Anmeldung beim Finanzamt/ Kleinunternehmer-Regelung

  • Guten Morgen,
    melde mich mal wieder aus dem Off.


    Nun umtreibt mich die Anmeldung meiner PV-Anlage (insgesamt 8,5kWp) beim Finanzamt.
    Ich muss bis zum Ende des Monats ein Formular ausgefüllt zurücksenden und mich entscheiden, ob ich die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen möchte oder nicht. Mir sind aber die Unterschiede der beiden Alternativen noch nicht so klar. Gibt es darüber hinaus weitere Tipps, die für die Anmeldung beim Finanzamt wichtig sind?


    Vielen Dank für jeden Rat/Tipp.
    Gruß, Marco.

    8,58 kWp
    15 * Heckert NeMo 60P 260 (-75° (Südost) / 50° DN)
    12 * Heckert NeMo 60P 260 (105° (Nordwest) / 50° DN)
    Sunny Boy 5000TL-21
    In Betrieb seit 30.06.2015
    6 * Astronergy ASM6610P 260wP (15° Südwest)
    Sunny Boy 1.5
    In Betrieb seit 18.05.2016

  • Wikipedia z.B. erklärt das recht gut. Eine Suchmaschine liefert noch mehr Erklärungen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/…hmerregelung_(Deutschland)
    Die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG ist eine Vereinfachungsregelung im Umsatzsteuerrecht, die Unternehmern mit niedrigen Umsätzen ein Wahlrecht gewährt, weitgehend wie Nichtunternehmer behandelt zu werden. Der Kleinunternehmer unterliegt dennoch dem Umsatzsteuergesetz; insoweit entsteht (§ 38 AO) auch die Umsatzsteuer, allerdings wird die Steuer durch das Finanzamt nicht erhoben (§ 218 ff. AO). Im Wesentlichen können Kleinunternehmer daher auf den Ausweis und die Abführung von Umsatzsteuer verzichten, sind dann aber auch vom Vorsteuerabzug aus Rechnungen anderer Unternehmer ausgeschlossen.


    Das Forum ist voll mit Fragen und Antworten in Bezug auf die KUR.


    Kurz gesagt, KUR bedeutet, keine Umsatzsteuer vom Kunden und keine Vorsteuer vom FA.

  • Mal kurz zusammengefasst, für detailiertere Angaben empfehle ich, sich im Forum unter Finanzen/Steuern mal einzulesen, gbit diverse Beiträge zu dem Thema:


    Vorteil KUR: Man muss keine Umsatzsteuer-Erklärungen machen
    Nachteil KUR: Man erhält die beim Kauf der PV gezahlte Umsatzsteuer (= Vorsteuer) nicht zurück


    Übliche Praxis: Am Anfang Regelbesteuerung mit Abgabe der USt-Erklärungen, somit kann man die USt vom Kauf zurückerhalten bzw. muss die in Summe halt nicht bezahlen (meist einige 1000 EUR).
    Dann nach 5 Jahren zur KUR optieren, das erspart einem dann die Abgabe der jährliche USt-Erklärungen und die Rückerstattung darf man behalten.


    Achtung: Die hat keinen Einfluß auf die Einkommensteuererklärung, bei der man die Einnahmen durch den Eigenverbrauch und die Einspeisevergütung abzüglich Kosten und Abschreibung über die EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) versteuern muss.

  • Wichtig bei der Anmeldung im Finanzamt ist, dass du im Formular Kleinunternehmerregelung ankreuzt. Die Kleinunternehmerregelung besagt, dass du keine Mehrwertsteuer abziehen darfst und bis zu 17:500 EUR im Jahr Steuerfrei Einnahmen erzielen darfst. Man muss nur eine Gewinn-Verlust Bilanz bilden lassen. Die Summe, die dann heraus kommt ist deine Versteuerbare Summe. Was du versteuern kannst hängt glaube ich davon ab, was für ein Themengebiet besetzt.


    Wenn du noch Fragen hast, frage mich oder schau bei Google vorbei. Wenn das ganze dir zu unerklärlich ist würde ich den Weg zum Steuerberater wagen. Dieser macht meistens auch eine günstige Erstberatung.


    Freundliche Grüße!

  • Wichtig ist da gar nix, man muss sich für eine der Varianten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen entscheiden.


  • Auf den Eigenverbrauch sind auch 19% Umsatzsteuer fällig und die muss man dann nach Wechsel zur KUR nicht mehr ans Finanzamt überweisen. Diese 19% sind kein durchlaufender Posten, sondern Geld das wirklich am Ende weniger auf dem eigenen Konto ist!


    Zumal ein gewisser Forenexperte der Meinung ist man müsse für den Eigenverbrauch den Bezugspreis inkl. Grundgebühr seines Versorgers* ansetzen und nicht die Herstellkosten (> Anlagenpreis / auf 20 Jahre Abschreibungsdauer zu erwartende Erzeugungsmenge). Durch diese Annahme des besagten Experten ergeben dann diese 19% Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch auch gleich mehr als das 3 fache an Umsatzsteuer in Richtung Finanzamt als würde man die Herstellkosten ansetzen!


    Daher kann man doch nur jedem "kleinem Häuslebesitzer mit PV" empfehlen bei Anlagenerrichtung sich die Umsatzsteuer erstatten zu lassen und dann nach 5 Jahren zur KUR zu wechseln, ohne das es dadurch auch notwendig ist diese wieder zurückzuerstatten ans Finanzamt (wie von passra bereits geschrieben). Ergebnis: Mehr Geld auf dem Konto und weniger Arbeit mit dem Finanzamt. Andere Meinungen? Klar das hier BMF-Drohnen von dieser von passra als "übliche Praxis" bezeichneten Vorgehensweise abraten.


    Vermutlich taucht jetzt auch in diesem Thread wieder besagter "PV-Steuer Forenexperte" auf um Angst und Schrecken zu verbreiten mit der Kunde das man das besser erst nach 10 Jahren macht und nicht nach 5 Jahren. Die blöden sind dann diejenigen die völlig unnötig weitere 5 Jahre warten und dann vermutlich auch zusätzlich noch "Opfer" einer sich bis dahin evtl. geänderten "Rechtslage" an der im BMF & co mit Sicherheit schon mit Hochdruck gearbeitet wird..


    -


    * Neuerdings ist von besagtem PV-Steuer Forenexperte zu lesen man dürfe jetzt bei Umrechnung der "Versorgergrundgebühr" auf den kWh-Bezugpreis nicht nur die Bezugmenge sondern auch die Gesamtemenge aus Eigenverbrauch mitrechnen. Darüber freuen sich doch sicher alle die das bisher aufgrund seiner "Empfehlung" nicht so gemacht haben und dem Amt mehr Geld als notwendig überwiesen haben. Viel Spaß beim zurückholen, oder ?


    :juggle::roll:

    Nur 20 Prozent der deutschen Autobahnen haben ein fixes Tempolimit: Link

    Nur 8% der Unfälle finden auf Autobahnen statt: Link

  • ein weiterer, gern vergessener Vorteil der KUR ist, das man alle Ausgaben zum Bruttopreis bei der Einnahme Überschuss Rechnung berechnen kann. Heisst also die gezahlte Umsatzsteuer mindert direkt den zu versteuernden Gewinn.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • MarkusManzfeld schrieb:

    Zitat

    Die Kleinunternehmerregelung besagt, dass du keine Mehrwertsteuer abziehen darfst und bis zu 17:500 EUR im Jahr Steuerfrei Einnahmen erzielen darfst.


    Den Satz kann man nicht so stehen lassen.!
    Selbstverständlich werden Steuern fällig!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von passra


    Vorteil KUR: Man muss keine Umsatzsteuer-Erklärungen machen
    .


    Es sind nur keine (anfangs monatlichen) Umsatzsteuer-Voranmeldungen nötig, die jährliche Umsatzsteuererklärung muß man trotzdem machen, dort wird halt der Teil zur KUR ausgefüllt (Umsatz, Umsatz des Vorjahrs).