Planung einer Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier im Forum und heiße euch willkommen. Ursprünglich war ich im Forum vom Haustechnikdialog unterwegs und bin dann auf dieses Forum hier aufmerksam gemacht worden.


    Ich spiele derzeit mit dem Gedanken eine Photovoltaikanlage anzuschaffen. Die ersten Überlegungen waren die Photovoltaikanlage mit einem Akku zu planen allerdings bin ich davon wieder abgekommen. Es geht also um eine Photovoltaikanlage ohne Akku. Bei der derzeitigen Zinzlage möchte ich die komplette Anlage über einen KFW Kredit finanzieren.


    Anbei mal ein paar Eckdaten zu meinem Haus:


    Region: Aschaffenburg / Hanau / Offenbach (PLZ-Bereich: 63000 - 63999)
    Dachtyp: Satteldach
    Dachneigung: 38°
    Dachausrichtung: Süd/West (keine Verschattungen)
    Dachfläche: 87,24m²
    Jährlicher Hausstromverbrauch: ca. 4500 kWh
    Jährlicher Wärmepumpenverbrauch: ca. 5000 kWh


    Als Heizung dient eine Luft-Wärmepumpe. Was für eine Art von Photovoltaikanlage würde hier am besten passen? Welche Module sind zu empfehlen? Welche ungefähre kosten kommen auf mich zu? Welche Photovoltaikgröße sprich wieviel m² bekomme ich den auf dieser Dachfläsche unter? Und welche Größe wäre den sinnvoll?

  • Hallo zusammen,


    da es bisher noch keine Antworten gab...ist mein Vorhaben zu allgemein gehalten? Werden noch weitere Infos benötigt?

  • So wie wir WP Planungen oder Fragen zur Dämmung ans Forum vom Haustechnikdialog weiter leiten, denke ich bist Du mit deinem PV Plan hier sehr gut aufgehoben. Herzlich willkommen!


    Mit WP im Haus macht OHNE Speicher sicherlich deutlich mehr Sinn ... mal abgesehen davon, dass sich der Speicher solo sowieso nie rentieren wird, wenn es ein Speicher von der Stange ist. Der Speicher würde von Oktober bis März mehr oder weniger leer rum stehen, da die WP läuft und alles sofort verbraucht wird.


    Gegen Finanzierung spricht nix ... welchen Zins bekommst Du?
    Wenn das Haus schon steht, wäre ein google Luftbild und auch ein Bild vom Dach gut.
    Damit könnte man zum Beispiel den Punkt "keine Verschattungen" prüfen ... es gibt so viele Dinge auf und um das Dach, die Schatten werden könnten. :wink:


    Bei einer Dachfläche von 87,24m² sollte man locker mit Standard 60-Zellern in der günstigen Klasse mit 250-275Wp die 10KWp voll machen können.


    Zitat

    Jährlicher Hausstromverbrauch: ca. 4500 kWh
    Jährlicher Wärmepumpenverbrauch: ca. 5000 kWh


    Sofern das Dach komplett nutzbar ist könnte man auch mit 280-295Wp Richtung 15KWp bauen.
    Euer Stromverbrauch ist hoch und mehr Leistung auf dem Dach sorgt für bessere Deckung gerade in der dunkleren Jahreszeit, wenn die Heizung (Wärmepumpe) läuft.
    Nachteil wäre anteilige EEG Umlage auf den EV, da die Anlage >10KWp ist.


    Grundsätzlich solltest Du Dir aber bewußt machen, dass man mit PV nur bedingt eine WP Heizung unterstützen kann.
    Die PV macht rund 80% des Ertrags von März bis Oktober ... da ist die Heizung aus ... WW würde gehen.
    Die Heizung braucht dagegen 80-100% des Strombedarfs von November bis Februar ... da muss die PV schon sehr sehr groß sein, damit das funktioniert und selbst dann sorgt Schnee auf den Modulen für eine glatte Null beim Ertrag.


    Ich würde mit schwachen aber keinesfalls schlechten Modulen mit 2*20*250Wp oder 2*19*260Wp so nah wie möglich an die 10KWp ran bauen. Je nachdem wie weit das Dach nach SW gedreht ist in 70-weich oder 70-hart an einem WR von Fronius, SMA oder ABB. WP und eure hohen Verbräuche spricht eher für 70-weich.
    Wenn Zählerschrank passt und bei normaler Dachhöhe sollte das um 1350,- netto pro KWp kosten.
    Da ist dann von A wie AC Anschluss bis Z wie Zweirichtungszähler beantragen aber alles drin.


    Nur wenn deutlich mehr als 10KWp drauf gehen die 14-16KWp bauen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo und guten Morgen,


    am besten Allgemeinstrom und Wärmepumpe über ein "Eigenversorgungssystem" laufen lassen, dann sparst Dir schon mal einen Zähler.


    Du brauchst dazu Leistung und aus Erfahrung mindestens 3 x 5 kVA also 15 KW im Eigenversorgungsbetrieb.


    Der Speicher sollte ca. 30% deines Tagesverbrauchs betragen, also 7,8 kWh, besser dann aufrunden auf 10 kWh. Ich würde dir LFMP (Lithium Eisen Mangan Phosphat) empfehlen, dass ist die konsequente Weiterentwicklung des Lithium Eisen Phosphat Akkus. Hochstromfest und tiefentladbar. Lebensdauer???? Herstellerangabe 3.000-5.000 Zyklen... das sind im DC-Modus ca. 20-35 Jahre.


    Laden der Akkus für die Nacht und Versorgung am Tag natürlich im DC-Modus, alles andere kostet Energie (Umwandlungsverluste)... also dann Laderegler und keinen Wechselrichter für die PV. Hier genügen zwei Laderegler mit jeweils 4,5 kW Ladeleistung.


    PV würde ich 9 kWp installieren, genügt für den Jahresverbrauch, mehr ist jedoch immer besser.


    Einspeisen war gestern. Kannst dir den ganzen Kram und die ganzen Genehmigungen, Anmeldungen, sowie sinnlosen Bevormundungen, Abgaben und Überwachungen sparen. Bei einer DC gesteuerten Anlage steht PV-Strom im Überfluss zur Verfügung, welchen du im Warmwasserspeicher verheizen kannst (Heizschwert). Spart bei einer 3-Kopf Familie ca. 500 Euro Heizkosten im Jahr. Wennst einspeist bekommst auch net mehr. So bleibt zumindest die Heizung von Mai-September fast komplett aus.


    So eine Anlage produziert ca. 80-90% Autarkie :D ---- (Anbieter gibts wenige ich kenn nur drei Anbieter in Deutschland)


    Kosten der Anlage? Nimmst die Ersparnis der ersten 10 Jahre und multiplizierst diese mit deinen Strompreis... z.B. 25 ct/kWh und das ganze multiplizierst dann noch mit 1,2 (Teurungsfaktor), dann kommst ziemlich genau auf den Preis, was Deine Eigenversorgung ("Echte Autarkie") inklusive PV-Anlage und inklusive Montage, also schlüsselfertig kostet. Hier haben wir mal die Heizkostenersparnis weg gelassen.


    Musst aber wie jeder.... selbst entscheiden.... und bedenke... egal wie du Dich entscheidest, zahlen musst sowieso!


    Du kannst aber wählen.... entweder 10 Jahre lang ins eigene Hauskraftwerk oder Kohle weg an den Energieversorger. :mrgreen:


    So.. wenn du weitere Fragen hast kannst du gerne eine PM schicken.


    Sonnige Grüße

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Zitat von johnydo

    ...Ich spiele derzeit mit dem Gedanken eine Photovoltaikanlage anzuschaffen. Die ersten Überlegungen waren die Photovoltaikanlage mit einem Akku zu planen allerdings bin ich davon wieder abgekommen. Es geht also um eine Photovoltaikanlage ohne Akku...


    Ein guter Entscheid! Ergibt über den Daumen etwa 10 - 15 kWp mit Überschusseinspeisung. Kosten, etwa 20 K€
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Hallo zusammen,


    vorab schon mal danke für eure Infos. Ich habe mal ein Bild vom Dach gemacht damit es besser beurteilt werden kann. Damals beim Hausbau hatte ich schon darauf geachtet das auf dieser Dachseite keine Dachfenster, Schornstein, Sat Schüssel etc. ist. Das einzigste was eventuell stören könnte wäre ein Entlüftungsziegel.
    Soweit ich das beurteilen kann gibt es da keine Verschattungen, da keine Nachbarhäuser, Bäume etc.. Wenn die Sonne scheint ist das Dach eigentlich immer gut "besonnt" :).
    In der nächsten Woche habe ich einen Termin mit einer lokalen Elektrofirma, die damals auch meine Strominstallation im Haus gemacht hat. Die haben hier in der Gegend schon ein paar Anlagen laufen mal schauen was die so erzählen und anbieten.


    Mit Google-Earth kann ich leider nicht dienen da mein Haus noch nicht drin ist :). Ist ein Naubaugebiet...

  • Das Dach ist von den Abmessungen her sehr gut geeignet, bitte mal die kompletten Abmessungen einstellen.
    Was sind das für Dachziegel? Was ist das für ein Teil - Lüftungsstutzen?

  • Zitat von seppelpeter


    Gegen Finanzierung spricht nix ... welchen Zins bekommst Du?


    Ich habe aktuell noch keine Angebote eingeholt aber der Zins liegt bei der KFW bei 1,05% effektiver Jahreszins. Derzeit kann ich ca. 250€ im Monat für die Finanzierung aufbringen von daher wäre die Laufzeit nicht all zu lang.


    Zitat von seppelpeter


    Wenn das Haus schon steht, wäre ein google Luftbild und auch ein Bild vom Dach gut.
    Damit könnte man zum Beispiel den Punkt "keine Verschattungen" prüfen ... es gibt so viele Dinge auf und um das Dach, die Schatten werden könnten. :wink:


    Muss meine vorherige Aussage zurücknehmen. Das Haus ist wohl seit kurzem in GoogleEarth drin :). Habe das Bild angehängt. Mein Haus ist das mit dem Schotter im Garten :). Der kleine Berg am Gartenrand ist Muttererde also kein Baum oder ähnliches. Ansonsten sind alle Bäume soweit entfernt das kein Schatten kommt.


    Zitat von seppelpeter


    Euer Stromverbrauch ist hoch und mehr Leistung auf dem Dach sorgt für bessere Deckung gerade in der dunkleren Jahreszeit, wenn die Heizung (Wärmepumpe) läuft.


    Ich arbeite zuhause von daher ist der Stromverbrauch auch tagsüber erhöht. Bei mir läuft ein kleiner Serverschrank mit IT Komponenten die 24/7 laufen und dann noch meine Arbeitsgeräte wie Bildschirme Notebook Drucker etc...


    Obwohl ich im ganzen Haus schon alles auf LED-Leuchtmittel habe und neue A++ Geräte ist der Verbrauch dennoch recht hoch. Daher denke ich das ich auch nicht mehr all zu viel einsparen kann.


    Zitat von seppelpeter


    Nachteil wäre anteilige EEG Umlage auf den EV, da die Anlage >10KWp ist.


    Kann mir das jemand genauer erklären? Was passiert über der Grenze von >10KWp?


    Zitat von seppelpeter


    Grundsätzlich solltest Du Dir aber bewußt machen, dass man mit PV nur bedingt eine WP Heizung unterstützen kann.


    Das ist mir klar. Ich wollte nur herausheben das mein Haus mit Wärmepumpe beheizt wird mir ging es da erstmal um den Stromverbraucher. Ähnlich wäre Solarthermie wenn die meiste Heizenergie benötigt wird gibt es meist keine Sonne ;).


    Zitat von seppelpeter


    Wenn Zählerschrank passt und bei normaler Dachhöhe sollte das um 1350,- netto pro KWp kosten.
    Da ist dann von A wie AC Anschluss bis Z wie Zweirichtungszähler beantragen aber alles drin.


    Der Zählerschrank wurde damals schon so ausgesucht das es für Photovoltaik erweitert werden kann sprich der Platz ist da. Leerrohre vom Dach in meinen Hauswirtschaftsraum sind ebenfalls vorhanden.

  • Sehr schönes Dach.
    Kannst Du aus den Bauunterlagen Maße zum Dach einstellen für Länge und Breite?
    Ansonsten würde Ziegel messen (nur den sichtbaren Teil) und zählen helfen.


    Dem Luftbild nach hast Du ein +45 Grad Dach (45 Grad von Süd nach Westen).
    Ist das Gebiet südlich von Deinem Haus noch Bauland?


    Die Dachziegel ...sind das diese neumodischen "Flachziegel"?
    Ich bin Laie, aber da könnten Metalldachpfannen angebracht sein.
    Erstes Ziel vom Dach sollte bleiben, dass es dicht ist!


    Du hast also die Option an die 10KWp mit schwächeren und günstigen Modulen zu bauen, oder rund 15KWp auf das Dach zu legen. Der Verbrauch spricht für 15KWp. Als Nachteil käme die EEG Umlage auf den EV, das kannst Du nur abwenden, wenn Du bei max. 10KWp endest.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()