Lufttemperatur unter Photovoltaikmodulen

  • Hallo,


    ich möchte mir in Kürze eine PV Anlage mit 6,7 kWp und Speicher installieren lassen.
    Da ich eine Lüftungsanlage für mein Haus habe, sitzt auf dem Dach ein flach bauender Ansaugstutzen.
    Wenn ich den freilasse, habe ich ein Modul weniger. Deshalb würde ich gerne über dem Ansaugstutzen ein Modul installieren lassen. Ich frage mich nur, wie warm die Luft unter den Modulen wird.


    In heißen Sommern hatte in der Vergangenheit die angesaugte Luft aufgrund der Sonne auf den Dachziegeln eine Temperatur von oft bis zu 35 °C.
    Jetzt meine Frage, ist die Luft unter den PV Modulen an einem heißen Sommertag eher kühler oder wärmer? Oder ähnlich warm?


    Hat jemand von euch schonmal nachgemessen oder kennt Angaben in der Literatur?


    Im Internet habe ich gelesen, dass die Module selbst durchaus 53° C und mehr erreichen können. Das sagt aber noch nicht wirklich etwas über die Lufttemperatur unter den Modulen aus.


    Vielen Dank schomal vorab für eure Rückmeldungen,


    Christian

  • Zitat von ChristosKar


    Da ich eine Lüftungsanlage für mein Haus habe, sitzt auf dem Dach ein flach bauender Ansaugstutzen.


    das wäre eine ziemlich ungünstige Ausführung, bist du sicher daß das nicht ein Luftauslass ist?

  • Können Außenluft und Fortluft am Gerät mit vertretbarem Aufwand getauscht werden?
    Dann wäre es im Winter eine Modulheizung ;-)
    Fortluft diekt unter die Module zu blasen könnte aber auch zu Kondensatbildung an den Modulen und (mittelfristig) zu Veralgung führen. Siehst du da jetzt schon was an den Dachsteinen in unmittelbarer Nähe zur aktuellen Fortluftöffnung?

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  • Hallo mdmd,


    ja Außen- und Fortluft könnten mit relativ wenig Aufwand getauscht werden. Jedoch halte ich das für wenig sinnvoll. Bei Minusgraden gerfriert an den Dachziegeln um den Fortluft-Hutzen ziemlich viel Feuchtigkeit. Zu Veralgung führt das zwar dort nicht (wahrscheinlich wegen der Minusgrade in dem Zeitraum), aber ich glaube trotzdem nicht, dass die Eis-/Kondenswasserbildung im Winter für die Haltbarkeit des Solarmodul förderlich ist. Außerdem wäre der Heizeffekt nicht sehr hoch, da die Lüftung einen Wärmetauscher hat und die Fortluft im Winter recht kalt ist (meist 2-3 Grad über Zulufttemperatur). Bei den recht milden Wintern der Kölner Bucht ist die Fortluft-Temp. aber fast immer im plus Bereich.


    Vielleicht sollte ich meine ursprüngliche Frage etwas anders fassen. Merkt ihr nach Installation eurer PV Anlage in den darunterliegenden Zimmern eine Abkühlung im Vergleich zu den Temperaturen in den Zimmern vor der Installation der PV Anlage?


    Grüße


    Christian

  • Zitat von ChristosKar

    Merkt ihr nach Installation eurer PV Anlage in den darunterliegenden Zimmern eine Abkühlung im Vergleich zu den Temperaturen in den Zimmern vor der Installation der PV Anlage?


    Ja, ich habe eine Anlage auf ein Bitumendach gebaut, wo das Zimmer quasi 25cm unter der Dachhaut liegt.
    Man merkt deutlich, dass sich das Zimmer nicht mehr so stark aufheizt.

  • Die Module wandeln ja gut 10% der Einstrahlung in Strom um, das erwärmt das Dach drunter schon mal nicht.
    Im Mittel dürfte die Luftschicht zwischen Dach und Modulen kühler sein als ohne Module aber abends/nachts, wenn das Dach eher abstrahlt, staut es sich darunter auch mindestens bis die Kaminwirkung des Zwischenraums richtig eintritt. Wenn du dort aber absaugst, hast du andere Strömungsverhältnisse.


    Wozu dient denn die dort angesaugte Luft, klingt ja nach WP, wenn der Auslaß kühler ist. Irgendwie kann ich mir aber nicht vorstellen, warum man sie dort ansaugen sollte.

  • Hallo PVMeister,


    danke für die Rückmeldung. :danke:


    Ich hoffe dann mal, dass sich da keine Wärme unter den PV Modulen staut (sollte ja eigentlich nicht). Dann sollte die Temperatur unter dem Modul auch nicht so hoch sein, bzw. nicht höher als vorher als die pralle Sonne auf die dunklen Dachziegel geschienen hat.

  • Es kommt auch noch darauf, wo der besagte Luftauslaß in Bezug zu den Modulreihen ist (unterste oder oberste Reihe)?

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

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  • Zitat von alterego

    Die Module wandeln ja gut 10% der Einstrahlung in Strom um, das erwärmt das Dach drunter schon mal nicht.
    Im Mittel dürfte die Luftschicht zwischen Dach und Modulen kühler sein als ohne Module aber abends/nachts, wenn das Dach eher abstrahlt, staut es sich darunter auch mindestens bis die Kaminwirkung des Zwischenraums richtig eintritt. Wenn du dort aber absaugst, hast du andere Strömungsverhältnisse.


    Wozu dient denn die dort angesaugte Luft, klingt ja nach WP, wenn der Auslaß kühler ist. Irgendwie kann ich mir aber nicht vorstellen, warum man sie dort ansaugen sollte.


    Es ist keine Ansaugung für eine WP sondern eine (Fachjargon) Zwangslüftung des Hauses. Man muss also nicht lüften (z.B. nach dem Duschen) und verliert durch den Kreuzstrom-Wärmetauscher im Winter auch kaum Energie beim (Zwangs-)lüften. Wegen dem Wärmetauscher liegt im Winter die Temp. der Abluft auch nur 1-2°C über der Temperatur der Zuluft.
    Im Sommer "kühlt" die ausströmende Abluft aus dem inneren des Hauses dagegen die Zuluft ab.
    Nachteil beim Bauen ist, man muss die Bude dichter kriegen als ohne Lüftungsanlage. War aber kein Problem.
    Die WP läuft bei mir mit Erdwärme. Braucht also keine Luft.