Ausrichtung: N/S oder O/W?

  • Hallo beisammen,


    da momentan meine Planungen konkreter werden und ich nun schon eine ganze Weile mich durch die Beiträge in diesem Forum wühle, kommt jetzt auch eine konkrete Frage (es werden voraussichtlich noch viele weitere kommen :wink: ).


    Das ganze befindet sich momentan in der Planungsphase (Caravan-/Campingplatz in Bayern) und soll 2017/2018 realisiert werden. Das Hauptgebäude ist geplant mit ca 500qm Grundfläche, Ausrichtung ca -5,5°, Satteldach, DN zwischen 16° und 26° (lokale Vorschriften). Aufständerung wäre vermutlich nur schwierig durchzusetzen.


    Jetzt stehe ich vor der Wahl:
    a) First mit Ost-West-Ausrichtung, also ca 250m² mit Südausrichtung die für PV zur Verfügung stehen würden (etwas mehr durch die Dachneigung), könnte hier natürlich auch auf die Nord-Seite bauen, aber denke das wäre verbranntes Geld.
    b) First mit Nord-Süd-Ausrichtung und dafür die volle Dachfläche nutzen, also doppelte Fläche für PV die allerdings Richtung O/W schaut.


    Nachdem hier die ersten schon anfangen auf die Nordseite PV zu bauen, vermute ich das doppelte Fläche und dafür Richtung O/W zu bevorzugen wäre? Vor allem wenn so viel wie möglich / alles eigengenutzt werden soll (Verbrauch decken und den Rest in Warmwasser bzw im Winter Heizung), wäre hier die Produktion gleichmäßiger?
    Stromverbrauch rechne ich im Sommer mit 200-250kW (der größte Teil zwischen 6 und 22 Uhr, danach müssen die Kühlschränke weniger Arbeiten und die Leute sind im Bett), Wärmebedarf in der gleichen Größenordnung (allerdings für Wärmepumpen-unfreundliches 60° Warmwasser, wie ich das optimal realisiere steht auch noch an..)


    Also, Südfläche für PV oder Ost- und Westfläche?


    :danke: schon mal für euer aller Feedback

  • Moin DeTeWe,


    willkommen im PV-Forum :D



    Zitat von DeTeWe

    Das ganze befindet sich momentan in der Planungsphase (Caravan-/Campingplatz in Bayern) und soll 2017/2018 realisiert werden. Das Hauptgebäude ist geplant mit ca 500qm Grundfläche, Ausrichtung ca -5,5°, Satteldach, DN zwischen 16° und 26° (lokale Vorschriften). Aufständerung wäre vermutlich nur schwierig durchzusetzen.


    Oberhalb 10° Dachneigung macht Aufständerung keinen Sinn - ausser bei extremer Verschmutzung durch äussere Einflüsse.




    Zitat von DeTeWe


    Vor allem wenn so viel wie möglich / alles eigengenutzt werden soll (Verbrauch decken und den Rest in Warmwasser bzw im Winter Heizung), wäre hier die Produktion gleichmäßiger?
    Stromverbrauch rechne ich im Sommer mit 200-250kW (der größte Teil zwischen 6 und 22 Uhr, danach müssen die Kühlschränke weniger Arbeiten und die Leute sind im Bett), Wärmebedarf in der gleichen Größenordnung (allerdings für Wärmepumpen-unfreundliches 60° Warmwasser, wie ich das optimal realisiere steht auch noch an..)


    Also, Südfläche für PV oder Ost- und Westfläche?


    :danke: schon mal für euer aller Feedback


    Wenn max. Nutzung wegen EV im Winterhalbjahr obere Prämisse ist, bleibt nur Südausrichtung. Insgesamt natürlich sowieso ca. 15% bis 20% mehr Ertrag pro kWp aufs Jahr. Und O-/W Anlagen im Winterhalbjahr sind oftmals nur grausig. Spaß machen die nicht wirklich. Ich habe einige O-/W Anlagen - eine mit ca 15° Aufständerung auf Flachdach und eine mit 26° DN dachparallel und, und, und........


    Der größte Vorteil bei O-/W Anlage ist, dass Du doppelt so viel PV bauen kannst bei geringerem Preis pro kWp.
    Und die Personen hier im Forum, die auf Nord bauen, machen das teils aus Frust keine freie andere Fläche mehr zu haben bzw. um den EV zu erhöhen. Machen kann man alles .......


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Wobei hier ja u.U. die frühere/spätere Erzeugung bei nicht so großer Mittagsspitze Sinn machen könnte bzgl Verbraucher? So ein Camping ist ja wahrscheinlich anders im Lastverlauf als ein normaler Haushalt.
    Ich hab mich schon immer auf den CP gewundert, warum die nicht WW mit Solarthermie und Strom mit PV machen. Ist doch eigentlich immer so, daß bei schönem Wetter da ordentlich was los ist und auch verbraucht wird, wenn das Wetter mies ist, sind nur die unempfindlicheren Camper unterwegs.


    Ist natürlich auch von der Art des CP abhängig, der geranienverseuchte Dauerwohndosenplatz wird sicherlich anders genutzt als der mit viel Fluktuation
    Jan


    Mit freundlicher Unterstützung der Autokorrektur meines schnurlosen Telephons zur automatisch initiierten Verwirrung durch Wortverwurstung.

  • Meine Flachdachanlage mit 7° Neigung nach Osten liefert sicher nicht die höchsten Erträge, dafür aber von Morgens bis Abends - was für den Eigenverbrauch sehr praktisch ist.


    Da ich selbst Camper bin, würde ich unterstellen, daß der Verbrauch Morgens am höchsten ist, da da die Wasserkocher, Kaffemaschinen bzw. Föns laufen, mit einer weiteren Spitze vielleicht noch am Abend. Aber das könnte man ja bereits im Vorfeld mal messen oder einen anderen CP-Betreiber in der Region danach fragen.
    Gekocht wird mit Gas bzw. am Grill, so daß eine Mittagsspitze eigentlich wegfallen müsste und am Abend auch eher weniger Bedarf sein dürfte.


    Damit würde ich ganz klar auf eine Ost-West-Anlage gehen, allerdings würde ich vorher mal den Ist-Verbrauch ermitteln. Am schönsten wäre das natürlich über eine ganze Saison, aber ein paar Wochen sollten auch schon Anhaltspunkte geben, zumal ja auch über die Dimensionierung der Anlage.