PV-Modul direkt an IR Heizung

  • Hallo zusammen,


    ich möchte meinen ungenutzten und leider feuchten Keller (Grundriss quadratisch, etwa 18qm) gerne mit 1 oder 2 PV-Modulen in Verbindung mit einer IR Heizung vor allem im Sommer beheizen.
    Hintergrund ist die Tatsache, dass die Luft dort in der kalten Jahreszeit relativ trocken ist, weil -> Kalte Luft strömt durch immer offenes Kellerfenster in den Keller (wärmer als Außentemperatur), erwärmt sich auf Umgebungstemperatur und kann dadurch Feuchtigkeit aufnehmen und durch einen alten Kaminschacht wieder entweichen.
    Im Sommer das Gegenteil: Keller ist (relativ zu draussen) kühl, deutlich wärmere Luft kommt von draussen rein, kühlt ab und gibt Feuchtigkeit ab.
    Das schliessen des Fensters im Sommer ist aufgrund dann fehlender Luftzirkulation (und immer noch zu feucheter Luft) keine Lösung. Auch andere (v.a. bauliche) Lösungen zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit sollen hier nicht zur Diskussion stehen.
    Meine Frage dazu ist, ob die PV-Module ohne irgendwelche Wandler/Regler 'einfach' an eine IR Heizung angeschlossen werden können. Nach dem Motto: Wenn die Sonne scheint, wird die Heizung warm, wenn nicht, dann nicht. Bei Teilschatten, Nebel o.ä. wird die Heizung eben entsprechend weniger warm.
    Gibt es Komponenten (etwa im Bereich um 1Kw), die in Puncto Spannung und Leistung so harmonieren, das keine weitere Steuerung/Regelung nötig ist?
    Wie man hier merken kann, bin ich elektrisch/elektronisch Laie und freue mich auf eure Antworten.


    Vielen Dank schonmal im Vorraus..!

  • Zitat von Tjure

    Das schliessen des Fensters im Sommer ist aufgrund dann fehlender Luftzirkulation (und immer noch zu feucheter Luft) keine Lösung. Auch andere (v.a. bauliche) Lösungen zur Reduzierung der Luftfeuchtigkeit sollen hier nicht zur Diskussion stehen.


    Auch wenn du keine andere Lösung hören willst: Ich habe im Sommer auch einen feuchten Keller. Bei mir ist die Lösung alle Fenster geschlossen halten und dafür einen elektrischen Luftentfeuchter laufen zu lassen. Mit dem Entfeuchter stört die fehlende Luftzirkulation nicht mehr. Durch die Türen oder mal kurzes Lüften kommt genug frische Luft hinein. Gerade bei dem regnerischen Wetter hat der Entfeuchter viel zu tun, ohne dass großartig die Sonne scheinen würde. Bei der extremen Feuchte draußen habe ich sogar Wäsche im Keller getrocknet. Während sie in der Wohnung wegen der extremen Luftfeuchtigkeit nach 24Std. immer noch fast wie aus der Waschmaschine war, war die nächste Ladung im Keller über Nacht knochen trocken geworden. Der Energieverbrauch eines Entfeuchters auf Kompressorbasis ist nur ein Bruchteil dessen einer Infrarotheizung.

  • Hallo Perseus,


    danke für deinen Beitrag..!
    Ein entsprechender elektrischer Entfeuchter käme auch in Betracht, wenn man ihn unabhängig in einem eigenen Stromkreis direkt und ungeregelt mit PV-Modulen speisen könnte. Wenn er dabei noch effizienter ist als eine IR Heizung - umso besser.
    Ich glaube aber nicht, dass dies technisch möglich ist. Ich möchte halt ausser einer Anfangsinvestition keine weiteren (v.a. laufenden) Kosten. Daher die Idee mit der IR Heizung.
    Ich bitte weiterhin um Auskunft darüber, ob es PV- und IR-Komponenten gibt, die eine schwankende, ungeregelte Stromversorgung zulassen bzw. 'vertragen'.

  • Yep - hätte dasselbe interesse, 6qm solarfläche ohne den Wunsch dies an das Stromnetz anschliessen zu wollen.
    Mein Keller trockne ich derzeit mir einem Luftentfeuchter, wenn der Strom dazu "gratis" wäre und dies möglich sein sollte, wäre ich sehr interessiert. Meines Wissens ist dies leider nicht möglich ohne Wechselrichter,...
    oder doch ???

  • So ein Entfeuchter will 230V haben und eine gewisse Stabilität in der Versorgung, da der Kompressor bei kurzen Versorgungslücken Anlaufprobleme hat. Mein Entfeuchter verbraucht im Betrieb gemessen 120W. Er hat ein Hygrometer, so dass er nur bei Bedarf läuft (Automatik). Für einen sinnvollen Solarbetrieb brauchst du einen Akku, da nicht nur bei schwulem Sonnenschein viel Feuchtigkeit in den Keller kommt, sondern der Entfeuchter bei warmen regnerischen Wetter ohne Sonne sehr viel zu tun hat. Wenn der Entfeuchter (ziemlich hochgegriffen) 0,5kWh pro Tag verbraucht und ein halbes Jahr gebraucht wird, bist du bei 90kWh/a. Jetzt kannst du gegenrechnen, wie schnell sich eine Solaranlage amortisieren würde.


    Du müsstest mal Testen, wie viel Leistung du an Infrarot-Heizung brauchst, um etwas gegen die Feuchtigkeit ausrichten zu können. Da kommen schnell etliche 100W Anschlussleistung zusammen. Die Solaranlage müsste also recht groß ausfallen. Die Problematik gerade bei Regenwetter, wo man die Hezung auch braucht, kommt keine Leistung über die Solaranlage rein, bleibt.

  • Das mit dem relativ geringen Stromverbrauch deines Entfeuchters (ca. 25 €uro/Jahr) im Gegensatz zu den Anschaffungskosten meiner Komponenten ist schon ein starkes Argument. Ebenso das ich bei warmem Regenwetter kaum Strom zum Heizen hätte.
    Ein Elektriker bestätigte mir mittlerweile 'offline', das auch eine IR Heizung eine konstante Spannungsversorgung benötigt, ebenso wie eine stabile Stromfrequenz. Ist also nix mit ungeregelt.. :-|


    :danke:

  • mit Heizen allein bekommt man keine Feuchtigkeit aus dem Keller. Man muß schon Heizen und Lüften.
    Nun verstehe ich nicht warum du den Entfechter nicht mit Solarstrom unterstützen möchtest. Das würde den Stromverbrauch des Gerätes stark reduzieren. Also die PV Anlage als Bestandteil des Entfeuchters, eine Netzeinspeisung wäre damit ausgeschlossen, da die PV nur zusmmen mit dem Entfeuchter läuft.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Moin,
    ich habe mir auch einen Entfeuchter von Comfee in den Keller gestellt und lasse den Tagsüber mit PV Strom laufen. Ich habe eine Zeitschaltuhr dazwischen, alles wunderbar. Werde mir jetzt eine BWWP Installieren !! Entfeuchtet den Keller und macht auch noch Brauchwasser warm.



    Gruß
    Slip

  • Hallo zusammen,


    ich hätte folgenden Vorschlag:
    1. Ihr verwendet Euere bestehende Nicht-EEG-Anlage oder montiert Euch ein paar Module mit Letrika Wechselrichter und (regelkonformer :wink: ) Einspeisung ins Hausnetz.
    2. Ihr montiert Euch einen Energiemanager, bzw. Überschuss-Stromsensor, wie z.B. unseren ecoControl, der 3phasig die Strombilanz am Hausanschlusspunkt erfasst.
    3. Den so erfassten, überschüssigen Strom im Sommer (und zwar nur genau den jeweils überschüssigen Strom), "schiebt" Ihr dann mit dem ecoHeat oder Lösungen anderer Anbieter "Wattgenau" in die Infrarotheizung oder den Entfeuchter (eventuell über ecoPlug).


    Mit dieser Lösung seid Ihr maximal flexibel was den Eigenverbrauch des Stroms angeht, und könnt doch sämtliche Überschüsse verwerten.
    Die Kosten sind niedriger als man denkt: Unser ecoControl plus ecoHeat kostet z.B. zusammen 300 EUR inkl. MwSt.
    Es können auch mehrere Verbraucher kaskadiert werden.

    Paul Wieland | CarpeDiem Energy | Energiemanager ecoControl, Speicher ecoStore | Wir sind Service- und Vertriebspartner von LetrikaSol, Enphase, Envertech und SOLIS-Ginlong | Wir kämpfen für eine nachhaltige, dezentrale Energieversorgung

  • Moin Tjure, auch ich halte die Lösung mit dem Luftentfeuchter für wesentlich besser als eine Heizung. Wenn du ein zumindest mäßig begabter Bastler bist, dann bekommst du das auch alles selber hin. Nehmen wir an, du legst dir so etwas zu: https://www.amazon.de/Luftentf…TF8&qid=1467461087&sr=1-7 Hat den großen Vorteil, dass der auch über eine Zeitschaltuhr betrieben werden kann, also im Betrieb an- und ausgeschaltet werden darf.


    Die Panele dann so wählen, dass der Luftentfeuchter im Sommer bei mäßiger Einstrahlung direkt betrieben werden kann. An die Panele kommt ein Laderegler und eine Traktions-Batterie, die den Luftentfeuchter zumindest eine halbe Stunde betreiben kann. Dann besorgst du dir einen Batteriewächter, bei dem man die Abschaltspannung einstellen kann (am besten so zwischen 12,2V bis 11,8V; nicht darunter). Dieser Batteriewächter schaltet bei voller Batterie den WR ein und folglich läuft der Entfeuchter. Wenn mal Wolken kommen oder ein Vogel über die Panele fliegt, dann erfolgt die Versorgung aus der Batterie. Wenn kein hinreichender solarer Ertrag mehr kommt, dann sinkt so langsam die Batteriespannung und irgendwann wird der Entfeuchter abgeschaltet.


    Am nächsten Morgen wird zunächst die Batterie geladen und erst wenn diese hinreichend voll ist, wird auch der Entfeuchter eingeschaltet. Bei den Panelen drauf achten, dass sie eine Leerlaufspannung von rund 18V haben, denn dann kannst du günstige PWM-Laderegler verwenden. Batteriewächter und WR sind auch Standardteile, also wird das Ganze auch nicht übermäßig teuer. Da du sowieso eine Lüftung in dem Raum hast, kannst du eine Flüssigsäure-Batterie nehmen. Wenn du die nicht möchtest, dann nimm Gel. Aber Traktions-Batterie und keine Starterbatterie!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)