PV-Anlage mit möglichst gleichbleibender Leistung

  • Hallo,


    ich bin neu im Forum und würde gerne einige Tipps anfragen.


    Im Zuge der Erneuerung meiner Hausheizung möchte ich in einer Gas-Hybridlösung eine Wärmepumpe (WP) mit ca. 1 kW elektrischer Leistung installieren. Den größten Teil der elektrischen Energie, den diese WP aufnimmt, möchte ich über eine neue PV-Anlage bereitstellen, damit sich die CO2-Bilanz meiner Heizung verbessert.


    Die WP wird etwa 2 Stunden am Tag im Sommer laufen um Warmwasser zu erzeugen. In der Übergangszeit / Winter wird sie etwa 7 Stunden am Tag laufen. Im Jahresmittel werden es etwa 5-6 h am Tag sein, also ca. 2000 kWh für das Gesamtjahr.


    Ich möchte daher eine PV-Anlage mit ca. 2-3 kWp installieren, und zwar eventuell mit einem Batteriespeicher (ca. 4-5 kWh; das wären 2 AGV-Batterien 12V mit 220 Ah). Den PV-Strom möchte ich weitgehend selbst im Haus verbrauchen, was somit möglich sein sollte (pro Tag brauchen wir etwa 15-20 kWh).


    Es geht mir nun darum, dass der PV-Generator so weit wie eben möglich eine große Leistung in der Übergangszeit / Winter erzeugt; der Leistungsabfall bei diffusem Licht gegenüber direkter Sonnenstrahlung sollte also gering sein.


    Nach meiner bisherigen Informationen könnte es daher am besten mit Dünnschichtmodulen bzw. CIGS funktionieren, die bei diffusem Licht relativ gesehen wohl bessere Wirkungsgrade aufweisen. Ich habe ein Flachdach zur Verfügung und kann dort 30 qm mit Modulen belegen - nach meiner Theorie sollten die Module eher geringer geneigt sein, um die diffuse Strahlung besser einzufangen.


    Die Fragen an die Experten sind:
    1) Gibt es empfehlenswertes Buch, das mir bei der weiteren Planung der Anlage und der Auswahl der Komponenten helfen würde?
    2) Gibt es eine brauchbare kostenlose oder auch kostenpflichtige SW, mit der ein solches Projekt berechnet werden kann?
    3) Gibt es Tips, wie man geeignete Fachbetriebe am besten findet?
    4) Gibt es einen empfehlenswerten Onlineshop, der die benötugten Komponenten liefern kann?


    Vielen Dank für alle Antworten.

  • Flache Aufstellung der Module - sprich möglichst liegend oder Ost-West. Bringt Erträge in der Übergangszeit und Verluste im Sommer bei Mittag .. Wieviel und ob es sich wirklich lohnt kann man dir hier auch noch sagen bzw. die bedienst eine Simulation selbst.


    Rein persönliche Meinung. Keinen Speicher - dafür mehr PV aufs Dach. Hat gerade bei der Idee mit dem Warmwasser Vorteile. Neben der WP noch einen Heizstab (oder einfach Einspeisen und etwas Bargeld mitnehmen).


    Wenn es eine *Billig* Lösung sein soll - gebrauchte Module ohne EEG-Vergütung. Risiko halt.


    Edit:
    Wechselrichterhersteller haben in ihren Tools gewöhnlich EV-Komponenten installiert. SMA beispielsweise mit seinem SunnyDesign ...

  • Hallo und willkommen im Forum.


    1. Das Prospektversprechen bezüglich "Schwachlichtverhalten " ist inzwischen praktisch widerlegt. Darum würde ich mir pers. keine Dünnschichtmodule anschaffen wo es eventuell je nach Zusammensetzung Entsorgungsproblem geben könnte.


    Im Winter hast Du das Dilemma, daß an einem sonnigen Tag steile (>0 60°) Modulinstallation die besten Erträge bringt.
    Wenn aber ein Tag ohne Sonne ist dann bringen flache Module mehr Ertrag, weil sie "mehr Himmel" sehen.


    => es gibt nicht DIE Optimale Installation oder DIE besten Module.


    => Dach voll machen und den Überschuss im Sommer und Übergangszeit einspeisen und im Winter den fehlenden Strom zukaufen. Lieber mehr Module aufs Dach als ein Speicher in den Keller.


    Bessere Erträge kann ein Tracer bringen aber der hat dann im Sommer noch mehr Überschuss und ist in der Anschaffung bei der aktuellen Vergütung kaum rentabel.


    Django

  • Zitat von Johnsteed1

    Es geht mir nun darum, dass der PV-Generator so weit wie eben möglich eine große Leistung in der Übergangszeit / Winter erzeugt; der Leistungsabfall bei diffusem Licht gegenüber direkter Sonnenstrahlung sollte also gering sein.


    Nach meiner bisherigen Informationen könnte es daher am besten mit Dünnschichtmodulen bzw. CIGS funktionieren, die bei diffusem Licht relativ gesehen wohl bessere Wirkungsgrade aufweisen. Ich habe ein Flachdach zur Verfügung und kann dort 30 qm mit Modulen belegen - nach meiner Theorie sollten die Module eher geringer geneigt sein, um die diffuse Strahlung besser einzufangen.


    vergiss den ganzen Quatsch mit diffusem Licht und Teillast einfach.
    Ohne Sonne kein Ertrag.
    So einfach ist das.

  • Zitat von jodl

    vergiss den ganzen Quatsch mit diffusem Licht und Teillast einfach.
    Ohne Sonne kein Ertrag. So einfach ist das.


    Diese Aussage möchte ich etwas präzisieren: Nimm die Panele, die pro kWp am wenigsten kosten! Geh' einfach mal auf http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php. Dort findest du den Solar-Rechner der EU. Damit kannst du rumspielen, bis du eine Linie für dich gefunden hast.


    Ganz grob kannst du kalkulieren, dass dich die Erzeugung einer kWh rund 10 Cent kosten wird und die Speicherung in einer Batterie mindestens 12 Cent (eher 15). Energie in einer Batterie speichern, um dann warmes Wasser damit zu erzeugen, ist absoluter Quatsch (finanziell betrachtet), denn du kannst tagsüber Wärme erzeugen und diese speichern; das ist um eine Größenordnung preiswerter!


    Wahrscheinlich existiert ja schon das Dach, wo die Panele drauf sollen. Also kannst du mit dem oben genannten Solarrechner verschiedene Anlagengrößen durchrechnen. Es gibt ein kostenmäßiges Optimum, bei dem du im Sommer einen Teil der erzeugbaren Energie einfach verwirfst, dafür aber in den Übergangszeiten noch dein gesamtes Warmwasser erzeugen kannst. Falls du nicht in Tabellenkalkulation fit bist, jetzt ist die Zeit, das zu ändern!


    Noch günstiger könnte es sein, wenn du einen WP-Stromtarif (oftmals um die 18 Cent pro kWh; den bekommt man allerdings nur, wenn man die Heizung damit betreibt) bekommen kannst. Dann machst du die gleiche Berechnung, jetzt allerdings für deinen Haushaltsstrom, für den du wahrscheinlich 25-29 Cent pro kWh bezahlen musst.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo,
    würde ich auch sagen, vergess am besten gleich wieder die Dünnschicht-Schwachlicht-Märchen die immer noch erzählt werden und was scheinbar niemals aufhört.
    Günstige kristalline Module aufs Dach und fertig.
    Wenns gleichmäßig über den ganzen Tag verteilt sein soll, was ja auch viele gewerbliche Kunden sehr mögen, dann ist eine geringe Ost-West-Aufständerung auf Flachdach optimal. Immer eine Modulreihe nach Osten und eine nach Westen ausgerichtet direkt aneinander,so wie ein kleines Dach aufgebaut, das ist wegen geringer Verschattung der Reihen gegeneinader dann auch sehr platzsparend.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"