EEG-Umlagepflichten für Eigenversorger - finale Version -

  • Das gilt, wenn überhaupt, ab 1.8.14. Der Leitfaden interpretiert das Recht ja nur, schafft aber kein neues. Ob er manches auch falsch interpretiert, müssen wohl im einen oder anderen Fall auch Gerichte entscheiden.

  • Für alle Neueinsteiger in das Thema - in http://www.photovoltaikforum.c…r-eeg-umlage-t111180.html ist vieles davon schon ausführlich diskutiert. Einige wenige Punkte davon sind im Vergleich zum Entwurf geändert, die überlese man ;) im Kern bleibt es aber.
    Auch für Inselanlagen gelten die 10kW. Zum Glück haben die typischen Insel-WR höchstens 5kW, mehrere davon betrachten wir mal großzügig als einzelne Generatoren bis jemand kommt und das Gegenteil behauptet 8)

  • Zitat von alterego

    Für alle Neueinsteiger in das Thema - in http://www.photovoltaikforum.c…r-eeg-umlage-t111180.html ist vieles davon schon ausführlich diskutiert. Einige wenige Punkte davon sind im Vergleich zum Entwurf geändert, die überlese man ;) im Kern bleibt es aber.
    Auch für Inselanlagen gelten die 10kW. Zum Glück haben die typischen Insel-WR höchstens 5kW, mehrere davon betrachten wir mal großzügig als einzelne Generatoren bis jemand kommt und das Gegenteil behauptet 8)


    Als Generator will man laut Leitfaden ja das einzelne Modul ansehen.

  • Hallo und guten Morgen,


    ... ja zum Glück ist der Leitfaden nur ein Leitfaden. Vom Prinzip hat sich in der neuen Fassung nix geändert. Der Verfasser ist auf jeden Fall nicht auf den Stand der Dinge. Gerade das Prinzip Eigenversorgung durch eine Anlage im kundeneigenen Inselnetz wird falsch beschrieben und ist gänzlich daneben.


    folgende Formulierung:


    Der Verfasser argumentiert, dass eine Beschränkung auf unterjährige Zeiträume, in welchen sich der Eigenversorger vollkommen autark mit Strom versorgt letztendlich keine Inselversorgung darstellt und dass diese mit dem genannten Sinn und Zweck einer Sonderregelung für „völlig autarke Stromerzeugungsanlagen“ nicht zu vereinbaren ist.


    Zitat:


    Denn bei einer lediglich zwischenzeitigen Abkopplung vom Elektrizitätsversorgungssystem für Zeiträume, in denen die Erzeugung der Stromerzeugungsanlage zur Deckung des eigenen Strombedarfs reicht und auch gerade kein Überschussstrom anfällt, derin das Netz eingespeist werden soll, handelt es sich nicht um eine autarke Eigenversorgung ohne Netzanschluss. Der Eigenversorger bleibt dann Teil des Elektrizitätsversorgungssystems.


    Der Verfasser unterstellt, dass eigespeist werden kann und dass diese "unterjährige" Einspeisung demzufolge EEG-Umlagepflichtig ist. Da gebe ich den Verfasser vollkommen recht! Hybridanlagen, welche autark arbeiten können und auch einspeisen können, würden so das EEG-Gesetz umgehen. Einerseits schöpft der Betreiber dieser Hybridanlagen aus den "Topf der EEG-Vergütung" andererseits möchte dieser Erzeuger nichts auf den eigenerzeuten Strom einzahlen. Das geht nicht :mrgreen:


    Was ist nun mit den Anlagen, welche unterjährig nicht einspeisen können?


    Der Verfasser bezieht sich auf die Tatsache, dass gerade Anlagen, welche einspeisen können diese Lücke des EEG-Gesetzes für sich ausnutzen können. Anlagen welche nicht einspeisen können, können diese Lücke der unterjährigen Einspeisung gar nicht nutzen und fallen demzufolge komplett aus dieser Argumentation und somit gilt nach wie vor die Regelung der Clearingstelle: Anlagen welche nicht einspeisen können, bei welchen also der Eigenversorger nicht zwischen einer Einspeisung und Eigenverbrauch wählen kann, sind auch nicht EEG-Umlagepflichtig.


    Die gesamte Darstellung der "Inselstromversorgung" im Leitfaden bezieht sich aufgrund der zitierten Argumentation des Verfassers offensichtlich auf Anlagen die Einspeisen können.


    Da die Darstellung im Leitfaden nun missverständlich ist, gilt auch hier, dass eine Missverständlichkeit ausgeräumt werden kann, indem man die missverständliche Formulierung durch eine verständliche Formulierung ersetzt. Auch hier hat die Clearingstelle schon vorgearbeitet:


    Der Begriff "Eigenversorger" ist durch den Begriff "Eigenversorgungsanlage" bei der Betrachtung einer Inselanlage zu ersetzen. Das ist geltendes Recht!


    Somit gilt: "Eine Eigenversorgungsanlage (ersetzt Eigenversorger), welche nicht mit den öffentlichen Netz verbunden ist, also dauerhaft vom öffentlichen Netz getrennt ist, ist eine Inselanlage" :mrgreen:

    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • So wie die Bundesnetzagentur mit Ihrem Leitfaden keine Recht setzt, sowenig macht das die Clearingstelle mit ihren Hinweisen. Beide interpretieren nur. Und schon häufiger sind letztinstanzliche Gerichte zu anderen Ergebnissen gekommen.

  • Zitat von Energiesparer51

    So wie die Bundesnetzagentur mit Ihrem Leitfaden keine Recht setzt, sowenig macht das die Clearingstelle mit ihren Hinweisen. Beide interpretieren nur. Und schon häufiger sind letztinstanzliche Gerichte zu anderen Ergebnissen gekommen.


    genau!


    und daher keine Panik, eine Insel bleibt eine Insel, bis die letzte Instanz anders entscheiden sollte :mrgreen:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Zitat von VIC-RAPTOR


    Somit gilt: "Eine Eigenversorgungsanlage (ersetzt Eigenversorger), welche nicht mit den öffentlichen Netz verbunden ist, also dauerhaft vom öffentlichen Netz getrennt ist, ist eine Inselanlage" :mrgreen:


    Im Gesetz steht halt was anderes. Ich bin aber ganz bei dir, daß der Gesetzgeber das nicht so wollte. Blöd nur, daß es im EEG2016 immer noch genau so steht wie im EEG2014, sieht mir also so aus, als wäre es doch so gewollt.
    Eure Anlage haben aber immerhin den Vorteil, daß sie wohl normalerweise als USV angemeldet werden (und, wenn ich deine Beiträge richtig deute, da auch noch kein VNB was dagegen hatte). Stand im Entwurf nicht auch noch was zu Notstromversorgungen, insbesonder, daß für die nie Umlage fällig wird?

  • Naja, wenn es als USV-Anlage angemeldet ist, dann macht man ja täglichen und stundenlangen Testbetrieb. Und das auch noch automatisiert. Würde ich auch so machen, denn die Chancen damit durchzukommen stehen nicht schlecht. Hauptgrund hierbei ist: Wer sollte einen verklagen und warum? Wenn es die Bundesnetzargentur macht, dann können die ja gleich eine Großabteilung aufmachen mit Juristen, die die ganzen Prozesse führen sollen. Oder sie lagern es an die Steuerbehörde oder den Zoll aus; macht letztlich das gleiche Problem, nur räumlich verteilt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)