Information bei Wechselrichtertausch

  • Hallo Solartechnik-bayern,
    Danke für den Hinweis. Das müsste ja schon Degradation im Bereich von weit über 10% und ein von vornherein sehr schlecht ausgelegten WR sein, wenn es den WR durch Degradation aus seinem MPP Bereich schiebt. Habt ihr so starke Degradation denn schonmal gemessen/nachgewiesen?
    Fraunhofer hat das ja mal untersucht und ist bei "vielleicht 0,2%/a" rausgekommen.


    Wenn es mehr ist, sollte man statt einem kleineren WR vielleicht lieber Ursachenforschung betreiben?


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • wenn die Degradation tatsächlich so weit fortgeschritten ist, sollte man sich vielleicht überlegen ob man nicht besser die Module austauscht bevor man einen kleineren Wechselrichter einbaut?

  • Hallo Christian,


    du gehst ja selbst von einem WR-Tausch innerhalb der EEG-Laufzeit aus. Wenn wir also mal von 10 Jahren Laufzeit ausgehen, bis der WR ausfällt, dann müsste die von euch festgestellte Degradation ja tatsächlich bei 1 %/a liegen. :shock:


    Wenn ihr das bei Gutachten und Anlagenüberprüfungen bei WR-Tausch festgestellt habt, dann wird es doch sicherlich Aufzeichnungen geben, welche Module derart hoch degradiert haben (oder sind?). Das ist doch das Interessanteste an der Sache, denn dann würde doch für die meisten Betreiber ein Leistungsgarantiefall vorliegen.


    Kannst du uns einige Module nennen, die besonders häufig von übermäßiger Degradation betroffen sind?
    Mit welchem Verfahren stellt ihr das vor Ort fest?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Also bei einem vernünftigen Wechselrichter macht eine Minderleistung nichts aus, da er dennoch einen hohen Umwandlungswirkungsgrad hat. Zudem verfügt die Mehrheit der am Markt befindlichen Geräte eingangsseitig über einen Hochsetzsteller, bei dem ein niedrigeres Eingangsspannngsniveau gepart mit niedrigerer Eingangsleistung keine nennenswerte Auswirkung hat. Insofern verstehe ich die Relevanz des "Beitrags" nicht wirklich.
    Zudem würde ich mich meinen Vorschreibern anschließen wollen, es ist meist sinnvoller, die Wurzel allen Übels zu bekämpfen (hier die Moduldegradation, und wenn es nur durch die Öffentlichmachung der verstärkt betroffenen Hersteller ist) denn die Symptome zu bekämpfen (hier ein schlechter passender Wechselrichter)...


    Ciao


    Retrerni

  • Hallo,


    es tritt häufig bei niedrigeren Globalstrahlungen auf (unterhalb STC), teils verbunden mit Verschmutzungen und eben der genannten Degradation.


    Bei Leistungsmessungen direkt nach Verbau wurde bei vielen Modulen auch schon nicht mehr die spezifizierte Leistung erbracht, Stichwort: Nonlineare Degression, teils die genannten Light Soaking Effekte.


    Auch liegt der Verdacht nahe, dass die spezifizierte Leistung und die Prüftests unter Laborbedingungen derart differieren, dass trotz eingerechnetem Temperaturkoeffizienten die Leistungseinbußen derart hoch sind, dass der MPP nicht mehr erreicht wird.


    Hersteller möchte ich keine nennen, jedoch sind polykristalline PV-Module vermehrt auffällig.


    Ist die Anlage ordentlich geplant, vernünftige Qualität sowie normaler Verschmutzungsgrad ist das Thema vernachlässigbar. Leider ist das nicht oft so.


    Und es ist richtig, dass hier mehrere Faktoren zusammentreffen, die Degradation jedoch der Auslöser ist.


    Was den DC-DC Wandler angeht , so arbeitet der auch nur innerhalb der Systemgrenzen.

    Viele Grüße
    Christian Bieber von Solartechnik Bayern

  • Zitat von Solartechnik-Bayern

    Ist die Anlage ordentlich geplant, vernünftige Qualität sowie normaler Verschmutzungsgrad ist das Thema vernachlässigbar.


    Da können ja 99% der Betreiber aufatmen. :wink:


    Aber mal ernsthaft:
    "ordentlich geplant":
    Wie überdimensioniert müsste denn deiner Meinung nach ein WR sein, damit die Auslegung als ordentlich geplant gilt? Oder was bedeutet in diesem Zusammenhang "ordentlich geplant"? Hat die 70% Grenze schon was mit "nicht ordentlich geplant" zu tun?


    "vernünftige Qualität":
    Sind doch immer "Hochleistungsmodule"! :wink:
    Definiere mal "vernünftige Qualität".

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Solartechnik-Bayern

    es tritt häufig bei niedrigeren Globalstrahlungen auf (unterhalb STC), teils verbunden mit Verschmutzungen und eben der genannten Degradation.


    Diesen Anfangspunkt verstehe ich nicht. Üblicherweise haben die in der EU verkauften WR einen auf den EU-Wirkungsgrad optimierten Wirkungsgradverlauf, sprich ihr Wirkungsgradmaximum bei 30-50% der Nennleistung. Damit sehe ich eine niedrigere Globalstahlung nicht als Problem an, da es ja auch 15 kW Wechselrichter gibt, die bei 5 W schon anlaufen können (da dies ihrem Eigenverbrauch entspricht). Hängt halt stark von der Qualität des Wechselrichters ab...

    Zitat von Solartechnik-Bayern

    Bei Leistungsmessungen direkt nach Verbau wurde bei vielen Modulen auch schon nicht mehr die spezifizierte Leistung erbracht, Stichwort: Nonlineare Degression, teils die genannten Light Soaking Effekte.


    Die Effekte gibt es alle, aber die zwei wesentlichen hast Du hier aus meiner Sicht nicht genannt: der Transportweg und den Solarteur. Denn aus meiner Sicht ist das Handling ein viel größeres Problem.

    Zitat von Solartechnik-Bayern

    Auch liegt der Verdacht nahe, dass die spezifizierte Leistung und die Prüftests unter Laborbedingungen derart differieren, dass trotz eingerechnetem Temperaturkoeffizienten die Leistungseinbußen derart hoch sind, dass der MPP nicht mehr erreicht wird.


    Sicherlich gibt es da Abweichungen, bei (echten) Markenmodulen dürfte dies aber eher nicht der Fall sein. Es ist aber durchaus möglich, dass der ein oder andere Hersteller mit den Fortschritten der Konkurrenz nicht mithalten kann und daher etwas "Datenkosmetik" betreibt bzw. die legalen Spielräume "ausreizt".

    Zitat von Solartechnik-Bayern

    Hersteller möchte ich keine nennen, jedoch sind polykristalline PV-Module vermehrt auffällig.


    Nunja, vielleicht kannst Du ja erst einmal nähere Angaben zu den dabei verwendeten Rohmaterialien machen (Stichworte wie UMG Silizium, Rückseitenfolienmaterial etc.)

    Zitat von Solartechnik-Bayern

    Was den DC-DC Wandler angeht , so arbeitet der auch nur innerhalb der Systemgrenzen.


    Selbiger ist meist aber deutlich größer, wenn keine Nennleistung mehr gefordert ist. Hier geht es ja ab ca. 90 V los, das groß der Geräte kann dann 150 V und eine optimale Auslegung ist meist erst ab 350 V vorhanden, da ist immerhin ein Faktor 2 dazwischen...


    Ciao


    Retrerni