Notstromsystem Aquarium

  • Hallo zusammen!


    Ich war hier im Forum schon früher einmal Mitglied, als ich meine 7kWP-Anlage plante. Sie läuft klaglos und ich wurde faul. Und habe dabei meine Zugangsdaten verlegt…


    Jetzt habe ich wieder ein Stromproblem. Dieses Mal geht es um Speicher: ich brauche für ein geplantes Meerwasseraquarium ein Backup, da ein Stromausfall dort binnen Stunden eine Katastrophe auslösen kann: Sauerstoffmangel. Der Strombedarf der Pumpen sollte also auch bei einem längeren Ausfall sicher gestellt sein.
    Und da beginnt der Problem: die Speichergröße. Es sollten eigentlich über 48h kontinuierlich 150W zur Verfügung stehen.


    Wenn ich richtig rechne, sind das 48h x 150W = 7,2 kWh.
    Bei 12V brauche ich dafür 600Ah nutzbare Kapazität.
    Bei 24V brauche ich dafür 300Ah nutzbare Kapazität.


    Ich habe gegoogelt und Links hier im Forum nachgelesen. Das scheint richtig viel zu sein. Zwei grundsätzliche Möglichkeiten scheine ich zu haben:

      1) Ein Lithium- Akku-System. Sehr teuer, aber klein, langlebig und aufgrund der vielen Zyklen auch zwischendurch zur Verbesserung des Eigenverbrauchs nutzbar.
      2) Ein herkömmliches Akku-System. Viel billiger, aber groß und schwer. Wenn ich viele Zyklen vermeide, und es nur geladen in der Hinterhand habe, scheint die Lebensdauer einiger Akkus ebenfalls etliche Jahre zu betragen. Das bedeutet aber auch: keine sonstige Nutzung.


    Das System sollte mich für viele Jahre sorglos halten.


    Nun bin ich elektrofachlich ziemlich ahnungslos. Viele Informationen, die ich gefunden habe, verstehe ich nicht. Stichworte Batteriemanagement, Ladesysteme, Akku-Typen usw. usw…
    Daher vorab die Frage: Gehe ich das Problem überhaupt richtig an?
    Dann:
    Was wäre ein sinnvolles System für Punkt 1 (Lithium)?
    Was wäre ein sinnvolles System für Punkt 2 (herkömmlich)?
    Ist es sinnvoll, das mit der Solaranlage zu koppeln? (Soviel ich verstanden habe, würde Strom, den ich direkt in die Batterie einspeise, nicht vergütet, da der Zähler erst hinter den Wechselrichtern hängt. Das wäre also ein Geldverlust. Wechselstrom zum Laden zu nehmen, wäre dagegen ein Energieverlust. Stimmt das so?)


    Wenn jemand mir bei der einen oder anderen Teilfrage weiterhelfen könnte – ich wäre wirklich froh!


    Viele Grüße
    Bastian

  • Zitat von Se-bastian

    und aufgrund der vielen Zyklen auch zwischendurch zur Verbesserung des Eigenverbrauchs nutzbar.


    Ist das nicht ein Denkfehler? Der Backup-Speicher darf ja eigentlich nie leer sein, oder wie stellst du dir das vor? :juggle:


    Zitat von Se-bastian

    Daher vorab die Frage: Gehe ich das Problem überhaupt richtig an?


    Naja, man könnte das Problem auch mit einer Flasche Sauerstoff lösen. Kostet sicher nur einen Bruchteil und funktioniert ganz ohne Strom...

    Einmal editiert, zuletzt von tks ()

  • Hallo,


    Ich würde den Akku nur auf 12-24 Stunden auslegen, warum ?


    1. Wahrscheinlichkeit eines längeren Stromausfalls halbwegs überschaubar / eher selten.
    2. selten länger als 12 Stunden keine Sonne, Geld besser in Module anstatt in Akkus
    3. im äußersten notfall nen Kabel vom Auto Zigarettenanzünder anschließen und Auto jede Stunde starten


    Grus
    Blacki

    11,14 kWp O/W 4x Solarmax WR (2012)
    43,30 kWp Anteil Solarpark Dreieich (2011)
    71,08 kWp Anteil Solarpark Hof (2012)
    70 kWp auf Hühnerställen (2012)
    301 kWp Brandenburg (2018)

  • Moin Se-bastian, wenn du die Notstromversorgung per Batterie realisieren willst, dann suche nach OPzS (ortsfeste Panzerplatten-Batterie). Wenn die nur die statistischen 10 Minuten pro Jahr überbrücken müssen, dann sollten die 20 Jahre oder länger mitmachen. Die Batterie wird dann ständig auf Erhaltungsladung gehalten, es wird also lediglich die Selbstentladung ausgeglichen. Ob der hierzu notwendige Strom aus dem Netz oder aus den Panelen kommt macht bestenfalls einen philosophischen Unterschied. Rein preislich wird wahrscheinlich ein kleiner Generator mit E-Starter günstiger sein. Wenn das Anwerfen des Generators zeitlich verzögert wird, z.B. um 5 Minuten, dann wird der Generator nur zweimal im Jahr laufen müssen, nämlich beim Systemcheck; folglich hält der dann auch locker 20 Jahre und kostet einen Bruchteil einer entsprechend großen Batterie.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke für Eure Antworten!

    Zitat von tks


    Ist das nicht ein Denkfehler? Der Backup-Speicher darf ja eigentlich nie leer sein, oder wie stellst du dir das vor? :juggle:


    Nein, nicht unbedingt. Wenn ich zuhause bin, kann ich selbst etwas tun. Und ich kann immer eine Reserve aufheben.


    Zitat von tks


    Naja, man könnte das Problem auch mit einer Flasche Sauerstoff lösen. Kostet sicher nur einen Bruchteil und funktioniert ganz ohne Strom...


    Da geht es auch um Strömung, die da sein muss. Und darum, dass das Licht über dem Algenrefugium an bleibt, um ein Absingen des pH-Werts zu verhindern.


    Zitat von blacki


    Ich würde den Akku nur auf 12-24 Stunden auslegen, warum ?


    1. Wahrscheinlichkeit eines längeren Stromausfalls halbwegs überschaubar / eher selten.
    2. selten länger als 12 Stunden keine Sonne, Geld besser in Module anstatt in Akkus
    3. im äußersten notfall nen Kabel vom Auto Zigarettenanzünder anschließen und Auto jede Stunde starten


    Sicher sind lange Stromausfälle selten. Nur ist ein Riff, das im Aquarium gewachsen ist (das geht inzwischen) ziemlich wertvoll, schon allein aufgrund der Zeit, die es gebraucht hat. So ein Becken wird auf mindestens 1 Jahrzehnt geplant. Und da kann es eben doch passieren.
    Das Problem sind die Zeiten, in denen ich nicht da bin und jemand nach Anleitung das Becken pflegen muss. Dann steht auch der ganze Reservestrom zur Verfügung. Der ist dann nicht sofort da und hat für den Autotrick (gute Idee!) keine Zeit.
    Interessant ist natürlich Punkt 2. Eine Schaltung, die ab einer definierten Leistung (soviel, dass die Pumpen laufen und das Licht brennt, also ca. 150W) den Strom für Pumpen und Algenlicht einschaltet und den ganzen Strom für die Hauptbeleuchtung, sobald er reicht..
    Im Sommer sollte das kein Problem sein: da produziert die Anlage an fast jedem Tag soviel Strom, dass das Becken liefe, der Akku geladen wird und ich noch verkaufen kann. Im Winter reicht es an den meisten Tagen zumindest ein paar Stunden für die Pumpen.
    Wie wäre das zu planen?
    (Wusste doch, dass man hier Ideen bekommt!)


    Viele Grüße und Danke Euch beiden!
    Bastian

  • Zitat von jdhenning

    Rein preislich wird wahrscheinlich ein kleiner Generator mit E-Starter günstiger sein. Wenn das Anwerfen des Generators zeitlich verzögert wird, z.B. um 5 Minuten, dann wird der Generator nur zweimal im Jahr laufen müssen, nämlich beim Systemcheck; folglich hält der dann auch locker 20 Jahre und kostet einen Bruchteil einer entsprechend großen Batterie.


    Für den E-Starter bräuchte ich eine kleine Batterie.
    Eine Schaltung, die den anwirft, wenn der Strom 5min weg ist, und ihn abschaltet, wenn er wieder da ist, sollte es geben, denke ich.
    Nur: wie lange läuft so ein Generator, bis man nachtanken muss? Und wo stellt man ihn hin? (Reihenhaus)


    Danke für Deine Antwort!

  • warum nutzt er nicht einfach seine Solarmodule tagsüber für den Notstrombetrieb?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Also ich finde ja das die gewünschten Anforderungen am besten zu einer USV passen.


    Von APC gibts ja auch Modelle an die man externe Batterien anschliessen kann um die Laufzeit der USV zu erhöhen.


    z.B. APC Power-Saving Back-UPS Pro 1500

    Hoppecke 48 Volt 625 A von 2012

  • Zitat von Se-bastian


    Für den E-Starter bräuchte ich eine kleine Batterie.
    Eine Schaltung, die den anwirft, wenn der Strom 5min weg ist, und ihn abschaltet, wenn er wieder da ist, sollte es geben, denke ich.
    Nur: wie lange läuft so ein Generator, bis man nachtanken muss? Und wo stellt man ihn hin? (Reihenhaus)


    Danke für Deine Antwort!


    Servus
    ich denke auch das ein Generator die effektivste Möglichkeit ist. Allerdings ohne automatischem Start und so Kram. Der funktioniert eh nicht, zumindest nicht dann wenn man es braucht.


    Besser nett zum den Nachbarn sein und ihm erlauben das er wenn er sich um den Start des Generator kümmert er sich ein Kabel zu sich rüber zu seiner Glotze legen darf. Schon funktioniert das.
    Paar Stunden machen ja noch kein Problem, und bei längerer Abwesenheit muß so oder so jemand regelmäßig nach dem Becken sehen.
    Damit sparst dir die ganze Fix-Installationen und den Generator parkst im Keller. Fürn Notfall wird er dann rausgeholt.
    Kostet 150€ und ein Kabel.


    gruß
    bb, der auch 1500ltr. Wasser im Wohnzimmer stehen hat.

    Wechselrichter: PIP5048MK
    PV: 3.0kWp
    Akku: 4*Pylontech US2000P
    Auslastungsoptimierung und wetterabhängiges Akkumanagement
    Logging und Steuerung über IPSymcon

    16m2 therm. Solar für Brauchwasser und Heizungsunterstützung

  • Ich würde die Reserve auch nur auf 12-24h auslegen.
    Stromausfälle >24h sind sehr selten und wenn die 24h überschritten werden, dann werden recht sicher auch die 48h, 72h und 96h gerissen ... siehe z.B. Münsterland im Winter.


    Zitat von Se-bastian

    Ich habe gegoogelt und Links hier im Forum nachgelesen. Das scheint richtig viel zu sein. Zwei grundsätzliche Möglichkeiten scheine ich zu haben:

      1) Ein Lithium- Akku-System. Sehr teuer, aber klein, langlebig und aufgrund der vielen Zyklen auch zwischendurch zur Verbesserung des Eigenverbrauchs nutzbar.
      2) Ein herkömmliches Akku-System. Viel billiger, aber groß und schwer. Wenn ich viele Zyklen vermeide, und es nur geladen in der Hinterhand habe, scheint die Lebensdauer einiger Akkus ebenfalls etliche Jahre zu betragen. Das bedeutet aber auch: keine sonstige Nutzung.


    Das System sollte mich für viele Jahre sorglos halten.


    1) LG Resu 6.4EX an SunnyIsland 3.0 oder 4.4.
    2) Staplerbatterie (Blei) an SunnyIsland 3.0 oder 4.4.


    Zumindest im Sommer, wenn sicher gestellt ist, dass der Speicher am nächsten tag wieder von der PV geladen wird, kannst Du den Speicher auch Nachts leer fahren. Im Winter müsste man die Reserve größer stellen ... bzw. den Speicher nur leer fahren, wenn man zu Hause ist und selbst eingreifen kann (z.B. mit Stromgenerator).

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5