Fragen vor dem Bau einer 75kWp PV Anlage mit Eigenverbrauch

  • Hallo


    Für die Turnhalle in unserer Gemeinde möchten wir eine Gemeindeeigene PV Anlage aufbauen, um die Halle und die Schule mit Eigenstrom zu versorgen, der Rest soll eingespeist werden, alles an eigener Trafostation angeschlossen.


    Einspeisezusage, Einspeisemanagement mit Rundsteuerempfänger, Netzverknüpfungspunkt, Blitzschutz, Montagefreigabe auf Dachkonstruktion usw. sind geklärt und bekannt.


    Es sollen montiert werden:
    - 286 Solarworld Poly260Wp,
    - 5 SMA Tripower mit 22 Modulen pro Strang (passt Platzmäßig am besten drauf, WG Überdimensioniert wg. Montage auf Dachboden)
    - SMA Clustercontroller
    Ost-West-Belegung mit angenommenen 850kWh/kWp
    - Geplante Inbetriebnahme September 2016



    Offene Fragen zur Rentabilität / Kosten


    - Für den Eigenverbrauch muss ich die verminderte EEG Umlage bezahlen, oder die volle ?


    - Bei einer Anlagengröße von 74,36kWp erhalte ich eine Einspeisevergütung von ca. 11 Cent/kWp, bzw. gibt es denn schon Werte für eine Inbetriebnahme im September 2016


    - Ist die Inbetriebnahme zeitkritisch ? (Vor 2 Jahren musste die Anlage ja noch vor 1.8. ans Netz gehen, da sonst die EEG Umlage fällig gewesen wäre)



    Gibt es einen Termin, wann die Überschuss Einspeisung keine Vergütung mehr erhält ?




    Vielen Dank



    Ich kenne das aktuelle EEG nicht so genau, und sollte dazu einige Infos haben, damit wir das Kostenmäßig abschätzen können, was eingespeister Strom und EEG Umlage ausmachen.



    Gruß

  • Hallo Modulknecht,
    warum 5 WR? 3 x STP 25000 TL-30 oder 2 x STP 25000 TL-30 und 1 x STP 20000 TL-30 wäre eventuell eine sinnvolle und kostengünstigere Alternative. Du sparst dann auch an DC Überspannungsableitern, die auf einer Schule vermutlich notwendig sind (bei Nicht-Einhaltung der Trennungsabstände vom äußeren Blitzschutz).


    Wenn Betreiber und Stromnutzer personenidentisch sind, fällt nur die verminderte EEG Umlage auf Eigenverbrauch an (40% der jeweils gültigen EEG Umlage). Betreiber der PV Anlage muss also die Verwaltungsebene sein, die auch Schulträger ist (bei uns die Verbandsgemeinde).


    Wenn ich mir den Zubau im Mai anschaue wird sich an der Vergütung bis September eher nicht viel ändern.


    Ich sehe in 2016 im Moment keine Stichtage, die eine Inbetriebnahme zeitkritisch machen würde. Aber wer weiss was 5 Minuten vor der Abstimmung noch ins neue EEG gemogelt wird.


    Überschuss erhät Vergütung für Inbetriebnahmejahr plus 20 Jahre. Im Gespräch ist, dass nach Erreichen von 52 GWp insgesamt die Vergütung komplett wegfällt, aber bis dahin wird sich das EEG noch geschätzte 10 mal ändern.


    Viel Glück dabei,

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo.


    Danke für deine Antwort.


    Da es unter dem Dachboden möglicherweise warm wird haben wir die WR ordentlich überdimensioniert.


    Auch wollen wir lauter gleiche Strings und Modulfelder haben, sind geradzahlige Stings von Vorteil.



    Wir erhoffen uns eine Längere Betriebsdauer der WR. Die Überspannungsmodule kosten ja pro WR ca. 120 Euro, das macht den Bock auch nicht mehr fett, sind auch bereits eingeplant


    Wegen Schneerutschgefahr sind auch teilweise Zwischenrähme zwischen den Reihen geplant, deshlab sollen immer 22 in einen String.




    Die Vergütung beträgt ja laut dieser Tabelle eher ca. 11,97 Cent/kWh wenn ich das richtig sehe, für die ersten 10kWh gibt's nochmal etwas mehr, aber das vernachlässigen wir jetzt mal...


    http://www.bundesnetzagentur.d…_blob=publicationFile&v=2




    Gruß+Danke !

  • Hallo Modulknecht,
    die integrierten Ableiter bei SMA sind nur Typ II und nicht ausreichend für die Einbindung in ein Blitzschutzsystem ohne Einhaltung des Trennungsabstandes.


    Mit 3 x STP 25000 TL-30 wärt ihr auch gut überdimensioniert und 22er Stränge gehen da auch dran (z.B. 2 WR mit je 2 Ost und 2 West und 1 WR mit 3 auf einem und 2 auf dem anderen Eingang (= 13 x 22 = 286 Module). Ohne weitere Info kann ich da sowieso nicht im Detail beraten. Will gar nicht drauf bestehen, war nur ein Vorschlag.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Vergütung bis September wurde heute bekanntgegeben, ändert sich nichts. Und, wie es aussieht, ändert sich auch Oktober bis Dezember nichts, evtl. im September nochmal nachfragen, weil, wenn sich was ändert, steigt die Vergütung eher als sie fällt. Wenn ich mich nicht verrechnet habe und Rundungsdifferenzen vorbehalten, sind es bei 74,36kWp 12,02 ct/kWh


    Bei der EEG-Umlage ist darauf zu achten, daß der Betreiber genau der ist, der auch den Strom bezieht. Am besten wohl nur "Gemeinde XY" (bei uns wäre es Schulverband XY) ohne weitere Zusätze (AB-Schule, Hochbauamt, ...), die sich womöglich mal ändern könnten. Schon wenn es für Schule und Turnhalle zwei Zähler gibt, könnte nur einer der beiden Eigenverbruach machen - außer man ändert das und baut einen Zwischenzähler ein.

  • Hallo.


    Das die Ableiter für den WR nur Typ2 sind haben wir eben auch festgestellt. Die Blitzschutzfirma hat uns den Dehn 900061 empfohlen, aber wie wir den montieren ist noch unklar, da wird sich schon noch was finden, Empfehlungen sind auch willkommen



    Für den AC bereich hat er uns den Dehn 951400 Empfohlen


    ######


    Die WR Auslegung überdenke ich nochmal, gern auch gemeinsam:


    Ostseite hat 198 (9 Strings a 22) Module und ist etwas größer
    Westseite hat 88 (4*22) Module


    15 Strings, und drei Stück 25k Tripower, das ergibt ja pro WR 28,6kWp Modulleistung, ist das nicht etwas viel, auch wenn es Ost-West ist ?


    Oder doch lieber vier Tripower 20K, und die vier Ost-Strings auf den kleinen Eingang legen, und ein WR hat dann halt etwas weniger zu Tun....




    ######


    Das ganze Projekt läuft über einen gemeinsamen Wandlerzähler, es gibt also nur diesen einen Zähler


    Gruß+Danke !

  • Poste doch mal bitte
    - Ort
    - Ausrichtung (Oder Gebäude über Google Earth)
    - Dachneigung


    Ich kann dir schonmal vorab sagen das der STP 20000 ohne Display in etwa so teuer wie der 15k ist.
    Hab selber einen drin. Ich meine der 25k gibt es auch ohne Display und kostet etwas mehr.
    Oder ihr nimmt einen STP 60 und ein STP 20, das müsste man aber mal rechnen.


    Wenn du AC Leistung 75kWp ist das bei Ost/West eigentlich schon überdimensioniert.

    19,8kWp - LG Mono 275 - STP20000TL-30 - Süd-West 40° - DN 30°
    5,7kWp - LG Mono 285 - STP5000TL-20 - Süd-Ost -30° - DN 11°
    Stiebel Eltron WWK300 electronic SOL
    Plugwise

  • Hallo.


    Ort ist 89522 Heidenheim, Ausrichtung ist Ost und Westdach, Firstlinie zeigt genau nach Süden


    Dachneigung ist 18 Grad Ostseite ist größer, deshalb dort 198 Module, Westseite hat 88 Module.


    Module Solarworld Poly 260, Wechselrichter SMA wegen Sunnyportal, da haben wir schon mehrere Anlagen drin.


    Ein wenig Überdimensionierung der WR hätt ich schon gern, in der Hoffnung das sie länger halten und es im Dachgeschoss auch mal wärmer werden kann.



    Gruß

  • Mit PV auf dem Dach wird es darunter bei mäßiger bis schlechter Isolierung auch nicht mehr ganz so warm ;)
    In den Details sind die anderen besser. Aber mach dir klar, daß bei OSt-West 1:1 schon überdimensioniert ist, normal (preis-leistungsoptimiert) würde man heute bei 75kWp einen WR mit um die 60kVA verwenden.

  • Mal dumm gefragt
    warum Eigenverbrauch?


    Eine Schule wird ja kaum die "normalen" 25ct pro kWh Verbrauch bezahlen oder? Warum nicht einfach Volleinspeiser?


    Welchen Verbrauch hat denn die Schule und welchen Preis muss sie entrichten?



    Grüße

    Gruß PV-Express


    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012