Batterie-Ladung aus dem Netz

  • Hallo Leute,


    ich habe 3 SMA Batteriewechselrichter an denen ich 4 BMZ ESS3.00 Li-Ion-Module angeschlossen habe. Die Anlage funktioniert wirklich ausgezeichnet.
    Ich hatte kürzlich eine Idee wie ich die Batterien auch bei wenig Ertrag aus der PV-Anlage (z.B. im Hochwinter) sinnvoll
    nutzen könnte. Dazu müsste ich aber eine Möglichkeit haben, die Batteriewechselrichter über einen Steuereingang dazu zu bringen, dass sie die Batterien über das Netz vollladen wenn der PV-Ertrag über den Tag nicht ausgereicht hat.
    Hat sich jemand von Euch mit so etwas schon beschäftigt oder hat eine Idee wie man das hinkriegt.


    Dank & Gruss
    Napoleon

  • Hallo Napoleon1,
    warum willst Du die Batterien im Winter vom Netz laden? Der "Umweg" über Ladegerät-Batterie-Wechselrichter ist mit Verlusten behaftet.
    Beschäftige Dich den Eigenschaften/Ladebedingungen von Li-Ion-Akkus, diese müssen/sollen weder zu 100% vollgeladen noch deutlich unter 50% entladen werden. Wenn der Akku seine Entladegrenzen erreicht hat, sollte der WR abschalten und Du beziehst den Strom vom Netz. Dann lass ihm (dem Akku) Zeit, bis er von der PV wieder auf ca.90% vollgeladen wurde und dann kannst Du ihn wieder auf Dein Inselnetz schalten.... so würde ich an die Sache rangehen. (Und so ähnlich mache ich das auch im Winter mit meinem Bleiakku)
    Hat Dein SMA-WR irgend welche programmierbaren Ausgangsrelais, mit welchen die Umschaltvorgänge gesteuert werden können?
    Stromdachs

  • Zitat

    Beschäftige Dich den Eigenschaften/Ladebedingungen von Li-Ion-Akkus, diese müssen/sollen weder zu 100% vollgeladen noch deutlich unter 50% entladen werden.


    Das ist so nicht ganz richtig. Man soll Li-Akkus nicht auf 100% laden, wenn man sie länger lagern möchte. Für ein paar Stunden, z.B. wenn der Akku im Sommer am Nachmittag voll ist, kann man ihn dann ruhig bei 100% stehen lassen. Im Gegensatz zu PB-Akkus darf man Li-Akkus auch deutlich unter 50% entladen. Ich entlade meine bis 9% (Sony erlaubt sogar 0%!). Die Untergrenze stellt man am besten nach Vorgabe des Herstellers ein.


    Die SMA Batteriewechselrichter kann man auf Saisonbetrieb stellen, so dass sie z.B. im Winter nicht so tief entladen. Aber selbst wenn man das nicht macht, bei drohender Tiefentladung ( Einstellbar, bei mir <5%) wird der Akku auch aus dem Netz wieder auf den Minimalwert gebracht.


    Ansonsten ist es wirklich nicht sinnvoll, Akkus aus dem Netz zu laden.
    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Hallo,

    Zitat von spitzb

    Die Untergrenze stellt man am besten nach Vorgabe des Herstellers ein.


    Das ist richtig und findet meine Zustimmung.
    Die Angabe "....Li-Ion-Batterien nicht deutlich unter 50% zu entladen...", habe ich mir von Wikipedia erlesen. Aber selbst dort sind Aussagen zu finden, die entsprechend Typ, Qualität usw. keine eindeutigen Rückschlüsse erlauben.
    Das mitgelieferte Datenblatt des Herstellers enthält auch nicht immer alle sachdienlichen Hinweise, manchmal sind über die Homepage des Herstellers weiterführende Tabellen zu bekommen, z.B. über den Zusammenhang zwischen praktizierter Entladetiefe und Zyklenzahl. Dort würde ich suchen, wenn mir das Datenblatt dazu keine Auskunft gibt.

    Zitat von stromdachs

    Beschäftige Dich den Eigenschaften/Ladebedingungen von Li-Ion-Akkus


    und ergänze den Satz wie folgt: ....Deines Li-Ion-Akkus..."
    Mehr kann ich momentan dazu nicht sagen, ich betreibe eine Staplerbatterie (Bleiakku) und mit Li-Ion hatte ich bisher nicht viel zu tun.....
    Stromdachs

  • Habe gerade mal nachgesehen. Für die BMZ Akkus wird eine DoD von 80% angegeben. Man darf sie also bis 20% entladen. Wenn der SI passend eingestellt ist, sorgt er, notfalls unter Nutzung von Netzstrom, dafür, dass diese Grenze nicht unterschritten wird.


    Falk

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  • Das Stichwort ist hier doch erst mal "Sinnvoll nutzen".


    Es macht so lange keinen Sinn Strom aus dem Netz zu kaufen um eine Batterie damit zu laden um Ihn später zu verbrauchen
    wie Du keinen variablen Stromtarif hast der mindestens günstiger ist als Dich die Lade-/Entladeverluste kosten. Genau genommen müsste man sogar noch den Verschleiß der Batterie noch mit dazu rechnen.


    Hast Du also einen Gesamtwirkungsgrad von z.B. 85% muss der Strom auch mindestens 85% günstiger sein damit Du nicht drauf legst.


    Das Thema mit der maximalen Entladung ist ja hier erst mal irrelevant. Aber evtl. beschreibst Du auch mal wie Dein Plan genau aussieht. Dann kann man das besser beurteilen.

  • Hallo,
    die Diskussion der Lade-/Entladeparameter berüert das Thema mehr am Rande. TS sollte sich dazu "schlau machen", wenn er will...
    Ansonsten verweise ich noch mal auf folgenden Passus:

    Zitat von stromdachs

    Wenn der Akku seine Entladegrenzen erreicht hat, sollte der WR abschalten und Du beziehst den Strom vom Netz. Dann lass ihm (dem Akku) Zeit, bis er von der PV wieder ....... geladen wurde und dann kannst Du ihn wieder auf Dein Inselnetz schalten.... so würde ich an die Sache rangehen. (Und so ähnlich mache ich das auch im Winter mit meinem Bleiakku)


    Das funktioniert praktisch ohne Netzladung und die vorhandene Anlage kann im Winter bei günstiger Witterung zeitweise genutzt werden. Darum geht es dem TS! Und wenn er die (teure Hobby-) Anlage schon mal hat, warum nicht (wenn immer möglich) nutzen!


    Im Inselbetrieb entstehen immer Verluste, auch im Sommer. Und der Strom (die Energie) welcher mit einer PV-Insel mit Batterie erzeugt wird, ist immer teurer wie der reine Netzbezug, er wird nie 85% günstiger sein! Dafür sorgen schon die Anlagenkosten!
    Stromdachs

  • Napoleon1 hat eigentlich alles, was man braucht. Da er von SMA Batteriewechselrichter spricht, vermute ich Sunny Island.


    Der schaltet sich bei der voreingestellten Entladetiefe aus, und der Strom kommt aus dem Netz. Sobald PV-Üvberschuss da ist, wird die Batterie wieder geladen u.s.w. Wenn der SI im Standby steht, passt er sogar noch auf die Batterie auf, damit die nicht versehentlich tiefentladen wird. Da muss man überhaupt nicht eingreifen und kann seine Batterie sogar im Winter getrost "vergessen".


    Die Batterie aus dem Netz zu laden um den Strom dann irgendwann zu verbrauchen macht überhaupt keinen Sinn. Erstens wird der Strom dadurch teurer und zweitens fährt die Batterie unnötige Zyklen. Das könnte nur interessant sein, wenn man irgendwie an kostenlosen Strom kommt (wie z.B. beim Econamic Grid von Senec). Das ist aber zur Zeit eine einzigartige Geschichte, die an die SENEC Speicher gebunden ist.


    Falk

    8,1 kWp Süd-West mit großer Gaube
    30 x Trinasmart 270Wp, SMA STP 8000TL-20
    Sunny Island 4.4, Sony Fortelion 9,6 kWh

  • Hallo miteinander !


    Besten Dank für die Antworten !
    Vielleicht noch ein paar Infos bzw. Antworten zu Euren Fragen:


    a) Der DoD ist bei mir vom BMZ-Monteur auf 89% eingestellt worden (neueste Erkenntnisse von BMZ
    in Zusammenarbeit mit SMA)
    b) Die Vermutung, dass es sich bei den Batt.-WR um Sunny Islands handelt ist korrekt.
    c) Auf die Frage, wieso ich die BMZ aus dem Netz laden will, habe schon gewartet:
    Die Antwort ist einfach:
    Der Hinweis, dass dies keinen Sinn macht, die Batterien wegen den Verlusten aus dem Netz zu laden ist grundsätzlich
    richtig. Meine Motivation ist eine andere:
    Grundsätzlich ist der Ertrag der PV-Anlage (auch wenn ich fast 11kWp installiert habe) in den Hochwinter-Monaten weit
    unter dem Verbrauch, zumal ich auch mit El.-Energie Heize (Wärmepumpe).
    Meine Idee ist nun wie folgt:
    Besonders die Wärmepumpe läuft hauptsächlich tagsüber (also im Hochtarif). Ich habe dzt. ca. 24kWh Netto-
    Batteriekapazität installiert. Das bedeutet, dass wenn nicht genug PV-Energie verfügbar ist, ich die Batterie im Niedertarif
    lade und dann die Energie tagsüber (also wenn der Zähler im Hochtarif erfasst) für die Wärmpumpe plus etwas für den
    Haushaltsstrom aus der Batterie nutzen kann. Das bedeutet bei mir konkret einen Kostenvorteil von ca. 7 Cent/kWh.
    Somit kann ich die Investition in die Speicherlösung noch besser nutzen.


    Meine Wunschlösung wäre daher, dass ich über den "DigIn" Eingang am Sunny Island das Rundsteuersignal für den NT auswerte und solange dieses aktiv ist, die Batterie über das Netz lade, sofern diese nicht schon von der PV-Anlage voll geladen wurde.


    Ich hoffe Ihr versteht nun meine Motivation und meine vermeintlich "blöde" Frage.


    Gruss Napoleon