KUR ja oder nein?

  • Hallo zusammen,


    ich wette das Thema wurde hier schon oft besprochen. Ich konnte aber kein Thema finden das zu meiner Situation passt.


    Aktuelle Situation:
    Wir haben ein Haus gekauft mit bestehender PVA. Der bisherige Besitzer hat die Anlage zwar beim Netzbetreiber angemeldet, aber bis zur Übergabe keinen Strom verkauft, war also nicht unternehmerisch tätig.


    Mir stellt sich nun die Frage KUR ja oder nein? Ich bekomme die gezahlte Steuer vom Anlagenkauf eh nicht erstattet, weil ich sie ja nicht gezahlt habe, richtig?! Allerdings kann ich dann die Betriebsausgaben nicht absetzen.


    Ich kenne mich hier wirklich "noch" nicht aus und bin um jede Hilfe dankbar.


    Gruß
    Basser

  • KUR ist der Bereich Umsatzsteuer, Betriebsausgaben ist Bereich EÜR (Einkommensteuer). Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.


    Zitat von Basser

    ich wette das Thema wurde hier schon oft besprochen. Ich konnte aber kein Thema finden das zu meiner Situation passt.


    Stimmt, bist der Erste, der nach der KUR fragt.


    Zitat von Basser

    Wir haben ein Haus gekauft mit bestehender PVA. Der bisherige Besitzer hat die Anlage zwar beim Netzbetreiber angemeldet, aber bis zur Übergabe keinen Strom verkauft, war also nicht unternehmerisch tätig.


    Echt jetzt? Wie muss man sich das vorstellen? Er hat eingespeist und dem Netzbetreiber gegenüber auf die Bezahlung verzichtet?


    Hat der Vorbesitzer etwas in Richtung FA gemacht? Hat er sich die Vorsteuer erstatten lassen?

  • Erst mal Willkommen im Forum,
    ist die Anlage überhaupt bei der Bundesnetzagentur gemeldet? Ist es überhaupt eine Einspeiseanlage?
    Wenn beides mit ja beantwortet ist und der Netzbetreiber auch alle nötigen Angaben hat, dann muß der nach EEG monatliche Abschläge zahlen.
    Das Unternehmertum fängt nicht erst mit dem Verkauf von Strom an, das fängt spätestens an, wenn man die Anlage mit dem Ziel Strom zu verkaufen bestellt. Das ist aber Sache des Verkäufers das mit dem Finanzamt zu klären.
    Für mich liegt da eine Betriebsveräußerung vor und dafür gibt es hoffentlich einen Vertrag in dem auch ein Kaufpreis steht. Der Verkäufer ist verpflichtet dir die für die Steuer relevanten Angaben zu machen, also hier ob er selbst KUR oder Regelbesteuerung gewählt hat. Wenn das geschehen ist, kann man weitersehen.


    Weitere Fragen wären dann noch ob Eigenverbruach vorliegt (sonst hättest du wahrscheinlich nicht gefragt ;) ) und wann die PV in Betrieb gegangen ist (vor 4/12 macht KUR keinen Sinn).

  • Hallo zusammen,


    Sorry, dass ich mich jetzt erst melde.


    Die Anlage wurde soweit ich weiß 2014 aufgebaut, hat bis jetzt lt. Verkäufer aber keinen Strom geliefert bzw. eingespeist.


    Der Verkäufer hat die Anlage beim örtlichen Stromversorger angemeldet, aber noch keinen Strom verkauft. Habe gestern den Stromzähler abgelesen, der erst vor kurzem für die PV eingebaut wurde. Der steht noch auf 0kwh. Ich kann/muss mich jetzt also entscheiden ob ich die PV als Kleinunternehmen laufen lasse oder normal als Unternehmer. Ich kenne mich auch mit den ganzen Begrifflichkeiten noch nicht so gut aus.
    Soweit ich weis muss ich jetzt dem FA erst mal den Meldebogen ausgefüllt zusenden bevor ich mit dem Stromversorger rede. Ist das so?


    Da die Anlage bis jetzt nicht in Betrieb war, gehe ich davon aus, dass der Verkäufer die Vorsteuer nicht erstattet bekommen hat. Ich kann auch nicht wirklich verstehen, wie man 2Jahre verstreichen lassen kann ohne 1kwh eingespeist zu haben, aber naja iss wohl so.


    Eine Geschäftsveräußerung ist es nicht, da der Verkäufer bisher noch nicht unternehmerisch tätig war.


    Soweit ich die Unterlagen zur Abmeldung der PV verstanden habe ist es eine Einspeiseanlage mit Eigenverbrauch (70/30).


    Letzte Woche habe ich mit dem Stromversorger, wo die Anlage angemeldet ist, telefoniert. Dort hat man mir erzählt, dass für die Einspeisevergütung der Zeitpunkt der Installation ist. Das wäre bei mir 2014 der Fall, denke ich.


    Welcher Schritt sollte jetzt mein nächster sein?


    Danke schon mal!


    VG
    Basser

  • wurde die Anlage damals bei der Bundesnetzagentur gemeldet? Wenn ja , auf neuen Besitzer ummelden, wenn nicht dann neu anmelden.
    Hast du die Rechnung von der Anlage? bzw. ein Kaufnachweis mit Preisangabe?
    Wenn du die Anlage ohne ausgewiesene Mwst. gekauft hast dann ist das auch gut. Dann ist die KUR die richtige Entscheidung.
    Finanzamt Fragenbogen zur Steuerlichen Erfassung holen und KUR machen.
    Dem Netzbetreiber musst du dann unbedingt mitteilen, das es keine Umsatzsteuer zahlen braucht.
    Und nicht vergessen die Anlage einzuschalten.. funktioniert die überhaupt?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Ich habe keine Rechnung der Anlage bei der Übergabe bekommen. Die PV wurde im notariellen KV als bewegliches Teil des Hauses mitverkauft.


    Ob die Anlage bei der Bundesnetzagentur angemeldet ist, weis ich leider nicht. Wie kann ich das rausbekommen? Ab wann muss die Anlage dort angemeldet sein? Wenn sie in Betrieb geht oder wenn sie aufgebaut wurde.


    Lt. KV ist die Anlage betriebsbereit. Ich denke also, dass ich den WR nur noch einschalten muss. Kann ich das irgendwie testen, ob die Anlage funktioniert, bzw. ab wann darf ich die Anlage einschalten?


    Gruß

  • Das einfachste ist immer den Vorbesitzer zu fragen ;) aber der scheint irgendwie keinen Plan zu haben :( Wie geschrieben ist der verpflichtet dir Aussagen zu machen, wie er die Anlage steuerlich behandelt hat.
    Zur Registrierung - google mal nach der Adresse, bei einer gemedeten Anlage aus 2014 solltest du einen Treffer auf http://www.energymap.info/ haben. Oder frag beim VNB.
    Es ist davon auszugehen, daß die Anlage damals schon in Betrieb genommen wurde, ohne das kann man die Betriebsbereitschaft nicht klären. Da hätte sie auch gemeldet werden müssen (innerhalb 3 Wochen, wobei es vom Inbetriebnahmemonat abhängt welches EEG da galt), ist aber kein Problem das nachzuholen, bisher wurden deshalb imo keien Bußgelder verhängt. Mit der selben Frist ist zu melden, daß du nun Betreiber bist, dazu brauchst du aber die Registrierungsnummer.


    Einschalten hätte man schon damlas können ;) Sollten auch nur geringste Zweifel bestehen, ob alles korrekt installiert ist, sollte vorher nochmal ein Elektriker drüberschauen, sonst einschalten und schauen was passiert.


    Erst mal KUR ist wohl nicht verkehrt, Vorsteuer gibt es eh keine zu holen.
    Als nächstes müßte man dann einen Wert der Anlage ermitteln, sie nicht über einen gesonderten Vertrag zu kaufen war mindestens ungeschickt. So hast du für den Kaufpreis unnötig Notargebühren etc. bezahlt.


    Die Technik (70% ) hast du wohl auch noch nicht so ganz verstanden, das wäre aber ein anderer Thread.

  • "Erstmal KUR" ist kreuzgefährlich - wenn der Vorbesitzer die volle Vorsteuer gezogen hat, und es sich um einen Geschäftsveräußerung im Ganzen handelt, muss dann vom Käufer die Vorsteuer berichtigt (zurückgezahlt) werden. Also mit dem Verkäufer (und dessen Finanzamt/Steuerberater) klären und ggf. Notarvertrag nochmal genau lesen, manchmal steht da etwas mehr drin.

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  • Klar muß der Verkäufer Auskunft geben, aber wie bringt man ihn dazu (vor allem wenn man schon bezahlt hat)? Der steht ja scheinbar auf dem Standpunkt, daß er die PV nur zum Wetterschutz der Dachziegel hat montieren lassen und nicht um damit Geld zu verdienen, um es überspitzt zu formulieren.
    Im Notarvertrag steht ja (angeblich)

    Zitat

    Die PV wurde im notariellen KV als bewegliches Teil des Hauses mitverkauft.


    Darf man sich da nicht drauf verlassen?

  • warum nicht einfach beim Finanzamt nachfragen?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.