Dachlawine auf Wintergarten?

  • Hallo,


    unser Rohbau vom Einfamilienhaus ist jetzt fertig und nach dem alles glatt lief, offenbart sich jetzt ein arger Planungsfehler.


    Die Situation:
    Wir haben gen Süden 155 qm Dünnschicht PV-module (wegen Optik und aus anderen Gründen), die das ganze! Dach bedecken,
    110cm Dachvorsprung
    Drei Meter tiefer einen Wintergarten, der 170 cm vor steht.
    Die Dachneigung beträgt 26° - Schneezone 1 und 450 Meter Höhe (Nähe Bodensee)
    Dach ist fertig, die Uunterkonstruktion für die PV Anlage ist fertig. Vom Wintergarten steht nur das Fundfament.



    Das Problem:
    Im Falle einer Dachlawine können die äußersten 60cm des Wintergartens von der Dachlawine getroffen werden.
    Der Architekt ist wegen Burnout nicht mehr einsatzfähig, wir haben quasi die Bauleitung übernommen.


    Die Montage von Schneefanggitter ist bei unserem Dach kaum noch möglich und wurde uns auch eher abgeraten (lieber viele kleine harmlose Lawinen ohne Schneefang als ein Schneefanggitter und dafür seltene aber dann verhehrende Lawinen)
    Auch eine Verlängerung des Dachvorsprungs ist statisch im nachhinein kaum nöch möglich. Dünnschicht lässt sich auch nicht per Modulheizung betreiben. Wir haben die recht fragilen Stegträger statt Vollholz im Dach.


    Die Lösung:
    12 mm Teilvorgespanntes Glas auf Wintergarten und eine stabile Unterkonstruktion sollten eine mittlere Lawine ohne Eis (60 kg Schnee pro Meter Dachkante aus 3 Meter Höhe die innerhalb von 15 cm von 7-8m/Sekunde auf null abgebremst werden) nach meinen Berechnungen locker vertragen.


    Die Fragen:
    Was haltet Ihr von der Lösung? Kommt der Schnee von den Modulen immer pulverförmig runter oder ist da auch mal Matsch oder Eis dabei?
    Wisst Ihr ggf. noch andere Lösungen? Wir haben schon an eine (ausrollbares) Netz zwischen Wintergarten und Dachvorsprung gedacht.


    Das Forum genießt glaube ich einen sehr lösungsorientierten Umgang, trotzdem sicherheitshalber eine Bitte: Nach möglichkeit keine Rückmeldungen im Sinne von: Wie kann man nur so einen Quatsch planen, rechtlich muss der Architekt für alles gerade stehen, Dünnschicht ist Käse ....

  • also ich hab noch nie eine Pulverschneedachlawine gesehen, das ist immer matsch und eis

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Gute Versicherung mit Elementarschäden nehmen.


    Der eigentliche Planungsfehler ist die Dünnschicht Anlage, aber egal.


    Gesendet mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo,


    ja ich dachte zuerst auch bei "Planungsfehler" an die Dünnschicht-Anlage. :lol: Sowas macht man doch heute nicht mehr und lässt es sich auch nicht aufschwatzen. :?:
    Wenns mittels Schneefang nicht geht bleibt nur noch die 60cm bei Lawinengefahr im Winter mit irgendwelchen Schutzplatten abzudecken. Alternativ eventuell auch noch ein kleinmaschiges Schutzgitter über diesen Glas-Bereich fest zu installieren.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Das mit dem Schutzplatten ist eine gute Idee!


    Ich empfehle keinem Dünnschicht, aber die Dünnschichtmodule habe ich praktisch geschenkt bekommen - incl. Unterkonstruktion und WR dürfte sich die Anlage nach 3-5 Jahren amortisiert haben. Dazu haben die Module exakt die Farbe, die zu dem restlichen Haus passt usw.

  • Ohne jetzt genaue Angaben über die verschiedenen Festigkeiten zu haben: bei unserem Wintergarten sind Makrolon-Doppelstegplatten als Dach verbaut. Ist jetzt 20 Jahre alt (davon 15 Jahre in unserem Besitz) und hat bisher alles (Dachlawinen, heftige Hagelschläge) unbeschadet überstanden.
    Glas ging in der Nachbarschaft einiges kaputt. Bin kein Experte für Materialeigenschaften, vielleicht auch einfach nur Glück gehabt.

  • Zitat von invertiertes_hanuta


    Die Lösung:
    12 mm Teilvorgespanntes Glas auf Wintergarten und eine stabile Unterkonstruktion sollten eine mittlere Lawine ohne Eis (60 kg Schnee pro Meter Dachkante aus 3 Meter Höhe die innerhalb von 15 cm von 7-8m/Sekunde auf null abgebremst werden) nach meinen Berechnungen locker vertragen.


    na dann ist doch alles prima
    vorausgesetzt du bist kompetent genug diese Berechnung und den damit verbundenen Nachweis auch regelgerecht zu führen
    woran ich allerdings ein wenig Zweifel habe wenn ich deine" speziellen Annahmen" zur Last sehe


    Zitat von invertiertes_hanuta


    Die Montage von Schneefanggitter ist bei unserem Dach kaum noch möglich und wurde uns auch eher abgeraten (lieber viele kleine harmlose Lawinen ohne Schneefang als ein Schneefanggitter und dafür seltene aber dann verhehrende Lawinen)
    Auch eine Verlängerung des Dachvorsprungs ist statisch im nachhinein kaum nöch möglich. Dünnschicht lässt sich auch nicht per Modulheizung betreiben. Wir haben die recht fragilen Stegträger statt Vollholz im Dach..


    das ist doch alles Quatsch.
    Entweder du kannst das Abrutschen verhindern oder du musst das was darunter ist so dimensionieren daß beim Abrutschen kein Schaden entsteht.
    Die Vorstellung von "vielen kleinen harmlosen Lawinen ohne Schneefang" ist realitätsfern.
    Ebenso die Idee mit der "Modulheizung", alles Käse.
    Es scheint als ob hier mit Gewalt eine nicht regelkonforme Billiglösung schöngeredet werden soll. (AWG = Alles wird Gut)


    Zitat von invertiertes_hanuta


    Die Fragen:
    Was haltet Ihr von der Lösung?


    siehe oben


    Zitat von invertiertes_hanuta


    Kommt der Schnee von den Modulen immer pulverförmig runter oder ist da auch mal Matsch oder Eis dabei?


    das ist technisch vollig egal weil es für den Standsicherheitsnachweis Lastannahmen gibt unter deren Ansatz die entsprechende Berechnung durchgeführt wird.


    Zitat von invertiertes_hanuta


    Wisst Ihr ggf. noch andere Lösungen? Wir haben schon an eine (ausrollbares) Netz zwischen Wintergarten und Dachvorsprung gedacht.


    das mit dem Netz ist genau der gleiche Quatsch, woran sollte dieses Netz denn befestigt werden wenn es nicht einmal für einen Schneefang reicht? Und wer führt den Nachweis für dieses Netz usw...
    Mein Lösungsansatz wäre:
    einen objektbezogenen Standsicherheitsnachweis für den Wintergarten machen lassen und den dann entsprechend ausführen.
    Der Ersteller dieses Standsicherheitsnachweises wird dabei prüfen ob ein Schneefang am Hauptdach möglich oder überhaupt sinnvoll ist.
    Ist halt ein wenig aufwendiger als die Typenstatik .

  • Hi,


    Zitat von invertiertes_hanuta

    Das Problem:
    Im Falle einer Dachlawine können die äußersten 60cm des Wintergartens von der Dachlawine getroffen werden.


    kannst Du diese 60 cm des Wintergartens abschrägen, so dass die Dachlawine nicht voll draufdonnert, sondern im etwa gleichen Winkel wie sie vom Dach kommt einfach weiterrutscht?

  • Das mit den ersten 60 cm Abschrägen habe ich auch schon überlegt. Sieht aber leider schlecht aus, so das mir immer noch die Idee mit den Schutzplatten vorschwebt. Danke für die guten Vorschläge und Hinweise. :danke:


    Und an jodl:
    Bin zwar erst kürzlich mit dem Thema Bau vertraut aber eines habe ich gelernt: Erst selber das Hirn einschalten und erst dann zu den Fachleuten gehen. Immer wenn man dies nicht tut und statt dessen Fachleuten walten lässt wird es teuer, seeeehr teuer. Insbesondere bei denen, die einen spüren lassen, wie dumm man doch als Bauherr ist.