Fragen eines Neulings

  • Ich habe mich heute hier registriert weil ich mir als absoluter Neuling einige Antworten auf Fragen erhoffe.
    Ich habe ein eigenes Dach in Freiburg auf einer kleinen Doppelhaushälfte.
    Ich würde mir gerne eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach setzen - Geld wäre ohne Kreditaufnahme für das Vorhaben vorhanden ohne dass es für die nächsten 30 Jahre gebraucht würde.
    1.) Ich habe als Dateianhang meine Dachgeometrie angehängt und würde Euch mal fragen ob bei solch einem Dach überhaupt eine Solaranlage sinnvoll sein kann. Ich will keine Rendite - nett wäre wenn ich in 30 Jahren soviel an Strom sparen könnte wie ich jetzt investiere - eine kleine negative Rendite würde ich aber auch akzeptieren - wie gesagt - das Geld wird nicht gebraucht.
    Mein jetziger Stromverbrauch für eine 4-köpfige Famile ist etwa bei 3500kWh im Jahr.
    2.) wie finde ich am besten einen geeigneten Anbieter von Anlagen (Postleitzahlbereich 7900 Freiburg)
    Danke

  • Wenn Du mit der Anlage keinen Schönheitspreis gewinnen willst, kann man sicher auch auf das Dach PV bauen. Es wird aber ein Puzzle aus quer und hochkant Montage werden und es könnte auf kleine etwas teurere und seltenere 72-Zeller hinaus laufen.


    Als Kritisch würde ich vor allem die Dacheindeckung ansehen.
    Das ist Biberschwanz, oder?
    Da dürften per se schon mal Metalldachpfannen fällig sein.
    Hinzu käme dann recht sicher auch SE (SolarEdge sind Einzeloptimierer auf Moduleben, die wie bei Dir vorliegend mehr als 2 Ausrichtungen/Dachneigungen und sehr kurze Strings erlauben und dies alles in einen String zusammen hängen).


    Mein Vorschlag wäre auch den Walm links mit Ausrichtung gen Westen mit zu belegen.
    Es wäre schön, wenn man die Schüssel einen halben Meter höher setzen könnte und den Tritt unter den Fenstern auch.


    Reich wirst Du mit der Anlage nicht werden, aber eine schwarze Null nach 20 Jahren wäre in Freiburg drin.
    Ich würde das in Richtung 4-6KWp mit einem 1-phasigen WR SE4000 oder SE5000 weiter planen.
    Preislich wird das kein Schnäppchen ... um 1500,- pro KWp würde ich als Laie bei den Voraussetzungen schätzen.

    Verkaufe ein SMA EnergyMeter für VB 220,-


    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo,


    sehr gute Einschätzung von seppelpeter - ich würde mir noch die Frage erlauben - Einspeisen oder Insel.

    9,3kWp Insel, 2x Pip5048MS parallel, Pzs 625 Ah, SOC-Überwachung über BMV 700, solpiplog,
    Überschuss-Verbraucher: Renault Zoe Z.E. 50 (R135) am Ladeziegel
    gelernter Elektroinstallateur - jetzt Owner-Driver mit 40t Autotransporter

  • Den Platz auf der Flachdachgaube nicht vergessen, wenn man schon mit SE arbeitet.
    Minimal und optisch eher unproblematisch dürfte sein nur den Platz unterhalb der Gauben quer zu belegen. Dazu dann evtl. den Westwalm.
    1,05m unten wird aber knapp mit 60-Zellern - btw. was ist da drunter falls Schnee (gibt es sowas in Freiburg ;) ) abrutscht. Für ein Fanggitter ist jedenfalls kein Platz.

  • Ich wollte auch mal was zu PV fragen. Hoffe die Frage ist nicht zu dumm. Wenn man eine PV Anlage installiert, kann man damit den Strompreisen entgehen, oder ist man dann immer noch auf die Stromanbieter angewiesen?

  • Danke für die hilfreichen Anmerkungen.
    Ich musste ein wenig suchen um die Fachbegriffe einigermaßen erfassen zu können. Ich habe zu den Anmerkungen noch ein paar Verständnisfragen:


    1. "Unter dem Haus" ist Garten sodass der abrutschende Schnee kein Problem wäre, Regen sollte jedoch in die Rinne sodass das Solarpanel nicht über die Rinne darüber hinaus ragen sollte. Das westliche Walmdach hat ein großes Dachfenster wäre aber sicherlich mit mehreren Panels bestückbar
    Habe ich richtig verstanden dass ein "SolarEdge" Solarpanels (die durch Verschattung oder Ausrichtung unterschiedliche Leistung bringen) so optimiert, dass die einzelnen Gruppen optimal produzieren ohne die anderen zu "stören"
    2. Inselanlage oder Einspeisung - weiß ich nicht genau
    dazu habe ich eine (vielleicht blöde) Frage: habe ich recht verstanden, dass man bei Kleinanlagen einphasig ins Netz einspeist, bedeutet das auch dass ich bei Eigenverbrauch auch nur auf dieser Phase meinen eigenen Strom "verbrauchen" kann? Meine Großverbrauchen Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Kühlschrank, Truhe habe ich schön auf 3 Phasen verteilt, sollte man den eigen produzierten Strom dann aber nur auf einer Phase haben könnte ich höhe Eingenverbräuche knicken - vielleicht ein Verständnisproblem
    Meine Grundlast ohne dass gerade der Kühlschrank läuft liegt in meinem Haus im Sommer bei deutlich unter 100W, sodass ich hohe Eigenverbräuche mit der Solaranlage über mein Waschverhalten/starten der Spülmaschine etc. optimieren müsste, wäre aber alles kein Problem da alle Geräte Zeitgesteuert betrieben werden können. Diese sind aber auf alle 3 Phasen verteilt?
    Ab welcher installierter Leistung (oder ab wieviel eingespeisten kWh) lohnt sich denn ein Einspeisen mit vergütung?

  • Zitat von KleinanlagenNeuling

    1. "Unter dem Haus" ist Garten sodass der abrutschende Schnee kein Problem wäre, Regen sollte jedoch in die Rinne sodass das Solarpanel nicht über die Rinne darüber hinaus ragen sollte. Das westliche Walmdach hat ein großes Dachfenster wäre aber sicherlich mit mehreren Panels bestückbar
    Habe ich richtig verstanden dass ein "SolarEdge" Solarpanels (die durch Verschattung oder Ausrichtung unterschiedliche Leistung bringen) so optimiert, dass die einzelnen Gruppen optimal produzieren ohne die anderen zu "stören"


    Wie man das dann belegt und ob man 60-Zeller nehmen kann oder doch mit den 72-Zellern besser fährt muss man durch spielen. Mein Ansatz wäre mit 72-Zellern in quer unter der Gaube und unter den beiden Fenstern unten zu starten. Die 72-Zeller haben 1,6*0,85m während 60-Zeller 1,67*1,01m haben.
    Rechts der Gaube könnte man 2-4 quer oder auch hochkant dazu legen.
    Bei der SAT wird man nix mehr legen können; SAT auf die andere Seite wäre eine Überlegung.
    Unten könnte man links der Fenster und zwischen den Fenstern noch 1 Modul legen.
    Optional würden auf die Gaube denke ich 6 Stück passen.
    In Summe wären das auf Ost ca. 15 Stück ohne Gaube und 21 mit Gaube.
    bei 200Wp pro Modul hat man dann 3-4,2KWp auf Osten.


    Von Westen fehlt ein Bild.


    SE optimiert nicht Gruppen von Modulen sondern es wird auf Modulebene jedes Modul für sich optimiert.
    SE kostet ca. 5-10% Aufpreis, dafür kann man damit die Module praktisch legen wie man will, was leichten Schatten und unterschiedliche Ausrichtungen/Dachneigungen angeht.


    Von einer Insellösung würde ich abraten.


    Der Zweirichtungszähler, den Du bei einer Überschusseinspeisung gesetzt bekommst, saldiert über alle Phasen.
    Das heißt es ist völlig egal auf welcher Phase Du verbrauchst.
    Angenommen 1000W werden über Phase1 eingespeist und gleichzeitig wird auf Phase2 1000W verbraucht.
    In dem fall "steht" der Zähler und Du versorgst dich selbst.


    Bei niedrigem Verbrauch, wie bei Dir und sehr niedriger Grundlast wie bei Dir würde ich immer zur Einspeisung raten :!:

    Verkaufe ein SMA EnergyMeter für VB 220,-


    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Danke für die Klarstellungen.
    Werde in der nächsten Woche mal diverse technische Zeichnungen (Skizzen) machen um eine mögliche Belegung zu finden.
    Kann man verschiedenen Größen von Modulen auf einem Dach mischen oder schließt sich das wegen der unterschiedlichen Ausgansspannungen aus? Außerdem versuche ich die Westseite noch zu vermessen um zu überlegen wieviel auf dem Walm noch Module montiert werden können. Auf der oberen Gaube will ich keine montieren da es ein großer Aufwand (des Blechners) war dieses Dach "Wasserdicht" zu konstruieren da so gut wie kein Gefälle herrscht. Da wäre jede Bohrung oder Schraube längerfristig eine Sollbruchstelle.


    Kann jemand für mir für Freiburg eine Firma empfehlen für solch ein "Kleinprojekt". (Am besten mit Anschluss ans Netz und Zählertausch).

  • Zitat von Emily77

    Ich wollte auch mal was zu PV fragen. Hoffe die Frage ist nicht zu dumm. Wenn man eine PV Anlage installiert, kann man damit den Strompreisen entgehen, oder ist man dann immer noch auf die Stromanbieter angewiesen?


    Du kannst mit einer PV-Anlage deine monatl. Abschläge senken, angewiesen auf einen Stromanbieter bist du immer noch.

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