EFH neubau mit Koitech Anlagenplanung

  • Hallo Photovoltaik Forum,


    Ich bin Timo aus der Region Hannover und bin neu auf diesem Gebiet. Daher bräuchte ich mal eure Hilfe.
    WIr planen für 2017 ein Hausbau in der Region Hannover mit ca 170qm Wohnfläche und einen Koiteich mit ca 60.000l der im Winter auf 10-16 grad zusätlich geheizt werden soll.
    Der Teich alleine wird pro Stunde ca 700Watt Strom benötigen was wir wenn möglich mit einer Photovoltail Anlage auffangen wollen. Gern natürlich noch noch mehr Strom erzeugen, da irgendwann ein Meerwasseraquarium folgen soll :)


    Jetzt die Frage an euch, ist es möglich mit einer Photovoltaikanlage den Strom für Teich + Haus und evtl später aquarium aufzufangen? Was bräuchte ich ca an Leistung? Speicher ist Denk ich sinnvoll da der Teich ja 24h den Strom zieht....
    Meine idee ist das die Anlage Tagsüber genug Strom erzeugt, das ich den Teich + EFH+ Speicher+ evtl Aquarium betreiben und füllen kann und Nachts der Teich vom Speicher bedient wird.


    Nochmal :D Wie groß müsste die Anlage sein und wie groß der Speicher? Das ich mal eine Grobe einschätzung habe...


    Heizung des Hauses + Teich ist noch unklar... Wärmepumpe verbraucht wieder viel Strom aber wäre ansich interessant, Gas heizung ist noch interessant oder halt ein Bhkw mit Stirling... Da ist noch nix weiter in Planung da ich hoffe das ich viel abfangen kann mit der Photovoltaik Anlage.


    Ich danke euch schonmal vorab vielmals.


    Lg
    Timo

  • Hallo Timo,
    Willkommen im Forum.


    Das Problem mit PV und Heizung (von Haus oder Teich) ist , dass die PV Erträge immer dann am niedrigsten sind, wenn die meiste Heizung gebraucht wird. Von daher sehe ich noch nicht, dass Du die Heizanwendungen komplett mit Solarstrom bedienen kannst.


    Den Koiteich würde ich mit einer Wärmepumpe heizen. Da bekommts Du pro kWh Strom rund 3 kWh Wärme, bei sehr niedrigen Aussentemperaturen eventuell nur 1:2, aber immer noch besser als eine direkte Stromheizung. Es gibt hierfür kleine Brauchwasser Wärmepumpen mit einer Heizleistung von rund 1,5 kW.


    Stromspeicher ist eine feine Sache. Lohnt sich finanziell aber nicht (überhaupt nicht!). Statt Stromspeicher solltest Du über die 60 m3 Wasser als Wärmespeicher nachdenken. Wenn Du mit PV & WP über Tag etwas mehr Wärme reinschiebst, sollte es über Nacht eigentlich reichen. Durch das sehr große Volumen ändert sich die Temperatur nicht wesentlich. Ganz grob: 1 kWh Wärme erhöht die Temperatur von 1 m3 Wasser um 1 Grad. Wenn Du 1 kW stetige Heizleistung in jeweils 8 Stunden mit 3 kW statt 24 Stunden mit 1 kW einbringst (also tagsüber 16 kWh Überschusswärme einbringst), erhöht sich die Temperatur um rund 0,25 Grad.


    Wie groß muss die PV Anlage sein? Wie lang ist ein Stück Schnur?
    1 kWp PV Anlage bringt ganz grob rund 900 kWh/kWp/a. Für bilanzielle Deckung also Verbrauch ausrechnen und durch 900 teilen. Dann hast Du die notwendige Nennleistung.


    Für möglichst hohe Deckung im Winter ist es ganz einfach: so groß wie irgend möglich.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Moin,


    Vielen dank schonmal für deine umfangreiche Antwort.
    Wenn eine Gaßheizung eingebaut wird soll der Teich mit einem Wärmetauscher im Filter geheizt werden, also nicht mit den bekannten Tauchsiedern. Gehen wir mal von aus ich installiere keine Wärmepumpe sondern eine gasheizung, ist es dann möglich den Strom den der Teich 24h lang zieht + efh mit der Photovoltaik zu decken?


    Lohnt sich da eventuell der Stromspeicher? Da ich nachts 12h einfach aus dem Speicher ziehe und nicht aus dem Netzt?
    wie gesagt Teich alleine ca 700Watt die Stunde egal ob Sommer, Winter, Tagsüber oder Nachts.


    Mfg
    TImo

  • Zeitgleicher Eigenverbrauch lohnt sich und kann tagsüber Haus und Teich bedienen. Da lohnt sich dann die Verschiebung von Verbrauch in den Tag.


    Speicher lohnt sich finanziell nicht. Verbrauch in den Tag legen. Ist wie Alufelgen, Eichenparkett und Karibikkreuzfahrt. Da muss "Haben wollen" genug sein als Begründung.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
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    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Ich würde gern den verbrauch in den Tag legen aber die Pumpen müssten 24h laufen deswegen die Idee mit dem Speicher....
    Wenn nicht evtl Tagsüber über Photovoltaik und Nachts Bhkw. Sonst wüsste ich nicht wie ich das über die Nacht auffangen kann.


    Mfg
    Timo

  • Zitat von Timo279

    wie gesagt Teich alleine ca 700Watt die Stunde egal ob Sommer, Winter, Tagsüber oder Nachts.


    Jaja... Und die Leute denken immer, das teure an dem Hobby wären die Fische. :mrgreen:

  • Zitat von tks


    Jaja... Und die Leute denken immer, das teure an dem Hobby wären die Fische. :mrgreen:


    :mrgreen::D

    24x SW Poly 240W an SMA SB 5000
    6x SW Mono 265W an SMA SB 1.5

    6x SW Mono 275W an SMA SB 1.5

    6x Kioto Power60 310 an SMA SB 1.5

    23x Kioto Power60 325W an SMA Tripower 4.0

    BYD HV Box 7,7

    SMA Sunny Boy Storage 2.5

    SMA Sunny Home Manager 2 & SMA E-Meter

    SMA Sunny View & Sunny Beam


    SolarThermie:
    4x Wolf TopSon F3-1 3 Flachkollektor auf 750l Puffer Speicher


    Dieser Inhalt wurde bereits gemeldet :mrgreen:

  • Moin, geh' mal auf diese Seite http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php, dann kannst du dir schon mal einfach ausrechnen lassen, was du an Solarertrag erwarten kannst.


    Mal aus der Hüfte geschossen kostet dich jede kWh aus der PV rund 10 Cent. Jede kWh, die du durch eine Batterie schickst, kostet dich minimal 13-15 Cent zusätzlich, wegen der unvermeidbaren Abnutzung der Batterie. Ein Batteriespeicher kann bei passender Auslegung Sinn machen, in den meisten Fällen und wenn man alles machen lässt, wohl eher nie. Unsere Bundesregierung ist aktuell dabei, sogenannte Halbinseln mit PV wirtschaftlich uninteressant zu machen. Man darf also nicht tagsüber seine Verbraucher von der PV versorgen und nachts dann Netzstrom beziehen.


    Ich habe überhaupt keine Ahnung von Kois, also erzähl uns doch mal, wie viel Energie du voraussichtlich für welchen Zweck benötigen wirst und das mal als ganz grobe Einschätzung übers Jahr. Falls auch nachts geheizt werden muss, dann wäre es sinnvoll darüber nachzudenken, einen isolierten Tank zu bauen, das Wasser darin tagsüber beliebig aufzuheizen und diese Wärme dann nachts zu benutzen.


    Zitat von tks

    Jaja... Und die Leute denken immer, das teure an dem Hobby wären die Fische. :mrgreen:


    So viel Ahnung habe ich von Kois, um zu wissen, dass das sehr davon abhängt, welche du hast. Manche kosten so viel, da kannst du einen ganzen Teich mit bauen lassen.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke schonmal für die Infos, wie genau kommst du auf die 10 Cent pro kWh aus der Pv? Ich muss zugeben das ich noch kein Plan habe was ich versteuern muss und und und. Mal die Wartungskosten der Analge ausgerechnet, muss ich sonst etwa mein eigen erzeugten Strom und dazu noch genutzten zusätlich versteuern? Ich Dachte wenn ich am tag meine 30kWh produziere und auch verbrauche fallen keine weiteren kosten an?


    Also Heizung lassen wir mal außen vor das kann man nicht vorraus sagen und wird wenn nur zum Puffern benutzt das man keine Temperaturschwankungen hat und im Winter es nicht zu kalt wird.


    Es geht nicht um eine Zucht oder sonstiges, sondern einfach nur das Hobby Koi einen schönen Teich im Garten als Ruheoase :)


    Aber dafür müssen halt 2 Pumpen, 2 Luftpumpen, 1 Uvc Lampe 365 Tage mit 24 Stunden durchlaufen was zusammen pro Stunde 0,7kWh ca verbraucht.


    Ich will einfach nur eine Photovoltaikanlage die meine Stromanforderung vom Teich + Koi + evtl späteren AQ deckt und das 24h lang. Aber anscheind wird das komplizierter als gedacht :/

  • Ein aktuell gängiger Preis für Kleinanlagen liegt bei 1.300 Euro pro kWp. Wenn man dann mit 1.000 kWh pro kWp und Jahr (extrem guter Ertrag) rechnet und einer Abschreibung über 20 Jahre und 5% Zinsen, dann landet man bei rund 10 Cent. Wenn man die tatsächlich zu erwartenden Erträge nimmt, Rücklagen und Wartung etc. berücksichtigt, dann wird der Preis anders liegen, aber mit 10 Cent kann man schon mal gut peilen.


    Wirtschaftlich sinnvoll könnte für dich eine Hybridanlage sein. Du speist nicht ein, du hast auch keine Batterie und versorgst dich tagsüber weitgehend selbst und was dir an Energie fehlt, das holst du dir aus dem Netz. Dieses Vorgehen war bisher legal, die Bundesnetzargentur gedenkt das in Zukunft anders zu sehen: http://www.photovoltaikforum.c…r-finale-ver-t113447.html


    Du kannst dann verschiedene Anlagegrößen durchrechnen, wobei du mit der Vollversorgung über Tag im Sommer anfängst. Dann vergrößerst du die kWp schrittweise. Dies hat zur Folge, dass du im Sommer Strom in den Panelen lässt; zum Ausgleich hast du eine höhere Eigenerzeugung in den Übergangszeiten. Gegenrechnen musst du dann immer mit dem Strompreis, den dich der Netzbezug kosten würde. So eine Anlage ist definitiv wirtschaftlich, denn du zahlst auf deinen eigenen Strom weder Steuern noch irgendwelche Abgaben.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)