Regierung beschließt Referentenentwurf für EEG 2016

  • Die Bundesregierung hat den Referentenentwurf für die nächste Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Nun muss der Bundestag darüber abstimmen. Die Novelle bedeutet für Solarstromerzeuger, dass sie die Einspeisevergütung und die Marktprämie nur noch für Dachanlagen bis 750 Kilowatt Leistung in Anspruch nehmen können. Die Tarife sollen sich indes nicht ändern, sondern zum 1. Januar 2017 das Niveau von heute haben.


    Das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat heute den nächsten Referentenentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Die in der vergangenen Woche ausgehandelten Kompromisse mit den Ministerpräsidenten der Länder finden sich nun im Gesetzentwurf wieder. Auch dem Wunsch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) nach höheren Ausbauzielen für die Biomasse wurde entsprochen: Statt bislang maximal 100 Megawatt sollen 2017 bis 2019 Anlagen mit 150 Megawatt Leistung errichtet werden dürfen und in den Jahren 2020 bis 2022 Systeme mit 200 Megawatt Leistung.


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  • Moin,


    als ich das gestern Abend im Fernsehen sah, da erinnerte ich mich an die großen Worte unserer Kanzlerin:


    Die Energiewende muß vorangebracht werden bla bla bla


    Es ist immer wieder schön :mrgreen: zu sehen, wie Politiker genau das Gegenteil tun, von dem, was sie sagen.
    Und dass der Bundestag das kippt, da glaubt schon lange niemand mehr dran.
    In Paris groß vorne ranstehen - wie unsere Umweltministerin mit Tränen in den Augen - und dann sowas.
    Nur noch Sprachlosigkeit......


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Bei Heise.de habe ich zur gleichen Thematik eine sehr interessante und in meinen Augen passende Aussage zu dem Thema gefunden, welche ich einfach mal hier einbringe:


    " Wer wirklich die Höhe der EEG-Umlage begrenzen möchte, ...


    ... muss dafür sorgen, dass die trägen Atom-, Kohle- und Braunkohlekraftwerke das Netz nicht verstopfen. Bisher hat es noch keine einzige Sekunde gegeben, zu der die EE mehr Strom erzeugten als in Deutschland benötigt wurde.


    Die EEG-Umlage wird bekanntlich aus der Differenz der EE-Förderung und dem Börsenstrompreis ermittelt.


    Die EE sind mittlerweile so wettbewerbsfähig, dass der weitere Zubau von PV- und Windkraftanlagen die EEG-Umlage nur minimal beeinflusst. Die EEG-Umlage steigt aber trotzdem, weil der Börsenstrompreis durch überschüssigen Atom-, Kohle- und Braunkohlestrom in den Keller gedrückt wird. Diese konventionellen Kraftwerke läßt man aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnlos durchlaufen.


    Die dadurch bei den konventionellen Kraftwerksbetreibern entstehenden Kosten verbucht man dort unter "Marketing-Kosten". Treibt man doch die EEG-Umlage weiter in die Höhe. Später drückt man den überschüssigen Strom noch über die Landesgrenze. Führt dieses Verhalten sogar dazu, dass der Strom zu Negativpreisen abgegeben wird, so wird auch dieses mit entsprechend platzierten Pressemitteilungen genutzt. Nichts mag der deutsche Michel weniger, als etwas seinen Nachbarn zu schenken !


    Über diesen Mechanismus lässen sich die EE hervorragend als Preistreiber diskreditieren.


    Gegenvorschlag:
    Jede exportierte kWh wird mit dem vollen EEG-Umlagesatz beaufschlagt, der anteilig von Atom-, Kohle- und Braunkohlekraftwerken getragen werden muss, die zum Zeitpunkt des Exports am Netz waren.


    Vorteile:
    - Die EEG-Umlage sinkt, weil der überwiegende Teil von den konventionellen Kraftwerken getragen werden muss
    - Die EEG-Umlage sinkt, weil die konventionellen Kraftwerke eine echten Anreiz haben, keinen überschüssigen Strom zu erzeugen. Damit wird der Börsenpreis nicht willkürlich gedrückt - somit ist die Differenz zu den EE-Förderungen geringer.
    - flexiblere und weniger klimaschädliche Gaskraftwerke steigen in der Wirtschaftlichkeit
    - die Beziehungen zu unseren Nachbarländern werden nicht mehr durch überschüssigen Atom-, Kohle- und Braunkohlestrom belastet"


    Für mich ist die Aussage schlüssig.
    Es wurde gefördert "uff deifel kum raus", aber wie der Strom dahin kommt wo er benötigt wird / an Zwischenspeicherung zum Beispiel zur Vermeidung von Netzüberlastung, wurde "eventuell" mal gedacht, doch niemand hat es um gesetzt bzw. die Förderung an die Auflagen der Abnahme/Speicherung geknüpft.


    Tja "now we have the salad" :lol: und in diesem Sinne: "Wir schaffen das" :roll: .

  • "Eigenverbrauch und Einspeisevergütung für Überschüsse schließen sich aus"
    Wo findet man das überhaupt? Bisher habe ich nur gelesen das die Anlagen die bei Auschreibungen den Zuschlag erhalten haben allen Strom abliefern müssen.
    Gruß Matthias

    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    5 kWp Solarworld / SMA

  • Zitat von Matthias BZ

    "Eigenverbrauch und Einspeisevergütung für Überschüsse schließen sich aus"
    Wo findet man das überhaupt?


    Nirgends, da hat Ines Rutschmann wohl (leider nicht zum ersten mal) was falsch gelesen
    Aus §21 des Entwurfs:


    Im EEG2014 steht in §39 fast genau dar selbe Wortlaut


    Man darf also ohne Netzdurchleitung unmittelbar vor Ort natürlich weiter selbst verbrauchen oder an Dritte verkaufen ohne gleich alles direkt vermarkten zu müssen.


    WIe ich gestern schon in http://www.photovoltaikforum.c…17-p1393482.html#p1393482 geschrieben habe, finde ich die Änderung, daß ausgeschrieben Anlagen nicht mehr zum 52GW-Deckel zählen noch erwähnenswert.

  • Die Sackgasse Biogas hat auf Intervention des Herrn Seehofers hin, glatte 100% Zuschlag erfahren, obwohl schon 100 MW Biogas deutlich mehr als 1 GWp PV Großanlagen an EEG Zahlungen entsprechen. Geile Leistung! Das obwohl Heute schon die Wasserwerke im Süden Alarm schlagen und es klar ist, das kein einziges Biogaskraftwerk nach dem Auslaufen der EEG Förderung auch nur einen Tag weiter betrieben wird.



    Ob Seehofer in seiner Klugheit eigentlich die Subventionen für seine Bauern mit dem Länderfinanzausgleich verrechnet?
    *nicht nur Biogas


    ca. 9 Cent halte ich schon für große Dachflächen (Flachdach) schwierig, wie soll das bei Freifläche funktionieren? Das kann ja wohl kaum günstiger werden, zumal man selten den passenden Trafo etc. am Start haben wird.


    für 10 bis 11 Cent bekommt man es hin (incl. Zinsen etc.) * ab 500 KWp

  • Zitat von PV-Berlin


    ca. 9 Cent halte ich schon für große Dachflächen (Flachdach) schwierig, wie soll das bei Freifläche funktionieren? Das kann ja wohl kaum günstiger werden, zumal man selten den passenden Trafo etc. am Start haben wird.


    Schau dir die letzte Ausschreibung an:

    Zitat

    Der niedrigste Gebotswert, der einen Zuschlag erhalten hat, betrug 6,94 ct/kWh. Der höchste Gebotswert, der einen Zuschlag erhalten konnte, betrug in dieser Runde 7,68 ct/kWh. Der mengengewichtete Zuschlagswert betrug 7,41 ct/kWh


    Wie die das machen, weiß ich aber auch nicht. Da scheint mir das eine oder andere Steuersparmodell dabei zu sein.


    Vorteil ist imo, daß alle, die mehr brauchen sich Geld und Arbeit sparen können mitzubieten, daß sie nicht zum Zug kommen dürften sie aber so schon bemerkt haben.