Hauskauf mit PV-Anlage inklusive

  • Guten Tag an alle im Forum,


    als blutiger Anfänger habe ich folgende Unklarheit:


    Sachverhalt
    Ich habe ein Haus gekauft mit einer PV-Anlage auf dem Dach. Die Anlage ist zwar im notariellen Kaufvertrag als Inventar aufgeführt aber eben nicht extra an mich verkauft worden sondern sie ist Bestandteil der Gesamtkaufsumme bzw. des Gesamtgrundstückes. Die PV-Anlage (10Jahre alt und hat damals (2006) 20000€ gekostet) wurde vom bisherigen Eigentümer steuermäßig mit "Umsatzsteuer optiert" (also keine Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung).


    Die Grundvergütung lag 2015 bei 6500 kwh ; bei einer Vergütung von 28,74c folgt der Umsatz von 1862€ (+353€ U-Steuer)


    Frage:
    -Sollte ich nun lieber die KUR in Anspruch nehmen, da ich ja die PV-Anlage eh nicht abschreiben kann (habe ja keine Umsatzsteuer bezahlt) und dafür nicht die Umsatzsteuer vom Energieträger wieder abführen muss (Aufwand+Kosten für Steuerberatung).
    -Oder lieber die Umsatzsteuer, wie bisher bei der Anlage, mit erhalten vom Energiekonzern und dann weiterreichen an das FA?


    Besteht die Gefahr bei der ersten Variante (KUR), dass der Verkäufer oder ich steuermäßig was zurückzahlen müssen von wegen der jahrelangen Vorsteuer. Oder ist die Zeit (10 Jahre) zu lange, dass dieser Fakt nicht mehr interessant ist?


    Vielen dank an alle , schon mal im Voraus :wink:

  • So nebenbei: Deine Angaben können nicht ganz korrekt sein, Anlage aus 2006 mit 6500 kwh zu 28,24 ct passt nicht. Ich denke, die Anlage ist eher aus 2011.
    Der Kaufvertrag ist schon vollzogen nehme ich an. Ansonsten wäre eine Trennung (Haus und PV) sicher leichter zu handhaben.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Meisterjojo

    -Sollte ich nun lieber die KUR in Anspruch nehmen, da ich ja die PV-Anlage eh nicht abschreiben kann (habe ja keine Umsatzsteuer bezahlt) und dafür nicht die Umsatzsteuer vom Energieträger wieder abführen muss (Aufwand+Kosten für Steuerberatung).


    Da ist es wieder........das Vermixen von ESt. und USt. ! :shock:


    KUR ist eine Thematik aus der USt.!
    Wenn aktuell nicht gerade Investitionen in die Anlage anstehen (Reinigung, neue WR,...) würde ich an deiner Stelle zur KUR tendieren. Da es länger als 5 Jahre her ist, als dein Verkäufer die Vorsteuer aus der Anlage gezogen hat, wirst du von einer Rückforderung des Finanzamtes verschont bleiben. Du musst ja ohnehin den Eigentumswechsel deinem VNB mitteilen; da kannst du ihm auch gleich sagen, dass du zur KUR optierst, denn dann wird er die Gutschriften erst garnicht mit USt. ausstellen.


    Da du die PV-Anlage aufgrund der hohen EEG-Vergütung vermutlich weiter als Volleinspeiser betreiben wirst, wird das Thema "Besteuerung Eigenverbrauch" auch kein Thema sein.



    Abschreibung ist eine Thematik aus der ESt.!
    Du wirst auf jeden Fall zum Unternehmer und wirst Einnahmen aus Gewerbebetrieb erzielen.
    Demgegenüber stehen Ausgaben, z.B. deine jährliche Abschreibung (Kaufpreis geteilt durch 10 Jahre). Jetzt musst du nur noch wissen, was dein Kaufpreis war? :wink:
    Einnahmen - Ausgaben = steuerliches Ergebnis (Gewinn oder Verlust). Das wird zu deinen anderen Einkommensarten hinzuaddiert und erhöht oder vermindert dein zu versteuerndes Einkommen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat

    Da du die PV-Anlage aufgrund der hohen EEG-Vergütung vermutlich weiter als Volleinspeiser betreiben wirst, wird das Thema "Besteuerung Eigenverbrauch" auch kein Thema sein.


    So ist es! Wobei wie bereits gesagt die Vergütungshöhe nicht zum Errichtungsjahr passt!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Eisbaer

    Wobei wie bereits gesagt die Vergütungshöhe nicht zum Errichtungsjahr passt!


    Stimmt!
    2006: 51,80 Cent/kWh
    2011: 28,74 Cent/kWh


    Meisterjojo: Enweder ist sie 5 Jahre (vielleicht auch nur 4,.. Jahre :shock: ) alt und hat die von dir angegebene EEG-Vergütung oder sie ist tatsächlich 10 Jahre alt, hat dann aber nur gut die Hälfte an Vergütung.


    Wie groß ist die Anlage?
    Edit:
    Ah, sehe gerade 8,69 kWp. Das kann bei dem von dir genannten Preis eigentlich nur eine 2011er Anlage sein.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Eisbaer

    So nebenbei: Deine Angaben können nicht ganz korrekt sein, Anlage aus 2006 mit 6500 kwh zu 28,24 ct passt nicht. Ich denke, die Anlage ist eher aus 2011.
    Der Kaufvertrag ist schon vollzogen nehme ich an. Ansonsten wäre eine Trennung (Haus und PV) sicher leichter zu handhaben.


    Ups...stimmt. :shock:


    Zeitpunkt der Inbetriebnahme: 27.12.2011.


    Oje- das heißt ja, sie ist noch nicht (ganz) 5 Jahre alt. Das wiederum würde ja heißen ich kann nicht so einfach die KUR wählen da ich dann ja mit Rückforderungen aus der Vorsteuer rechnen müsste?

  • Zitat von Bento


    Der Kaufpreis ist mir ja so nicht bekannt (neu ca. 20000€) , da ich ja komplett (mit Haus dran :wink: ) gekauft habe.
    Ich dachte auch, dass ich die Anlage gar nicht abschreiben kann, da ich ja beim Kauf keine USt. bezahlt habe?


    Zu deiner Rechnung: Einnahmen (die monatliche Rate von 200€-19% = 162€ vom Betreiber *12 = 1944€?) - Ausgaben (Versicherung ca. 100€) = 1844€. Ist das in etwa richtig?

  • Zitat von Bento

    Jetzt musst du nur noch wissen, was dein Kaufpreis war? :wink:


    Wenn du keine genaueren Angaben findest, dann setze mal 16.000,- € an, denn das ist ungefähr der momentane Wert der Anlage. Mit den 1.600 € Abschreibung und einigen kleineren laufenden Kosten ist das steuerliche Ergebnis dann auch erträglich.


    Edit:
    1.600 € Abschreibung pro Jahr ist natürlich falsch, weil ich irrtümlich auf 10 Jahre gerechnet hatte. Die Anlage ist aber jetzt aus 2011 --> 15 Jahre Abschreibung.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


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  • Zitat von Meisterjojo

    Die Grundvergütung lag 2015 bei 6500 kwh ; bei einer Vergütung von 28,74c folgt der Umsatz von 1862€ (+353€ U-Steuer)


    Zitat von Meisterjojo

    Einnahmen (die monatliche Rate von 200€-19% = 162€ vom Betreiber *12 = 1944€?) - Ausgaben (Versicherung ca. 100€) = 1844€. Ist das in etwa richtig?


    Einmal gibst du als Einnahme 1.862 € an und einmal 1.944 €!?
    Vermutlich war es einmal die Jahresabrechnung und einmal die Abschlagszahlungen.
    Versteuert werden im Endeffekt die tatsächlich in einem Jahr geflossenen Zahlungen (lassen wir die 10-Tages-Regel hier mal außen vor.


    Unterstellen wir also mal, du hättest im Jahr 2015 1.862 € erhalten (klar, hatte der Verkäufer erhalten, aber wir tun hier mal so als wenn du die Anlage schon besessen hättest). Dann hätte dein steuerliches Ergebnis mit KUR so aussehen können:


    Einnahmen:
    EEG-Einspeisevergütung:________1.862,- €


    Ausgaben:
    Abschreibung: 16.000,-/15 Jahre = 1.067,- €
    Versicherung:____________________100,- €
    Zählergebühren:___________________20,- €
    Steuerprogramm:__________________40,- €
    Porto/Tel./Internet:____________psch. 30,- €
    ______________Summe Ausgaben:1.257,-€


    Steuerliches Ergebnis
    Einnahmen - Ausgaben = 1.862 - 1.257 = 605 € (zu versteuerndes Einkommen aus Einnahmen aus Gewerbebetrieb)

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Vielen Dank für die schnelle genau Auskunft ....das muss ich mir erst mal in Ruhe anschauen.


    Aber was ist denn nun mit den 5 Jahren? Die sind ja noch nicht rum. Dann kann ich doch gar keine KUR wählen ohne nicht die Vorsteuern zurück zu zahlen, die der ehemalige Besitzer kassiert hat?. Oder ist es nur ein Teil?


    (1862€ ist der Betrag aus der Grundvergütung EEG. Und der Vorbesitzer bekam pro Monat 200€ (vom Energieversorger). Also 200€*12, allerdings inklusive MwSt. Daher meine Rechnung 200€-19%)


    Verständnisfrage: Die Abschreibung der Anlage hat jetzt nichts mit der Ust. zu tun, die der Vorbesitzer sich zurückgeholt hat (Vorsteuern) da er kein KUR gewählt hatte/hat? kann ich die denn überhaubt abschreiben , wenn ich sie nicht extra gekauft sondern eben als "Komplettpaket" (Haus+Küche+PV) bekommen habe?