Sind wirklich alle Module vorhanden, wie feststellen?

  • Hallo zusammen,


    da ich neu hier im Forum bin möchte ich mich und die Anlage kurz vorstellen.


    Meine Name ist Karsten, bin 50+ und komme aus Hamm/Westf.


    Im Ende August wurde meine Photovoltaikanlage auf einem an meinem Haus grenzendem alten Gebäude errichtet und fertig gestellt.


    Die Anlage besteht aus 800 Modulen First Solar FS380 sowie 4 WR des Typs Danfoss 15 TripleLynx und einer Solar Log 1000 Wifi zur Überwachung.


    Die Ausrichtung ist, bitte nicht lachen, ist 400x Süd/Südwest und 400x Nord/Nordost. Bin mit der Vorausberechnung zufrieden und treffen auch voll zu. Bin also mit der Leistung soweit zufrieden. Darum soll es hier auch nicht gehen.


    Anbei
    Die Berechnung


    Die Verschaltung



    Die Reihenfolge der Eingänge/Strings müsste genau umgekehrt sein bzw. Eingang 3/String 3 sollte je 14 Module haben.


    Die Solar Log Auswertung



    WR 1+2 sind die Südseite, WR3+4 sind die Nordseite.


    Jetzt macht mich der Wert von WR4 String 3 etwas stutzig. Hier sollte eigentlich der Wert höher sein als die von String 1+2 und ähnlich hoch wie bei WR3 String 3.


    Hier sind aber über den Tag mehr als 2 KW Unterschied. Dies halte ich für zu hoch und vermute das mind. ein Modul nicht arbeitet oder gar nicht angeschlossen ist. Liege ich da wohl richtig oder bin ich da eher auf der falschen Fährte?


    Es wurden genau an dieser Stelle mehrfach ein Fehler (versucht zu) beseitigt (gen). Jetzt habe ich die Vermutung das ein Modul nicht wieder angeschlossen wurde. Leider komme ich da so nicht dran da die Felder sehr eng beisammen liegen.


    Ist es eigentlich richtig, dass wenn ein Modul in der Reihe ausfällt, der ganze String ausfällt oder ist das ein Mythos?


    Wen dem so ist und meine Vermutung doch zutreffen sollte, dann kann es ja nur das letzte Modul einer Reihe sein oder?


    Wie kann man selber sonst noch feststellen wie viele Module denn an einer Reihe/String hängen?


    Leider kann ich die Werte nicht mehr mit der Vergangenheit vergleichen weil ich leider in der Vergangenheit die Solar Log Updates schön brav mitgemacht habe und dort die Werte so nur noch im Internet und nicht mehr intern auswertbar sind. Tolle Nummer :(


    Da das Solar Log mittlerweile einen Fehler aufwies habe ich es getauscht bekommen und wieder auf die alte Software Version umgestellt, nie wieder Update :lol: . Nur musste ich die alten Werte händisch nachtragen und wer Solar Log kennt, weiß das dies nur tageweise geht aber in den WR gar nicht zur Verfügung stehen. Lange Rede kurzer Sinn. Die alten Werte sind nur noch Nachtragswerte für Jahresvergleiche und für solche nicht mehr zu gebrauchen. Leider :o



    Danke und Gruß

  • Willkommen hier im Forum!


    Als erstes aktiviere mal die Stringspannungsanzeige Udc im Solarlog Fenster. Diese Screenshots (einzel für jeden WR) dann für die beiden WR 3+4 hier einstellen.
    In Deinem Fall soll die Stringspannnung der zu vergleichenden Eingänge 3 gleich sein. Sollte so bei 630V (13x 48,5V) liegen.


    Kannst Du auch mal die Lage des/der Module einzeichnen, wo schon die Fehlersuche statt fand.


    1-2 Bilder vom Dach helfen auch unvermuteten Schatten zu finden.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

    Einmal editiert, zuletzt von qualiman ()

  • Hallo jukast,
    nach dem Stringplan müsste jeweils Eingang 1 mehr liefern, weil da 5 x 14 Module dranhängen. Nach den SolarLog Daten sind die längeren Stränge bei WR 1 bis 3 aber auf Eingang 3.
    Bei WR 4 sieht es tatsächlich so aus, dass alle drei Eingänge gleich viel liefern. Das kann mehrere Gründe haben:
    - der Eingang mit 5 x 14 hat eine Teilverschattung, die den Mehrertrag frisst
    - die 5 x 14 Module an WR14 (an welchem Eingang auch immer) sind tatsächlich falsch verschaltet.
    - einzelne Module sind defekt


    Die Fehlersuche wird durch die vielen parallelen Stränge nicht einfacher.


    1. Nochmal genau schauen, ob nicht doch eine Teilverschattung vorliegt. Da haben sich schon viele geirrt. Neben einem Blick aufs Dach hilft hier auch ein Vergleich morgens, mittags, abends. Wenn der Minderertrag gleichmäßig über den Tag anfällt, ist es kein Verschattungsproblem. Ein Blick auf die Spannung Udc im Solarlog würde hier ebenfalls schnell helfen.
    Der steile Abfall um 18 Uhr sieht fast aus, wie ein Verschattungsproblem, hatte auf den zweiten Blick aber mit dem Wetter zu tun, den sieht man auf anderen Anlagen in Hamm nämlich auch.


    2. Die Anzahl der Module sieht man am besten durch die Messung der Leerlaufspannung. Dazu muss man jeden Strang einzeln trennen und die Spannung messen (NUR MACHEN WENN DU DICH GUT AUSKENNST! SONST LEBENSGEFAHR!) Die Stränge mit 14 Modulen müssten die 1,077-fache Leerlaufspannung haben im Vergleich mit den 13er Strängen. Einen guten Vergleich bekommt man nur bei gleichmäßigen Beleuchtungsverhältnissen für alle Messungen.


    3. Wenn Du die Stränge nicht trennen willst (oder kannst), ist in einem ersten Schritt eine Strommessung mit Zangenamperemeter einfacher durchzuführen, aber eventuell auch weniger aussagekräftig. Wenn tatsächlich die fraglichen 5 x 14 alle nur 5 x 13 verschaltet sind, siehst Du es nur in der Spannung. Wenn das Problem aber nur in einem oder zwei der fünf Stränge besteht, oder einzelne Module defekt sind, könntest Du einen Unterschied im Strom zwischen den 5 Strängen fetstellen. Dann weiss man wenigstens wo man weiter suchen muss.


    Hoffe das hilft erstmal
    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Also was ich erstmal interessant finde, WARUM sollte WR Eingang 3 denn der höchste in der Leistung sein?
    Laut Verschaltungsplan ist der ERSTE Eingang derjenige, welcher 14 Module beinhalten sollte und die Eingänge 2 und 3 sollten die gleichen Leistungen haben oder?


    Aber alleine aus den Ertragsdaten kann ich das schon verstehen.
    Wenn die Strings alle komplett identisch und vergleichbar sind, dann "fehlt" bei WR4 etwas Leistung (bei WR1 - 3 sieht man auf dem Eingang 3, dass der Ertrag ca. 7% höher ist als auf Eingang 1 und 2, ,was exakt 14 zu 13 Modulen entsprechen würde, bei WR 4 sind alle drei Eingänge identisch).
    Ich weiß jetzt aus dem Kopf nicht, wie sich drei Paralle Strings verhalten, wenn zwei Strings nun 14 Module hätten und nur einer mit 13 Modulen dabei wäre. Das ergäbe natürlich mismatching, aber ob es genau diese Absenkung entsprechen würde weiß ich nicht.


    Wie Qualiman schon sagte wäre die Stringspannung interessant. Vorallem die EINZELstrings natürlich, dann kann man eigentlich schon sehen, ob die 5 Strings mit 14 Modulen auch alle 14/13 der Leerlaufstpannung der anderen 10 Strings haben



    Edit: JAy war schneller, sagt aber im Prinzip genau das gleiche :-D

  • Vielen Dank für die freundliche Aufnahme!



    Werde ich nach reichen wenn ich eine Kamera habe.

  • Jochen


    Wie ich bereits sagte ist der Verschaltungsplan nicht ganz korrekt da die 14er Felder bei allen WR am Ende sitzen.


    zu 1. Verschattung kann ich auf der Seite komplett ausschließen. Beobachtungen wurden an mehren Tagen zu mehreren Zeiten und bei völliger Wolkenlosigkeit gemacht. Null Bäume oder Anderes in der Nähe was Verschattung hervorrufen könnte.


    UDC wie bereits erwähnt kann ich nicht ablesen oder weiß nicht wie. Siehe Vorbeitrag.


    Zu 2. Fällt für mich flach, ich gehe da nicht dran.


    Zu 3. Ein Zangenampermeter habe ich auch nicht.


    Danke dir für die Unterstützung.


    Gruß

  • Serin


    Ja Zeichnung zu Wirklichkeit ist genau anders herum.


    Alle WR mit Feldern sind gleich verschaltet.


    "Wenn die Strings alle komplett identisch und vergleichbar sind, dann "fehlt" bei WR4 etwas Leistung (bei WR1 - 3 sieht man auf dem Eingang 3, dass der Ertrag ca. 7% höher ist als auf Eingang 1 und 2, ,was exakt 14 zu 13 Modulen entsprechen würde, bei WR 4 sind alle drei Eingänge identisch)."


    Genau das ist es ja.


    Mit deinen weiteren Überlegungen komme ich nicht mit oder du hast dich vertan. Es sind doch 4 parallele 14er wo einer eventl. nur noch 13 hat. Oder habe ich dich da komplett missverstanden?


    Ich danke auch dir erst mal für die Hilfe.

  • Zitat von qualiman

    1-2 Bilder vom Dach helfen auch unvermuteten Schatten zu finden.


    Nach oben besagenten, ist dies dass einzige was Du noch selbst machen kannst, bevor Du Dir fachmänniche Hilfe für die elektrischen Messungen Vorort holst.


    Unterschätze den unvermuteten Schatten nicht (klingt nach Obi-Wan)!

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von qualiman

    Unterschätze den unvermuteten Schatten nicht (klingt nach Obi-Wan)!


    Das können auch Schmutzränder sein oder Vogeldreck.
    Wie schon gefragt, bitte mal ein paar Fotos einstellen.