Bitumendachbahn Erhöhung der Befestigungspunkte

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier wiedersprüchliche Aussagen.
    Unser Dach besteht aus Holzbrettern, darauf PU-Schaumplatten, darauf Bitumenschweißbahn (Dachpappe), 18 Jahre alt, Neigung 18°. Darauf wollen wir vor der Solaranlagenmontage eine weitere Dachbahn aufbringen lassen.


    Unser Solaranlageninstallateur will die Befestigung für die Module durch das Dach in die Sparren schrauben, Löcher vorm Schrauben mit Bitumen gefüllt und Dichtscheiben "Bituplan" von Schletter auf der Dachhaut verwenden. Eine Erhöhung der Dachbahn hält er nicht für notwendig.


    Unser Dachdecker meint das wird nur sicher dicht bleiben, wenn man über den Sparren eine Leiste unter der Dachbahn einbaut, um die Befestigungspunkte aus der wasserführenden Schicht herauszuheben. Das finde ich logisch, ist in der geplanten Ausführung jedoch 1700,- teuer für meine 18m² Solaranlage:
    "Konstruktionvollhölzer 6*16cm bis 6m länge auf Flachdach mit Holzbauschrauben 8,0*240mm befestigen, seitlich unter 35° angeschrägt befestigen und 2-Lagig (Kaltselbstklebebahn und Icopal Expandrit) eindichten"


    Eigentlich habe ich ein einfaches Brett erwartet, was an 2-3 Stellen befestigt wird, weitere Befestigung erfolgt ja durch die bis in die Sparren geschraubten Bolzen der Solaranlage. Ist die angebotene Lösung die notwendige Ausführung, oder ist auch eine günstigere Möglichkeit sicher dicht?


    Vielen Dank alle Erfahrungen und Meinungen dazu, Hendrik

  • Moin


    Vertaue Deinem Dachdecker. Noch besser wäre es wenn er gleich die Stockschrauben mit abdichtet.
    Bedenke, die Konstruktion sollte bis zu 30 Jahre halten. Das wären bei der empfohlenen Montageart Mehrkosten von 56 € im Jahr.

    Grüße von der Nordsee


    Olaf Harjes


    Harjes Elektrotechnik Am Hillernsen Hamm 39 26441 Jever FON 04461 3315

  • das wird auch so wie es der Dachdecker vorschlägt, nicht sicher dicht bleiben.
    Und so wie es der Installateur vorschlägt, schon garnicht.
    Außerdem wären die Aspekte Statik und Zulassung der verwendeten Materialien noch zu klären.


    Zu den Kosten: das Geld hat sich der Errichter dieser Dachkonstruktion ja schon gespart. Es kann halt nicht immer auf eine Seite hängen.

  • Zitat von jodl


    Zu den Kosten: das Geld hat sich der Errichter dieser Dachkonstruktion ja schon gespart. Es kann halt nicht immer auf eine Seite hängen.


    :mrgreen::danke:
    edfauer, bevor ich da noch mehr Mist draufpappe würde ich mal an ein Trapezblech oder Ähnliches denken!
    Ein Holzbrett (selbst Lärche/Eiche/Kiefernkernholz) allseitig in Bitumen einpacken ist grober Unfug bzw. sein schneller Tod.
    lg,
    Philip

  • Moin,


    "Ein Holzbrett (selbst Lärche/Eiche/Kiefernkernholz) allseitig in Bitumen einpacken ist grober Unfug bzw. sein schneller Tod."


    Das gilt auch für die angebotenen Bohlen. Gibt es eine Materialalternative? Trapezblech geht nicht weil Reihenhaus und wir das Dach gemeinsam machen lassen. Ich kann höchstens was unterlegen lassen wie geschrieben.
    Das Unterlegmaterial sollte sich nicht ausdehnen / schwinden, damit keine mechanischen Spannungen aufkommen.
    Metall unter der Dachpappe auf 6m Länge fiel deshalb für mich aus, da es bei 30° deutlich länger ist als bei -20° (3-4mm). Kunststoff ist noch schlechter im Wärmeausdehnungskoeffizient. Holz ist diesbezüglich gut, aber wehe wenn es feucht wird und vergammelt.
    Im Forum war schon zu lesen, dass man bei Dachpappe eine Holzlatte auflegt, einschweißt, und die PV daran befestigt. Nimmt man da in Kauf, dass das Holz nach X Jahren feucht wird und vergammelt????
    Vielleicht sollte ich PU-Schaumplattenstreifen unterlegen lassen. Das vergammelt nicht, ist das gleiche Material wie unter der Dachpappe, wird sich nicht ausdehnen, da einzelne Stücken und eingespannt. Spricht was dagegen?


    Gruß, Hendrik

  • Zitat von edfauer

    Spricht was dagegen?


    das kannst du machen "wie ein Dachdecker" - eine fachgerechte Lösung wird das so oder so nicht.

  • Hallo edfauer,
    ich habe meine Carport Dachfläche nicht mit Durchbohrung beschädigen lassen.
    Sondern die Möglichkeit der seitlichen Befestigung des Modulunterbaus mittels Winkel gefunden.
    Vielleicht ergibt sich bei dir auch so eine Variante als Denkanstoss.
    Mit sonnigen Gruss
    der Wolf

  • ja, der Dachaufbau wurde damals wohl äußerst einfach und sparsam durchgeführt. :lol: Das holt dich jetzt wieder ein.
    Für am vielversprechensten auf die lange Dauer bezüglich Dichtheit halte ich den Vorschlag hier zumindest unter der PV-Anlage (natürlich vom Dachfirst beginnend bis an die Traufe) Trapezbleche, zu verlegen, auch möglichst wieder nicht die billigsten und dünnsten davon. Darauf kann man dann die PV-Anlage mit Stockschrauben befestigen. Ist ja eine gängige Methode.
    Montage ohne Dachdurchdringung hört sich schön an, dieses Dach mit seinem Aufbau und der Neigung ist aber auch eher ungünstig dafür. Ohne deutliche Mehrkosten wird es wohl dauerhaft dicht nicht gehen, kannst aber gleichzeitig damit noch etwas für eine lange Zukunft deines Daches ohne Probleme tun.
    Achso, bei derartigen Dachaufbauten gibts natürlich bei der Ausführung noch ein Problem der Montagekräfte mit Mehraufwand, selber Alles schon mitgemacht, man muss die Dachsparren darunter sicher finden und treffen können, herausmessen von unten ? Alles aufwändig und nicht so einfach, man möchte ja das Blech und die Anlage auch nicht nur an den Schallungsbrettern verankern, das ist ebenfalls Mist. Was dabei herauskommt sieht man dann auf manchen Bildern von Sturmschäden.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

    3 Mal editiert, zuletzt von Boelckmoeller3 ()

  • Hallo,


    Zitat von edfauer

    Unser Dach besteht aus Holzbrettern, darauf PU-Schaumplatten, darauf Bitumenschweißbahn (Dachpappe), 18 Jahre alt, Neigung 18°. Darauf wollen wir vor der Solaranlagenmontage eine weitere Dachbahn aufbringen lassen.


    was ganz ähnliches habe ich auch hier. Schau` Dir den Link unten im Fuß meiner Beiträge mal an.


    Zitat von edfauer

    Unser Solaranlageninstallateur will die Befestigung für die Module durch das Dach in die Sparren schrauben, Löcher vorm Schrauben mit Bitumen gefüllt und Dichtscheiben "Bituplan" von Schletter auf der Dachhaut verwenden. Eine Erhöhung der Dachbahn hält er nicht für notwendig.


    Das wird die 20 Jahre oder länger nicht dicht bleiben, da sich das Bitumen über die Zeit immer mehr verhärtet und irgendwann nicht mehr flexibel genug ist. Dann wird`s undicht.


    Zitat von edfauer

    Unser Dachdecker meint das wird nur sicher dicht bleiben, wenn man über den Sparren eine Leiste unter der Dachbahn einbaut, um die Befestigungspunkte aus der wasserführenden Schicht herauszuheben. Das finde ich logisch, ist in der geplanten Ausführung jedoch 1700,- teuer für meine 18m² Solaranlage:
    "Konstruktionvollhölzer 6*16cm bis 6m länge auf Flachdach mit Holzbauschrauben 8,0*240mm befestigen, seitlich unter 35° angeschrägt befestigen und 2-Lagig (Kaltselbstklebebahn und Icopal Expandrit) eindichten"


    So haben`s bei mir auf der Nordseite die Dachdecker auch gemacht.
    Heute würde ich das nicht mehr so machen.


    Die imho beste Lösung ist es, die Befestigungselemente so aufzuschrauben, wie es der Solarteur vorsieht, diese dann aber zusätzlich mit Kemperol 2K-PUR oder Triflex einzudichten. Eine Eindichtung mit diesen oder vergleichbaren gewebearmierten Flüssigkunststoffsystemen halten länger wie das ganze Dach.

  • Ich würde eine (Edel)Stahlplatte mit mittigem Bolzen für die UK und Schrauben mit Distanzhaltern (auf passende Länge geschnittene Edelstahlrohre) in die Sparren befestigen. Diese Grundplatte mit den Befestigungsschrauben dann mit Bitumwnanstrich grundieren und mit einem Stück Dachpappe abschweißen. Dann hat man die Dachdurchdringung unter Bitumendichtbahn und kein gammelndes Holz verbaut.


    Bei meiner Anlage ist das ähnlich gemacht, nur keine weiche Dämmung unter den Platten sondern harte Bimsbetonplatten


    Jan


    Mit freundlicher Unterstützung der Autokorrektur meines schnurlosen Telephons zur automatisch initiierten Verwirrung durch Wortverwurstung.