Hilfestellung bei Batterie

  • Hallo liebe Leute


    Ich habe vor kurzer Zeit von einer aufgelassenen USV-Anlage 16 Batterien (3 jahre alt) bekommen.
    Leider finde ich im Internet nicht wirklich viel über diese.


    Hersteller dürfte NiFe oder eher Saft sein. Die Batterie ansich ist laut Aufdruck eine NiCd.
    Spannung ist 6V, Ah unbekannt. Jedoch würde ich auf Grund der Bezeichung L-303-5 auf 303 Ah tippen. Was 102P bedeutet hab ich noch keine Ahnung


    Zu KPL fand ich jenes:
    KPL has the thickest plates and is designed for applications where the battery is required to provide:
    - a reliable source of energy over long discharge periods
    - a current that is relatively low in comparison with the total stored energy
    - discharges are generally infrequent
    KPL is typically used in power back-up and bulk energy storage applications.


    Vielleicht kann mir ja einer von euch weiterhelfen.


    Zusatzfrage: Wie dick würdet ihr den Querschnitt für die Polverbinder wählen, 20cm Länge wären es bei +/- Verbindungen wenn ich im ersten Schritt mal auf 12V kommen will.


    Gib es bei einem von euch Erfahrungen mit diesen Batterien und PV-Anlagen? Ich betreibe gerade meine Versuchsanlage und bin von der Sonnenausbeute faszniert und würde gerne zukünftig in eine PV-Anlage, ähnlich der von Vollkorn, investieren.


    lg Nick

  • Hallo Nick,
    L-303-5 würde ich so auslegen: 303Ah; 5-stündiger Entladestrom (60A), Entladeschlußspannung 1V/Zelle (Nennwert)


    Kabelquerschnitt: Meine 400Ah-Bleibatterie hat 50qmm als Zellenverbinder und Kabel zur Sicherung, weniger würde ich Dir auch nicht empfehlen! Messe ggf. die Polverbinder der Batterie und ermittle deren Querschnitt. Das ist auch ein Anhaltspunkt. Achte bei den Leitungen bis zur ersten Sicherung auf kurzschlußsichere Verlegung, d.h. dort darf es keinen Kurzschluß geben! Gleiches gilt für die blanken Zellenverbinder!!! Ggf. eine Abdeckung aus nichtleitendem Material drüber machen.


    Warum willst Du mit 12V anfangen? Du hast 16 Blöcke, schalte je 8 Blöcke in Reihe und die beiden Gruppen parallel. Jede Gruppe für sich absichern und erst nach der Sicherung parallel schalten. Bei dann 48V werden die Kabelquerschnitte zum WR deutlich geringer....(3kW bei 12V = 250A....3kW bei 48V = 62,5A)
    Was machst Du mit den 12V Geräten, wenn Du später doch auf 24 oder 48V gehen möchtest?

    Zitat von Setesh

    ...ähnlich der von Vollkorn, investieren.


    Dann lies noch mal seinen Beitrag von Anfang an durch, ich denke, er ist von Anfang an "zielorientiert" (ohne Umwege!) an seine Anlage rangegangen.


    Achte beim Kauf von WR und ggf. Ladegerät darauf, dass diese für NiCd-Batterien geeignet sind. Mein WR darf nur mit Pb-Batterien betrieben werden....steht ausdrücklich so in der Beschreibung und wegen der Garantie sollte man das auch einhalten.


    Gruß Stromdachs

  • Hallo.
    Die Nicd sind extrem langlebige und sehr gute Batterien, werden überall dort verwendet wo man wirklich immer Strom braucht wie. z.B. OP, Tunnel, Kraftwerk, Eisenbahn usw.
    Diese Batterien haben einen viel größeren Spannungsbereich als Blei Batterien, darauf musst du beim Kauf der Laderegler und WR achten.
    Nennspannung ist 1,2V/Zelle, Starkladung 1,6-1,75V/Zelle und Erhaltungsladung 1,45V/Zelle, Unterspannung bei 1V/Zelle.
    D.h. bei einem 24V System muss der WR mit 32V noch klar kommen, bei 48V dann mit 64V. Auch bricht die Spannung bei Hochstrombelastung etwas mehr ein als bei Blei, auch das ist zu beachten.
    Mit diesen batterien wirst du lange Freude haben, ich kenne welche die sind schon >25 Jahre alt und noch immer im Einsatz.
    Grüße Toni.

  • Hallo Nick, was die Kapazität angeht muss ich Dich leider enttäuschen :(
    Die L303 hat bei fünfstündiger Entladung und 25°C "nur" 109Ah ! Die Bezeichnung -5 bedeutet nur dass
    fünf Zellen zu einem Block verschaltet sind. Empfohlener Ladestrom ist laut meiner Tabelle:
    35 Std. mit 6A bzw. 14 Std. mit 13,8A bzw. 6,5Std. mit 30 A
    Daran erkennt man schon deutlich den etwas grottigen Ladewirkungsgrad von NiCd. Ist aber fast der einzige Nachteil
    dieser nahezu unkaputtbaren Zellen! Ladespannung sollte im zyklischem PV-Betrieb mind. 1,55V/Z betragen.
    Ansonsten siehe Tonis Angaben!
    Hersteller war NiFe Jungner Gmbh, heißt jetzt NiFe Thomas& Betts, Kaufel Gmbh, Colditzstr.34-36, 12099 Berlin.
    Wenn du magst kann ich dir die Bedienungsanleitung schicken, Mail- Adresse per PN.
    Ich hab 40Stück von der L404 in Betrieb :D
    lg,
    Philip

  • Danke an alle von euch für die Antworten. :danke:


    Jetzt bin ich schon etwas schlauer ;)


    Nachdem ich jedoch in diesem Gebiet noch Anfänger bin, noch mehr Fragen :D


    1)
    Angedacht wäre der Conversol 5kVA, hat der die nötigen Parameter?
    http://www.voltacon.com/conversol-4-5kva


    2)
    Das mit dem Aufbau mit den Sicherungen versteh ich noch nicht ganz so und im Forum schwieren Varianten von "du brauchst keine Sicherung" bis "jedes einzelne Kabel absichern" herum. Wie würdet ihr das machen? Nachdem jede Batterie 6V hat, müsste ich 8 in Serie schalten um auf 48V zu kommen. Die kann man ja sicherlich ohne Absicherung verbinden?


    3)
    NiCd und explosive Gase. Wo lagert ihr eure Batterien? Eine Gasabsaugung an jeder Öffnung würde bei der Menge ein kleines Vermögen kosten. Im Keller hätte ich Platz, will aber dort auch nicht ständig ein Fenster offen haben.
    Wäre es da nicht schon einfacher ein gut isoliertes Holz-Häuschen aussen zu errichten und dort einen Ventilator zeitgesteuert durchblasen lassen? Errichtet soll die Anlage, sobald genügend Kleingeld verdient ist, am Carport werden.


    lg nick

    Kleine aber feine 600 Wp hybride Inselanlage mitten im Nirgendwo. SW DN40° Conversol 2k-24 mit 16x NiCd 6V 109Ah

  • Hallo

    Zitat von Setesh

    Nachdem jede Batterie 6V hat, müsste ich 8 in Serie schalten um auf 48V zu kommen. Die kann man ja sicherlich ohne Absicherung verbinden?


    Ja, das ist so richtig! Die beiden Gruppen, welche parallel zu schalten sind, jeweils für sich absichern. Dazu Si-Lasttrenner verwenden und den Plus und Minus absichern. Vorteil: Wenn eine Batterie, egal weshalb, vom Netz getrennt werden muß, kann man mit der anderen weiter Betrieb machen.
    Die Lasttrenner mit NH-00 Sicherungen bestückt, deren Abschaltvermögen beträgt 120kA, das sollte reichen.
    Von Si-Automaten halte ich bei DC-Anwendung nicht viel.

    Zitat von Setesh

    Im Keller hätte ich Platz, will aber dort auch nicht ständig ein Fenster offen haben.
    Wäre es da nicht schon einfacher ein gut isoliertes Holz-Häuschen aussen zu errichten und dort einen Ventilator zeitgesteuert durchblasen lassen?


    Wenn die Batterie nicht lange an der Gasungsspannung (1,55...1,6V/Z) betrieben wird, kann nichts passieren. Das wenige H2 verdünnt sich im Raum so stark, das es nicht explodieren kann. Eine Absaugung müßte in EX-Ausführung sein, ansonsten wird die Absaugung zur Zündquelle! Besser wäre dann schon die Unterbringung in einem natürlich belüfteten Raum im Außenbereich, aber ohne Lüfter. Ungünstig ist dabei, dass die Erhaltungsladespannung an die Außentemperatur angepasst werden muß und die Kapazität bei niedrigen Temperaturen sinkt.
    http://elweb.info/dokuwiki/dok…der_nicd_akkus#links_nicd
    Stromdachs

  • Zitat von Setesh

    1)
    Angedacht wäre der Conversol 5kVA, hat der die nötigen Parameter?
    http://www.voltacon.com/conversol-4-5kva


    Hi Nick, nein, du brauchst einen WR der "Batt Overvoltage " mit mind 62V hat. Sonst schalter der WR ab wenn die Akkus
    ganz voll geladen werden und keine Last (außer WR Leerlauf) anliegt. Ein evt. möglicher Trick wäre wenn du 2 Zellen
    weniger verwendest. Dann wird es aber schwierig die untere Abschaltschwelle einzustellen da die ja dann 38V wäre
    und dieser WR schon bei 40V abschaltet. Es gibt aber wohl ein neueres Modell mit einem weiteren Einstellbereich !

    Zitat von Setesh

    2)
    Das mit dem Aufbau mit den Sicherungen versteh ich noch nicht ganz so und im Forum schwieren Varianten von "du brauchst keine Sicherung" bis "jedes einzelne Kabel absichern" herum. Wie würdet ihr das machen? Nachdem jede Batterie 6V hat, müsste ich 8 in Serie schalten um auf 48V zu kommen. Die kann man ja sicherlich ohne Absicherung verbinden?


    Wenn du die Verbinder ausreichend dimensionierst braucht du genau 1 Sicherung und wie stromdachs schreibt am besten
    einen NH 00 Lasttrenner mit Einsatz in der A-Größe +20A die dein WR halt ziehen kann.
    Wozu stromdachs mal wieder + und - absichern will weiß ich nicht :?::)
    Der Batterieraum sollte schon ein wenig Lüftung haben und keine potenziellen Zündquellen aufweisen.
    lg,
    Philip


    p.s: Mein Scanner streikt, dauert also noch was mit der Betriebsanleitung...

  • Oki, verstehe!


    Habt ihr eine Adresse bzw. guten Tipp wo ich die passenden Polverbinder herbekomme?
    Für die serielle Anordnung bräuchte ich so ca. 20cm Verbinder mit M10 Öse.


    lg nick

    Kleine aber feine 600 Wp hybride Inselanlage mitten im Nirgendwo. SW DN40° Conversol 2k-24 mit 16x NiCd 6V 109Ah

  • Warum so lang ? Die Orginal-Verbinder haben doch Cu vernickelt 30*2*60mm und sollten auch für die
    serielle Verbindung ausreichen. Wenn du längere, flexible gummiummantelte Verb. einsetzen willst sollten sie
    mind. den gleichen Querschnitt aufweisen, also 70mm². Jekürzerjebesser :)
    Hier gibts z.B welche: http://shop.akkuteam.de/Zubeho…-130-/-150-/-170-/-190-mm
    Allerdings musst du dann den Gummi am Pol wegschneiden da die Dinger für (O)PzS gedacht sind.
    Oder halt selber aus 2-3mm-Cu-Blech machen= viel billiger. Mit Vaselinöl einpinseln, dann mit Schrumpfschlauch isolieren
    und nur an den Kontaktstellen wegschneiden.
    lg,
    Philip

  • Zitat von e-zepp


    Hi Nick, nein, du brauchst einen WR der "Batt Overvoltage " mit mind 62V hat. ....


    Nach Datenblatt hat er das doch.
    Die neuen 63V und bis 61V laden