Anlage über Eltern laufen lassen

  • Ich war heute bereits beim Steuerberater, bin aber nachdem ich hier nochmal nachgelesen habe nicht ganz schlüssig ob die Tipps die er mir gegeben hat alle 100% richtig waren.


    Folgende Konstellation:
    - Neubau eine Hauses, ich bin alleiniger Bewohner / Eigentümer
    - Ich habe zudem ein Nebengewerbe als Kleinunternehmer mit ca. 5.000 - 10.000€ Umsatz (95% Privatkunden); Verzicht auf Kleinunternehmerregelung kommt daher nicht in Frage
    - Könnte immer noch mehr verdienen, zahle aber trotzdem schon sehr viele Steuern (fast 50% vom Gewinn würde an Steuern abgegeben werden müssen)
    - Eltern sind beide "Altersrentner", relativ geringe Steuerlast


    Idee vom Steuerberater:
    - Anlage über meine Eltern kaufen
    - Stromanschluss auf mich laufen lassen
    - Eltern verkaufen mir Strom, EEG ist wohl zu bezahlen



    Meine Überlegung als Alternative:
    - Anlage über meine Eltern kaufen
    - Meine Eltern melden einen Zweitwohnsitz bei mir an (bekommen ohnehin ein Zimmer)
    - Stromanschluss wird auf meine Eltern angemeldet




    Hat jemand schon eine ähnliche Konstellation gehabt?
    Muss in diesem Fall noch EEG Umlage bezahlt werden? Und wie wird dann der Eigenverbrauch gesehen?

  • Spontan würde ich sagen das deine Alternative sich nicht mit einem Steuerberater verträgt.
    Zwischen den Zeilen lese ich das, das die Eltern nur eine Briefkasten Adresse bei dir haben,
    sie den ganzen Eigenverbrauch über sich Abrechnen und du nichts an sie Zahlst da die
    Anlage von dir Finanziert wurde. Denke so etwas kann leicht zu Ärger führen. Überlege
    daher ob du den Vorschlag hier weiter so stehen lassen willst.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Ich habe hier absichtlich nicht zuviel geschrieben - man muss ja nicht unbedingt alles private hier breittreten. Kurzum - ich habe ein 165m² Haus + KG, dass ich erstmal alleine bewohne. Für meine Eltern ist ein separates Gäste + Wohnzimmer eingeplant. (Die Zimmer sind angedacht später ggf. mal als "Alterswohnsitz" für meine Eltern zu fungieren sofern Sie irgendwann mal Unterstützung brauchen).


    Aktuell bin ich bereits ca. 20-30% / Jahr auf Dienstreise - in der Zeit werden dann meine Eltern zeitweise in der Wohnung leben und alles auf Vordermann halten - auch um sich an das Haus und die Umgebung zu gewöhnen (meine Großeltern waren alle in den letzten Jahren dement, meine Eltern möchten wenn es mal soweit kommt nicht komplett alleine und in einer gewohnten Umgebung sein - ins Heim will ich niemanden stecken). Aus diesen Gründen werden Sie auch bereits zukünftig relativ viel in der Wohnung sein. (Meine Mam plant auch bereits Gartenbeete etc... - wann soll ich diese denn bewirtschaften wenn ich soviel unterwegs bin). ;-)


    Die Anlage hätte ich ursprünglich auf mich laufen lassen und dann auch voll finanziert. Wenn Sie über meine Eltern läuft, würden diese die Anlage aus Ihrem EK bezahlen. (Kreditzusage für mich persönlich hätte ich bereits).



    Selbstverständlich suche ich nach einer Möglichkeit, die Anlage möglichst günstig und effektiv zu betreiben. Ich denke das ist auch nicht verboten. Den Zweitwohnsitz würden meine Eltern normalerweise erstmal nicht anmelden, auch der Stromanschluss würde bisher über mich laufen - wenn wir aber einen Vorteil dadurch haben diese anders zu gestalten ist doch nichts verwerfliches dran dies auch zu tun.

  • Hi,


    ich habe mal ne Muster EÜR für die Regelbesteuerung aufgesetzt. Siehe hier
    http://www.photovoltaikforum.c…t111549-s20.html#p1359407


    Gemäß dem Bsp. der Muster EÜR:
    Bei der KUR würde die UST für den Eigenverbrauch (EV) entfallen 77,81€.
    Die AFA würde sich in diesem Beispiel aber auch ändern von
    663,16€....hätte aber wohl 9,61 * 1330€ = 12781,30€/20 Jahre = 639,06€ heißen müssen...auf
    9,61 * 1582,7€ = 15209,47€/20 Jahre = 760,49€


    Das würde also in diesem Beispiel folgendermaßen aussehen
    Einnahmen: 1374,58€ - 77,81€ = 1296,77€
    Ausgaben (korrigiert): 1264,43€ - 663,16€ + 639,06€ = 1240,33€ - 639,06€ + 760,49€ = 1361,76€


    Differenz Einnahmen zu Ausgaben = 1296,77€ - 1361,76€ = -64,99€ :!:


    Die EEG-Umlage wäre die "volle" Umlagenhöhe auf den EV in Höhe von 6,354ct/kWh.
    In dem Beispiel der Muster EÜR ist ein EV von 1829,74kWh angesetzt...also würde die EEG-Umlage bei
    1829,74kWh * 0,06354€ = 116,26€ liegen.


    Das würde dann wieder bei den Einnahmen zuschlagen (wenn die Anlage über deine Eltern läuft)....also - 64,99€ +116,26€ =51,27€ zu versteuernder Gewinn bei deinen Eltern. Nicht viel aber ein bisschen.


    Du kannst ja mal diese Muster EÜR studieren und mit deinen möglichen Zahlen ergänzen bzw. ändern.
    Wahrscheinlich ist es in beiden Varianten relativ zu vernachlässigen was dabei rumkommt. Die Frage ist:
    Wie sich ein späterer Kauf der Anlage von den Eltern auswirken und wie groß/ umfangreich ist der "Verwaltungsaufwand" dafür.
    Das kann ich nicht beurteilen, vielleicht weiß das ja jemand anderes.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Vorschlag Eins:
    Keine Anlage bauen, keine Steuern für PV.


    Vorschlag Zwei:
    Eltern beteiligen sich an der PV und ihr gründet eine GbR. Für die GbR kann dann die Regelbesteuerung gewählt werden.


    Vorschlag Drei:
    Nicht so viel rumeiern, Anlage bauen und mit den steuerlichen Kosequenzen leben.

  • Meine Sympathie gehört eindeutig dem

    Zitat

    Vorschlag Drei:
    Nicht so viel rumeiern, Anlage bauen und mit den steuerlichen Konsequenzen leben.

  • Es sind ja nicht nur steuerliche Konsequenzen...
    Auch die EEG-Umlage ist nicht zu verachten. In jedem Fall ist genau genommen Umlage fällig. Sobald andere als der Anlagebetreiber den Strom verbrauchen (Eltern, Besucher jeglicher Art), ist streng genommen Umlage fällig - so jedenfalls mein Stand aus dem Entwurf des Leitfadens der Netzagentur.
    Ich hoffe mal, das wurde in der endgültigen Fassung geändert.
    Also wohl am besten gar nicht so viel reden und einfach machen (also Anlage auf dich laufen lassen) unter Kleinunternehmerregelung.
    Der Gewinn dürfte sich eh in Grenzen halten. Bei Neubau kannst du ja den Stromverbrauch entsprechend in die Richtung hoher Eigenverbrauch schieben, evtl. mit Speicher. Die Zeiten um mit PV das große Geschäft zu machen sind leider vorbei.

  • Da die Eltern offensichtlich Rentner sind, dürfte durch die gewerbliche Tätigkeit auch die Krankenkasse Interesse an einem zusätzlichen Beitrag haben. Dieses müsste auch in die Betrachtung einbezogen werden.

  • Danke für die ganzen Tipps. Die Anlage wird pro Jahr ca. 800 - 1.000€ Umsatz generieren. Abzgl. 675€ Abschreibungskosten gehe ich jetzt mal von 300€ Gewinn aus. Wenn man so rechnet, dann wäre es wohl wirklich zu überlegen die Anlage komplett auf mich laufen zu lassen.


    Bei meinen Eltern würde sich die Einnahme nicht auswirken - Sie sind Altersrentner.