Rechtliches: Heizinsel parallel zu Einspeiseanlage

  • Hallo in die Runde,


    bzgl. EEG, Eigenverbrauch, EEG-Umlage usw. sind die Regeln ja ziemlich kompliziert geworden und es tun sich diverse Fallstricke auf.


    Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand sollte folgende Konstruktion unkritisch sein (gebaut ist noch gar nichts, wir planen noch, aber besser jetzt Fehler vermeiden als später die Konsequenzen zu haben):


    "Normale" Ueberschusseinspeiseanlage mit Auslegung 70-weich und einer maximalen Modulleistung von knapp unter 7KWp. Damit dürfte es nicht möglich sein, einen Eigenverbrauch zu generieren, der EEG-umlagerelevant ist und die Smartmeter-Zwangs-Grenze wird auch nicht erreicht.


    Parallel dazu als "Bastelobjekt" eine Sammlung von kostengünstigen Gebrauchtmodulen (zusammen vielleicht < 1 KWp), deren Gleichstrom über einfache Elektronik (alles Gleichstrom, KEINE Verbindung zu irgendeinem Netz) in einen Warmwasserpufferspeicher verheizt wird - also gewissermaßen eine "Heizinsel". (auch wenn das hier nicht das Thema ist... Ziel ist der kostengünstige Ausgleich der Pufferverluste im Sommer, keine relevante Aufheizung des Wassers)


    Spielt derlei (also die Heizinsel) hinsichtlich EEG usw. irgendeine Rolle oder beinhaltet irgendeine Gefahr (rechtlicher Art) beim Überschreiten irgendwelcher Grenzen?


    Ich sehe so eine Anlage auf dem gleichen Level wie Solarspielzeuge und damit vollkommen irrelevant für die Berechnung des Eigenverbrauchs - oder habe ich da einen Gedankenfehler?


    Viele Grüße und vielen Dank,


    Jan

  • Solange keine Kopplung mit dem Netz besteht, kannst du nach aktueller Rechtslage mit PV machen, was dir gefällt. Bei brauchbarer Dimensionierung kannst du 36-Zeller auch direkt mit einem 12V-Heizstab verbinden (wenn die Spannung des Panels durch die Heizspirale ungefähr auf Vmp einbricht, hat man die optimale Ausbeute). Denk´ dran, dass es zur Sicherheit eine Überthemperaturabschaltung geben sollte.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo,


    das klingt doch gut.


    12V direkt könnte bei den nötigen Kabellängen von ca. 20m an den Kabelverlusten bzw. dem nötigen Kabelquerschnitt scheitern. Zudem dürfte so eine Lösung zwar gut darin sein, die Leistung des Moduls abzugreifen, wenn es nahe Nennleistung läuft, im übrigen Betriebsbereich aber eher weniger (und der ist bei der Anwendung eigentlich relevanter).


    Meine technische Idee ging darum eher dahin, die "Schrottmodule" alle parallel zu schalten und dann einen DC-Hochsetzer in Modulfeldnähe so zu betreiben, dass er die Ausgangsspannung so weit nach oben treibt, dass die Eingangsspannung auf Vmp einbricht. Ist zwar kein kompletter MPPT, dürfte für den Zweck aber reichen - quasi eine Umsetzung von halbwegs konstanter Spannung mit variablen Strom (Modul) auf konstanten Widerstand (Heizung). Weiterer Vorteil ist, dass man quasi irgendeinen Heizstab ausreichender Leistung nehmen kann (z.B. ein 230 V / 2 KW... bei 80V würde das etwa 240W bringen).


    Übertemperaturabschaltung versteht sich von selbst, auch wenn sie bei der angedachten Auslegung vermutlich gar nicht greifen kann. Es geht ja nur darum, die Verluste eines gut gedämmten 500..700 l Puffers (serienmäßig liegen die um die 2 KWh/Tag, mit Zusatzdämmung könnte man auf etwas unter 1 KWh/Tag kommen) auszugleichen.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Wäre da nicht ein Warmwasser Kollektor deutlich effizienter als der Umweg über Strom ?

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Hallo,


    effizienter sicher, günstiger sicher nicht. Wir reden hier über etwa 0,8 KWp von aussortierten Gebrauchtmodulen, die dann real vielleicht noch ein halbes KWp bringen (darum auch Parallelverkablung, da stören Modulunterschiede weniger). Das ist im Vergleich zu einer Soleverrohrung mit Wärmetauscher, Pumpe usw. sicher um Längen günstiger für den angegebenen Zweck.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Ich sehe das so es handelt sich um 3-4 Module und damit um eine Fläche von ca 6m² nehme ich an.
    Da bringt ein guter Kollektor bis ca 4kWp Heizleistung also das 5 Fache. Ich gebe zu das die Rohre und
    der Wärmetauscher mehr kostet. Aber was Bringen die 800Wp für einen Nutzen? Kabel und Fehlender MPP Tracker
    reduzieren dann noch einmal die Leistung.
    Wirtschaftlich denke ist es eher hier 3-4 Richtige Panels mehr aufs Dach zu setzen, oder was spricht dagegen.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Zitat von JanR


    ...dann einen DC-Hochsetzer in Modulfeldnähe so zu betreiben, dass er die Ausgangsspannung so weit nach oben treibt, dass die Eingangsspannung auf Vmp einbricht. ...


    Und was willst du dafür nehmen? :juggle:
    :roll:

  • JanR
    Geh´ mal auf diese Seite: http://wiki.polz.info/doku.php
    Da ist ein Leitungsrechner und das Grundwissen für Inseln (bei 12V ist der Weg eindeutig zu lang). Das einfachste wird sein, einen einfachen PWM-Laderegler zu nehmen, eine kleine Batterie anzuschließen und einen einfachen WR direkt an die Batterie anzuschließen und den Heizstab mit 230 VAC zu betreiben. Zusätzlich braucht man einen Batteriewächter, den man auf über 12V einstellen sollte (Spannungen darunter machen die Batterie schnell kaputt) und über den schaltet man den WR ein und aus (eventuell über Hilfsrelais).


    Wenn hinreichend Sonnenschein ist, dann fließt der Strom unter Umgehung der Batterie zum WR. Wenn eine Krähe über die Panele fliegt, dann wird der WR kurzzeitig von der Batterie gespeist. Wenn die Sonne längere Zeit weg ist, dann sinkt die Batteriespannung und nach einer Weile wird der WR abgeschaltet. Wenn die Batterie wieder voll ist, wird er wieder eingeschaltet.


    Vorteil dieser Lösung wäre, dass alles preisgünstige Standardteile sind.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hi,


    Zitat


    Und was willst du dafür nehmen?


    Soweit bin ich noch nicht... ich wollte ja zuerst die rechtliche Seite abklären. Das soll kein hocheffizientes Produkt werden, eher Spieltrieb mit ein wenig Nutzen.


    Ansonsten wäre zu klären, ob der Markt da etwas hergibt (z.B. mit 0-10V-Steuereingang für das Einstellen der Ausgangsspannung, der Rest ist dann eine simple Regelung) oder eben was selbst etwas bauen. Je nach verwendetem Heizwiderstand könnte man die Spannungen durchaus in einem beherrschbaren Rahmen halten... 80V Gleichspannung bei 5A wären weder gefährlich (<120V DC zählt sogar noch als Schutzkleinspannung, aber man könnte auch unter 60V bleiben zwecks gefahrloser Berührung) noch eine große Herausforderung an die Verkabelung.


    Zitat


    Geh´ mal auf diese Seite: http://wiki.polz.info/doku.php


    Kenne ich selbstverständlich. Eine "richtige" Insel in diesem Sinne ist aber für den genannten Zweck + Spieltrieb absoluter Overkill.


    Zitat


    Vorteil dieser Lösung wäre, dass alles preisgünstige Standardteile sind.


    Aber keine Herausforderung mehr beim Basteln und zudem wartungsintensiv durch die Batterie. Um die Batteriebelastung einigermaßen im Rahmen zu halten, müsste sie zudem recht groß sein, denn es wäre ja nicht förderlich für die Lebensdauer, wenn sie innerhalb von wenigen Minuten komplett entladen wäre. Wenn man z.B. 400W Heizleistung anstrebt, wären das bei 12V (unter Ignorieren aller Verluste) schon 33A. Unter wenigstens 100Ah würde das also kaum sinnvoll sein und da sind wir dann schon bei über einer KWh.


    Zitat


    Aber was Bringen die 800Wp für einen Nutzen?


    Siehe oben. Ausgleich der Wärmeverluste eines Pufferspeichers.


    Zitat


    Wirtschaftlich denke ist es eher hier 3-4 Richtige Panels mehr aufs Dach zu setzen, oder was spricht dagegen.


    Siehe oben... das ist nicht das Ziel und würde die Anlage auch über die 7 KW Grenze bringen. Davon abgesehen trage ich mich durchaus mit dem Gedanken, Überschüsse im Sinne von "70% weich" (also das, was sonst wegregelt werden würde) per Heizstab oder Wärmepumpe in Wärme umzusetzen (was aber bekanntlich nicht so arg viel ist und im regenreichen Sauerland höchst selten passieren dürfte). Strom aus einem WR, den man zudem vergütet bekommen würde, mit einem Heizstab zu verheizen, fände ich wenig sinnvoll.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Wie kommst du auf die 7kWp ? Bisher kannte ich als Grenze 10kWp bzw 10MWh für die EEG Umlage.

    Zitat

    Strom aus einem WR, den man zudem vergütet bekommen würde, mit einem Heizstab zu verheizen, fände ich wenig sinnvoll.


    Zitat

    Davon abgesehen trage ich mich durchaus mit dem Gedanken, Überschüsse im Sinne von "70% weich" (also das, was sonst wegregelt werden würde) per Heizstab oder Wärmepumpe in Wärme umzusetzen


    Günstiger Gaspreis : 3,69 c/kWh
    Günstiger Strompreis: 20c/kWh davon 19%MwST => 3,8 c/kWh
    Damit ist Strom aus dem WR fürs Netz schon mal ein Minus Geschäft wenn du den Verzicht auf KUR nutzt.


    Daher kann ich verstehen das die die Systeme trennen willst.Dann macht aber die Idee den Überschuss aus 70% weich keinen Sinn. Da du 2 Heizstäbe brauchst um die Systeme getrennt zu halten.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp