Sicherheitsaspekte einer tragbaren Inselanlage

  • Hallo in die Runde,


    Weil dies mein erster Post ist, zu Beginn eine kurze Vorstellung: Mein Name ist Simon, ich wohne in Wien und bastle seit einiger Zeit an Klein-PV Systemen rum. Zur Zeit betreibe ich eine Reihe von ¨Guerilla¨ Modulen, ein simon.energy Solarmodul mit 150Watt, ein 250 Watt Standardmodul mit neuem Letrika Inverter und im September bekomme ich ein Kunststoff Solarmodul einer neuen österreichischen Modulfabrik, das ich an einen alten Involar Inverter hänge, den ich noch irgendwo gefunden habe.


    Kürzlich habe ich mir eine fix fertige Inselanlage in eine tragbare Holzbox gebaut: 50 Watt semiflexibles Modul, kleine 12V AGM Batterie, 10A PWM Laderegler und einen Victron Energy Wechselrichter mit 150Watt Ausgangsleistung. Dazu zwei Analog Displays: Einmal Anzeige der aktuellen solaren Ladeleistung über ein Amperemeter, einmal die aktuelle Batteriespannung über ein Voltmeter. Diese Box habe ich im Sommer für ein Radio und kleinen Kühlschrank zum Grillen im Garten verwendet. Weil die Box relativ praktisch ist, habe ich begonnen, auch andere Dinge damit zu machen: Hab sie am Tag geladen und am Abend in mein Wohnzimmer Eck gestellt, um Laptop, Stehlampe und einen Ventilator zu betreiben. Mittlerweile überlege ich sogar, die Box fix im Wohnzimmer stehen zu lassen und eine Leitung vom Modul am Balkon zur Box zu verlegen. Leider schaffe ich es hier nicht, ein Foto der Box hochzuladen (Beim Dateiupload kommt ein Fehler, dass jpg Dateiendung nicht zulässig ist).


    Je mehr ich die Box verwende, desto eher fangen mich Sicherheitsfragen an zu beschäftigen, da ich zwei kleine Kinder im Haushalt habe. Abgesehen von den Batteriesicherungen beschäftigt mich die Sicherheit der 230V/50Hz Seite. Ich sehe zwar keine Notwendigkeit für einen Fehlerstromschutzschalter, wenn Elektrogeräte direkt an der Box angeschlossen werden. In der Anleitung des Wechselrichters wird jedoch davor gewarnt, nichts ohne Erdung zu betreiben. Auch verwende ich derzeit den Erdungsanschluss des Wechselrichtergehäuses nicht, weil ich nicht weiß, wo ich eine tragbare Box erden soll.


    Eventuell gibt s hier ein paar Aspekte zur Sicherheit eines tragbaren Inselsystems.


    Liebe Grüße aus Wien


    Simon

  • Moin.
    Eine vernünftige Erdung hin zu kriegen bei Sowas wird schwierig sein. Am ehesten macht es sind in regelmäßigen Abständen die angeschlossenen Verbraucher auf Isolationsfehler zu prüfen mit einem geeigneten Messgerät.

  • Die Anlage ist so, wie sie jetzt ist, einfehlersicher; mehr wird nicht gefordert. Da für jedes Elektron, das aus dem WR in ein Kabel hineingeht, muss auf der anderen Seite exakt ein Elektron vom anderen Kabel in den WR hinein fließen. Folglich sind Fehlerströme gen Erde überhaupt nicht möglich. Du kannst also alles so lassen, wie es ist.Wenn an deinem WR eine normale Schuko-Steckdose ist, dann hast du durch den dadurch erfolgenden Potentialausgleich (das ist keine Erdung und die muss auch nicht sein) sogar eine Zweifehlersicherheit.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke für die Rückeldungen.


    Dann zwei Fälle:
    1.) An der Box hängt ein Verteilerstecker und die Kinder leeren ihren Saft hinein, was passiert? (Im netzgekoppelten Betrieb ist der FI rausgeflogen)
    2.) Die Kinder leeren ihren Saft direkt auf die Box, die ist nun durchnässt und die Kinder stellen sich in die Suppe dazu, um sie rasch abzuwischen, in der Hoffnung ich merks nicht,, was üassiert da im worst case?


    LG


    Simon

  • Zitat von TheSunnySimon


    2.) Die Kinder leeren ihren Saft direkt auf die Box, die ist nun durchnässt und die Kinder stellen sich in die Suppe dazu, um sie rasch abzuwischen, in der Hoffnung ich merks nicht,, was üassiert da im worst case?


    Ernsthafte Frage? Im Worstcase..sie schließen den Kreis und werden zum Verbraucher => auf eine Beerdigung einstelln .. klingt vielleicht hart aber da braucht man ja nix beschönigen Ich mein liebe leute das ist Strom kein Spielzeug.. und auch ein 300/600W Wechsrichter hat knappe 3000mA bei 230V und das reicht genau 50mal aus um einen Herzstillstand hervorzurufen

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Hallo Simon,


    isolierte Netze sind sehr sicher. Ich hab meine Insel deshalb nicht geerdet. Ich kann hier einen Nagel in die Steckdose stecken ohne, dass ich was spüre. (Bitte nicht nachmachen)
    Zwischendurch prüfe ich die Isolierung des Netzes.
    Überall wo mit Wasser gearbeitet wird verwendet man isolierte Stromnetze bzw. einen Trenntrafo.


    MfG Georg

  • Zitat von iron-age

    Hallo Simon,


    isolierte Netze sind sehr sicher. Ich hab meine Insel deshalb nicht geerdet. Ich kann hier einen Nagel in die Steckdose stecken ohne, dass ich was spüre. (Bitte nicht nachmachen)


    Dann steckst einen 2te rein und greifst beide an und du wirst Leuchten wie ein Ballsaalluster. Im fall von Wasser über ein gerät wie der TS anmerkt wo man nich weiß wo wie was passiert bringt dir das ganze sogesehen genau gannix weil alles passieren kann. Das einzuge was man machen kann ist zu vermeiden Wasser auf das gerät zu schütten oder das Gerät vollkommen dicht und Berührungssicher auszuführen.. was sich dann aber auch auf alle angesteckten Geräte weiter bezieht


    Bei Trenntrafo im Labor gabs schon immer eine grundregel 2te hand auf den Rücken oder in die Hosentasche...ansonsten schauts echt ziemlich schlecht aus

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

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  • Zitat von pezibaer

    Bei Trenntrafo im Labor gabs schon immer eine grundregel 2te hand auf den Rücken oder in die Hosentasche..


    Genau.
    So hab ich mal eine auseinandergebaute Spülmaschine laufenlassen und untersucht. Die war undicht.
    Hat nur in der einen Hand etwas gekribbelt.
    Am Versorgernetz hätte ich mich das nicht getraut.
    Wasser und Strom sind zusammen immer heikel. Nur wenn eine Leitung an den Erdboden und allen Personen darauf angeschlossen wird, dann wirds gefährlich.
    Deswegen sind ja auch Elekrozäune geerdet, damit der Strom durch den gesamten Körper fließt, nicht nur durch eine Hand.


    MfG Georg