BWWP im Keller oder Dachboden?

  • Hallo zusammen,


    ich spiele im Moment mit dem Gedanken eine BWWP in unser 3 Familienhaus einzubauen. Wir sind 6 Erwachsene und 3 Kinder im Baby Alter.


    Hauptziel wäre im Sommer die Gas Brennwerttherme wegen des schlechten Wirkungsgrads komplett auszuschalten. Je nachdem was für ein Gerät es werden würde evtl auch im Frühjahr/Herbst Warmwasser über die BWWP anstatt Gas.


    Ich überlege nun welcher Aufstellort dafür der beste wäre.


    1.Im Dachboden wo die Heizung und der WW-Behälter stehen und es im Sommer ca. 30° werden (hoher COP der BWWP?)
    2.Im Keller um diesen zu entfeuchten (teilsweise 80% im Sommer). Wenn es draussen warm ist die BWWP vllt auf Aussenluft Betrieb umstellen und über Schlauch Luft ansaugen und wieder raus. Anschluss jedoch nur an die Zirkulationsleitung möglich.


    Ich überlege ausserdem ob für den Sommer vllt eine Nuos 80/100 reicht oder ein größeres Gerät direkt mit WW Behälter um dann auch in der Übergangszeit WW darüber zu generieren.


    Wie sind da so eure Erfahrung und was würdet Ihr an meiner Stelle machen?


    Grüße und :danke:


    Denson

  • kann / soll der vorhandene Warmwasserbehälter behalten werden?
    welche Größe hat der ?
    bei 3 WE und 9 Personen brauchst du nicht mit so einem Pipifax wie der Nuos anfangen.
    Anschluß der Wärmepumpe über die Zirkulationsleitung halte ich nicht für eine gute Idee,
    und den Keller kannst du auch nicht mit einer Wärmepumpe "entfeuchten"


    ich würde da in Richtung einer externen Wärmepumpe neben dem Warmwasserspeicher überlegen, z. B. Ochsner Europa Mini IWP (bis 500 Liter), oder leistungsfähigere Ausführung

  • Der aktuelle Behälter hat 200L und ist auch schon 20 Jahre alt. Keine Ahnung wie lange der noch hält auch wenn er aktuell keine Probleme macht.


    An die Zirkulationsleitung wäre ich auch nur gegangen wenn es zB ne Nuos werden würde und diese im Keller steht und der alte Behälter im Dachboden bleibt. Das ganze aber auch eher ungern.


    Lohnt so eine externe Ochsner WP für knapp 2000€ überhaupt wenn ich z.B. eine Buderus mit integriertem Behälter für den selben Preis kriege?


    Warum kann man den Keller mit der WP nicht entfeuchten? Ließt man hier doch oft genug :?:
    Wie verhält sich der COP einer BWWP eigentlich wenn die Luft z.B 30° hat? Hab da leider keine Grafiken oder Aussagen gefunden. Alles nur bis maximal 20° Luft.

  • Moin,


    meine Erfahrung, am besten läuft die Bwwp mit feuchter Luft. Meine steht im Keller und tut da im Sommer verdammt gute Dienste.
    Testweise hatte ich mal bei über 30 Grad AT die warme Außenluft gezielt angesaugt und anschliessend in den Keller ausgeblasen. Der COP (errechnet) war keineswegs besser. Die rel. Luftfeuchte stieg im Keller sogar an!
    Anders beim Umluftbetrieb im Keller, d.h. die ca. 20 Grad kühle aber feuchte Kellerluft angesaugt und über mein Rohrsystem in andere Räume ausgeblasen. Dadurch wird der gesamte Kellerbereich durchströmt und entfeuchtet bzw. noch die Abwärme der Wechselrichter bzw. Waschküche genutzt und für Kühlung gesorgt. Momentan sind es am Tag 1-2 Liter Kondensat und die Luftfeuchte im Rahmen. Der COP war nicht schlechter. Soweit sehe ich beim Aufstellort Keller Vorteile.
    Hinzu müsste die Tragfähigkeit des Dachbodens bedacht werden, und bei 3 Familien auch, ob die typische BWWP mit rd. 300 Litern und einer Heizleistung von rd. 2 KW zum Erwärmen überhaupt reicht, was sicher vom Nutzerverhalten stark abhängt. Wenn binnen 1 Std. mal zwei Badewannen gefüllt werden sollen und parallel noch einer länger duscht wird es mit der zweiten Wanne nichts mehr mit dem warmen Bad und Ärger auf Dauer vorprogrammiert, denn die Bwwp braucht gerne mal 2-3 Stündchen zum Nachheizen....
    Ebenso muss man sich darüber im Klaren sein, dass max. 50 Grad, besser 45 Grad für das Warmwasser reichen sollten, wenn der Bwwp Betrieb eine Arbeitszahl von um die 3 abwerfen soll.


    tib.

    1) 35*SW240/8,4kwp/ STP8k, DN 42/AZ -28°-1170Kwh/kwp
    2) 36*Bosch c-Si M245, DN 7/AZ 62°, 14 Trina TSM-195, DN 10/AZ -28°/11,55kwp/ STP10k-930kwh/kwp
    3) 80* Bosch c-Si M245/ 19,60kwp/ Siemens Sinvert PVM20, DN 25/AZ -20°-1070kwh/kwp
    alle Ev.

  • Moin,


    danke für die Infos, ich hätte jetzt vermutet das der COP bei steigender Ansaugtemperatur sich nochmal verbessert. Die "Abluft" würde ich ja auch wieder nach draussen blasen lassen um den Keller nicht zu befeuchten. Ich würde die WP auch in den Waschkeller stellen wo 2x Trockner + Waschmaschine und beide Wechselrichter sind. Da kommt schon gut Wärme zusammen.


    Müsste dann halt nur knapp 10m Rohr vom Waschkeller zur Zirkulationsleitung ziehen aber das dürfte leichter sein als das dicke Ansaugrohr zu verlegen.


    Wegen Baden mache ich mir eher recht wenig Sorgen weil nur eine Person im Haus badet und der Rest eher duscht und dann auch nicht alle auf einmal.

  • Moin Denson,


    prinzipiell wird der COP größer, je kleiner die Temperaturdifferenz ist. Du kannst die Kurven und Achsen der Diagramme einfach verlängern und dann bei 30°C ablesen ( extrapolieren ). Deshalb würde ich die Aufstellung auf dem Speicher für reinen Sommerbetrieb vorziehen. Mit einem Wärmetauscher - z. B. aus alter Klimaanlage - kannst Du das auf den Speicher fließende Kaltwasser schon mal vorwärmen. Der Wärmetauscher muss dann abgeschaltet und entleert werden, wenn die Durchschnittstemperatur auf dem Speicher geringer wird als die Kaltwassertemperatur. Er darf nicht einfrieren.
    Die Abwärme von Waschmaschine etc. fällt nicht ins Gewicht, weil sie nur momentan anfällt, die WP aber dauernd läuft. Bei der Waschmaschine geht die meiste Wärme mit dem Abwasser weg. Da kann man sie rausholen.
    Zum Entfeuchten des Kellers bläst Du die Abluft der WP nach Kondensatabscheidung in den Keller und dadurch den Dampf von der Waschmaschine raus. Nur so kommt im Sommer trockenere Luft in den Keller als beim Lüften.


    Freundliche GRüße
    pvx.