2. Anlage auf einen Grundstück, gesamt über 10kWp

  • Hallo,


    angenommen, man würde auf seinem Grundstück zu einer bestehenden 8kWp-Anlage aus 2015 im Jahre 2017 eine 2. Anlage mit 4kWp auf ein separates Dach (Garage) mit eigenem WR bauen, wie sieht es den dann mit EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch aus? Und was für Fallstricke gibt es sonst noch durch die 10kWp-Überschreitung?
    Oder wäre es besser, das als Erweiterung der bestehenden Anlage laufen zu lassen?


    Wie ist den da die Gesetzeslage?
    Bitte KEINE technische Diskussion, mich interessieren erst mal die finanziellen/steuerlichen Aspekte einer solchen Erweiterung.
    Danke.


    Servus
    Manfred

  • Hallo Manfred,


    da Du zur Zeit unter die "Kleinanlagen"-Regelung fällst und somit von der EEG-Umlage auf Eigenverbräuche unter 10 MWh/Jahr befreit bist, ist es in jedem Fall ratsam keine "Erweiterung" sondern eine "Neue Anlage Garage" zu errichten ;-).


    Wenn Du erst nach 12 Monaten, nach der letzten PV-Installation eine weitere Anlage errichten möchtest, ist das kein Problem.


    Du betreibst dann zwei "Kleinanlagen" mit allen bisherigen Vorteilen (keine EEG-Umlage bei Eigenverbrauch unter 10 MWh/Jahr). Allerdings wirst Du in jedem Fall einen Erzeugungszähler benötigen (falls Du bisher keinen hast).


    Gruß
    Marc

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren." - Albert Einstein
    "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" - Aristoteles

  • Zitat von passra

    angenommen, man würde auf seinem Grundstück zu einer bestehenden 8kWp-Anlage aus 2015 im Jahre 2017 eine 2. Anlage mit 4kWp auf ein separates Dach (Garage) mit eigenem WR bauen, wie sieht es den dann mit EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch aus?


    Es fällt für beide Anlagenteile keine EEG-Umlage an.


    Zitat von passra

    Oder wäre es besser, das als Erweiterung der bestehenden Anlage laufen zu lassen?


    Wo ist da der Unterschied? Du baust eine Anlage / einen Anlagenteil zu und jedesmal werden anhand der 12-Monatsregel einige Festlegungen getroffen, z.B. Vergütungshöhe und EEG-Umlage.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Paulchen0

    ...Allerdings wirst Du in jedem Fall einen Erzeugungszähler benötigen (falls Du bisher keinen hast).


    Ist das Pflicht oder wer entscheidet das? Was ist der Hintergrund? Die ungefähr erzeugte Energie ist ja bekannt, so rund 12000 kWh?

  • Hi,
    hab ich auch nicht.
    Hab auch nach 12 Monaten das Carport nachgelegt.
    Läuft alles über einen Zähler und wird kaufmännisch bzw. Bilanzmäßig nach Anlagenleistung angerechnet.


    Ist auch so im EEG geregelt. Paragraph 32 Abs. 3
    https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__32.html


    Hier mal die Clearingstelle EEG dazu
    https://www.clearingstelle-eeg.de/beitrag/2411


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • "Ist das Pflicht oder wer entscheidet das? Was ist der Hintergrund? Die ungefähr erzeugte Energie ist ja bekannt, so rund 12000 kWh?"


    Das ist eine sehr gute Frage:
    Mein VNB sagt: Bei Anlagen die theoretisch mehr als 10 MWh/Jahr erzeugen können, ist es möglich einen Eigenverbrauch von 10 MWh/Jahr zu haben. Der Nachweis erfolgt über den Bilanzkreis (Erzeugung-Einspeisung).


    Unser VNB verlangt grundsätzlich einen Erzeugungszähler ab 7,56 kWp. Mein Solateur konnte den VNB gerade noch so überzeugen, das bei meiner 1. Anlage (9,88 kWp, SO-Ausrichtung) im Jahr nur 8400 kWh prognostiziert werden und ich deshalb keine 10 MWh/Jahr Eigenverbrauch haben kann. Deshalb benötigte ich bisher keinen Erzeugungszähler.


    Jetzt, 12 Monate später, nehme ich die 2. Anlage in Betrieb (9,88 kWp NW-Ausrichtung). Keine Chance beim VNB. Der Generatorzähler muß sein! Ich kämpfe zur Zeit das ich keinen Zählerplatz bauen muß, sondern mit einem geeichten Hutschinenzähler auskomme (bevor das Jahr 2017 anbbricht).


    Ich kann nur vermuten, das das Strategie seitens der VNBs ist. Aber vielleicht hast Du einen VNB, der sachlichen Argumenten folgen kann. Viel Glück.


    Gruß
    Marc

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren." - Albert Einstein
    "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" - Aristoteles

  • Hi,


    Zitat von Paulchen0

    Keine Chance beim VNB. Der Generatorzähler muß sein! Ich kämpfe zur Zeit das ich keinen Zählerplatz bauen muß, sondern mit einem geeichten Hutschinenzähler auskomme (bevor das Jahr 2017 anbbricht).



    wenn der Netzbetreiber Dir zu dumm kommt, würg` dieses Ansinnen doch gleich ab, indem Du einen freien Messstellenbetreiber engagierst.
    Evtl. kannst Du dann sogar Deine eigenen Zähler setzen lassen und der Messstellenbetreiber übernimmt alles Weitere.
    https://discovergy.com/photovoltaic-lite

  • Interessant, den eigentlich liest sich das EEG an dieser Stelle doch eindeutig. Und wie der Eigenverbrauch von vorher 30% (also 2500 kWh) durch den Zubau plötzlich auf 10MWh steigen sollte, wäre im Falle eines Falles sicherlich eine spannende Diskussion mit dem VNB. Ein geeichter Hutschienenzähler wäre aber ein echtes Friedensangebot und durchaus akzeptabel,denke ich. Allerdings wurde bei mir auch bisher kein Erzeugungszähler verlangt trotz 8kWp.


    Wobei ich über unsere Stadtwerke (Lieferant und VNB) bisher noch nichts negatives in Sachen PV gehört habe.

  • Hallo Ralf,
    werde ich auch genau so machen. ;-).


    Hallo Manfred,
    Du hast natürlich Recht. Ich habe mit einem Techniker und mit der RA von meinem VNB gesprochen und das Ganze mit dem EEG und Empfehlungen der Clearingstelle belegt.
    Ich fürchte die haben Ihre Anweisungen oder nicht den geistigen Horizont. Ich möchte es mir natürlich mit Denen auch nicht ganz versauen. Allerdings ist der Punkt mit dem Zählerplatz (bei mir ca. 800,- €) dann doch zuviel.
    Zum 01.08. soll meine NW-Anlage ans Netz!


    Gruß
    Marc

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren." - Albert Einstein
    "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" - Aristoteles

  • Den geistigen Horizont haben die sicher, wenn sie nur einen Funken Ahnung von E-Technik haben. Da sind halt im Hintergrund massive Bremser unterwegs, die immer wieder querschießen.