Optimieren Sie Ihre Betriebs- und Wartungsverfahren

  • Optimieren Sie Ihre Betriebs- und Wartungsverfahren durch verbessertes PV-Anlagenmanagement


    Einführung eines Dashboards für PV-Anlagen für Geringere Betriebs- und Wartungskosten und gesteigerte Rentabilität
    Ein Fachartikel von Lior Handelsman | SolarEdge


    Würde man in Aktien investieren, ohne deren aktuelle Entwicklungstendenz zu kennen? Keine Chance. Wir leben in einer Welt, in der Informationen, insbesondere verständliche und leicht zugängliche Informationen, einen bedeutenden Stellenwert einnehmen, auch und gerade wenn es um wichtige finanzielle Entscheidungen geht.


    Sollte dies nicht auch für PV-Anlagen gelten?
    Gewerbeanlagen werden zunehmend als sichere und langfristige Investitionsmöglichkeit angesehen. Um ihr volles Potenzial entfalten zu können, müssen PV-Anlagen wie jede andere Vermögensanlage überwacht und verwaltet werden.


    Bei traditionellen Strangwechselrichtern haben Anbieter von Betriebs- und Wartungsdienstleistungen nur auf wenige Informationen Zugriff. Mehr als auf verminderte Anlagenleistungen hinweisen kann Monitoring auf Strang- oder Anlagenebene nicht. Wenn qualifizierte Techniker zur Anlage geschickt werden müssen, um Fehler bei unter Last stehenden Wechselrichtern und nahezu 1500 V führenden DC-Leitungen zu beheben, ist das eine kostspielige und zeitaufwendige Angelegenheit. Teure Ausrüstung wird an die Module angeschlossen, um das System mit seinen komplexen IV-Kurven zu analysieren und Fehler zu ermitteln.


    Glücklicherweise hat sich auf dem Gebiet des PV-Monitorings viel getan. Mit MLPE-Geräten (Leistungselektronik auf Modulebene), wie z. B. Leistungsoptimierern, können viele der Probleme per Fernzugriff vom Betriebs- und Wartungsdienstleister behoben werden. MLPE-Geräte zeigen die Spannungs- und Stromwerte bei maximalen Leistungspunkten in cloudbasierten Monitoring-Plattformen an. Dadurch erhalten Betriebs- und Wartungsdienstleister hochauflösende Daten auf Modulebene zur Diagnose zahlreicher Probleme, ohne selbst vor Ort sein zu müssen.


    Die fortschrittlichsten Lösungen für PV-Monitoring und Anlagenverwaltung machen dabei einen aufwendigen manuellen Prozess zu einem automatisierten, schnellen und übersichtlichen Dienst. Eine MLPE-Lösung bietet nicht nur eine Anlagenübersicht, sondern auch Informationen auf Modulebene und sorgt dafür, dass eine Anlage jederzeit die bestmögliche Leistung erbringt. Intelligente MLPE-unterstützte cloudbasierte Lösungen beinhalten auch automatische Berichterstattungen und Warnmeldungen bei Fehlfunktionen:


    • Detailanalyse und Berichte zu Energieertrag, Anlagenbetriebszeit und finanzieller Leistung
    • genaue und automatische Warnmeldungen zur unmittelbaren Fehlererkennung
    • Ferndiagnose für bessere Wartungsplanung


    Abbildung 1 zeigt zum Beispiel, dass das Modul 17 in Strang 1 des 3. Wechselrichters vom System, im Vergleich zu den Nachbarmodulen, als leistungsschwach identifiziert wurde. Monitoring-Systeme auf Modulebene können auf diese Weise eine schlechte Modulleistung erkennen und je nach Programmierung automatische Warnmeldungen an den Dienstleister senden.




    Nachdem die Minderleistung gemeldet wurde, kann der zuständige Techniker mit ein paar Mausklicks weitere Daten zur Ausgangsleistung, Ausgangsspannung und zum Ausgangsstrom des betroffenen Moduls abrufen (Abbildungen 2 und 3). Aus dem Vergleich mit anderen Modulen derselben Anlage, die eine normale Leistung aufweisen, kann der Betriebs- und Wartungsdienstleister Rückschlüsse auf die Fehlerursache ziehen.






    Mit derart präzisen, leicht abrufbaren Daten können Techniker und Anlagenbesitzer Ursachen für mangelnde Leistungsfähigkeit schnell und genau ermitteln (im zuvor genannten Beispiel höchstwahrscheinlich eine fehlerhafte Diode) und den Fehler schnell beheben. Das Ergebnis ist eine Win-Win-Situation: Techniker können Anlagenportfolios effizienter von einem zentralen Standort aus verwalten und Probleme noch vor dem Wartungseinsatz identifizieren. Dadurch wissen Betriebs- und Wartungsdienstleister bereits zu Beginn des Einsatzes, welche Ersatzteile und Werkzeuge für die Fehlerbehebung mitzunehmen sind, sodass kein zweiter Einsatz vor Ort notwendig ist. Durch weniger Wartungseinsätze vor Ort können geringere Servicekosten angeboten und mehr Standorte effizienter betreut werden. Zudem profitieren Anlagenbesitzer von geringeren Ausfallzeiten und minimieren damit eventuelle Ertragsverluste.


    Da MLPE-Geräte dauerhaft mit der Anlage verbunden sind, können Anlagendaten über deren gesamte Lebensdauer hinweg in der Cloud gespeichert werden. Durch Analyse von historischen Projektdaten über Monitoring- und Verwaltungstools in einer Monitoring-Plattform (Abbildung 4), wie z. B. der cloudbasierten Monitoring-Plattform von SolarEdge, können Interessensvertreter, sogenannte Stakeholder, die Leistung und damit die finanziellen Erträge einer Anlage für einen bestimmten Zeitraum untersuchen und auf dieser Grundlage Prognosen für die Zukunft erstellen. Anlagenbesitzer können anhand eines übersichtlichen Jahresvergleichs (siehe Abbildung) eine solide Finanzplanung entwickeln.


    Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung wissen deutsche PV-Anlagenbesitzer, Projektträger, Entwickler und Installateure, wie wichtig es ist, Risiken zu minimieren, um PV-Vermögenswerte durch fundierte Entscheidungen 25 Jahre oder länger profitabel zu halten. Mit cloudbasierten Monitoring-Plattformen verbundene MLPE-Geräte bieten eine Vielzahl von Funktionen und werden daher als Dashboard-ähnliche Lösungen für effiziente Fehlerbehebung immer mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil für lukrative langfristige PV-Investitionen.



    Lior Handelsman, einer der Gründer von SolarEdge und Vizepräsident im Bereich Marketing und Produktstrategie, ist für die Marketingaktivitäten, das Produktmanagement und die Geschäftsentwicklung von SolarEdge verantwortlich. Vor der Gründung von SolarEdge arbeitete Herr Handelsman elf Jahre beim israelischen Electronics Research Department, ERD, eines der nationalen Forschungslabore in Israel, dessen Aufgabe die Entwicklung innovativer und komplexer Systeme ist. Bei ERD hatte er verschiedene Positionen inne. Er arbeitete unter anderem als Forschungs- und Entwicklungsingenieur im Bereich Leistungselektronik, leitete die Leistungselektronik-Abteilung von ERD und war Manager einer Vielzahl von umfangreichen Entwicklungsprojekten. Zuletzt war er als Niederlassungsleiter von ERD tätig. Herr Handelsman verfügt über einen Bachelor of Science-Abschluss in Elektrotechnik (cum laude) und einen MBA-Abschluss vom israelischen Institut für Technologie, Technion, in Haifa.