Verzicht auf KUR und Antrag auf Ist-Besteuerung

  • Hallo,


    nach mehrtätgiger Recherche habe ich mich für meine neue 8,5 kWp Anlage für folgende steuerliche Vorgehensweise entschieden:


    - Verzicht auf KUR (um mir die MwSt der Anschaffungskosten direkt wieder zurückzuholen)
    - Beantragung der Ist-Besteuerung beim Finanzamt. Dadurch wird meine weiterzuleitende Umstatzsteuer nicht monatlich geschätzt, sonder anhand der tatsächlich vom Erzeuger gezahlten Vergütung.


    Frage 1: Was haltet Ihr davon?


    Frage 2: Ist der einzige Nachteil beim Verzicht auf die KUR, dass man mehr Papierkram zu erledigen hat (monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen, EÜR usw.)? Oder gibt es auch Fallbeispiele, bei denen dies finanzielle Nachteile hat?


    Gruß,
    kizzu

  • Zitat von kizzu

    Frage 2: Ist der einzige Nachteil beim Verzicht auf die KUR, dass man mehr Papierkram zu erledigen hat (monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen, EÜR usw.)? Oder gibt es auch Fallbeispiele, bei denen dies finanzielle Nachteile hat?


    Verzichtet man auf die KUR, muss auf die Kwh Eigenverbrauch ca 4-5 cent Umsatzsteuer gezahlt werden.
    Außerdem kann bei der KUR die Anlage brutto abgeschrieben werden, das bedeutet, die Umsatzsteuer ist Betriebsausgabe und vermindert den zu versteuernden Gewinn.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Hallo kizzu,
    warum zwei Threads, wenn auch im Ersten eigentlich alles beantwortet wurde.
    Also zu 1: Eigentlich richtig entschieden, wenn man kein Geld verschenken will.
    Dann zu 2: mehr Aufwand durch UST-Voranmeldung im Jahr der IBN-und Folgejahr, bzw. eine UST für das abgelaufene Jahr ist nun wirklich keine Herrausforderung. Die UST auf den Eigenverbrauch wird kaum die Vorsteuer-Erstattung übersteigen.
    Unabhängig davon ist eine EÜR mit Übertrag in Anlage G zur EST ohnehin erforderlich.
    Der Wechsel zur KUR ist nach fünf Jahren, oder besser 60 Monaten immer noch eine Alternative.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Zitat von Anion

    Die UST auf den Eigenverbrauch wird kaum die Vorsteuer-Erstattung übersteigen.
    Der Wechsel zur KUR ist nach fünf Jahren, oder besser 60 Monaten immer noch eine Alternative.
    Sonnige Grüße


    Bedeutet, dass der Verzicht auf die KUR finanziell dann Sinn macht, wenn ich innerhalb der 60 Monate nur so viel eigenverbrauchte kWh habe, dass die 4-5 Cent Umsatzsteuer pro kWh nicht mehr beträgt als die anfänglich erstattete Vorsteuer? Also ich bekommen 2000 EUR MwSt erstattet, damit könnte ich in den ersten 60 Monaten 40000kWh selbst verbrauchen? Das sind 666kWh pro Monat...

  • Du hast es ja schon ausgerechnet:
    Wenn du - mit deinen Zahlen - mehr als 666 kWh/Monat ( 8.000 kWh/a) Eigenverbrauch generieren kannst, würde es wirtschaftlich Sinn machen KUR zu wählen.
    Schaffst du das mit deiner 8,9 kWp Anlage bei deinen Verbrauchszahlen?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Moin,
    mMn machst du mit der Regelbesteuerung schon alles richtig.
    Du kannst ja innerhalb der 5Jahre noch kleine Anschaffungen für die PV-ANLAGE tätigen und bekommst die MWST dann wieder.
    Z.b.
    - Büroverbrachsmaterial kaufen.
    - Anschaffung Exceltool von http://www.pv-steuer.de (uneigennützige Empfehlung meinerseits)
    - kostenpflichtige Einkommenssteuerprogramme jährlich über den Betrieb laufen lassen
    - Kosten Messstellenbetrieb


    Das sind alles keine großen Posten, aber alle mit MWST behaftet, welche deine zu entrichtende Umsatzsteuer des EV wieder etwas reduzieren.


    Weiterhin ist die Höhe der Umsatzsteuer maßgeblich von deinen Bezugsstromkosten samt GG abhängig. Findest du einen günstigen Stromanbieter sind die Kosten geringer, kaufst du teuer ein, ist die Umsatzsteuer auch höher.
    Somit jedes Jahr den Stromanbieter wechseln und auch bei der Umsatzsteuer sparen.


    Gruß Red5FS


    Edit:
    Hier mal eine Muster EÜR, die Screenshots stammen aus verlinkten Exceltool.
    http://www.photovoltaikforum.c…ic.php?p=1359407#p1359407

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
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    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Zitat von Bento

    Du hast es ja schon ausgerechnet:
    Wenn du - mit deinen Zahlen - mehr als 666 kWh/Monat ( 8.000 kWh/a) Eigenverbrauch generieren kannst, würde es wirtschaftlich Sinn machen KUR zu wählen.
    Schaffst du das mit deiner 8,9 kWp Anlage bei deinen Verbrauchszahlen?



    Also im Sommer habe ich so ca. 300kWh pro Monat und im Winter ca. 900kWh. Bedeutet also im Jahr ca. 7200 kWh (6 x 900 + 6 x 300 kWh). Und das wird ja wahrscheinlich nicht mal zu 50% mit EV gedeckt... Daher sollte ich mit dem Verzicht auf die KUR finanziell alles richtig machen?


    P.S.: Irgendwann kommt noch ein Akkuspeicher hinzu, dann würde sich der Anteil EV natürlich noch erhöhen.


    Zitat von Red5FS


    Weiterhin ist die Höhe der Umsatzsteuer maßgeblich von deinen Bezugsstromkosten samt GG abhängig. Findest du einen günstigen Stromanbieter sind die Kosten geringer, kaufst du teuer ein, ist die Umsatzsteuer auch höher.
    Somit jedes Jahr den Stromanbieter wechseln und auch bei der Umsatzsteuer sparen.


    Jährlich den Anbieter wechseln mache ich auch jetzt schon. In Kürze startet wieder ein neuer Versorgungsvertrag, bei dem ich netto 17,51 Cent und brutto 20,84 Cent zahle.


    - Das bedeutet dann, dass ich pro kWh EV 3,33 Cent Umsatzsteuer zahlen muss oder?
    - Was hat die Grundgebühr dort zu suchen?

  • Zitat von kizzu

    Jährlich den Anbieter wechseln mache ich auch jetzt schon. In Kürze startet wieder ein neuer Versorgungsvertrag, bei dem ich netto 17,51 Cent und brutto 20,84 Cent zahle.


    - Das bedeutet dann, dass ich pro kWh EV 3,33 Cent Umsatzsteuer zahlen muss oder?
    - Was hat die Grundgebühr dort zu suchen?


    Hi,
    die Höhe der Umsatzsteuer richtig sich nach dem Gesamtverbrauch, dem Eigenverbrauch, den Bezugsstromkosten und der Grundgebühr.


    In der Muster EÜR findest du einen Screenshot wo es gezeigt wird.


    Weiterhin findest du auf http://www.pv-steuer.de im Downloadbereich eine einzelne Exceltabelle mit der du die unentgeltliche Sachentnahme berechnen kannst.


    Gruß Red5FS


    Edit:
    Mein Verbrauch liegt im Winter um 400kWh im Sommer um 300kWh. Gesamt komme ich auf ca. 4500-4700kWh. Das letzte Jahr hatte ich knapp 50% (~2300kWh) vom Jahresverbrauch durch EV gedeckt.


    Ich kann Dir gerne mal ne Gastzugang zu meinem SMA Portal geben. Bitte per PN melden.

    Gruß Red5FS
    ---
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  • Zitat von kizzu

    Jährlich den Anbieter wechseln mache ich auch jetzt schon. In Kürze startet wieder ein neuer Versorgungsvertrag, bei dem ich netto 17,51 Cent und brutto 20,84 Cent zahle.


    - Das bedeutet dann, dass ich pro kWh EV 3,33 Cent Umsatzsteuer zahlen muss oder?
    - Was hat die Grundgebühr dort zu suchen?


    Die Antwort auf deine letzte Frage hättest du bereits dem von dir zitierten Text entnehmen können; gut, man muss dabei wissen, dass mit GG (die übliche Abkürzung für Grundgesetz) nicht dieses sondern Grundgebühr gemeint war, aber ersteres hätte ja auch keinen Sinn gemacht.