Terrassendach mit PV-Modulen zur Einspeisung

  • Liebe PV-Spezialisten,


    ich möchte die Terasse von meimem Ferienhaus neu anlegen (die Birken sind dann endlich weg) und überdachen. Dabei soll sie nach Möglichkeit mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Die Maße betragen 15 Meter in der Breite und ca. 7 Meter in der Tiefe. Der Winkel des Daches beträgt ca. 5 °, wenn das Dach unter dem Dachvorstand angebracht wird, oder ca. 11 °, wenn der Dachansatz auf dem Hausdach erfolgt. Dort ist bereits eine PV-Hausdachanlage montiert, die an der Unterkante der PV Module (Höhe über Terrase ca. 3,8 Meter) mit dem VSG-Glas der Terrrassenüberdachung ergänzt werden kann (siehe Foto).


    Damit die Räume im Haus nicht zu sehr verdunkeln, hat eine befreundete Architektin vorgeschlagen, die ersten 2 bis 3 Meter mit einem VSG-Glas auszulegen und davor zum Garten hin ggf. Betonsteinpfannen mit ganz normalen Solarmodulen auszulegen. Dieser Ansatz kam daher, da das recht große Dach ansonsten wohl recht teuer werden würde, wenn es komplett mit PV-Modulen ausgelegt werden würde, die aus Sicherheitsglas bestehen müssen. Da zumeist in der warmen Jahreszeit die Terrasse genutzt wird, recht unter dem Terrasendach aus Betonsteinpfannen wohl auch der Lichteinfall aus.


    Die lichtdurchlässigen PV-Module lassen wohl auch nur einen geringen Anteil an Licht durch, so dass die Wahl mit dem klaren VSG-Glas wohl mehr Licht bringt. Allerdings denke ich in der kalten Jahreszeit steht die Sonne recht tief, so dass nicht sonderlich viel Licht in die Räume kommt, oder irre ich mich da ?


    Welche Lösung würdet ihr vorschlagen ?
    Ist das Dach nach dem EEG förderfähig (Inbetriebnahme ist wohl erst Ende 2016 bzw. 2017 und was gilt es zu beachten ?
    Eine Eigenutzung kommt ggf in Betracht, da momentan noch der Strom über einen Stromanbieter bezogen wird. Ist das sinnvoll oder mit weiteren Kosten verbunden ?


    Viele Grüße


    Kirsten

  • Hallo Kirsten und willkommen im Forum,


    du willst doch wohl nicht wirklich auf der gesamten Hauslänge eine 7m ( :!: ) tiefe, überdachte, Terrasse davorbauen :?::?: Das gibt ein Tanzfläche. :wink:
    Im Sommer sitzt darunter kein Mensch, wegen großflächigem Brutkasten.


    Das Haus sieht noch nicht alt aus, also wird die PV-Anlag auf dem Dach auch noch nicht alt sein. Was man so sehen kann, werden es auf jeden Fall über 10 kWp sein; vermutlich Überschusseinspeisung (oder doch Volleinspeisung wegen des Ferienhauses?).


    Du solltest vielleicht deine Beweggründe für PV auf dem Terrassendach nocht etwas weiter erläutern.


    Zitat von k_hillgruber

    Damit die Räume im Haus nicht zu sehr verdunkeln, hat eine befreundete Architektin vorgeschlagen, die ersten 2 bis 3 Meter mit einem VSG-Glas auszulegen und davor zum Garten hin ggf. Betonsteinpfannen mit ganz normalen Solarmodulen auszulegen.


    Hmmm....ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ein 15 m langer Streifen von 2 m Breite mit aufgesetzten Pfannen und Modulen wohl zu einem dahinterliegenden Glasdach aussehen wird. Spontan bricht bei mir keine Begeisterung aus, aber über Geschmack gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander. Auf jeden Fall wirst du einen guten Schneefänger haben. :mrgreen:


    Du hast hier bestimmt schon gesucht und einige Lösungen für Terrassenbelegungen gefunden.
    Wenn es nur an den Kosten scheitern sollte, würde ich das Dach etwas kleiner machen und vollständig mit semitransparenten Modulen belegen; sowas in dieser Art:


    Wo befindet sich das Haus? In Deutschland? Dann müsstest du ohnehin damit rechnen, dass es keine EEG-Vergütung für Gebäude geben könnte.

  • Hallo Bento,
    das Haus ist in der Nähe der Nordsee, bei Husum. Dort gibt es relativ wenig Schnee und viel Wind, es ist ein recht guter Luftaustasuch, was die Temperaturen im Sommer in einem erträglichen Rahmen hält.
    Die Hausdachanlage hat 10 kwp und ist von 2012.
    Der Stromverbrauch ist sehr niedrig, daher sollte eine Einspeisung erfolgen. Die Beweggründe für die PV auf dem Dach kommen daher, das die Dachfläche ja vorhanden ist und entsprechend genutzt werden kann. Die Betonsteinpfannen sind bei einer Belegung mit PV-Modulen ja kaum noch zu sehen, nur am Rand des Daches. Bzgl. der Optik soll z.B. die Oberkante der PV-Module bündig mit denm VSG-Glas abschließen.
    Wann ist denn eine Förderfähigkeit nach dem EEG gegeben und warum hier ggf. nicht ?
    Viele Grüße und vielen Dank!
    Kirsten

  • bevor du die Schnapsidee mit den Betondachsteinen weiter verfolgst, würde es nicht schaden wenn du dich schlau machst bis zu welcher Mindestneigung die einsetzbar sind. Dann hat sich das eh erledigt.

  • Bei der Montage auf einem Hausdach sind die ab einem Winkel von 22° ohne zusätzliche Maßnahmen einsetzbar. Unterhalb dieses Winkels sollen zusätzliche Befestigungsmaßnahmen erfolgen, was vorgesehen ist. Der Winkel würde ausreichen, um das Regenwasser ablaufen zu lassen. Zusätzlich sind die Steine durch die PV-Module geschützt.
    Was wäre eine preislich vergleichbare Alternative ?

  • Auf jeden Fall solltest du jemand anders als beim Hausdach nehmen. Die Montage ist ja ne 6.
    Fahr mal nach Struckum. :wink:

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1

  • Zitat von k_hillgruber

    Wann ist denn eine Förderfähigkeit nach dem EEG gegeben und warum hier ggf. nicht ?


    Könnte evtl. Probleme mit der Gebäudevergütung geben. Schau mal hier:
    http://www.energie-experten.or…it-solarmodulen-4419.html
    Dann bliebe aber immer noch die Vergütung für "sonstige bauliche Anlagen".

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von berti1

    Auf jeden Fall solltest du jemand anders als beim Hausdach nehmen. Die Montage ist ja ne 6.
    Fahr mal nach Struckum. :wink:


    Sieht aus als wenn da noch Dachflächenfenster rein sollen.


    Zitat von k_hillgruber

    Die Betonsteinpfannen sind bei einer Belegung mit PV-Modulen ja kaum noch zu sehen, nur am Rand des Daches. Bzgl. der Optik soll z.B. die Oberkante der PV-Module bündig mit denm VSG-Glas abschließen.


    Hui, das gibt aber mind. 40 cm starke Sparren (bzw. du müsstest ca. 20 cm unterhalb des VSG-Glases aufdoppeln)!
    Die Übergänge wirst du nie dicht bekommen, da die PV-Module an den auskragenden Enden "federn" und das VSG-Glas fest an die Unterkonstruktion gepresst ist.



    Aber Respekt an deine Architektin, wenn sie dir so eine Lösung vorschlägt. Ich will unbedingt Photos der fertigen Konstruktion sehen, falls ihr sie umsetzen solltet.

  • Zitat von Bento


    Könnte evtl. Probleme mit der Gebäudevergütung geben. Schau mal hier:
    http://www.energie-experten.or…it-solarmodulen-4419.html
    Dann bliebe aber immer noch die Vergütung für "sonstige bauliche Anlagen".


    Wie ist denn der dazu vorhandene Gesetzestext aus § 5 Begriffsbestimmungen
    „Gebäude“ jede selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlage, die von Menschen betreten
    werden kann und vorrangig dazu bestimmt ist, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen
    zu dienen,
    zu verstehen ?


    Eine Terrasse dient doch dem Schutz von Menschen vor Sonne, Regen und anderen Wettereigenschaften. Und dem Schutz des Garteninventars doch ebenfalls.


    Die Clearingstelle
    http://www.clearingstelle-eeg.de/files/2011-10_Hinweis.pdf
    hat unter 2.1.4 definiert, das z.B. fest mit dem Gebäude verbundene Terrassenüberdachungen (Anschluß zur Wand soll aus konstrultiven Gründen erfolgen) zum Gebäude gehören.


    Oder muss hier eine andere Lesart angesetzt werden ?


    Viele Grüße


    Kirsten

  • Ich bin davon überzeugt, dass es hier im Forum Leute gibt, die ein Terrassendach mit PV belegt haben und dafür auch die ganz normale EEG-Vergütung erhalten. Vielleicht meldet sich ja noch der ein oder andere!?


    Ich wollte mit meinem Einwand lediglich sagen, dass es auch andere Meinungen und sogar Urteile dazu gibt. Welche Auffassung richtig ist und welche falsch ist, vermag ich nicht zu sagen. Ob es bei dir mit der EEG-Vergütung für Gebäudeanlagen reibungslos klappen wird, dürfte daher wohl von deinem VNB abhängen.


    Nachfolgend dazu noch einige Links (auch zu älteren EEG-Fassungen):
    http://www.photovoltaikforum.c…auf-gebaeuden-t69351.html
    http://wintergarten-hersteller…rdachung-fotovoltaik.html
    https://openjur.de/u/274863.html

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)