PV Anlage auf Scheunendach EigenV und 2 EAutos

  • Hallo,
    wir planen gerade eine PV Anlage auf einem alten Scheunendach zu errichten. Die Scheune hat eine Grundfläche von circa 120qm, mit Satteldach. Das Satteldach ist in Südausrichtung, circa 45 Grad und bietet insgesamt circa 60qm für Module. Die Scheune ist von 1903 wurde vom Dachdecker aber durchgecheckt alles in Ordnung bzgl. Statik usw.


    Die Scheune steht hinten rechts auf dem Grundstück, man müßte entsprechende Kabel bis ans Haupthaus verlegen, normaler Stromanschluss ist zwar hinten in der Scheune verlegt, mit separatem Sicherungskasten in der ehemaligen Schmiede(Straßenseite circa 40m entfernt) aber ich denke das wird nicht ausreichen und neue Kabel müssen verlegt werden. Hinter der Scheune ist ein schmaler Weg dahinter Nachbargrundstücke es besteht kein Anschluss an das Stromnetz. Das Grundstück ist circa 50 tief, dies wäre der zu überbrückende Weg an den Zähler.


    Grundsätzlich wollen wir versuchen den Strom zu bis circa 20% selbst verbrauchen und auch einen Batteriespeicher mit einbinden um den Eigenverbrauch möglichst hoch zu halten. Wir haben 1 Auto (Hybrid Benz GLC 350 e) und ein zweites Elektroauto ist in der Anschaffung geplant. Ingesamt könnten wir die 20 (Frau) bzw 60km(ich) zur Arbeit dann voll / teil elektrisch zurücklegen. Eine Auflademöglichkeit beim Arbeitgeber ist vorhanden. Meine Frau arbeitet Teilzeit ist also ab 15 Uhr zuhause mit den Kids.
    Wir haben einen Jahresstromverbrauch von circa 4500 kWh bei 2 Erwachsenen und 2 Kindern (3 Jahre).
    Im Haus ist eine Öl-Heizung von 2000 verbaut die wird unter Umständen noch einige Jahre halten, danach werden wir komplett auf Pellets umsteigen und etwas Solarthermie aufs Dach für Warmwasser.


    Ich habe die Eckdaten in den Angebotsrechner eingegeben und komme auf folgende Werte.




    Meine Fragen an Euch wären jetzt ganz konkret:
    - Welche Anlagengröße sollen wir wählen? Ich würde die Anlage ungern überdimensionieren da eine Einspeisung ins öffentliche Netz wenig lukrativ ist.
    - Hat jemand Erfahrung bei solch einer Anlage in Kombination mit Batteriespeicher und Elektroautos. Bei den Batteriespeichern gibt es eine Förderung der KFW soweit ich gesehen habe aber nur bei hohem Eigenverbrauch. Die Frage ist ob sich dies überhaupt rechnet, die Speicher sind noch sehr teuer.
    - Muss beim geplanten Umstieg auf Pellets in den nächsten 5 Jahren etwas in der jetzigen Planung berücksichtigt werden?

  • Wenn Du clever bist, versuchst Du auf den rund 60m² möglichst nah an die 10KWp zu kommen und baust die ohne Speicher in 70-weich.


    Wenn der Verbrauch der PV im Haupthaus erfolgen soll und bis jetzt keine Stromkabel von der Scheune zum Haupthaus liegen, dann muss man da eine Verbindung schaffen. Minibagger mieten und KG Rohr verbuddeln ist eine gängige Lösung, nach dem was ich hier im Forum in den Fällen mitbekommen habe.


    Was meinst Du mit:

    Zitat

    Hinter der Scheune ist ein schmaler Weg dahinter Nachbargrundstücke es besteht kein Anschluss an das Stromnetz. Das Grundstück ist circa 50 tief, dies wäre der zu überbrückende Weg an den Zähler.


    Ist da jetzt ein Stromnetz oder hat bloß die Scheune keinen separaten Netzanschluss?
    Etwas verwirrend geschrieben...


    Warum willst Du den "Eigenverbrauch möglichst hoch halten"?
    Die eAutos werden Oktober bis März zu 95% mit Steckdosenstrom laufen!
    Mit eAutos im Sommer über PV bist Du dann >6000KWh im Jahr.
    Pellets kann ich nicht beurteilen ... anstelle der Thermie sollte es mit PV auf dem Dach aber eher eine BWWP werden. :wink:


    Zitat

    Ich würde die Anlage ungern überdimensionieren da eine Einspeisung ins öffentliche Netz wenig lukrativ ist.


    Lukrativer als der Speicher dürfte Einspeisung aber allemal sein. :idea:


    Du schreibst ja selbst...


    [quote]Die Frage ist ob sich dies überhaupt rechnet, die Speicher sind noch sehr teuer.[quote]


    Welchen Wärmebedarf hat das Haus für Heizung und WW pro Jahr?
    Liegt z.B. Erdgas in der Straße, um eine Alternative zu den Pellets durch zu rechnen?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Seppelpeter,


    danke für die schnellen Antworten.


    Bzgl. der Scheune, was ich sagen wollte ist, dass hinter der Scheune kein Stromanschluss ist, deshalb müsste ein Kabel verbuddelt werden. Ggf kann man dies ja auch oberirdisch machen durch die Nebengebäude durch. Das überlasse ich dem Fachmann ;)


    Den Eigenverbrauch wollte ich insofern hochhalten, da der erzeugte Strom günstiger ist als wenn ich ihn zukaufe.


    Wenn ich dich richtig verstehe sollte man also versuchen das Dach maximal zuzubauen mit günstigeren Modulen, und dann lass ich mir mal die Angebote geben mit und ohne Speicher.


    Das Wohnhaus ist auch von 1903, steht auf dem Energieausweis ganz außen rechts (tief-rot), das Dach ist gedämmt (2000 gemacht) aber doch eher überschaubar bzgl. Energieeffizienz. Raumhöhe knapp 3 Meter und Sandsteinwände von knapp 50-60cm machen es aber erträglich, das ist dann wohl der Preis für das angenehme Raumklima ;)


    Wir haben circa 250 EUR an Kosten für Öl+WW pro Monat (Jahresschnitt). Heizen aber den Wintergarten mit Scheitholz und im Wohnzimmer mit einem automatischen Pelletofen (Sackware) zu. Hier kommen aufs Jahr gerechnet dann nochmal circa 30 EUR pro Monat hinzu.


    Der Architekt und der Installateuer haben dazu geraten auf Pellets umzusteigen, Erdgas haben wir nicht, Ölheizung möchte ich keine neue einbauen. Wärmepumpe usw fällt aus wegen fehlender Dämmung usw.

  • Zitat von phil81

    Den Eigenverbrauch wollte ich insofern hochhalten, da der erzeugte Strom günstiger ist als wenn ich ihn zukaufe.


    Logo gilt es mit PV auf dem Dach den Verbrauch in die Ertragszeit zu legen.
    Also Spüli, WaMa und Trockner tagsüber laufen lassen ... das eAutochen tagsüber mit geringer Leistung laden usw..


    Mit Speicher gilt Dein obiger Satz nicht mehr, sofern Du nicht vor hast, selbst die Staplerbatterie ins Haus zu tragen und diese selbst anschließen kannst/willst.
    Rechne Dir am besten einfach mal selbst aus, was eine KWh aus dem Speicher kosten wird.
    Da kommt irgendwas 30-50 Cent pro KWh und netto raus :!:
    Was kostet der Bezug :?:


    Ja, bei dem doch recht hohen Verbrauch und ggfs. mal 2. eAuto oder BWWP für WW würde ich die 10KWp anpeilen.


    Bei dem Verbrauch/Kosten dürfte die Pellets Lösung passen, aber von Pellets habe ich keinen Plan.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Wurden jemals Tiere in der Scheune gehalten? Hat der Dachdecker auch ein paar Dachziegel abgenommen bzw. von unten versucht, die Dachlatten hochzudrücken? Wäre nicht das erste Dach, bei dem Ziegel und Latten noch in Ordnung, aber alle Nägel durchgerostet sind.

  • Tiere wurden nie in der Scheune gehalten, es handelt sich um eine alte Weinkommision. Die Latten / Querbalken sind alle intakt. Der Dachdecker ist einmal durch und hat an einigen Stellen getestet und auch mit Winkeln zusätzlich verstärkt.

  • Zitat von seppelpeter

    Mit Speicher gilt Dein obiger Satz nicht mehr, sofern Du nicht vor hast, selbst die Staplerbatterie ins Haus zu tragen und diese selbst anschließen kannst/willst. Rechne Dir am besten einfach mal selbst aus, was eine KWh aus dem Speicher kosten wird. Da kommt irgendwas 30-50 Cent pro KWh und netto raus :!:


    Wenn man eine PzS bei Bater in Polen kauft (die schreiben fließend deutsch und liefern auch an Privatpersonen), dann liegen die inklusive Trog, Verbindern, Elektrolytumwälzung (unbedingt mitbestellen!), Mehrwertsteuer und Lieferung bei 150 Euro pro kWh Nennkappa. Wenn man nur 70% entnimmt, dann liegt man bei rund 200 € pro kWh nutzbar. Eine PzS, der man 70% der Nennkappa entnimmt, macht 2.000 Zyklen mit, man landet also bei 10 Cent pro durchgeleiteter kWh. Wenn man die Verluste mit einrechnet sowie den Elektriker, der die Batt anschließt, dann wird man bei 12-14 Cent liegen.Wenn man sich etwas Ahnung von Batterien angeeignet hat und die Batterie so auslegt, dass man sie (so wie die Li-Akkus auch) bis auf 60% der Nennkappa runternutzt, dann sind auch 6-7 Cent möglich. Da es einen rund 10 Cent kostet, die kWh per PV zu erzeugen, würde man dann bei 16-17 Cent pro kWh liegen, was durchaus konkurrenzfähig zum Netzstrom wäre. Und der Preis ist brutto!


    Wenn man im Jahresdurchschnitt 1/3 des Stromverbrauches hat, während verwertbare Strahlung kommt, und den Rest in der Nacht über die Batterie holt, dann hat man folgende Mischkalkulation: (8 * 10 + 16 * (10 + 7) ) / 24 = 14,7 Cent pro kWh
    Eine Halbinsel kann sich also durchaus rechnen, allerdings muss man wissen, was man da plant und macht.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning

    Eine Halbinsel kann sich also durchaus rechnen, allerdings muss man wissen, was man da plant und macht.


    Jepp, deswegen stand da extra für Dich der Nebensatz mit "sofern...." dabei. :wink:


    Wobei Deine Berechnung klar dem Ansatz von Harry S. Truman folgt:
    "If you can't convince them, confuse them." :wink:

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    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Zitat von jdhenning

    Wenn man im Jahresdurchschnitt 1/3 des Stromverbrauches hat, während verwertbare Strahlung kommt, und den Rest in der Nacht über die Batterie holt, dann hat man folgende Mischkalkulation: (8 * 10 + 16 * (10 + 7) ) / 24 = 14,7 Cent pro kWh


    Und wenn er den Strom für 12,31ct verkauft und für den Bezugsstrom 25ct bezahlt, kostet ihn die kWh Stromeinkauf gegengerechnet nur noch 12,69ct. Und wenn er mehr produziert als verbraucht wirds noch billiger. Das ganze nicht nur auf ein Batterieleben, sondern auf min. 20 Jahre. Und jetzt?


    Man kann sich alles, aber auch wirlich alles schönrechnen....


    PS. Warum noch Batterie/Speicher wenn doch EVs angeschaft werden sollen?

    Gruß PV-Express


    Mit ZOE Z.E. 40 Beruflich unterwegs

    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • wie wärs mit einem Mini-BHKW mit Flüssiggas betrieben z.B Ecopower dann macht einn kleiner Speicher durchaus Sinn.
    Im Sommer Warmwasser über BWWP und die vorgesehene Fläche für Solarthermie mit PV vollmachen.



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

    Tesla P85+ seit 8/13 >471.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Es sind noch 4x320W hinzugekommen = 1280W d.h. Gesamt PV-Leistung nun 29,329kWp. Seit 1.11.20 werden die eAutos gesteuert per E3DC-Control und Teslatar zum Börsenpreis von aWATTar geladen.