PV Anlage für meinen Neubau

  • Hallo!


    Ich baue gerade ein EFH für meine kleine Familie und mich. PLZ 37073. Das Gebäude hat eine genau südlich ausgerichtete Dachfläche in der Größe 16x7,2 Meter mit 43 Grad Neigung. Es gibt noch 2 Fenster in der Dachfläche von 1,5x1,4m. Ich wollte kein KfW Haus bauen, es gibt keine Wärmepumpe oder Lüftung, sondern nur Dämmung nach EnEV, ein zweischaliges Mauerwerk (Poroton, Klinker) und einen Nahwärmeanschluss.


    Mich hat stets gestört, wenn es im Sommer im SZ heiß ist, deshalb soll eine Klimaanlage ins Eigenheim. Leider bin ich mir über die Platzierung des Innenteils nicht sicher, da oben drei Räume mit je 21 Quadratmeter zu kühlen wären und ich möchte eigentlich nicht 3 Geräte aufhängen. Vielleicht könnte ein zentrales Gerät in der Diele hängen, dann würde aber viel kalte Luft ins EG absinken.


    Die PV Anlage rentiert sich ja über Einspeisevergütung nicht mehr, wenn ich die aktuelle Situation richtig deute. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich wegen meiner Klimaanlage jedoch einen guten Anteil der erzeugten Energie selbst "verbrauchen" kann. Mit PV bin ich ein wenig flexibel, was weitere Entwicklungen angeht, z.B. besserer Eigenverbrauch mit E-Auto oder Akkuspeicher, vielleicht sogar im Winter heizen.


    Sind meine Gedanken so weit nachvollziehbar?


    Ich würde gerne eure Erfahrungen hören zum Thema Amortisation. Wenn ich meine südliche Dachfläche ganz nutze, was darf das kosten und habe ich diese Kosten nach 10 Jahren wieder drin? Soll ich gleich mit Akku bauen?


    Muss der Dachdecker jetzt schon etwas berücksichtigen, wenn ich die Anlage doch erst später errichte? Welche Kabel sollten dann sinnvollerweise vom Verteilerkasten bis zum Spitzboden schon verlegt werden? Würde man einen Wechselrichter im Spitzboden installieren oder besser beim Verteilerschrank?


    Vielen Dank im Voraus!


  • Warum sollte sich die Einspeisevergütung nicht lohnen ? Du bekommst 10 ct/KWh für alles was du selbst nicht verbrauchst.
    Deine Anlage wird spezifische Kosten von 7 ct/KWh aufweisen. (1400 Euro/KWp, 1000 KWh/KWp, 20 Jahre)
    Dein Eigenverbrauch *schreibt* dir 25 ct/kwh *gut*.


    Wenn du das Gerät zentral in der Diele platzierst, kannst du die Kaltluft über ein Rohrsystem verteilen.


    WR eher in den Keller da es dort vermutlich kühler ist und die WR tendenziell *Geräusche* machen.


    Winter heizen ist Quatsch. Interessanter ist die Warmwasserbereitung beispielsweise über eine Luft-Wasser-WP.

  • Okay. Ich verstehe die Rechnung. Danach hätte sich die Anlage nach 14 Jahren selbst bezahlt. Sowohl positive Effekte (Eigenverbrauch) als auch negative (Defekt, Gesetzesänderung, Vandalismus, Krieg, zus. Versicherungen) mal außen vor. Das ist mir zu lange. Vielleicht ändert sich ja in den nächsten Jahren noch etwas am Anlagenpreis oder anderen Faktoren.

  • Zitat von Holzroller

    Sind meine Gedanken so weit nachvollziehbar?


    Eher weniger ... das ist ziemlich wirr, was Du schreibst.


    Gehört nicht zum Thema PV, aber "nur Dämmung nach EnEV" wie viel Dämmung ist das denn?
    Den Nahwärmeversorger könnte es freuen, wenn die Dämmung zu knapp ist.


    Split Klima Geräte sind energetische Sünden.
    Eine zentrale, kontrollierte Lüftungsanlage oder mehrere dezentrale Geräte wäre die Alternative ... mit Sommerbypass :!:
    Am Ende holt man sich mit Klimageräten auch Feuchteprobleme ins Haus.


    Zitat

    Die PV Anlage rentiert sich ja über Einspeisevergütung nicht mehr, wenn ich die aktuelle Situation richtig deute.


    Man wird damit heute sicher nicht mehr reich, aber Rendite ist drin.
    Entcheidend ist schlicht der Angebotspreis. :wink:


    Mit Speicher wirst Du die Rendite jedenfalls sehr sicher nicht erhöhen können ... Speicher bringt eine negative Rendite mit, zerstört also die Gesamtrendite der Anlage. BTW: mit PV Strom kann man NICHT heizen :!:


    Angenommen da passen 10KWp drauf, dann mach die drauf.
    Bei Neubau würde ich da um 1250,- pro KWp netto ansetzen, wenn das Gerüst steht.
    Ich würde beim Bau Leerrohre vom Zählerschrank bis unter die Pfannen ziehen lassen; bei 10KWp sollten das mind. 2 Leerrohre mit 25mm durchmesser sein. Du brauchst 4 Leitungen für die 2 Strings plus einen dickeren Leiter für den Potentialausgleich. Der WR gehört neben den Zählerschrank, der idealerweise im Keller sitzt.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von Holzroller

    Okay. Ich verstehe die Rechnung. Danach hätte sich die Anlage nach 14 Jahren selbst bezahlt. Sowohl positive Effekte (Eigenverbrauch) als auch negative (Defekt, Gesetzesänderung, Vandalismus, Krieg, zus. Versicherungen) mal außen vor. Das ist mir zu lange. Vielleicht ändert sich ja in den nächsten Jahren noch etwas am Anlagenpreis oder anderen Faktoren.


    Die 14 Jahre beziehen sich auf den Überschuss.
    Der EV geht mit 7 / 25 ct/KWh ein, sprich sind nach 6 Jahren abbezahlt.
    Die Anlage als Überschusseinspeisung ist eine Mischform. Die Einspeisung - auf die du verzichten wolltest, bringt dir immer noch Bargeld aufs Konto und wirtschaftliche Sicherheit - sprich schlimmstenfalls speisst du 100% ein und hast nach 14 Jahren abbezahlt.


    Wenn du auf 10 Jahre kommen willst, musst du den EV soweit anpassen, das die Rechnung aufgeht (abhängig von deinen wirklichen Stromverbrauch). Grob gesagt: Kleine Anlage hoher Anteil an EV, große Anlage geringerer EV-Anteil.


    Da du aber mit beiden Anteile *Gewinn* machst, ist das nur eine Relative Betrachtung.


    Mein Vorschlag wären 23 x 250 W = 5,7 KWp. 23 Module weil das bei den üblichen Standart-WR eine gute Spannungslage macht. 250W schon eher veraltet - sprich billige Modulgrößen sind. Damit und mit 70%-Regelung ist man unter der Schieflastgrenze und somit 1-phasig möglich.
    Du wirst auf ca 5000 KWh Ertrag kommen, vermutlich 1500-2000 KWh im EV und den Rest in der Einspeisung. Du gibst ca 7.500 Euro aus.


    Ganz grobe Planung - Mit etwas offenerer Herangehensweise wirst du auch noch genauere Empfehlungen bekommen können. Ob du die dann nutzt ist deine Sache.

  • Zitat von RolandD

    Mein Vorschlag wären 23 x 250 W = 5,7 KWp. 23 Module weil das bei den üblichen Standart-WR eine gute Spannungslage macht. 250W schon eher veraltet - sprich billige Modulgrößen sind. Damit und mit 70%-Regelung ist man unter der Schieflastgrenze und somit 1-phasig möglich.


    Hierbei vergisst Du aber, dass bei 23 Modulen, die bei einem 1000V WR in einen String gehen, der WR meist (oder sogar immer?) dreiphasig ist - ich kenne jetzt keinen einphasigen WR mit 1000V. Bei einem einphasigen WR machen daher 23 Module, wenn deutlich mehr aufs Dach passen, keinen Sinn.
    Ich würde auch schauen, dass man bis 10 kWp installiert. Wegen der schon angesprochenen Spannungslage wären 40 x 250W, 38 x 260W, 36 x 275W oder 34 x 290W zu empfehlen.

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal


  • Hallo Roland,


    ich denke, dass die Rechnung am EV scheitert. Wir haben im alten Haus 4.200 kWh verbraucht. Einige große Verbraucher wie Herd, Licht, Sauna, Trockner, Waschmaschine sind nur abends an, weil tagsüber bei uns kaum jemand zu hause ist. Die geplante Klimaanlage ist davon natürlich ausgenommen. Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass 500 kWh EV erreicht werden, also eher zu vernachlässigen.

  • WaMa, Trockner und Spüli kann man auch in Abwesenheit starten und laufen lassen.


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    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Es gibt zwei Betrachtungsweisen.


    1. der kWp Preis der GESAMTEN Anlage sinkt mit der Größe signifikant und somit auch die Erzeugungskosten der GESAMTEN Anlagen.


    2. Man nimmt nur den zusätzlichen Aufwand für jedes weitere Modul zu einer Kleinanlage. Da seiht es richtig geil aus mit der Einspeisung.


    Zudem bekommt man 12,3Ct nicht 10!!!!


    Ich weiß nicht wer erzählt dass sich Einspeisen nicht mehr lohnt bei 0% Zins und 1,5-2% Kredit! Wer sein Dach nicht bis obenhin voll macht mit Solarmodulen den kann ich nicht mehr verstehen!

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zitat von open source energy

    Wer sein Dach nicht bis obenhin voll macht mit Solarmodulen den kann ich nicht mehr verstehen!


    wer keine EEG Umlage auf den Eigenverbrauch bezahlen möchte, baut die Anlage nur bis 10 KWp,
    außerdem ist es besser nicht das ganze Dach lückenlos mit Modulen abzudecken.
    Dadurch verschlechtert sich die Hinterlüftung und Kühlung der Module,
    außerdem sollte der Zugang zu den Anschlußdosen und Kabelverbindungen für Wartungsarbeiten gewährleistet bleiben.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.