Plug-in-Anlage auf dem Campingplatz

  • Hallo,


    da ich genug Dachfläche auf den zwei Campingparzellen habe und berufsbedingt permanent fünf Tage die Woche vor Ort bin, möchte ich am liebsten eine Plug-in-Anlage basteln, die sich auch wirtschaftlich rechnen dürfte, da der Strom hier vom Netz des Platzbetreibers 45 ct/kwh kostet, also doppelt soviel wie bei normalen Privat-Anschlüssen. Für den Preis könnte man doch selbst mit Photovoltaik rentabel produzieren, oder?


    Ich denke mal, dass 1 kwp mehr als ausreichend wäre, da ich im Schnitt nur 50 kwh pro Monat verbrauche, und nicht möchte, dass sich der Stromzähler unterm Strich mehr rückwärts als vorwärts dreht, was dann einige Fragen bezüglich meines "Netzeingriffs" aufwerfen würde. Vom Anschluss her gibt es hier allerdings nur eine Phase. Ich kann allerdings nicht beurteilen, dass die Uralt-Stromverteilung (auf dem Verteilkasten steht Baujahr 1967!) damit klarkommt, wenn der Strom in die andere Richtung fließt. Den Betreiber sollte ich nach leichtem Herantasten eines entfernten Nachbarn lieber nicht fragen, denn der lehnt alles ab, was zu sehr nach festem Hausstand aussieht. Dem passt es schon nicht, dass es manche Parzellenbesitzer gibt, die sich vor über 40 Jahren ihren eigenen Kanalanschluss verlegt haben.


    Wäre natürlich blöd, wenn ich das Material kaufe, und dann feststelle, dass hier permanent die Sicherung rausfliegt. Und überhaupt: Es kann schon mal vorkommen, dass hier auf dem Platz partiell der Strom ausfällt, oder die Spannung bei extremer Belastung auf 215 V fällt. Was macht so eine Plug-In-Anlage, wenn das Netz als Synchronisierung komplett wegbricht? Oder wenn es wieder einschaltet? Ich möchte solche Fälle vorher abgeklärt haben.

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  • Hallo Sonnenstudio,
    technisch gesehen kein großes Problem. Einphasig ist OK, bis 4,6 kVA sind die meisten Wechselrichter einphasig, die kleinen Modulwechselrichter sowieso.
    Die Netzüberwachung reagiert auf instabile Netze mit der Abschaltung. Hier sind die wichtigsten Einstellwerte für den NA-Schutz:
    Abschaltgrenzen:
    Spannungsrückgangsschutz (U <) < 184 V
    Spannungssteigerungsschutz (U >) > 253 V
    Spannungssteigerungsschutz (U >>) > 264,5 V
    Frequenzrückgangsschutz (f <) < 47,5 Hz
    Frequenzsteigerungsschutz (f >) > 51,5 Hz


    Wiederzuschaltgrenzen:
    Spannung größer 195,5 V und kleiner 253 V
    Frequenz größer 47,5 Hz und kleiner 50,05 Hz


    Hast du eine Rücklaufsperre im Zähler? Dann ist das auch kommerziell OK, finde ich. Wenn nicht, kann es zu rechtlichen Komplikationen führen. Obwohl Du ja wohl kaum den Hauptzähler des ganzen Platzes rückwärts drehen wirst ... .


    Solltest Du Probleme bekommen, kannst Du immer noch eine Inselanlage mit eigenem 12 oder 24 V Netz draus machen. Da dürfte eigentlich niemand meckern. Im Truckerladen gibt es jede Menge Geräte für 24 V, von der Kaffeemaschine bis zum Kleinkühlschrank. Außerdem kann man da auch einen Wechselrichter dranhängen für 230 V Versorgung. Nur mit dem Backofen und dem Durchlauferhitzer wird es knapp.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Danke für die Tips. Backofen und Durchlauferhitzer sind ohnehin mit Gas. Eine Rücklaufsperre gibt es nicht. Deswegen wird sich der Zähler im Sommer tendenziell rückwärts drehen, und im Winter eben vorwärts. Der größte Stromzähler hier ist der sparsame Kühlschrank ohne Gefrierfach. Den Flachbildfernseher schalte ich selten ein. Und Laptop + Internet sowie ein Teil der Beleuchtung läuft jetzt schon mit einer kleinen Inselanlage. :D

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  • Hallo,
    Bei etwa 50kwh bedarf im Monat, also etwa 600 kWh im Jahr solltest du mit einem zB AEconversion http://www.aeconversion.de/de/inv350-60.html in etwa klarkommen wenn du dort 2*200Wp Module anschließt.
    Wenn du die günstig zur Sonne ausrichten kannst und dafür sorgst das die keinen Schatten bekommen, dann sollten etwa 400kwh jahresertrag realistisch sein.
    Ich weis ja nicht wie dein Betreiber darauf reagieren würde wenn du aufeinmal null Bezug hättest, bzw der Zählerstand bei Ablesung geringer ist wie bei der Ablesung im Vorjahr??
    mit diesen Wechselrichtern kannst du deine Anlage auch erweitern, sie entsprechen den Normen für einen netzparallelen betrieb usw.


    Kaufen kann man die Komponenten inkl Kabeln usw meist bei eBay, oder du musst in deiner Region mal bei solarteuren anfragen ob die noch 2 Module, montagematerial Kabel usw für kleines Geld verkaufen.


    Gruß
    Jörg

  • Hallo,
    Ich habe gerade mal bei eBay gesucht und folgendes gefunden.
    http://m.ebay.de/itm/Mini-PV-A…id=p2056116.c100408.m2460
    Sowas meine ich, wäre vermutlich fast ideal für dein Vorhaben.


    Wenn es Stress mit dem Campingplatzbetreiber geben sollte kannst du den Wechselrichter verkaufen, dir statt dessen einen solarladeregler, einen Wechselrichter für 12V oder 24V auf 230V kaufen und eine passende Batterie als Puffer. Dann kann er dir nichts.


    Gruß
    Jörg


  • Danke für den Tipp. So ein komplettes System würde ich mir bei Gelegenheit anschaffen. So brauche ich nicht auch noch hinter Montagematerial hinterherlaufen, oder mir überlegen, was zusammen betrieben werden kann.

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  • ... Mini-PV-Anlagen gibt's doch aber deutlich günstiger und mit hochwertigeren Komponenten...

    Paul Wieland | CarpeDiem Energy | Energiemanager ecoControl, Speicher ecoStore | Wir sind Service- und Vertriebspartner von LetrikaSol, Enphase, Envertech und SOLIS-Ginlong | Wir kämpfen für eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung

  • Dein grösstes Problem wird der "Campingchef" oder der Stromversorger sein. Ich empfehle dir, bei dem zu beginnen,
    bevor du dich in Unkosten stürzt.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Genau dies würde ich wegen 1-2 Modulen eben nicht machen, aber Du gehst scheinbar immer noch vom gesunden Menschenverstand aus. Den mag es in Polen und noch eher in der Schweiz geben - in Deutschland zum Thema PV schon lang nicht mehr.


    Wo kein Kläger, da kein Richter und falls es tatsächlich Probleme geben sollte, bleibt immer noch der Weg über eine netzgetrennte PV-Insel.

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 6kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX+Staplerakku
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)