Gewerbeanmeldung selbstgenutzer 8,9kWp Anlage

  • Hallo,


    in zwei Wochen wird meine neue 8,9kWp Anlage auf meinem Dach installiert.
    Jetzt habe ich gehört, dass ich mir für 20 Euro ein Gewerbe anmelden kann und mir beim FA die MwSt zurückholen kann. Dazu muss ich nach bisherigem Kenntnisstand auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten, und für die nächsten 5 Jahre eine Umsatzsteuererklärung abgeben, und die vom Energieversorger erhaltene Umstatzsteuer an das FA abführen.


    Die Anlage dient vorrangig der Deckung des Eigenbedarfs und der Rest wird eingespeist.


    1) Ist es wirklich so einfach die MwSt zurückzubekommen?
    2) Welche Vorteile/Nachteile entstehen mir dadurch?


    Danke und Gruß,
    kizzu

  • Das meiste ist richtig. Gewerbe anmelden musst du aber nicht.
    Der "ganze Kram" ist hier im Forum schon zig-mal beschrieben worden, wühl dich da mal durch! :)
    Wenn noch Fragen übrig bleiben wird dir mit Sicherheit hier im Forum schnell und freundlich weitergeholfen!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Hallo Kizzu,
    Eine ordnungsrechtliche Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde ist für eine PV Anlage auf eigenem Dach nicht notwendig.


    Die MWSt bekommt man tatsächlich leicht zurück. Hierzu braucht es die Meldung der Tätigkeit beim Finanzamt (Fragebogen zu steuerlichen Erfassung ausfüllen und mit der Rechnung beim FA einreichen).


    Vielleicht mal mit sein Stichworten hier noch ein bisschen suchen und einlesen.
    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von kizzu


    1) Ist es wirklich so einfach die MwSt zurückzubekommen?
    2) Welche Vorteile/Nachteile entstehen mir dadurch?


    1, ja. (brauchst keinen Gewerbeschein dafür)
    2. Nachteile:
    -monatliche Ummsatzsteuervoranmeldungen
    -höherer Betriebsgewinn (Einkommenssteuer)
    -Eigenverbrauch ist umsatzsteuerpflichtig (4-5cent / Kwh)

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Zitat von klaus24V

    1, ja. (brauchst keinen Gewerbeschein dafür)
    2. Nachteile:
    -monatliche Ummsatzsteuervoranmeldungen
    -höherer Betriebsgewinn (Einkommenssteuer)
    -Eigenverbrauch ist umsatzsteuerpflichtig (4-5cent / Kwh)


    Na ja, neben den aufgezählten Nachteilen sollte man dann doch auch DEN Vorteil, die 19% MwSt auf den Anlagenpreis "quasi zu sparen" auch noch kurz der Vollständigkeit halber nennen.
    Die monatlichen USt-Voranmeldungen sind, wenn man's einmal gemacht hat, eine Sache von 2-3, max. aber 5 min und außerdem bei der genannten Anlagengröße bis auf Ende 2017 befristet; ab da dann nur noch die jährl. USt-Erklärung.


    Wie schon die Vorschreiber richtigerweise ausführten, einfach mit ein paar entsprechenden Suchbegriffen sich zur Thematik hier im Forum etwas einlesen und dann ggf. nochmals gezielt nachfragen.

  • Ok, danke für Eure Hilfe. Auch ich habe bislang offensichtlich die zwei Kernthemen nicht klar genug getrennt:


    Gewerbeanmeldung: Ein Gewerbe hätte ich jetzt nur angemeldet, um die MwSt zurückzubekommen. Wenn ich die auch so erstattet bekomme, warum dann noch ein Gewerbe anmelden? Mit dem was ich hier so gelesen habe ist es einzig und allein eine Frage von "will ich eine Berechtigung für den Einkauf im Großmarkt haben" und "muss ich Müllgebühren in meiner Gemeinde zahlen"...


    Steuern: Egal ob ich ein Gewerbe anmelde oder nicht, steuerlich bedeutet meine 8,9kWp Anlage folgendes (bitte korrigiert mich):
    - ich muss in jedem Fall die Umsatzsteuer, die ich mit der Einspeisevergütung vom Energieversorger ausbezahlt bekomme, an das FA weiterleiten
    - ich muss in den ersten 5 Jahren eine monatliche UND eine jährliche Umsatzsteuervoranmeldung ausfüllen. Nach den 5 Jahren nur noch jährlich
    - da ich einen Teil der erzeugten Energie selbst verbrauche, muss ich für die selbst verbrauchten kWh Umsatzsteuer zahlen
    - ich muss in meiner privaten Steuererklärung eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie die Anlage G einfügen


    Verbleibende Frage:
    - Da ich mit meiner Anlage ja deutlich unterhalb der 17.500 EUR Grenze liege: Sollte ich mich von der Umstatzsteuerpflicht befreien lassen?
    - Kann mir jemand von Euch Anlagenbetreibern mal mit fiktiven Werten vorrechnen, wie sich das alles zusammen verhält?

  • Nein, du solltest dich nicht befreien lassen. Dann bekommst du die MWSt wieder.


    Vorrechnen kann ich jetzt gerade nicht, bin mobil unterwegs.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH


  • Meine Meinung dazu der Einfachheit halber in blau im oben zitierten Text eingefügt. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous ()

  • Hallo kizzu,


    lies dir mal diesen Thread durch; da habe ich einen Fall etwas ausführlicher durchgerechnet.
    Vielleicht kannst du was damit anfangen!?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento

    Hallo kizzu,


    lies dir mal diesen Thread durch; da habe ich einen Fall etwas ausführlicher durchgerechnet.
    Vielleicht kannst du was damit anfangen!?


    Na da hast du dir aber wirklich Mühe gegeben. Da ich die Anlage nicht finanziere, hilft mir diese Rechnung allerdings nicht weiter. Ich habe das Geld "rumliegen".


    Die Art von Rechnung die ich habe möchte ist steuerlicher Natur, also z.B.
    - was bekomme ich vom FA erstattet
    - wie hoch ist meine Einkommensteuer bei ca. 30% Eigenverbrauch
    - wie hoch ist meine Umsatzsteuer
    - etc.


    Mein Hirn versteht solch komplexe Zusammenhänge deutlich besser, wenn es ein Fallbeispiel in Form von Zahlen vorgelegt bekommt. Daher wäre es wirklich extrem nett, wenn sich jemand dazu bereiterklärte, meine Rechnung fortzusetzen (achtung fiktive Werte):


    Anlagenpreis: 7600 EUR brutto
    auf Rechnung ausgewiesene MwSt: 1213,45 EUR


    Ich spendiere auch gern einen Kasten Bier falls jemand aus der Nähe kommt (PLZ 516xx) :-)