bestellung kann man ankruzen dass gleich die meldung an den netzbetreiber erfolgt..
    http://simon.energy/


    wirtschaftlich ist man da halt bei einer amortisationsdauer von >25 jahren, also in summe nie denn der wechselrichter wird zu 95% nicht so lang halten!


    wenns ums grüne gewissen geht ist es allerdings ok :idea:

  • Geh´ mal in die Internetsuchmaschine mit dem Begriff "Energiegenossenschaft". Wenn alle Mieter eines Hauses mitmachen wollen, dann wird rein technisch nur ein Hauptzähler an den Hausanschluss gesetzt und die anderen Zähler übernimmt/ersetzt die Energiegenossenschaft. Dann bekommt also die Genossenschaft eine Rechnung vom VNB und schreibt selber Rechnungen an die Mitglieder. Da das Hausnetz privat ist, fallen keine Abgaben für Netznutzung etc. an. Normalerweise wird man eine Mischkalkulation aus Eigenstrom und Netzstrom machen. Einige werden das ungerecht finden, denn manche haben tagsüber einen hohen Verbrauch und andere eben nicht. Wenn man dann anfängt, das ganz gerecht zu machen, dann wird es technisch so kompliziert, dass sich das Thema nicht mehr lohnt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • In der Schweiz gibt es für diese Gemeinschaft ein besonderes Anmeldeformular vom Versorger, Beispiel:
    http://www.onyx.ch/fileadmin/u…verbrauch_NS-EVG_2016.pdf
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • dein bericht ist über 2 jahre alt aber bezüglich verrechnungswirwar usw. wird sich vmtl nix geändert haben.


    solarzwerge(mini-pv) ist in ö bis 0,6kva legal:


    siehe:
    https://solarzwerg.wordpress.com/ -etwas runterblättern!


    bereits in der TOR verankert:


    https://www.e-control.at/docum…a6-4eee-8de5-6027eaa53a89


    stichwort "Kleinsterzeugungsanlage"


    bevor ich mir einen simon für 599€ nehmen würde würde ich da 2 module mit einem ae conversion 350W nehmen...wichtig dass der wechselrichter die AR-N-4105 einhält!


    achja und meldung an den netzbetreiber nicht "vergessen"..und ev. steht ein zählertausch an(bei alten zählern ohne rücklaufsperre!)