Ertragsprognose / Einstrahlungsmessung

  • Hallo,
    Ich, absoluter PV-Neuling, plane in nächster Zeit einen Teil meines Grundbedarfs per PV zu decken und längerfristig mit einem Speicher der Netzunabhängigkeit Schritt für Schritt entgegenzugehen.


    Der Standort für die zukünftige Anlage ist alles andere ideal, die Aufstellung einigen Einschränkungen unterworfen und es gibt speziell im Winter Verschattung sowie unberechenbaren Nebel. Aufzeichnungen der nächstgelegenen Wetterstation sind bei Letzterem weitgehend unbrauchbar da dessen Intensität innerhalb weniger 100m stark schwankt.


    Daher würde ich gerne über 1-2 Jahre die Einstrahlung genau am Ort der möglichen Aufstellung messen um abzuschätzen ob das Projekt überhaupt machbar ist und wenn ja wieviel Ertrag in etwa erwartet werden kann.


    Was wird für dieses Vorhaben an Messtechnik und Datenaufzeichnung benötigt?
    Fertige Lösungen wären praktisch aber Mikrokontroller (AVR) zu programmieren und Sensoren zu verkabeln ist auch kein Problem für mich.


    Danke schonmal für Alle Antworten


    P.S. Die lokalen Elektriker montieren zwar PV Anlagen aber mit genauer Ertragsprognose, speziell unter aussergewöhnlichen Bedingungen, setzt sich davon keiner auseinander, daher erlaube ich es mir mich mit meinem Anliegen an dieses Forum zu wenden.

  • Was sind denn die speziellen Bedingungen? Du dürftest nicht der einzige mit schwankenden Wetterlage sein.

  • wenn es nur um die Deckung eines Teils von deinem Grundbedarf geht, wird es sich dabei ja voraussichtlich eher um eine recht überschaubare Anlagengröße handeln.
    Da dürfte die Meß- und Auswertetechnik bald aufwendiger sein als die Anlage selbst....
    Allerdings passt das nicht zusammen mit deinem längerfristigen Plan mit dem Speicher.


    Was genau sind denn die einigen EInschränkungen an deinem Standort?
    Nebel und Verschattung im Winter gibt es überall, meiner Ansicht nach wird beides überbewertet. Speziell im Winter kommt sowieso sehr wenig Ertrag.


    Ich halte deinen Plan mit dem Messen usw. nicht für zielfüherend, weil die Schwankungsbreite der Ergebnisse so groß sein wird daß daraus kein sinnvolles Ergebnis zuverlässig abzuleiten sein wird.
    Mit PVGis kannst du die zu erwartenden Erträge für deinen Standort berechnen , bei Verschattung kannst du sogar eine Horizontdatei eingeben. Das Ergebnis wird auf Monatswerte genau ausgegeben und damit kannst du auch die Wirtschaftlichkeit grob abschätzen.


    Oder du baust die Anlage einfach, dann kannst du die realen Ertragswerte aufzeichnen und auswerten 8)

  • Moin Robert84,


    willkommen im PV-Forum :D .


    Einfach machen :D
    Du bringst hier Argumente, die der Argumentation einer Kleinanlage (bis ca 30 kWp) in keinster Weise gerecht werden. Du willst hier eine 'wissenschaftliche Auswertung', die einfach nicht zielführend ist. Und dann gleich noch Speicher ansprechen und evtl. machen wollen, führt das Ganze eh ad absurdum :idea:
    Speicher ist Hobby und absolut unwirtschaftlich für den Käufer.


    Wie groß soll denn Deine PV Anlage in etwa werden?
    Welche Jahresverbrauch hast Du aktuell?


    Z.B. beim Sfv kannst Deine Plz eingeben. Dann siehst, was Anlagen in der Gegend produzieren.



    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von PLimbi

    Was sind denn die speziellen Bedingungen? Du dürftest nicht der einzige mit schwankenden Wetterlage sein.


    Eben besagte Wetterlage, nur drei Stunden ohne Verschattung im Dezember, Verschattung würde über die Module wandern wodurch manche Leistung bringen und andere nicht, Aufstellung auf Ständern am Boden und nicht am Dach, bis zu 60m zum WR.


    Zitat von jodl

    wenn es nur um die Deckung eines Teils von deinem Grundbedarf geht, wird es sich dabei ja voraussichtlich eher um eine recht überschaubare Anlagengröße handeln.


    Vorerst gehts da um etwa 150W Pumpenstrom der 23/7 gebraucht wird. Eine Stunde Ausfall pro Tag ist tolerabel.
    Ist das Gebäude fertiggestellt steigt der Pumpenbedarf auf ca. 500W. So klein wird die Anlage eventuell nicht werden.
    Es geht hier nicht um ein typisches EFH.


    Zitat von jodl

    Oder du baust die Anlage einfach, dann kannst du die realen Ertragswerte aufzeichnen und auswerten


    Ich könnte zum Test auch nur mal eine einzelne Pumpe (45 +/-5W) per PV versorgen, eine kleine Staplerbatterie als Speicher nutzen, Daten gewinnen und dann anhand derer weiter ausbauen.
    Wenn alles klappt kann auch besseres Areal erschlossen werden aber das möchte ich ohne vorhergehende Erfahrungen nicht machen.


    Zitat

    Du willst hier eine 'wissenschaftliche Auswertung', die einfach nicht zielführend ist.


    Ich bin Chemiker mit fast abgeschlossenem Studium, so weit bin ich von der Wissenschaft nicht weg. :D .


    Zitat

    Und dann gleich noch Speicher ansprechen und evtl. machen wollen, führt das Ganze eh ad absurdum


    Es wird nicht anders gehen.
    Mein Ziel ist langfristig bei den Grundfunktionen meines Hauses so wenig wie möglich von Netzstrom abhängig zu sein und den Energiebedarf möglichst regenerativ decken zu können.
    Dass sich das finanziell nicht rentiert ist mir bewusst, das ist auch nicht die Zielsetzung. Wenn mein Stromlieferant nichts gegen Einspeisung hat ist es schön wenn sie ein paar Euros abwirft, wenn nicht dann eben nicht.


    Es geht dabei nicht um komplette und restlose Autarkie durch eine PV Insel alleine, wenn mal an einem ganzen Tag der Ertrag durch schlechtes Wetter ausfällt kann natürlich aufs Netz zurückgegriffen werden und wenn das auch noch ausfällt gibts als letzte Notmassnahme auch einen Dieselgenerator.


    Zitat

    Wie groß soll denn Deine PV Anlage in etwa werden?
    Welche Jahresverbrauch hast Du aktuell?


    Pro Jahr komme ich zur Zeit in die Region um 10MWh.
    Groesse der Anlage richtet sich nachdem was im Winter bei durchschnittlichem Wetter zur Grundversorgung gebraucht wird. Flächenmäßig können tausende qm mit PV belegt werden.

  • Geht es überhaupt um Deutschland? Da würde ich sagen, mach erst mal eine EEG-Anlage auf das/die Süddächer und schau dann mit den daraus gewonnenen Daten weiter. Die Verhältnisse müßten schon miserabel sein, daß sich das finanziell nicht rechnet. Im Winter kannst du PV für eine Versorgung rund um die Uhr (soll 23/7 wohl meinen, wobei die 23 wohl ein Tippfehler war) vergessen bzw. es wird extrem teuer. PV-Strom verbraucht man am besten dann, wenn er anfällt.
    Für andere Länder, wäre mindestens die grobe Lage interesssant, je näher am Äquator desto eher geht das.


    60m - da brauchst du möglichst hohe Spannung, ein einzelnes Modul ist da ungeschickt.
    Bei eienr (Halb-)Inselanlage wirst du tendentiell mehrere Laderegler verwenden, da macht es gar nichts aus, wenn einer gar nichts und ein anderer volle Leistung bringt. Bei Netzwechselrichtern gibt es dafür Optimierer auf Einzelmodulbasis z.B. von Soalredge.
    Bevor ich weiter schreibe, also erst mal klären in welche Richtung es weiter gehen soll.

  • Zitat von alterego

    Geht es überhaupt um Deutschland?


    Nein, das vergass ich zu erwähnen, sorry. Standort ist im nordoestlichen Österreich.
    Ich nehme gerne jedes Einkommen aus Einspeisung aber bei den Stromanbietern hier rechne ich nicht damit dass sie es erlauben. Vor allem nicht wenns über eine Kleinstanlage hinausgeht.


    Zitat von alterego

    auf das/die Süddächer


    Auf mein Dach kann nichts montiert werden, wenn dann Bodenständer.


    Zitat von alterego

    Im Winter kannst du PV für eine Versorgung rund um die Uhr (soll 23/7 wohl meinen, wobei die 23 wohl ein Tippfehler war) vergessen bzw. es wird extrem teuer.


    Das meint schon 23 Stunden. Eine Stunde Ausfall pro Tag ist wie gesagt tolerabel. Ebenso sind einzelne Tage bei denen auf Netzstrom oder Generator zurückgegriffen werden muss kein Problem.


    Wenn für die schlechteste Zeit im Winter dimensioniert wird gehe ich davon aus im Sommer unter Tags praktisch den gesamten Bedarf, also von Maschinen bis Haushaltsgeräte, locker alles decken zu können. Spitzenleistung wird wenn alles gleichzeitig betrieben wird (sehr unwahrscheinlich) in der Größenordnung um 10kW liegen.

  • wenn du zuviel kohle hast kannst du das projekt "autark" gerne machen - bedenke aber:


    1. um den netzanschluss kappen zu können wird die anlage sehr groß und teuer werden - also grundgebühr sparen wird wohl nix werden.


    2. speicher in ö bei einem arbeitspreis von 13 cent/kwh :idea:


    3. verkaufen kannst du den strom immer sofern die anlage angemeldet ist-kommt nur drauf an um welchen preis.


    zu den messungen:


    du kannst das jahrelang machen wird dir aber keine neuen erkenntnisse bringen...pvgis o.ä. und horizontdatei helfen da mehr um eine abschätzuing zu bekommen.

  • Möchte mich black anschliessen.


    Wirtschaflich sinnvoll ist in Ö immer nur noch eine geförderte Aufdach-Anlage mit hohem Eigenverbrauchsanteil. Und genau in der sinnvollen Erhöhung des EV-Anteils sollte man seine Energie stecken, denn da ist einiges zu holen. Zur Befriedigung des Spieltriebs kann man dann immer noch eine kleine, zusätzliche Bastelanlage z.b. als Halbinsel betreiben. Reich wird man hierzulande von der Einspeisung nicht, bei einer ordungsgemäß ausgeführten Anlage kann aber kein VNB (hier wahrscheinlich die EVN) die Einspeisung verweigern. Den Stromanbieter und -abnehmer kannst Du dir im Internet aussuchen (jedes Jahr wechseln - grosses Potential).


    Stundenweise Vorhersage zur erwartbaren Leistung in Verbindung mit der WeatherUnderground-API gibt es hier:
    http://www.intelligence.tuc.gr/renes/

    #1: Huawei SUN2000-33KTL-A mit 81x Q.PEAK L-G4.5 365 Ost/West + 20x Yingli YL250P-29b Süd

    #2: Solaredge SE3500H mit 5x Q.PEAK L-G4.5 365 Süd, 2x Trina 275 Süd, 1x LG 350 NeoN Süd, 2x Kioto 220 Nord

    eGolf300 an go-e Charger

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Grüß' Dich Robert84,


    es ist hier im Forum üblich, nicht genau auf genaue Fragestellungen einzugehen. :cry: Trotzdem kannst Du durch Nach- /Mitlesen und unverdrossenes Nachfragen hier sehr wertvolle Informationen bekommen, die Du sonst nirgends findest. :D
    Zu Deiner Frage: Messen kannst Du grob mit einem Modul, das Du mit einem Strommesser verbindest, dessen Messwerte du in einem Datenlogger speicherst. Wenn Du löten kannst und willst, nimm einen AD-Wandler oder einen Strommesser mit digitalem Ausgang und verbinde diesen mit einem Rechner, auf dem die Daten gespeichert werden. Grob ist diese Messung, weil Du so nur den Fotostrom misst, nicht die Leistung, die ein MPPT-Regler aus dem Modul herauszuholen in der Lage ist. Wenn Du die Modultemperatur mit aufzeichnest kannst Du die Wirkung des MPPT simulieren. Die Daten werden so genauer, aber das hilft Dir nichts, denn die Einstrahlung ändert sich schon Mikrowetter bedingt zufällig in weiteren Grenzen. Für die Abschätzung der Einstrahlung sind die von den anderen Schreibern hier erwähnten Datenbanken/Simulationsprogramme hilfreich.
    Für Dein eigentliches Vorhaben, Grundlast verringern, ermittelst Du zunächst die verschiedenen Verbraucher und prüfst, wie Du 1. deren Verbrauch reduzierst, z.B. Wäschetrockner durch Wäscheleine ersetzen, effizientere Geräte anschaffen, Beleuchtung mit aus Akku versorgten LEDs, Rechner direkt aus Akku versorgen...
    2..deren Verbrauch in die Produktionskurve einpaßt, z.B. Kühltruhe /-schrank nur tags laufen lassen, nachts den Kältespeicher gefrorene Salzlösung nutzen, Wäschewaschen nur wenn die Sonne scheint,
    Wenn Du so die Peaks etwas geglättet hast, kannst Du abschätzen, wieviel PV Du brauchst.
    Wenn Du hier dann Deinen Bedarf als Funktion der Zeit angibst, werden Dir die Experten Vorschläge und Angebote unterbreiten. Dann erst kaufst und baust Du.
    Verhaltensänderung ist am effektivsten aber am mühsamsten. Einsparen ist effektiver als erzeugen. In situ verbrauchen ist effektiver als speichern. Größere Mengen Strom speichern ist unrentabel. Im Sommer für den Winter speichern überläßt Du besser den Wildtieren und den Pflanzen ( Bäumen ).
    Damit hast Du nun etliche Monate zu tun. :? Dann schreiben wir uns wieder. :D


    Freudichen Gruß
    pvx