Ich will ein Haus bauen mit PV

  • Moin,


    Ich bin völlig neu in dem Thema, aber Elektroingenieur in der Forschung und versuche eine Solaranlage zu planen:


    Lage:


    Dach zeigt nach Süd West. Ca. 220grad.
    Plz 822
    Freie Dachfläche: 4x3 Module Rechts und links von der Dachgaube. Ich kam auf ca. 5,5kWp.
    Keine Solarthermie
    Neubau, Baubeginn 2017


    Was mir wichtig ist:


    - keine Förderung weil mir zu aufwändig
    - Ich will nichts Einspeisen! Was übrig ist soll In einem Stufenlos steuerbaren Heizpatrone verheizt werden (wasserspeicher)
    - idee ist die Grundlast zu decken.
    - Möglichst gute Nutzung von morgen, Abend und diffusen Licht beim durchnittlichen maximalertrag mache ich Abstriche.
    - gute Rentabilität - beim maximalen Ertrag mache ich Abstriche
    - gute Optik ist mir wichtig. Ich krieg immer die Krise, wenn ich diese Alu Dachständer sehe. Indachanlage gerne wenn nicht zu teuer.
    - nachrüstbarkeit von Batteriespeicher. Wenn die Batterien billiger sind will ich eine!
    - offene Datenschnittstellen. Webserver um mit eigener Technik auf daten zugreifen zu können will ich unbedingt.


    Zellen hab ich noch keine im Auge. Für den elektrichen Teil hat mich Fronius Hybrid angelacht. Die bringen eine stufenlose Heizpatronenerweiterung und die Batterie kann man nachrüsten. Die Notstromoption will ich nicht außer sie ist billig.


    Bei SMA Sunny Solar verstehe ich die Website nicht. Es ist mir nicht gelungen ein Produkt ausfindig zu machen schon gar kein passendes. Hat wieder so ein Schlipsträger entworfen.


    Wer hat Vorschläge, Anregungen, hilfreiches?


    Viele Grüße


    Doc Alex

  • Bei 5-6KWp wird Rendite nur mit Einspeisung, VSt Erstattung, unentgeltlicher Wertabgabe, usw. möglich sein, sofern Du im Sommer keinen Pool betreibst.


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    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo und Willkommen im Forum,
    finanziell rentiert sich das nicht, das ist dir sicher klar. Aber ich versuche gar nicht dir das auszureden, da kommen sicher andere.
    Nur soviel - wenn du es dir zutraust das weitgehend selbst zu machen, bau eine Halbinsel basierend auf einer Staplerbatterie evtl. mit gebrauchten Modulen - aber da wird dir die Optik nicht unbedingt gefallen. Die Arbeiten am Dach, mindestens die Unterkonstruktion, sollte ein fähiger Dachdecker auch machen können bzw. es gibt welche die auch Solaranlagen montieren. Hilfe zur Planung aund Ausführung bekommst du hier im Inselbereich.


    Nur ein par Punkte:
    - zur Heizpatrone: so viel warmes Wasser wirst du nicht brauchen, wie du da im Sommer erzeugen kannst, da kannst du gleich Solarthermie machen.
    - Fronius ist sicher eine gute Wahl, den sollte man auch auf Nulleinspiesung regeln können (habe hier aber noch niemanden gesehen, der das macht, keine Ahnung wie gut das funktioniert); 24 Module sind eine eher ungeschickte Zahl, wenn du, außer der Gaube, keine Verschattung hast, sollte 2x12 aber gehen oder laß die am stäksten verschatteten (die beiden, die der Gaube unten am nächsten kommen) weg, 22 sind sehr gut
    - Morgen/Abend: dann belege die Gaube statt des schönen Süddachs, aber die Unterschiede sind nicht so riesig und wird nur komplizierter; falls du auf Dünnschicht raus willst - vergiß es, die Zeiten sind vorbei, daß der Preisunterschied da was ausgemacht hätte und mit den modernen trafolosen Wechselrichtern haben die meisten ein Problem
    - wenn du netzparallel baust, mußt du alle Vorschriften udn Meldepflichten einhalten, die auch für Einspeiser gelten, insbesondre wird dir der VNB bei der Größe einen Zweirichtungszähler setzen (und den natürlich auch berechnen)


    edit: zu den Meldepflichten: wenn du nicht bis 28.2. den Zählerstand meldest, bekommst du kein Geld, wird dir also egal sein ;) Aber Meldung bei der Budnesnetzagentur ist nötig, das nciht zu machen ist eine Ordnungswidrigkeit, die (theoretisch, bisher hat bei allen eine Nachmeldung genügt - die wollten aber auch Geld und haben schon deshalb zügig gemeldet) mit 5-stelligem Bußgeld geahndet werden kann

  • Hallo Doc Alex,


    auch ich bin der Meinung, dass du mit dem Stromüberschuss sehr viel Wasser anwärmen kannst. Baust du einen großen Wasserbehälter mit guter Isolierung und baust dann das Haus drum herum? Habe ich schon im Fernsehen gesehen. Ob das dann lohnenswert ist?


    Ein neu gebautes Haus ohne gewerblichen Anteil, hat einen Tagesverbrauch von 10 - 10 kWh, Mit Pool und einigem Schnick-Schnack werden es 20 kWh. Die Anlage wird in den Sommermonaten gute 30kWh bringen. Wenn Du keinen Akku hast kannst Du max50% davon vom Dach nutzen.


    Was baust Du für eine Heizung? Erdwärmepumpe, mit der Du im Sommer auch gleich kühlen kannst? In den Übergangsjahreszeiten kannst du den Strom zum Heizen nutzen. Der Wirkungsgrad einer Erdwärmepumpe liegt bei 1:4. Im Sommer nutzt Du die Erd"Kälte" zum Kühlen des ganzen Hauses. Keine Lüftergeräusche, keine Windbewegungen in den Räumen und das ganze Haus ist klimatisiert.


    Und dann solltest Du frühzeitig einen Akku installieren. Vergiss die Preissenkungen. Da wird nicht so viel passieren. Bei mir trägt sich die Gesamtinvestition mit den Stromkosteneinsparungen als 0-Summen-Spiel. Aktuell zwar keine Rendite, da über KfW finanziert jedoch auch keine Kosten.


    Mit dieser Konstellation konnte ich mein Haus, ala Altbau - modernisiert, erheblich effizienter machen. Früher 12-16 Tonnen Kohle zuzüglich Strom, dann 2500-3000l Heizöl (ca. 30TkWh) zuzüglich 5500 kWh Strom, Jetzt bin ich bei 4000kWh Heiz- + Kühlungsstrom und 2300kWh Hausstrom. Damit komme ich an Gesamtenergie auf ca. 6500 kWh für ca. 160 m² modernisierten ungünstig geschnittnen Altbau, einschließlich Büro. 7kWp-Solar und 8kWh Akku-Paket.


    Wo liegt der angestrebte Heizenergieverbrauch für ein Niedrig-Energie-Haus? Mein Gesamtverbrauch für Heizung, Kühlung (22-23 Grad), einschließlich Sommer-Pool, Wasserbett, Haus- und Büro-Strom liegt bei 40kWh/m². Kamin und sonstige Spass-Installationen die die Verbrauchswerte verfälschen, sind nicht vorhanden.


    Ich würde ein neues Haus mit ähnlicher Ausstattung immer wieder bauen. Normale Energieeffizienz (kein Niedrigenergie- zu teuer) Erdwärme mit Sole/Wasser, einschließlich Kühlfunktion, ca. 6 KW PV-Anlage an die Ästhetik des Hauses angepasst, und ca. 6-8kWh PV-Akku.= runde Sache.


    Und als Elektroniker kannst Du mit etwas Raffinesse das eine oder andere noch optimieren.


    Nähere Infos aus der Praxis = 10 Jahre Wärmepumpe, 2 Jahre PV mit Akku gern auf Anfrage über die persönliche Nachricht.


    Ich wünsche viel Erfolg bei der Planung.


    PS. Welches Haus wird es denn? das 1. für den Feind, das 2. für den Freund oder willst du das 3. für Dich selbst bauen?


    Du hast in Deiner Anfrage die Effizienz der PV-Anlage angesprochen. Daraus resultiert für mich die Frage: welche Effizienz hat denn der sonstige Haus-Bau? Und wenn da nicht auf Effizienz ankommen sollte, warum gerade bei der PV-Anlage? Ein Haus sollte – wenn es das 3. Haus ist also für dich selbst, länger genutzt werden. Was passiert mit aller heutiger Effizienz, wenn der Gesetzgeber in den nächsten Jahren die Energiepolitik ändert. Z.B. Energiepreisgestaltung nach Energiegehalt und nicht nach Liter, m³ oder sonstige Einheiten sondern nach tatsächlichem Energiegehalt?


    Gruß Assel+

  • Vielen Dank schon mal für die Hinweise.


    Ich schrieb, ich will nicht Wirkungsgrad um jeden Preis. Soweit ich gelesen habe, gibt es Zellen, die mit Schwachlicht und diffusem Licht besser klarkommen, dann aber bei Sonne keinen so hohen Wirkungsgrad haben.


    Welche Zellen sind das? Ich finde nur Hinweise auf eine BP Zelle, due es nicht mehr gibt.


    Zum Thema Überschuß noch eine Info: Die Asolaranlage soll die geplante Klimaanlage und die Gartenbachpumpen versorgen. Ich denke diese Verbraucher passen sehr gut zu Solar, weil sie viel brauchen, wenn die PV Anlage viel liefert.


    Heizen will ich möglichst effizient mit Gas. Dazu habe ich mir eine eigene Steuerung auf Basis einer Wago SPS ausgedacht.


    Viele Grüße


    Doc Alex

  • Hi Doc Alex,


    wenn Du eine SW Dachseite hast kannst du evtl. auch Nord-Ost mit belegen, zB. bis knapp unter 10 KW.
    dann hast du im Sommer von morgens bis abends PV Strom.
    Fronius ist gut, hier kannst du lokal auf den WR zugreifen und die Daten auslesen.
    Anmelden wirst du die Anlage müssen, ob du einspeist oder nicht, aber da kennen sich hier im Forum andere besser aus.
    0-Einspeisung versucht der Hybrid mit Batterie sowieso, er speist erst dann ein wenn die Batt. voll ist und die Erzeugung den Hausverbrauch übersteigt.
    Das mit dem Heizstab würde ich nicht machen, dafür ist Strom zu kostbar.


    Gruß
    Rainer

    Süd-West(2008) -> 9,69 KWp, Schott Poly 170, 1x SMA SB4000TL-20 1 x SB5000TL-20
    Nord-Ost(2013) -> 8,82 KWp, Yingli YL245, 1 x Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S, 1 x Symo 3.7-3-S, Solar Battery 12.0
    Prius 4 Plugin-Hybrid, Ladestation Amtron Xtra 22KW

  • Eine nordeindeckung kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage.


    Kann kir jeman einen Tipp geben, welche Schwachlichtfähigen Zellen was taugen?


    Viele Grüße


    Doc Alex


  • nein
    das mit dem Schwachlicht ist "Schwachsinn", in der Praxis ist das bedeutungslos.

  • Zitat von Doc Alex

    Eine nordeindeckung kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage.


    Kann kir jeman einen Tipp geben, welche Schwachlichtfähigen Zellen was taugen?


    Eine Nordeindeckung kann bei günstiger (geringer) Dachneigung sinnvoll sein, "schwachlichtfähige Zellen" sind grundsätzlich grober Unfug.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59