EEG-Umlagepflichten für Eigenversorger - finale Version -

  • 11.07.2016
    Die Bundesnetzagentur aus Bonn hat nun einen aktualisierten Leitfaden veröffentlicht, der die EEG-Umlagepflichten für Eigenversorger konkret beschreibt. Es handelt sich um die finale Fassung, nachdem im Oktober 2015 ein Entwurf veröffentlicht wurde.


    Wer Strom im privaten Haus oder im Industriebetrieb selbst erzeugt und verbraucht, muss dafür grundsätzlich die EEG-Umlage entrichten.


    Zahlreiche Sondertatbestände führen aber dazu, dass einige Eigenversorger keine oder nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen müssen.


    Der druckfrische Leitfaden gibt das Grundverständnis der Bundesnetzagentur zu den gesetzlichen Regelungen zur Eigenversorgung wider.


    => Leifaden zur Eigenversorgung - Bundesnetzagentur - (Stand: Juli 2016 - 135 Seiten)


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  • So ein Fragebogen hatte ich gerade erst von meinem Grundversorger.
    Er hat Tatsächlich auf Blatt 1 Geschrieben das es sich um eine 5.06kWp Anlage handelt (und weiß das es Solar ist).
    Und fragt dann was es für eine Anlage ist in der einen Frage. In einer anderen ob die Anlage unter 10kw Produziert Bzw weniger als 10MWh pro Jahr Eigenstrom genutzt wird.
    Scheinbar wird im EEG Umfeld nicht mitgedacht.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Schon beim ersten überfliegen ist mir aufgefallen, daß der Text in sich widersprüchlich ist
    S.21

    Zitat


    Im Kern ist daher der einzelne Generator als bestimmendes Element einer Stromerzeugungsanlage anzusehen.
    Im Bereich der solaren Strahlungsenergie ist das einzelne, den Strom erzeugende Photovoltaik-Modul (im Folgenden „PV-Modul“) jeweils eine Stromerzeugungsanlage.


    Andere technische oder bauliche Einrichtungen, die zwar der Stromerzeugung dienen, aber nicht selbst den Strom erzeugen, wie beispielsweise ein Motor, eine Turbine oder Einrichtungen für die Primärenergieträgerzufuhr, sind von dem Begriff der Stromerzeugungsanlage nicht umfasst.


    S.63

    Zitat


    Weitergehende Auslegungsfragen zur De-minimis-Regelung für Kleinanlagen hat die Clearingstelle EEG in ihrer Empfehlung zu „Einzelfragen zur Anwendung des § 61 EEG 2014 bei Anlagen i. S. d. EEG“ dargestellt. In der Empfehlung äußert sich die Clearingstelle EEG insbesondere zur Zusammenfassung von Stromerzeugungsanlagen für die Ermittlung der installierten Leistung, ...


    Ja was ist denn nun eine "Stromerzeugungsanlage" und deren "installierte Leistung", der Generator oder doch zusammengefaßt?


    Immerhin sind einige Fälle geklärt, insbesondere ist es egal, wer konkret den Strom innerhalb eines Haushalts verbraucht und auch brauchbar unterschieden, wo konkret der Unterschied zwischen Hotelgästen und z.B. Bewohnern im Studentenwohnheim liegt, daß die einen befreit sind (bzw. die reduzierte Umlage anfällt) und die anderen nicht.

  • Zum Begriff der Stromerzeugungsanlage und seiner Verwendung im EEG gab es diverse Stellungnahmen zum Entwurf, die die Bundesnetzagentur aber offenbar nicht davon abbringen konnten bei ihrer überaus seltsamen Auffassung zu bleiben. Im Detail hat man allerdings wohl doch einige Fälle als unschäflich für den Bestandsschutz erkannt.
    Auch hat der Gesetzgeber bei der EEG-Novelle 2016 es nicht für nötig erachtet, den Begriff Stromerzeugungsanlage zu definieren. Die EEG-Umlage für das Speichern von Strom hat man aber wenigstens ausgeräumt.

  • Wenn man mal die Kleinanlagenregelung außen vor lässt, so heißt das doch schlicht und einfach, dass man bestraft wird, wenn man bei der Erzeugung elektrischer Energie keinen Dreck in die Umwelt pustet. Ein Hoch auf die Umweltpolitik!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Inselanlagen sind explizit nicht mehr möglich, auch die Insel muß EEG bezahlen.
    Denn man muß 100% im Jahr autark sein und keinen Strom beziehen dürfen (einspeisen sowieso nicht)


    Einzige rechtliche Lücke vielleicht: Betreiber der Insel und Inhaber des Stromanschlusses sind verschiedene Personen.


    Dann soll der Staat mal dafür sorgen das die Sonne auch im Winter scheint, denn 100% echte Inseln sind sonst gar nicht möglich.

  • Ab welcher Größe spricht man denn von einer Insel, Taschenrechner, Solarleuchte, Gartenpumpe...?


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  • Die Diskussion hatten wir schon ausgiebig. Nach dem Leitfaden muß man theoretisch jedes Minigerät erst mal melden nur um festgelegt zu haben, daß man befreit ist. Und zwar nicht, weil es eine Insel ist (die Anforderungen kann man eigentlich nicht erfüllen) sondern weil unter 10kW oder evtl. Bestandsanlage :juggle:


    edit: energiesparer: Einzelmodul als Stromerzeugungsanlage wäre doch perfekt, bis es handelbare 10kW-Module gibt, wird noch viel Zeit vergehen, ich halte sie sogar für unmöglich ;)

  • ja, für PV ist die Betrachtungsweise nicht schlecht. Bei Modultausch darf man halt nur kein Modul mit mehr als 30% höherer Leistung nehmen und beim Zubau werden die Altmodule verschont.

  • Hallo
    Ich habe es mal schnell überflogen und lese wirklich daraus das inselanlagen EEG zahlen sollen :twisted:
    Das ist ja wohl nicht deren Ernst :twisted::evil::twisted:


    Ich möchte wenn die Finanzen es zulassen ja eine nichteinspeisende Insel bauen zum Eigenverbrauch.
    Nichteinspeisend um den Ärger mit Finanzamt und der gleichen aus dem Weg zu gehen.
    Und jetzt so was, das ist ja ne Einschränkung ohne gleichen.


    Man macht was für die Umwelt ( Insel macht ja kaum Gewinn) und muß dafür bezahlen, spinnen die?
    Gibt es eine Zeitzone ab wann das verkorkste Reglement gilt?
    Grüße Sonnenfan